Kaufempfehlung für Anfängerkind


Tarrasch
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Ich möchte mich hier auch mal an den Fragesteller wenden, da ich aus Erfahrung sprechen kann. Ich spiele schon recht lange in irgendeiner Art und Weise ein Tasteninstrument. Angefangen mit dem ersten Keyboard (irgendwas billiges, ich glaube von Casio, was man halt si zu Weihnachten als Kind bekommt, wenn man so tut als wäre man musikalisch :D), damals noch n klassisches 61 Tasten-Gerät, auf dem man nicht mal für Elise spielen konnte, zwecks mangelndem Tonumfang... Das ging dann über Jahre auf verschiedenen, 88-tastigen Keyboards und Digis weiter, bis zuletzt zu einem gar nicht mal ganz so schlechten Digi von Kawai, was für mich auch vom Spielgefühl einen ganz passablen Eindruck machte.... Kurz darauf hab ich einen sehr begabten jungen Pianisten kennengelernt, der mir Unterricht zum Freundschaftspreis angeboten hat.

Es hat wirklich nicht lang gedauert, bis ich gemerkt habe, dass die Dinge die er von mir fordert, am Digitalpiano einfach nicht erzeugbar sind. Es hat halt eingespeicherte Dynamiken auf den Tasten, vielleicht auch paar Klangfarben, aber die Differenzierung ist nicht da. Ein Spielen in der Taste, klingt genauso wie ein normales anschlagen mit demselben Tempo. Er rat mir dringend, alsbald möglich ein akustisches Instrument zu besorgen. Sowie das Haus gekauft war, war auch klar, dass da n schicker Flügel rein muss. Und sowie der nette Bösendorfer 200 da war, hab ich die aller schlimmste Erfahrung gemacht. Entgegen allem Verständnis das ich zu haben glaubte, ist es möglich, dass Töne auf einem Flügel, im Gegensatz zum Digitalpiano, auch hässlich klingen können. Die Klangerzeugung ist eben doch ein ganz anderes Kaliber. Quasi um den Faktor unendlich differenzierter. Es macht halt wirklich einen Unterschied, wie und wo man die Taste angreift.

Ich durfte in dem Moment die leidige Aufgabe beginnen, alles zu vergessen, was ich zu lernen geglaubt hatte, um quasi von vorn zu beginnen. Deshalb schließe ich mich den Vorrednern sehr gern an und rate besonders am Anfang zu einem wirklich guten Instrument. Ein Flügel hat da noch n paar Vorteile gegenüber einem Klavier. Aber der passt halt wirklich nich überall rein. Der braucht zum gut klingen eben auch eine gewisse Größe. Und da würde ich behaupten, dass es schon mindestens 1,80 m Länge sein sollten, sonst wird der üblich gebrauchte Bass etwas zu muffig und dumpf durch die ganzen Obertöne, und der Hebel der Taste eventuell etwas zu kurz....

Also mein Rat, gutes Klavier, ob kauf oder Miete ist nicht mein Bier.... :D
 
Sabrina-von-der-Ostsee
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Hallo, ich spreche hier aus der Erfahrung des Kindes, das unbedingt Klavier lernen wollte, und bei dem die Eltern das nötige Geld nicht hatten. Ich bekam stattdessen ein Keyboard und Keyboardunterricht in der Gruppe. Es machte schon auch ein bisschen Spaß, aber es war absolut nicht das, was ich wollte, mit diesen ganzen bunten Knöpfen und Rumtata-Rhythmen. Vom Lehrer fang ich gar nicht erst an... also gab ich nach 2 Jahren auf.
Meine Liebe für Klaviere blieb, und so startete ich als Erwachsene nochmal neu vor ein paar Jahren. Als es das Geld noch nicht hergab, auf einem Digi für 400 Euro von Ebay Kleinanzeigen. Für den Anfang reichte mir das auch aus. Dann nahm ich Klavierunterricht und ganz schnell stellte ich fest, wie HIMMELWEIT der Unterschied selbst zum schrammeligen Klavierschulinstrument ist.
Mittlerweile habe ich ein akustisches Klavier. Es ist so ein großer Unterschied, das Gefühl, die Vibrationen, die durch die Tasten zu den Fingern strömen, die Erhabenheit dieser wunderschönen Instrumente...
Seit ich ein "richtiges" Klavier besitze, sitze ich viel mehr dran, weil es einfach um Welten mehr Spaß macht. Mit dem günstigen Digi würde ich vermutlich immer noch im Trüben stochern.
Ich denke aber, für den Anfang tut es definitiv ein günstiges gebrauchtes akustisches Klavier. Beim Neukauf wird es immer einen schnellen Verlust beim Weiterverkauf geben, falls das Instrument geupgraded oder wegen Hobbyaufgabe verkauft wird.
 
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Flieger
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Ich denke aber, für den Anfang tut es definitiv ein günstiges gebrauchtes akustisches Klavier. Beim Neukauf wird es immer einen schnellen Verlust beim Weiterverkauf geben, falls das Instrument geupgraded oder wegen Hobbyaufgabe verkauft wird.
Nein, die meisten Händler bieten eine Upgrade-Option. Dh. wenn man innerhalb von 5 Jahren (oder so) ein teureres Instrument kauft, kann man das andere zurückgeben und bekommt den vollen(!) damaligen Kaufpreis eingerechnet. Man bindet sich damit zwar an einen Verkäufer, aber der Wertverlust ist nicht so zwingend, wie du es schreibst.
 
Sabrina-von-der-Ostsee
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Nein, die meisten Händler bieten eine Upgrade-Option. Dh. wenn man innerhalb von 5 Jahren (oder so) ein teureres Instrument kauft, kann man das andere zurückgeben und bekommt den vollen(!) damaligen Kaufpreis eingerechnet. Man bindet sich damit zwar an einen Verkäufer, aber der Wertverlust ist nicht so zwingend, wie du es schreibst.
Das wusste ich nicht. Ich habe mir letztes Jahr im April ein Kawai Novus NV5 für 6000 Euro gekauft und dieses Jahr im Februar dann im gleichen Laden wieder abgegeben und gegen mein besagtes akustisches Klavier eingetauscht. Da bekam ich für das Novus "nur" noch 5000. Vielleicht bin ich aber auch einfach schlecht im Handeln :D also er zog mir quasi das Brutto ab.
 
 

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