Also schaue ich auch nach Alternativen wie Pfeiffer, Hoffmann, Steinkamp etc ?
Nach Steinkamp sicher nicht! Hoffmann evtl. - ältere Pfeiffer und Feurich sind einen Blick wert. Ein gepflegtes U1 um die 90er ist sicher nicht falsch, wenn Du mit dem etwas kälteren Yamaha-Sound klarkommst.
Was Deinen Anfängerstatus angeht - hier eine Anleitung, die ich vor vielen Jahren schon mal gepostet habe und die größtenteils von einem wirklichen Fachmann stammt:
1) Man spielt mit einem Finger und möglichst identischem Anschlag die ganze Tastatur durch.
Sind Lautstärke UND Tonform homogen, bzw. der Lage entsprechend und kontinuierlich? Also im Bass: buhm, buhm, buhm - oder buhm, buoing, buhm? Im Diskant: ping, ping, ping oder ping, plink, ping?
2) jetzt, ebenfalls mit einem Finger - in jeder Oktave einmal: möglichst leise und immer lauter werdend bis zum Maximum. Wieviel ppp ist möglich? Wieviel fff? Vor allem: Wie verändert sich die Klangform - kann ich das steuern? Oder bleibt der Klang immer gleich?
3) Jetzt mal ganz gezielt die Tasten rings um den Übergang (von umsponnenen zu Einzelseiten) : klangliche "Ausfälle"? Abrupter oder homogener Übergang?
4) Mind. einmal je Oktave: Finger liegen lassen! Wieviel Sustain? Wie lange steht der Ton?
5) etwas schwieriger: Über alle Tasten mit einem Finger - öffnet sich der Ton, blüht er auf? Oder sackt er in sich zusammen?
6) Akkorde in den drei Hauptlagen: Sind einzelnen Töne klar getrennt? Erkennbar? Oder Brei? Steigerung auf 4 oder 5-tönige Akkorde. Dito.
7) Generelle Klangbeurteilung: Bass: knarrig, weich, wattig, voll, dünn? Mitte: rund, flach, voll, gar orchestral (Obertöne!)? Diskant: glockig, schrill, spitz, scharf? M.E. bringt eine wohdurchdachte Verbalisierung hier viel Klarheit ins Hirn.
8) Tastenreaktion (subjektiv): Angenehm, zu schwer, zu leicht? Homogen über die ganze Tastatur?
9) Repetition, Triller? Zäh, flüssig, gar Aussetzer?
10) Wiederholung von 2, 4, 5, 6: aber mit beiden (!!) Pedalen (nacheinander - nicht gleichzeitig). Wie deutlich sind die Klangveränderungen? Wie reagieren die Pedale? Ab welchem Punkt passiert was?
Nahezu alle Mängel, die man hierbei entdeckt, lassen sich beseitigen - aber man muss sie eben benennen können, um hier den Aufwand abzufragen.
11) Echtes Spiel - erst recht Vorspiel vom Verkäufer: UNBEDINGT zwei Extreme anspielen lassen! Nämlich ein sehr dichtes, voluminöses Stück - hier kann man sehr gut die Transparenz beurteilen. Und dagegen dann etwas Zartes, das mit wenigen Tönen auskommen muss. Dabei auch etwas auf die eigenen Vorlieben achten - was nützt ein Super-Boogie-Sound, wenn man selbst vor allem Chopin spielen will? Oder ein gewaltiger Rachmaninov-Klang, wenn man bei gechilltem Barpiano den Rotwein genießen möchte?