Kaufempfehlung alter U1 vs neues B3/Kawai E300

  • Ersteller Ersteller Klavierneuling1968
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  • #21
Das Problem ist nur beim Abklappern, dass ich selbst eben nicht spielen kann und die wenigen Klaviergeschäfte in der Umgebung schon mein Foto wie ein Steckbrief aus alten Western in Ihren Büros hängen haben 😉
 

  • #22
Wenn dich die Klaviergeschäfte schon kennen, was hast du denn bisher dort gemacht?
 
  • #23
Ich arbeite in einem Klavierladen (Schleswig Holstein) und es kommen immer wieder Erwachsene vorbei, die nicht spielen können und mich bitten etwas vorzuspielen. Daraufhin bitte ich sie darum, ihre Scheu abzulegen und auch mal zu spielen und wenn es nur Tasten hoch und runter im 5 Tonraum sind.
Bei allen war es bisher so, dass sie selbst mit ihrer Nichtspielkenntnis sehr wohl die haptischen wie auch die klanglichen Unterschiede spüren konnten und merkten wie unterschiedlich jedes Klavier klingen kann.
Und was andere Leute denken ist schnurzpipegal.
Trau Dich, dann wird’s auch was.
 
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  • #24
Wenn Klavierkauf wirklich top optimal läuft, dann läuft da restlich-letztlich im Kopf und BWL-entscheidungstechnisch ("neu ist besser als alt") mal gar nichts.

Man kauft dann kein Klavier, sondern das Klavier kauft sich ein neues Futterherrchen. ...

Das läuft nicht im Kopf, das läuft optimaliter im Bauche ...

Es ist dann überzeugungstechnisch eher so, dass man plötzlich seine Seele angesprochen fühlt - und dann entscheidet man nur noch, links in die Tasche zum Portemonnaie zu greifen für diesen überraschenden bis überrumpelnden Fall "muss ich unbedingt haben, weil, wusste mal so ü-ber-haupt-nicht, dass es sowas dolles gibt ..."
 
  • #25
Leider habe ich noch keine wirkliche Lösung in Sicht. Das Ausprobieren unterschiedlicher Instrumente hat keine größeren Unterschiede aus meiner Sicht bei dem begrenzten Budget bis 5000€ gezeigt. Finde die U1 Idee weiterhin recht gut (trotz des Alters), habe aber aufgrund meiner Größe Probleme mit der Kniehöhe bei einzelnen Klavieren.
 
  • #26
Habe meine Scheu übrigens überwunden, selbst die Tasten mal zu drücken, obwohl man sich wie ein Idiot fühlt 🙈.
 
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  • #27
Also schaue ich auch nach Alternativen wie Pfeiffer, Hoffmann, Steinkamp etc ?
Nach Steinkamp sicher nicht! Hoffmann evtl. - ältere Pfeiffer und Feurich sind einen Blick wert. Ein gepflegtes U1 um die 90er ist sicher nicht falsch, wenn Du mit dem etwas kälteren Yamaha-Sound klarkommst.

Was Deinen Anfängerstatus angeht - hier eine Anleitung, die ich vor vielen Jahren schon mal gepostet habe und die größtenteils von einem wirklichen Fachmann stammt:

1) Man spielt mit einem Finger und möglichst identischem Anschlag die ganze Tastatur durch.
Sind Lautstärke UND Tonform homogen, bzw. der Lage entsprechend und kontinuierlich? Also im Bass: buhm, buhm, buhm - oder buhm, buoing, buhm? Im Diskant: ping, ping, ping oder ping, plink, ping?

2) jetzt, ebenfalls mit einem Finger - in jeder Oktave einmal: möglichst leise und immer lauter werdend bis zum Maximum. Wieviel ppp ist möglich? Wieviel fff? Vor allem: Wie verändert sich die Klangform - kann ich das steuern? Oder bleibt der Klang immer gleich?

3) Jetzt mal ganz gezielt die Tasten rings um den Übergang (von umsponnenen zu Einzelseiten) : klangliche "Ausfälle"? Abrupter oder homogener Übergang?

4) Mind. einmal je Oktave: Finger liegen lassen! Wieviel Sustain? Wie lange steht der Ton?

5) etwas schwieriger: Über alle Tasten mit einem Finger - öffnet sich der Ton, blüht er auf? Oder sackt er in sich zusammen?

6) Akkorde in den drei Hauptlagen: Sind einzelnen Töne klar getrennt? Erkennbar? Oder Brei? Steigerung auf 4 oder 5-tönige Akkorde. Dito.

7) Generelle Klangbeurteilung: Bass: knarrig, weich, wattig, voll, dünn? Mitte: rund, flach, voll, gar orchestral (Obertöne!)? Diskant: glockig, schrill, spitz, scharf? M.E. bringt eine wohdurchdachte Verbalisierung hier viel Klarheit ins Hirn.

8) Tastenreaktion (subjektiv): Angenehm, zu schwer, zu leicht? Homogen über die ganze Tastatur?

9) Repetition, Triller? Zäh, flüssig, gar Aussetzer?

10) Wiederholung von 2, 4, 5, 6: aber mit beiden (!!) Pedalen (nacheinander - nicht gleichzeitig). Wie deutlich sind die Klangveränderungen? Wie reagieren die Pedale? Ab welchem Punkt passiert was?

Nahezu alle Mängel, die man hierbei entdeckt, lassen sich beseitigen - aber man muss sie eben benennen können, um hier den Aufwand abzufragen.

11) Echtes Spiel - erst recht Vorspiel vom Verkäufer: UNBEDINGT zwei Extreme anspielen lassen! Nämlich ein sehr dichtes, voluminöses Stück - hier kann man sehr gut die Transparenz beurteilen. Und dagegen dann etwas Zartes, das mit wenigen Tönen auskommen muss. Dabei auch etwas auf die eigenen Vorlieben achten - was nützt ein Super-Boogie-Sound, wenn man selbst vor allem Chopin spielen will? Oder ein gewaltiger Rachmaninov-Klang, wenn man bei gechilltem Barpiano den Rotwein genießen möchte?
 
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  • #28
Super Beitrag für mich und jeden Anfänger!
Danke. Das hilft mir sehr. Genau das werde ich so machen, auch wenn ich damit wohl ein dauerhaftes Hausverbot riskiere😇😉.

Diese neuen Freunde sind jetzt in der engeren Auswahl im Vergleich zu neuem B3 und Kawai E300: (Budget der u. G. Etwas höher zwischen 5000 und 7600€)

Schimmel 116S 1994
Seiler 118 1990
Schimmel 120 1985
Wilh. Steinberg 122 1993
Yamaha U1A oder UX1 oder MP1 von 1982,1986,1999
Hoffmann, Vision V112, 2011
Schimmel W118 Tradition 2017

Attraktive Feurichs in schwarz oder weiß habe ich nicht gefunden.

Vielleicht gibt es hierzu noch eine konkrete Meinung oder eine Alternative?!

Vielen Dank für eine Bewertung. Ich bin sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die auf diesem Portal Ihre Expertise weiter geben.
Vielen, vielen Dank dafür!
 
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  • #29
Schimmel 116S 1994
Seiler 118 1990
Schimmel 120 1985
Wilh. Steinberg 122 1993
Yamaha U1A oder UX1 oder MP1 von 1982,1986,1999
Hoffmann, Vision V112, 2011
Schimmel W118 Tradition 2017

Von dieser ganzen Liste würde ich als erstes das letztgenannte Schimmel als erstes anspielen. Nicht nur, dass es im Vergleich zu vielen anderen geradezu neu ist, es stammt auch aus einer Zeit, als Schimmel sich aus seiner Krise der früheren 2000er Jahre herausgearbeitet hatte und gute Qualität bot.
 
  • #30
Von dieser ganzen Liste würde ich als erstes das letztgenannte Schimmel als erstes anspielen. Nicht nur, dass es im Vergleich zu vielen anderen geradezu neu ist, es stammt auch aus einer Zeit, als Schimmel sich aus seiner Krise der früheren 2000er Jahre herausgearbeitet hatte und gute Qualität bot.
Allerdings ist es eine etwas billigere Produktlinie als die, die aus Braunschweig kommt. Wilhelm Schimmel wird in Polen hergestellt und ist nicht ganz so hochwertig.
 
  • #31
Moin, ich bin heute ein großes Stück weiter gekommen. Der Steinbeck gefällt mir immer besser. Habe auch einen Yamaha P124 gehört und war ebenfalls überaus begeistert.
Ich komme der Sache langsam näher…
 

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