Kaufberatung für Wiedereinsteiger. Kleines Budget aber hohe Erwartungen...

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Rachmaninov

Rachmaninov

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Hallo Zusammen,

ich habe soeben den Vorstellungsthread hinter mich gebracht und muss jetzt direkt hier um euren Rat bitten.


Ich bin inzwischen 5 Jahre ohne Instrument, würde mich aber doch als fortgeschrittenen Klavierspieler bezeichnen.

Ich bin viel unterwegs und habe 2 kleine Kinder. D.h ein Klavier ohne Silent-Mechanik kommt nicht in Frage.

Mein letztes Instrument war ein gemietetes (ZUM GLÜCK!) Kawai K*? irgendwas, welches im Silent Modus extrem laut gerumpelt hat und dazu auch noch einen schlechten Flügelsound ausgegeben hat. Neupreis von dem Teil wäre 4500 Euro gewesen.
Ich kenne mich in der Technik nicht aus, aber ich denke, wenn die Hämmer vor der Seite abgebremst werden ist das nicht nur ein komisches Spielgefühl, sondern auch an sich schon ziemlich laut.

Ich bin in meinem bisherigem Leben schon spielenderweise in den Genuss von diversen Konzertflügeln gekommen (FAZIOLI, Steinway, Bosendorfer usw.). Ich will damit sagen, ich weiß wo das Optimum liegt.

Leider befinde ich ich in der Situation, dass das Budget sehr begrenzt ist (ich sag nur: Studium mit 2 Kindern...) und eine Silent Funktion obligatorisch ist.

Ich was auch schon beim Digitalpiano-Händler meines "Vertrauens?" und muss sagen, dass sich da in den letzten Jahren wohl einiges getan hat. Ich habe diese Dinger immer verurteilt. Sowas wollte ich nie haben.
Inzwischen gerate ich aber ins wanken. Ein vernünftiges Klavier mit Silent-Funktion kann ich mir definitiv nicht leisten. Ich es dann besser gar keine Möglichkeit zum Spielen zu haben? Nein.
Werde ich mich am Digipiano verschlechtern? Wohl auch nicht.

Mein Plan im Moment ist es ein gescheites Digipiano zu kaufen, oder zu finanzieren, welches nach ca. 3-4 Jahren noch einen akzeptablen Wiederverkaufswert hat. Das ist dann nämlich der Zeitpunkt, an dem ich mir hoffentlich besseres Leisten kann, und auch der Zeitpunkt, an dem der Klavierunterricht für meine Kinder beginnen soll.

Welche anderen Möglichkeiten seht ihr?
Und welche Modelle sind empfehlenswert? Ich habe Roland, Yamaha usw. probegespielt. Mir fällt es irgendwie sehr schwer die Digipianos zu bewerten, ja teilweise sogar zu unterscheiden. Bei Klavieren konnte ich vom hören einen A- vom B-Flügel sofort unterscheiden. Auch der Anschlag war anders. Irgendwie stehe ich vor diesem Einheitsbrei Digitalpiano.
Jetzt hab ich aber genug geschrieben. Jetzt ihr!
 
fisherman

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Hallo Simon,

dass Play Dich patzig abfertigt, liegt daran, dass wir uns wünschen würden, wenn die Neulinge erst mal im reichaltigen Fundus etwas stöbern würden.

Ich fass mich daher kurz:
Digi und Werthaltigkeit schließen sich aus (wie beim Comp.). Nach 3-5 Jahren ist das Digi - fair betrachtet - vielleicht noch 1/3 wert. Das macht aber nix. Einfach für die Nachtstunden oder die Ohren quälenden Anfänge der Kinder weiternutzen. Außerdem bist Du dann beim echten Piano nicht auf Silent mit allen Nachteilen festgelegt - das eröffnet dann bei der Auswahl Welten!
Mit Roland, Yamaha, Kawai machst Du nix falsch. Entscheide nach Feeling, Gehör und Budget. M.E. wirds ab ca. 1500-1800 Euro interessant, aber hier gibt es auch Einspielungen auf 700 Euro-Digis, die belegen, dass es mehr auf den Spieler ankommt.
Wenn Du etwas weiter bist und die Fragen konkreter werden, wird man Dir sicher gerne helfen.
 
W

Wiedereinsteigerin

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Hallo Rachmaninov,
ich bin auch Wiedereinsteigerin, habe als Kind auf einem Piano gespielt, im Unterricht war's damals ein Flügel. Nach über 40-jähriger Pause habe ich mich vor ca. 2 Jahren zum Wiedereinstieg entschlossen und mir ein Digi von Yamaha gekauft. Die Gründe dafür waren: meinen Mann und die Nachbarn nicht zu nerven und die Möglichkeit zu haben, immer wenn ich Lust habe, spielen zu können.

Seit ca. 1 1/2 Jahren nehme ich Klavierunterricht und ich habe festgestellt, dass ich mit dem Digi einfach nicht mehr weiter komme. Ich habe mich daher entschlossen, ein "richtiges" Piano zu kaufen und bin derzeit auf der Suche.

Als Wiedereinsteiger hast du vermutlich auch - auf lange Sicht gesehen - mit einem "echten" Klavier viel mehr Freude, als mit einem Digi, besonders dann, wenn du das Klavierspiel verbessern möchtest. Ein gebrauchtes Klavier (mit Moderator) ist in meinen Augen dafür allemal besser geeignet, als ein digitales.

Außerdem kannst du die Werthaltigkeit eines Digi's vergessen. Ich werde daher meines auch weiterhin behalten, um beim technischen Einüben der Stücke niemanden zu nerven.

Ich glaube, dass du, der schon in den Genuss von tollen Flügeln kam, auf Dauer mit einem Digi keine große Freude haben wirst. Du schreibst ja auch selbst von diesem Einheitsbrei. Also, gut überlegen!!!!
 
Rachmaninov

Rachmaninov

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Herzlichen Dank erstmal für die Antworten bisher.

Ich komme gerade vom Pianohaus Fischer in Stuttgart. Ich wollte die Digitalpianos einfach mal mit einem richtigen direkt vergleichen. Schließlich bin ich so selten an einem Klavier, dass ich das sonst gar nicht beurteilen kann.

Ich bin noch verwirrter als vorher. Ein digitales Klavier scheidet eigentlich aus. Ich sage deswegen eigentlich, weil ich mit ein Klavier mit Stummschaltung, und sei es auch das billigste was es gibt, einfach nicht leisten kann.
Also stehe ich wieder vor folgendem Problem: Ein Digitalpiano ist einem richtigen Klavier um Welten unterlegen. Es ist aber trotzdem ein klein wenig besser als gar kein Klavier. Es sei denn ihr sagt jetzt, dass 2 Jahre Spiel auf einem digitalen den Anschlag so verdirbt, dass man nie wieder gescheit Klavier spielt...
Zum Wiederverkauf wollte ich noch anmerken, dass mir die ebay-Preise überhaupt nicht nach einem extremen Wertverlust aussehen. "fischermann" sagte was von 66% Wertverlust. Das halte ich für unrealistisch.

Das günstigste Yamaha mit Stummschaltung kostet ca. 5000 Euro. Unerreichbar. Eine Finanzierung über 48 Monate erfordert eine Anzahlung von 1500 Euro. Bei 30 Monaten ist die Rate zu teuer. Mal abgesehen davon, dass man als Student die Finanzierung sowieso nicht bekommt. Da müssten dann noch die Schwiegereltern herhalten. Begeistert wären die davon sicher nicht...

Ein Dilemma. Jemand noch eine Idee? Ansonsten ist der Traum vom Klavier wohl bis auf Weiteres ausgeträumt. :|
 
K

Klavierbaumeister

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Das günstigste Yamaha mit Stummschaltung kostet ca. 5000 Euro. Unerreichbar.

Wobei das dann vermutlich eines aus der B-Serie ist und nicht aus japanischer sondern indonesischer Produktion stammt.

Wie wär´s mit gutem (gebrauchten) Klavier und zusätzlichem (einfachen) Digitalpiano?
Eine Miete mit Kaufanrechnung müsste als Student möglich sein, oder?
 
Berbisdorfer

Berbisdorfer

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Da bleibt nur ein normales Klavier und mit den Kindern arrangieren.
 
Moderato

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Hallo Rachmaninov,

Du hast in #1 gesagt ein Klavier ohne Silent-Mechanik kommt nicht in Frage. Ich wußte bisher nicht wie das funktioniert. Nun hatte ich gerade meinen Klavierbauer/stimmer hier und habe mir das erklären lassen. Diese Funktion verteuert wohl ein Klavier deutlich und müsste eigentlich auch noch ein anderes Spielgefühl ergeben, da der Hammer nach extrem kurzem Weg durch die Klangabnahme abgebremst wird, auch wenn die Taste bis auf den Boden kommt.
Ich hatte an meinem Klavier von Anfang so eine Filzgardine (Moderator/Leisespieleinrichtung) einbauen lassen. Das geht auch ohne drittes Pedal mit einem Hebel unter der Tastatur.
Trotzdem habe ich dann vor etlichen Jahren auch einen Versuch mit einem Clavinova unternommen. Das hatte immerhin eine gewichtete dynamische Tastatur. Vom Klang mal abgesehen, die Töne kamen wie geschossen, störte mich das doch total andere Spielgefühl und noch viel mehr das Klappern der Mechanik. Da hatte ich den Eindruck, die Nachbarn denken nun ständig darüber nach, was ich da so treibe. Ich habe das Ding nach kurzer Zeit wieder verkauft und bin mit der Filzgardine zufrieden. Das Spielgefühl ist etwas anders, das Klavier ist nicht ganz stumm aber zusammen mit dem linken Pedal so leise, daß kein Nachbar mehr etwas hört. Der Klang ist allerdings nicht akzeptabel. Aber zum Üben ist das für rein technische Zwecke auch abends möglich, von sehr kraftvollem Einsatz mal abgesehen. Wenn man also ein gebrauchtes Klavier im passenden Preisbereich bekommt, dann sollte es möglich sein für vertretbaren Aufwand so eine Leisespieleinrichtung einzubauen.
Dann hat man beides, eine Übungsmöglichkeit und den originalen Klavierklang.
Aber auf den Preis eines günstigen Digis wird man wohl nicht kommen.

Gruß
Moderato (hat jetzt aber nichts mit dem obigen Moderator zu tun)
 
fisherman

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"fischermann" sagte was von 66% Wertverlust. Das halte ich für unrealistisch.

Du hast das kleine Wörtchen "fair" überlesen:D. Welchen Wert hat ein Computer nach 5 Jahren (mal ehrlich?): ca. 10%. Jetzt lege noch ein bisschen für die höhere Hardwarekomponente drauf und du landest bei den 33%...

Natürlich gibt es Leute, die deulich höhere Preise verlangen und ebensolche, die diese zahlen - aber fair ist das nicht.

Es sei denn ihr sagt jetzt, dass 2 Jahre Spiel auf einem digitalen den Anschlag so verdirbt, dass man nie wieder gescheit Klavier spielt...
Dann sind hier im Forum jede Menge Ausnahmen und echte Wunderkinder unterwegs.

Natürlich machts am Digi nicht soviel Spass wie am Klavier, natürlich fährt sich eine S-Klasse besser als ein Moped. Wenn ich mir aber nur ein Moped leisten kann, dann nehme ich lieber ein tolles Moped, als ne kaputte S-Klasse, oder?
 
fisherman

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@moderato:
Diese Funktion verteuert wohl ein Klavier deutlich und müsste eigentlich auch noch ein anderes Spielgefühl ergeben, da der Hammer nach extrem kurzem Weg durch die Klangabnahme abgebremst wird, auch wenn die Taste bis auf den Boden kommt.
Das Spielgefühl ist m.E. völlig unverändert, allerdings ist ein pp/ppp einfach nicht mehr möglich. Der ein brauchts, der andere nicht ...
 
Nicola

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Im Prinzip hast Du Dir doch Deine Frage schon selbst beantwortet.
Ein Klavier ist momentan finanziell nicht drin, zumindest kein anständiges.
Wegen Deiner Kinder ist es besser, mit Kopfhörer zu üben.
Was spricht also gegen ein gutes Digitales?

Mein Herz hängt auch an einem akustischen, derzeit spiele ich jedoch als Wiedereinsteigerin auf einem digitalen.
Vom Anschlag her wirst Du Dir mit einem digitalen ganz bestimmt nichts versauen, und Du wirst Dich auch "danach" (wenn es finanziell irgendwann drin ist) nicht groß auf ein Klavier umgewöhnen müssen.
Auch ein Flügel spielt sich anders, aber ich bin sicher, man kann eingeübte Stücke auch da meistern.

Mir war auch ein neues, gutes Digitalpiano zu teuer damals, daher habe ich bei ebay Ausschau gehalten. Neupreis war 1700 Euro, 4 Jahre alt, ich habe um die 400 Euro dafür bezahlt. (ein Kawai CN 290)
Wenn ich es (hoffentlich demnächst) nach dem Erwerb eines Klaviers verkaufen kann, ist der Wertverlust hoffentlich nicht so groß, und das beruhigt doch ungemein.

Da ich den Text für einen eventuellen Verkauf schon fertig hatte, hab ich mal die beiden Passagen wo es um Anschlag etc. geht hier reinkopiert. Klar, ist Marketing von Kawai, aber wie gesagt, ich bin mit meinem digitalen sehr zufrieden (nur daß es eben kein akustisches ist ;) )

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Advanced Hammer Tastatur
Die Advanced Hammer Action Tastatur wurde entwickelt, um den feinen, natürlichen Anschlag eines Flügels authentisch zu reproduzieren. Dabei wurde bewusst auf Federmechanismen verzichtet. Wie bei einem akustischen Flügel sind die Spielgewichte im Bassbereich schwerer als im Diskant und wurden über die gesamte Tastatur optimiert. Die verbesserte Acoustic Reaction Technologie bietet größtmögliche Stabilität beim Fortissimospiel, während feinstes Pianissimo ausdrucksstark bleibt.

Harmonic Imaging Technologie

Der authentische Klang des Kawai Digitalpianos beginnt mit dem weltweit renommierten Kawai Ex Konzertflügel. Der weltklasse Klang dieses Flügel wurde in einem schalltoten Raum frei von störenden Reflektionen von unseren Master Piano Technikern analysiert und aufgenommen. Das akustische Portrait jeder Note wurde dann in eine präzise dreidimensionale digitale Form gebracht. Dieser einmalige Prozess reproduziert perfekt die gesamte dynamische Bandbreite des Flügel vom subtilen Pianissimo bis zum donnernden Fortissimo.

 
klaviermacher

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Hallo Rachmaninov,

ich würde Dir auch empfehlen, ein Klavier anzuschaffen und zusätzlich ein gebrauchtes Digitalpianio, wenn es ohne nicht geht. Da kommst Du weitaus günstiger davon.

Ein Digitalpiano für - wie Nicola erwähnt hat € 400,- oder darunter, und eben ein richtiges Klavier, wo Dir alle Varianten und Preislagen offen stehen.

LG
Klaviermacher
 
Petz

Petz

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Schließe mich Klaviermacher an und wenn Du Digis probierst dann bitte mit gutem Kopfhörer denn erstens ist der Klang weitaus besser als über die eingebauten, meist ziemlich mistigen Lautsprecher und das Tastaturgeräusch fällt auch weg. Vom angesprochenen Moderator halt ich persönlich gar nichts denn übrig bleibt da nur ein dumpfer Rest eines Klavierklanges mit, durch den Filz sehr eingeschränkten dynamischen Möglichkeiten bei geringeren Anschlagsstärken.
 
 

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