Jazz-Piano - Erste Schritte

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bugmeplease

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Hi, ich spiele seit einigen Jahren Klavier und würde jetzt gerne ein bischen Jazz-Piano lernen. D.h. ich will einfach ein bischen improvisieren können, ähnlich diesem kurzen Ausschnitt: Jazz Piano Lessons in the Key of C Major : Chord Progressions for Jazz Piano in C Major - YouTube

Im ersten Moment hab ich gedacht: naja das kann ich auch, links 3 akkorde und rechts bischen ne tonleiter hoch und runterspielen....
tja fehlanzeige, das ist viel schwerer als ich dachte...

daher hab ich mir ein paar jazz-anfängerbücher angesehen. das problem dabei ist dass alle bücher die ich finden konnte zunächst mal die gaaaaaanze theorie aufzählen und mit 30-40 möglichen akkorden anfangen.
das ist sicher sinnvoll wenn man das in richtung profi betreiben will, aber nicht für mich...

wie geh ich am besten an mein vorhaben ran?

ps: ich kann noten lesen ( ;-) ), bin aber auch lehrvideos nicht abgeneigt. natürlich wäre es mir (student) am liebsten, wenn ihr etwas kostenloses kennt (zb ein pdf-worksheet oder ähnliches)
 
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bugmeplease

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vielen Dank für deine antwort. der link ist super. (leider) behandelt dieser nur den blues, aber dennoch kann ich dadurch jetzt meine frage präzisieren:
im verlinkten video spricht der autor von der a-moll-blues-tonleiter und den dazugehörigen akkorden. damit kann man wirklich sehr schnell (sogar ich konnte das sehr schnell :D) eine kleine schöne blues-improvisation basteln.

jetzt meine frage: gibts auch sowas wie eine xy-jazz-tonleiter (gibts sicher, aber wie sieht die aus) und was sind die dazugehörigen akkorde.
ich hoffe die frage ist nicht zu dämlich (von musiktheorie hab ich nämlich kaum ahnung). Danke!!
 
NewOldie

NewOldie

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nimm die Jazz Kadenz ii V I

Play Piano - Improvising Using the ii-V7-I Chord Progression - YouTube

Ohne Theorie

Quintenzirkel herauszuholen:

Beliebiger Startakkord in moll7, dann den Akkord links davon als Septakkord, danach den Akkord links davon als Major7.
Der letzte Akkord gehört zur Tonart über die improvisiert wird.

Beispiel: ii V I in "Tonart D-Dur":

E moll7
A7
Dmaj7 = Tonart für die Impro, auf jedem Akkord mit dem Grundton des Akkords beginnen, dann freischwimmen.:p

wenn du in C bist ( Dm7, G7, Cmaj7) spielst du nur weiße Tasten. Im Wechsel mit Bb ( Cm7, F7, Bbmaj7) wie der Typ im Video kommen Töne Bb un Eb dazu, klar:p?


Viel Spaß
Lieber Gruß, NewOldie
 
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Barpianodilettant

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Töne aus der ganzen Tonleiter vermutlich. Aber manche klingen über manche Akkorde nicht so toll, z.B. G über Dmaj7.
Spiel z.B. mal durchgehend Viertel oder Achtel und auf 1 und 3 jeweils einen Akkordton, also Grundton, Terz, Quinte oder Septime.
Oder auch mal nur Terzen und/oder Septimen, also nicht alles auf einmal.
Dadurch harmonisiert Du Deine Linien ein wenig.
 
NewOldie

NewOldie

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Töne aus der ganzen Tonleiter vermutlich. Aber manche klingen über manche Akkorde nicht so toll, z.B. G über Dmaj7.
Spiel z.B. mal durchgehend Viertel oder Achtel und auf 1 und 3 jeweils einen Akkordton, also Grundton, Terz, Quinte oder Septime.
Oder auch mal nur Terzen und/oder Septimen, also nicht alles auf einmal.
Dadurch harmonisiert Du Deine Linien ein wenig.
ja genau,

immer dort wo der Cmaj7 Akkord auftaucht ist auch die Tonart für die Improvisation, also hier Töne aus C-Dur nehmen.

Beispiel:

ii V I in C-Dur

Dm7, G7, Cmaj7 = Tonart C-Dur

Während du Dm7 als Akkord spielst, probierst du Akkordtöne aus Dm7 wie oben vorgeschlagen. D F A C
Während du G7 als Akkord spielst, probierst du Akkordtöne aus G7, also G B D F
Während du Cmaj7 als Akkord spielst, probierst du Akkordtöne aus Cmaj7, also C E G B

Du kannst auch die "C-Dur Tonleiter" über jeden Akkord spielen. Wenn du die Tonleiter mit dem Grundton beginnst, spielst du automatisch die wichtigsten Jazz-Modi.

über Dm7 mit D beginnend ist das Dorisch
über G7 mit G beginnend ist das Mixolydisch
über Cmaj7 mit C beginnend ist das Ionisch, also die normale Dur-Tonart.

In einer anderen Tonart für eine ii V I zb. Bb ( Cm7, F7, Bbmaj7) wäre das:

spielst du über Cm mit C beginnend die Töne aus der Bb Tonart, also C D Eb F G A Bb C
spielst du über F7 mit F beginnend die Töne aus der Bb Tonart, also F G A Bb C D Eb F
spielst du über Bbmaj7 mit Bb beginnend die Töne aus der Bb Tonart, also Bb C D Eb F G A Bb

ist formal ganz einfach. Falls es sich nach nicht viel anhört, tröste dich. Bin auch noch schwer am Üben.:p:p

Lieber Gruß, NewOldie
 
Leoniesophie

Leoniesophie

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Hier noch ein Möglichkeit, erste Schritte in Richtung Improvisation auszuprobieren:
Linke Hand spielt Cmaj7 ( C - E - G - H - )
Rechte Hand improvisiert frei dazu innerhalb von C-Dur; es gibt nur einen einzigen Ton, der nicht dazu passt ( ein sogenannter "avoid tone" ): das F.
Fingersatztechnisch ( Rechte Hand) ist Folgendes am sinnvollsten: 1 ist für C und D zuständig, 2 ist für E zuständig, 3 ist für G und A zuständig, 4 spielt das H, 5 spielt das hohe C ( also genauer gesagt: c'') .
Musikalischer Hintergrund: Zum Cmaj7 passt 9 und 13, das sind die Töne D und A. 11 passt nicht, das ist das F. :)
Zum Dm7 passt 9, 11 und 13, also alle Töne der dorischen Skala. Du kannst also links den Dm7 spielen und rechts alle Töne der Skala dazu spielen.
Empfehlenswert ist langfristig die Beschäftigung mit Musiktheorie und zwar würde ich anfangen mit dem Thema Stufen-Akkorde. Es ist einfacher, zum improviseren, wenn man etwas theoretischen Hintergrund hat.
Ich hoffe, Du kannst damit was anfangen.
 
B

blandine

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Hallo!

Also als Tipp kann ich aus meinem Studium auch eine Möglichkeit zum Anfangen nennen: Wir haben uns damals Standards vorgenommen und zunächst einfach nur links mit Grundton und Septime begleitet. Langsam kann man dann versuchen, rechts die Töne hinzuzunehmen, die eben die jeweilige Akkordbezeichnung vorgibt.
Ansonsten kann ich Mark Levine - Das Jazz-Theorie-Buch empfehlen (Empfehlung habe ich von Jazz-Studenten aus Köln). Damit versuche ich - Funktionsharmonik-traumatisiert - momentan meine Jazz-Kenntnisse aufzufrischen. Es gibt dort nach 4 zugegebenermaßen verzichtbaren Basiswissen-Seiten jede Menge Beispiele, die man nachspielen kann, genaue Erklärungen zu typischen Verbindungen (wie eben auch II V IV als "the" Verbindung). Ich übe momentan solche Verbindungen quer durch alle Tonarten - was für mich, wenn man die korrekte Stimmführung beachtet - mal ne echte Denkübung ist (bin eben aus der Übung). Später gibts dann immer mehr Details - zu Licks, zu Changes, zu Jazzgrößen (wie hats Coltraine harmonisch gemacht). Kann man durcharbeiten, muss man aber nicht. Jedenfalls lädt das Buch zum "korrekten" Improvisieren ein, sprich: nicht einfach so ins Blaue hinein (was ich bisher immer gemacht habe. Da habe ich mich immer gefreut, wenns gut klang, obwohl ich nicht wusste, was ich da genau mache. Das soll jetzt anders werden).
Viel Erfolg und Spaß wünscht Dir eine Übeleidensgenossin (aller Anfang ist schwer)
 
B

Baxx

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Für den Anfang ist auch die Verwendung der Pentatonik eine gute Möglichkeit.
z.B II-V-I in C : Dm7 (F-Penta), G7 (F3b-Penta), Cmaj7 (G-Penta)

Die F3b-Pentatonik bringt ein bisschen Tension und Farbe ins Spiel hat folgende Töne: F-G-Ab-C-D
 
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NewOldie

NewOldie

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Für den Anfang ist auch die Verwendung der Pentatonik eine gute Möglichkeit.
z.B II-V-I in C : Dm7 (F-Penta), G7 (F3b-Penta), Cmaj7 (G-Penta)

Die F3b-Pentatonik bringt ein bisschen Tension und Farbe ins Spiel hat folgende Töne: F-G-Ab-C-D
Hi Baxx,

F3b-Penta über G7 klingt bei mir schon recht scharf, auch wegen Avoid Ton C.
Ich fühle mich da mit G/G3b Penta über G7 irgendwie wohler.

Vielleicht habe ich das als Newbie auch nur falsch verstanden.:p

Lieber Gruß, NewOldie
 
B

Baxx

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Hi NewOldie,
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst dann nimmst du Dm7 (F-Penta), G7 (G-Penta), Cmaj7 (C-Penta). Aber in meinen Ohren klingt das eher langweilig. Aber gut, hier geht es um die ersten Anfänge...
Bei Dominantseptakkorden kann man in etwas fortgeschrittenem Stadium ruhig auch mal ein paar Spannungsmomente mit reinbringen. Natürlich hängt es auch von der Spielgeschwindigkeit und Melodieführung ab ob der "verbotene" Ton falsch oder interessant klingt... man sollte sich diese sogenannten "avoided Tones" eben nicht unbedingt als Zieltöne aussuchen. Als Bestandteil eines Patterns (Pentatoniken bieten ein weites Feld für alle mögl. Patterns) können jedoch auch diese Töne gut klingen.
Anderes Beispiel:
Dm7 (C-Penta), G7 (Eb-Penta- oder auch Ab-Penta), Cmaj7 (G-Penta).
Wenns bluesig klingen soll: bei jeder Pentatonik auch mal die 6b und 3b mit einbeziehen, am besten mit den typischen "Schleifern"
 
 

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