Jagdsignale

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cwtoons

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Durch Zufall bin ich auf diese wunderschönen Stücke Musik gestoßen. "Sau tot!", "Fuchs tot!", "Hirsch tot!", "Elch tot!"; kaum ein Fellträger bleibt davon verschont - allerdings erst, wenn er es bereits hinter sich hat. Wobei man sicher annehmen kann, dass die Melodie für einen toten Elch in Deutschland eher seltener zur Aufführung gelangt.

Frage also: Wer hat diese Melodien komponiert?

Oder haben sich die Jäger erst ein Instrument ohne bewegliche Teile ausgesucht - leicht zu lernen? - und dann im Trial-and-Error-Verfahren die eingeschränkten Möglichkeiten eines Jagdhornes ausgelotet?

Muss man für den Erwerb eines Jagdscheines also musikalisch sein, Vorblasen vor dem ersten Schuss?

Machen das die Angler auch, "Hecht tot!", "Karpfen in der Pfanne!"?

CW
 
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Häretiker

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Die Jagd und die Jagdsignale sind älter als die Ventile für Blechblasinstrumente. Von daher stellte sich die Frage nach den Ventilen erst gar nicht.

Mein Vater musste die Signale erkennen, aber ob er sie selber vorspielen wusste, weiß ich nicht und fragen kann ich ihn auch nicht. Darüber hinaus ist Art und Umfang der Ausbildung für die Jägerprüfung Landessache; es ist auch wenig sinnvoll, dass ein Bayer das Signal "Seehund tot" kennen muss. :-)

Grüße
Häretiker
 
mick

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In meiner Familie gibt es nur Wilderer. Die blasen nicht.
 
cwtoons

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Das müsste dann wohl in der Tat erst noch komponiert werden. Und wenn es es dann gibt, entstehen sofort im Anwendungsfall urheberrechtliche Probleme.

Wilderer werden ja bekanntlich von mutigen, blonden, gut aussehenden Förstersburschen nachts auf der Hochgebirgsalm erschossen. Dann geht 's ab zur Beglückung der ebenfalls blonden Bauerstochter. Die hat ja jetzt von dem finsteren Wilderer nichts mehr zu befürchten und zeigt sich daher äußerst entgegenkommend.

Ich hab' jedenfalls nirgendwo etwas über die Komponisten der Signale gefunden. Ist auch nicht unbedingt mein musikalisches Hauptinteresse. Aber wenn man schon 'mal auf so ein Thema stößt, erwärmt man sich dafür:

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Probleme gibt es halt überall. Und Landeshornmeister ist bestimmt ein schöner Beruf. Man kann Karriere machen - vor allem, wenn man so wie dieser hier heißt - und wird dann Bundeshornmeister, EU-Hornmeister und schließlich Welthornmeister.

Oder Hornweltmeister?

CW
 
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mick

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Wilderer werden ja bekanntlich von mutigen, blonden, gut aussehenden Förstersburschen nachts auf der Hochgebirgsalm erschossen. Dann geht 's ab zur Beglückung der ebenfalls blonden Bauerstochter. Die hat ja jetzt von dem finsteren Wilderer nichts mehr zu befürchten und zeigt sich daher äußerst entgegenkommend.
Das ist völlig falsch. Der verwegene, aber charakterlich grundsätzlich edle Wilderer kriegt nicht nur die Gams, sondern auch die Bauerstochter. Das heißt, er kriegt nicht die Bauerstochter - er kriegt sie alle. Und edelmütig, wie er nun mal ist, überlässt er sie anschließend dem Förstergesindel.
 
cwtoons

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Weiß nicht, was Du in Deiner Jugend für Försterfilme gesehen hast.

Wilderer sind unrasiert, haben zu lange schwarze Haare und Pickel, machen sich an unschuldige Försterstöchterlein heran und dann gibt 's halt 'ne Kugel - Strafe muss sein. Und daran wollen wir auch nichts ändern.

CW
 
mick

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Wilderer sind unrasiert, haben zu lange schwarze Haare und Pickel, machen sich an unschuldige Försterstöchterlein heran und dann gibt 's halt 'ne Kugel - Strafe muss sein. Und daran wollen wir auch nichts ändern.
Im Rheinland sind die bestimmt alle pickelig und unrasiert - das glaube ich sofort. Aber doch nicht unsere alpenländischen Volkshelden Hiasl, Kneißl, Jennerwein und wie sie alle heißen.
 
cwtoons

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Im Rheinland sind die bestimmt alle pickelig und unrasiert
Kann ich nicht viel zu sagen. Ich habe keine Kontakte zu rheinischen Wilderern. Ich bin Großstädter.

Die zwei oder drei Wilderer, die wir hier haben, sind domestiziert und arbeiten in Kommern in der Voreifel im Freilichtmuseum. Das sind quasi Beamte.

CW
 
W

Wastlsepp

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Bei Wilderern, Treibern und Nordic Walkerinnen spielt man gar nichts, die werden ja traditionell nicht zur Strecke gelegt.
Aber die Signale kommen tatsächlich zum Einsatz! Selber spielen können muß man die nicht, aber auf Gesellschaftsjagden findet sich meistens jemand, der sein Horn dabei hat und die wichtigsten Signale (Begrüßung, Halali, Jagd vorbei, Zum Essen) spielen kann. Beim Streckelegen stellt der sich dann hin und spielt jedem Wild sein Totsignal. Ungebräuchliche Sachen wie "Raubwild tot" muß er dann evtl. schnell googlen. Nur als tatsächliche Koordination einer Jagdgruppe (so wie es der ursprüngliche Zweck war), habe ich sie selber noch nicht erlebt. Das macht man heutzutage mit Uhrzeitabsprachen, SMS und Whatsapp.
 

cwtoons

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Also so ein Ständchen zur Begrüßung kann ich ja nachvollziehen und natürlich auch ein Signal zum Essen.

Aber eine Melodie für einen toten Fuchs, die ihn angeblich ehren soll, nachdem man ihm eine Schrotladung verpasst hat, das kommt mir gelinde gesagt schon sehr befremdlich vor.

CW
 
rolf

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Verdi Don Carlos, ganz am Anfang: spielen da die Hörner irgendwelche bekannten Jagdsignale oder tut der Verdi nur so?
 
Dorforganistin

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Meines Wissens gibt es für die Hornsignale keinen eigenständigen Komponisten. Aber ich kann natürlich zuhause mal in meinem Büchlein nachschauen, aus dem ich in meiner aktiven Jagdhornzeit die Signale lernte.
 
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Wastlsepp

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Verdi Don Carlos, ganz am Anfang: spielen da die Hörner irgendwelche bekannten Jagdsignale oder tut der Verdi nur so?
Die Italiener werden wohl andere Signale haben, die kenn ich nicht. Ich tippe aber mal auf ein Fake, alternative Jagdsignale sozusagen.



Aber eine Melodie für einen toten Fuchs, die ihn angeblich ehren soll, nachdem man ihm eine Schrotladung verpasst hat, das kommt mir gelinde gesagt schon sehr befremdlich vor.
CW
Warum? Er erfährt eine Ehrerbietung, das kann man von geschredderten Küken, ausrangierten Milchkühen und so manchem Goldhamster im Kinderzimmer nicht behaupten. Sofern er auch zu einem bestimmten Zweck getötet wurde und nicht nur, damit der .22er Einstecklauf auch mal wieder benutzt wird, sehe ich kein Problem.
 
 

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