Instrumentalunterricht für sozial schwache

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Styx
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Was mich beschäftigt ist die Frage, wie kann man sozial schwachen Personen Instrumentalunterricht zukommen lassen, so sie denn interessiert daran sind (hatt ich schon einige) . Ihnen ein einigermaßen spieltechnisch hergerichtetes Instrument zukommen zu lassen, ja des geht schon mal - einen Unterrcht jedoch können sie sich nicht leisten, anderweitig muß der Instrumentallehrer auch von irgend etwas leben können.
Offensichtlich gibt es ja so etwas wie "Bildungsgutscheine" wie das allerdings mit instrumentalen Unterricht vergolten werden sollte, ist mir schleierhaft.
Hier wäre meines erachtens eine staatliche Förderung sowohl für sozial schwache instrumentallernbegeisterte Menschen als auch für entsprechende Lehrkräfte eine Lücke die es zu schließen gilt.

Viele Grüße

Styx
 
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Klavierbaumeister
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Der Beitrag selbst könnte als löblich gelten, den Titel halte ich für eine Frechheit, Ironie und Anführungszeichen hin oder her.
Du setzt "sozial schwache Personen" mit "Sozialschmarotzer" gleich.
 
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Styx
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Also wegen meiner - i hab des jetzt mal für die humorlosen Spätzünder geändert.....:rauchen:

Viele Grüße

Styx
 
R
Rubato
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Finde ich gut ! Jetzt gerade gibt es ja immer mehr sozial Schwache durch den Zustrom von Flüchtlingen, die zumindest anfangs nicht arbeiten dürfen und sich daher wenig leisten können. Wie man dieser Gruppe helfen kann, wurde im Forum ja kürzlich schon erörtert. Vielleicht kann man die gefundenen Lösungen für andere Bedürftige verallgemeinern ?
 
walsroderpianist
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Es ist nicht alles Gold, was in der vielgerühmten und- gescholtenen Pisastudie vordergründig so glänzt. So ist der europäische Spitzenreiter Finnland im Vergleich zwar Spitze in den Kompetenzen, die Pisa gemessen hat, in allen anderen Bereichen aber sehr disparat.
Aber: nicht genug zu loben ist die Tatsache, dass praktisch alle Schulen in den ersten 6 Jahren Musik als vertieftes Fach anbieten und auch später noch viele Schulen Instrumentalunterricht in Kooperation mit den örtlichen Musikschulen kostenlos anbieten.Davon könnte sich die hiesige Bildungspolitik, die als willfährige Gehilfin des "Arbeitsmarktes" und der Industrie nur noch schnell verwertbare Manware produzieren möchte, sich etliche Scheiben abschneiden. Anders haben sozial Abgehängte keine Chance, jemals mit dem Musizieren in Kontakt zu kommen.
Auch außerhalb dessen bleibt Instrumentalunterricht vergleichsweise erschwinglich: die Hälfte zahlt der Staat, ein Drittel die Kommunen, den Rest die Familien.
Der von Uschi von der Laien eingeführte Bildungsgutschein- 10.- im Monat - ist ein Witz. Ein schlechter.
 
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LankaDivore
LankaDivore
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Styx
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@Rubato,

ich glaube wir mißverstehen uns hier ein wenig - es geht nicht nur um Flüchtlinge sondern generell um sozial schwache Menschen, und von denen gibt es auch unter den Deutschen nicht gerade wenig.

Viele Grüße

Styx
 
PianoAnnie84
PianoAnnie84
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Also an der hiesigen Musikschule gibts nen Ermäßigungstarif, da kostet Klavierunterricht im Monat knapp über 50 Euro (für 45 Minuten einmal die Woche).
 

Stilblüte
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Ich zitiere ja immer wieder gerne Weizsäcker:

"Kultur kostet Geld (...) vor allem auch deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. (...) Kultur darf nicht etwas sein, was die öffentlichen Hände nach Belieben betreiben oder auch lassen dürfen. Substanziell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Haushalte zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich zumeist "Subventionen" nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. (...) Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert. (...) Und Kultur hängt auch von Personen ab, die sie ins Werk setzen sollen. Es ist ein zentrales öffentliches Interesse, dass Leute, die das können (...) die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten behalten oder bekommen."
 
Barratt
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Ein Kumpel von mir betreut in Hamburg ein Musikprojekt, allerdings, wenn ich ihn nicht missverstanden habe, für wirklich "abgehängte" Kinder/Jugendliche (deren "Sozialschwäche" sich also nicht nur über schwache Finanzen definiert). Der Kumpel ist meines Wissens Pädagoge (glaube sogar Sonderpädagoge) und als Musiklehrer in einer Grundschule (oder Förderschule?) tätig, außerdem hat er eine Boogie/Jazz-Band, komponiert selbst und spielt diese Stilrichtungen auch hervorragend auf dem Klavier bzw. der Bluesharp.

Also, der hat richtig was drauf. Bei dem Musikprojekt wird allerdings nur ... gerapt ("Rap" ist die Gossenform von Hiphop, für diejenigen, die mit dem Begriff nichts anfangen können). :dizzy: Das scheint wohl der einzig mögliche "kulturelle" Zugang zum genannten Personenkreis zu sein.

Tatsächlich wird in Deutschland alles Mögliche gefördert, man muss nur wissen, wie und wo. Zu diesem Zweck gibt es Beratungsstellen oder sogar kommunale "Sozialcoaches", die sich im Förderdschungel auskennen. Auch so einen Kumpel habe ich, allerdings am anderen Ende von Deutschland (allersüdlichstes Bayern). Das ist ein sehr reicher junger Mensch, der ehrenamtlich Sozialfälle coacht (und sich dabei zeitweilig völlig aufgerieben hat, ohne je ein Wort des Dankes zu erhalten, aber das ist nun mal so).

Billige Instrumente gibt es, wie wir wissen. Die sind allemal besser als "kein Instrument". Ich würde bei dem Sozialschwachen so viel Eigeninitiative erwarten, dass er sich (bei wirklich gegebenem Interesse) an die einschlägigen Beratungsstellen des Sozialamts/der Kirche/sonstiger Träger wendet und, da der ersehnte Unterricht einen kleinen Obolus kostet, diesen durch einen kleinen Job erarbeitet. Die genannten 50 Euro im Monat bekommt jeder zusammen.

Wenn man selbst dafür gearbeitet hat, weiß man die Förderung auch ganz anders zu schätzen als wenn man sie "einfach nur so" von anonymen Gebern ("vom Staat") zur Verfügung gestellt bekommt.
 
40er
40er
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Ich zitiere ja immer wieder gerne Weizsäcker:

"Kultur kostet Geld (...) vor allem auch deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. (...) Kultur darf nicht etwas sein, was die öffentlichen Hände nach Belieben betreiben oder auch lassen dürfen. Substanziell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Haushalte zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich zumeist "Subventionen" nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. (...) Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert. (...) Und Kultur hängt auch von Personen ab, die sie ins Werk setzen sollen. Es ist ein zentrales öffentliches Interesse, dass Leute, die das können (...) die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten behalten oder bekommen."

Ist ja löblich was der Herr Weizsäcker da so erzählt hat.

Wenn Kultur kein Luxus ist, verstehe ich jetzt endlich warum man in Hamburg eine Elbphilharmonie für 790 Millionen Euro baut. Aus der Steuerkasse bezahlt natürlich. Ist ja auch ein zentrales Interesse vorhanden.....
 
S
Styx
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Nun ja - sozial schwach muß ja nicht immer heißen "sozial schwierig" , auch wenn dies häufig zusammengeht. Nun gibt es aber aucch Menschen welche nur auf Grund eines "falschen Berufes" oder einer Erkrankung in die sozial schwache Position abgesackt sind. Da ist für kulturelle Dinge wie Instrumentalunterricht dann nicht das nötige Kleingeld vorhanden.

Viele Grüße

Styx
 
nispi
nispi
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Hier im Ruhrgebiet gibt's JeKI: jedem Kind ein Instrument.
An jeder Schule (mit ganz wenigen Ausnahmen) wird Grundschulkindern Instrumentalunterricht ermöglicht. Die Auswahl der Instrumente ist begrenzt, viel GEige, Gitarre und co. Klavier gibt's nicht, das wäre nicht zu finanzieren.

Das Problem ist da eher, dass es in musikfernen Elternhäusern keine Unterstützung für die Kinder gibt und alleine ist es für 7-jährige schwer durchzuhalten.

Wer mag kann bei Wiki nachlesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Jedem_Kind_ein_Instrument)
 
 

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