Iion Rantala

Marlene

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Iiro Rantala

Hallo,

gestern habe ich meinen Ohren kaum getraut als Iiro Rantala in der Philharmonie aufgetreten ist. Er hat sinnlich mit Bach angefangen um sich dann über alle Tasten in eine Improvisation zu steigern. Da gab es ein Lied nur im Bassbereich, für ein Lied hat er ein Handtuch auf die Saiten gestopft, für ein anderes ein Blatt Papier vor die Dämpfer gelegt und damit faszinierende Klänge erzeugt (die den Saiten zu meiner Beruhigung nichts Böses angetan haben).

Meiner Ansicht nach ist er nicht nur ein sympathischer Pianist der den Kontakt zum Publikum sucht sondern auch ein Virtuose an den Tasten. Ist er das? Oder gehört er zur Riege solcher Pianisten wie Yann Thiersen und Ludovico Enaudi?

Liebe Grüße
Marlene
 
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walsroderpianist

walsroderpianist

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hallo Marlene,

nein,Iiro Rantala gehört sicher nicht in die Kategorie Thiersen und Konsorten. Er ist wohl einer der besten Jazzpianisten, die wir im Moment haben. Virtuosität und ein bisweilen schräger Humor sind Bestandteil seines Spiels, dem es dabei keineswegs an Tiefe mangelt.
Zehn Jahre lang war er Pianist im Trio Töykeät, das sich vor Kurzem auflöste. Rantala sagt, es sei ihm nichts mehr eingefallen. Seine Solokonzerte sagen allerdings etwas anderes.
Es gibt von ihm auch "klassische" Kompositionen, die mir aber bei weitem nicht so gefallen, das romantische Idiom ist da vor Schwulst nicht gefeit.
Gruß
Andreas
 
pianochris66

pianochris66

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Hallo Marlene,

da kann man Andreas nur beipflichten. Während Thiersen/Enaudi Unterhaltungsmusik für die breite Masse machen (ist ja nicht schlimm und z.B. in Filmen wirkt sie ja auch) ist Rantala ein hervorragender Musiker der sein Metier wirklich beherrscht. Es gibt von ihm z.B. ein interessantes Klavierkonzert und als Jazzpianist ist er seit Jahren eine feste Größe zumindest im europäischen Raum. Er beherrscht sämtliche Stile und technische Probleme scheint er nicht zu kennen, beneidenswert:-). Zur Zeit höre ich sehr gerne seine letzte CD My History of Jazz wo er unterschiedliche (Jazz)stile anhand von Standards zu Gehör bringt, unterbrochen von eigenen Variationen von Bachs Goldberg-Variationen.

Liebe Grüße
Christian
 
Marlene

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Hallo,

danke für Eure Rückmeldungen.

Es freut mich, dass ich mit meiner Einschätzung richtig gelegen habe. Dass sich mein Gehör mehr geschärft hat und ich Musik inzwischen besser einschätzen kann verdanke ich nicht zuletzt meinem Klavierlehrer. Diese Veränderungen meines Gehörs (und natürlich meines Spiels) zu erleben ist eine Bereicherung. Ich höre ja auch inzwischen, dass meine (äußerst seltenen) Versuche mit Bachs C-Dur-Präludium akustische Umweltverschmutzung sind. ;).

Die beiden CDs ("My History of Jazz" und "Lost Heroes" habe ich heute morgen bestellt und ich freue mich schon darauf sie zu hören. "Pekka Pohjola" hat mich gestern Abend fast hypnotisiert so toll hat es geklungen. Aber auch andere seiner Stücke haben mich begeistert. Umso erstaunlicher, dass nur das "Dreieck" vor der Bühne besetzt war und einige Plätze in der Chorempore.

Liebe Grüße
Marlene
 
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