Haltung? Höhe? Abstand?

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Werschtfried

Werschtfried

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Hallo Leute,
mal eine Frage die Experten, vor allem an jene, die auch unterrichten: Ich habe beim Pedalspiel festgestellt, dass ich - insbesondere beim Spiel auf Obertasten - die Oberschenkel anheben muss. Ich dachte, da dies ja einem lockeren Spiel im Wege steht, wäre es gut, die Orgelbank um 5 cm hochzubocken. Jetzt beträgt der Abstand zwischen dem kleinen d bzw. kleinem e bis zur Oberkante der Sitzfläche 58 cm. Und die Stücke Hänschen klein und Old Black Joe (s.u.) gehen ganz leicht.Scan0001.jpg
Bei den Tonleitern (s.u.) habe ich allerdings Probleme: Wenn ich mit dem Absatz spiele, habe ich das Gefühl, ich würde das Bein schon fast nach unten drücken müssen.
Scan0002.jpg
Deshalb habe ich die Bank wieder etwas heruntergestellt, auf 56 cm zu den Untertasten. Jetzt habe ich bei der C-Dur-Tonleiter das Gefühl, dass sich meine Füße schon fast von allein bewegen. Die beiden Volksweisen sind allerdings wieder schwerer als vorher. Außerdem merke ich, dass es mir einfacher fällt, die Knie zusammenzuhalten, wenn ich weiter vorne auf der Bank sitze. Dann habe ich aber fast das Gefühl, ich würde herunterpurzeln und ich muss mit körperlicher Anspannung gegensteuern. Gibt es irgendjemanden hier, der mit meiner Beschreibung etwas anfangen kann bzw. mir einen Tipp geben kann?
Edit: nicht Unterkante, Oberkante!
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie lange spielst du schon?
Die Fußgelenke müssen schon etwas trainiert werden, daß die Obertasten ohne Anstrengung erreicht und betätigt werden können.
 
Ich habe beim Pedalspiel festgestellt, dass ich - insbesondere beim Spiel auf Obertasten - die Oberschenkel anheben muss. Ich dachte, da dies ja einem lockeren Spiel im Wege steht, wäre es gut, die Orgelbank um 5 cm hochzubocken.
Bei deinem Instrument gibt es also keine höhenverstellbare Orgelbank?
Ist es vielleicht eine historische Orgel ohne genormte Maße?
Dann kann es schwierig sein, einen Kompromiss zu finden, sowohl Manuale als auch Pedal gut bespielen zu können.
Beim Solo-Pedalspiel kannst du dich aber durchaus auch an der Bank festhalten.
 
Auch genormte Maße passen nicht bei jedem, zum Beispiel bei mir eher nicht ;-)
 
Benutzt du denn Orgelschuhe? Und was ist das denn für ein Pedal? Sind die Tasten besonders kurz und geschnäbelt?
 
Meistens Parallelpedale, manchmal auch historisch. Und ja, in der Regel mit Orgelschuhen. Die Maße des menschlichen Körpers sind aber nun mal nicht genormt. Mein alter Orgellehrer sagte immer: "Tja, Deine Beine sind zu kurz, meine zu lang zum Orgelspielen. Beides nicht günstig."
 
@
Werschtfried
"Jetzt beträgt der Abstand zwischen dem kleinen d bzw. kleinem e bis zur Unterkante der Sitzfläche 58 cm."
Du meinst sicher Oberkante?
 
Eigentlich seit zwölf Jahren. Nur habe ich elf davon nie richtig geübt. Erst seit einem Jahr versuche ich die ganze Sache halbwegs Ernst zu nehmen. Ich trainiere und dehne aber auch ständig. Für die Beweglichkeit der Fußgelenke sind ja der Zwillingswadenmuskel und die Schienbeinmuskulatur ausschlaggebend. Leider habe ich seit 2018 ein Problem mit meinem rechten Bein, zudem jeder Arzt etwas anderes sagt. Aber ich habe nicht das Gefühl, das mein "gesundes" linkes Bein besser spielen kann. Bin übrigens studierter Klavierlehrer.
Bei deinem Instrument gibt es also keine höhenverstellbare Orgelbank?
Richtig, aber historisch ist diese Orgel nicht. Ich denke mal so 70er Jahre.
Benutzt du denn Orgelschuhe? Und was ist das denn für ein Pedal? Sind die Tasten besonders kurz und geschnäbelt?
Ja, Orgelschuhe benutze ich und das hat sich bezahlt gemacht, seit dem geht alles viel einfacher. Mein Pedal ist das, was man nach BDO „geschweiftes Parallelpedal / parallel-konkav" nennt, also was man überall an nichthistorischen Orgeln hierzu Lande spielt.
Ja, klar. Da habe ich mich vertan. Natürlich ist der Abstand zur Oberkante der Sitzfläche entscheidend. Dieser beträgt 53 cm. Dann habe ich zwei Holzplättchen. Die eine hat 2, die andere 3 cm, sodass ich zwischen 53 cm, 55 cm, 56 cm und 58 cm wählen kann. Und mein Problem ist ja: Wenn ich viel mit Obertasten spiele erscheinen mir die 58 cm als am besten. Wenn gerade dann eine Stelle kommt, wo ich nur auf Untertasten spiele und dann mit Spitze und Absatz, ist das zu hoch, vor allem wenn ich mit dem Absatz das große D spielen muss. Und wenn ich die Bank dann auf 56 cm stelle, habe ich das Gefühl, dass ich beim Spiel auf den Obertasten die Beine anheben muss.
Am Klavier sitzte ich übrigens tendeniell eher tief, weil ich dann viel mehr Kontrolle über den Klang habe und viel mehr die Hebelwirkung vom Handgelenk her nutzen kann.
 
Eine Ferndiagnose ist da wohl nicht so einfach . Zu dem Problem mit den Ober- und Untertasten. Vielleicht steht die Bank einfach zu dicht an der Klaviatur. Normalerweise müsste es sich eigentlich ausgleichen, da die Obertasten zwar höher aber eben auch weiter weg sind.
 
Man muss jetzt auch anmerken, dass diese C-Dur Tonleiter einen etwas sperrigen Fußsatz hat. In der Mittellage um c0 ist das mit Absatz einfach unangenehm. Finde das Beispiel etwas theoretisch. Da wird gezeigt, dass man das so machen kann, bei einem richtigen Stück würde ich eine andere Lösung suchen.
 

Vielen Dank an Euch alle! Ich merke, dass Ihr Euch wirklich Gedanken macht.
mit Absätzen 2,5-3cm sind auch vorteilhaft.
Okay, dass ich wirklich Orgelschuhe benutze, stimmt eigentlich gar nicht. Ich meinte, ich benutze ganz normale Oxfords, die einen Absatz von 1,65 cm haben. Ich bezeichne sie nur als "meine Orgelschuhe", weil ich sie außerhalb der Kirche nicht trage.
Finde das Beispiel etwas theoretisch. Da wird gezeigt, dass man das so machen kann
Okay, ich denke dass das einfach eine Übung sein soll, die das Spiel von Oktaven vorbereitet, und kein Stück.
Ich glaube, das Schwierige ist ja, dass man mehrere Variablen hat: Abstand der Bank, Höhe der Bank, Sitzposition (vorn oder hinten), . . .
Ich war heute Morgen nochmal in der Kirche und habe wieder ein wenig experimentiert. Die Höhe von 56 cm lasse ich erstmal so. Dieses extrem leichte Spitze-Absatz-Spiel möchte ich nicht mehr missen. Dadurch habe ich jetzt eine Variable weniger und muss mit dem Abstand der Bank und der Frage, ob ich weiter vorn oder hinten sitze, experimentieren. Mein Verdacht ist, dass ich das Gebot der zusammengehaltenen Knie zu Ernst nehme. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, mir eine ganz saubere Technik anzugewöhnen und darauf geachtet, dass sich die Knie immer berühren. Das geht bei mir am besten, wenn ich so weit vorn sitze, dass ich fast schon heruntefalle. (Ein weiter Vorteil der Sitzposition auf der Kante ist auch, dass Unterkörperdrehungen viel einfacher gehen.) Deshalb habe ich mir die Oberschenkel kurz über der Kniescheibe mit einer Kordel zusammengebunden. Wenn aber beim Spiel mit Spitze und Absatz die Richtung gewechselt wird, sodass der Absatz nach außen zeigt und die Spitze zur Mitte der Pedalklaviatur, steht das eine Knie ja naturgemäß tiefer als das andere. Ich habe gemerkt, dass ich, wenn ich das Gebot der zusammengehaltenen Knie an gegebener Stelle etwas auflockere und die Bank etwas weiter nach vorn stelle, etwas weiter hinten sitze und jetzt nicht mehr dieses Gefühl von physische Instabilität habe. Kann es sein, dass die richtige Position immer ein Kompromiss aus verschiedenen Spielsituationen ist?
 
Ich sehe dass mit den zusammengehaltenen Knien nicht so verbissen. Mein Orgellehrer hat mir das am Anfang auch so erklärt - geht aber nicht immer.
Wenn man dann mal mit den Profis unterwegs ist (z.B. bei einem Orgelkonzert unmittelbar in Nähe der Bank sitzt) wird das auch nicht streng durchgehalten.
 
Aus den Knien würde ich kein Dogma machen. Der Trick ist doch nur, dass man eine Terz zwischen beiden Füßen hat, wenn die Knie zusammen sind. Es erleichtert die Orientierung. Und was die Position auf der Bank angeht, fühle ich mich zu weit vorne auch unwohl. Da entsteht leicht die Versuchung, sich in Tasten oder Pedalen abzustützen, beides nicht sinnvoll. Dein einziger Halt ist mit dem Hintern auf der Bank, das muss entsprechend stabil sein und ein Mindestmaß an Entspannung bieten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ach so, Schuhe: Ich nehme Tanzschuhe der Firma Kern.
 
Hört auf mit dem Unsinn, dass die Knie zusammen sein müssen. Kein Wunder, dass ihr keine perfekte Höhe der Orgelbank findet.

Gauf! :017:
 
Ein bekannter Friseur aus Gießen fordert sogar, dass die Beine sich NICHT berühren sollen (Regel 5), wahrscheinlich bekannt...
https://www.trierer-orgelpunkt.de/schatztruhe/wolfgang-ruebsam-orgel-ueben/
Beine festbinden ist ja lustig, darauf wäre ich nie gekommen.
Aus welcher Orgelschule sind denn die Beispiele?

Tja, ich bin bei Rübsam immer im Zweifel. Bei ihm ist es oft grandios gut, gerade bei romantischer Musik. Aber manches müsste eben dann doch so sein, dass es ein schönes Legato ergibt. Ich finde das schon sehr eigen.
 

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