Halbtontasten aufgrund Abnutzung tauschen! Fragen bzgl. Gewicht.

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sasparilla

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Schwarze Tasten aufgrund Abnutzung tauschen! Fragen bzgl. Gewicht.

Hallo,

Hoffe es ist okay, wenn ich aufgrund der anderen Thematik ein zweites Thema öffne.

Bin gerade dabei meinen Flügel auf Vordermann zu bringen und mich stören schon länger die abgespielten schwarzen Kunststofftasten, die mittlerweile schon sehr "rund" geworden sind. (beeinflusst bereits die Bespielbarkeit)

Ich würde sie nun gerne durch Ebenholz-Tasten ersetzen, mein Plan ist folgender: Um das Gewicht der alten Tasten zu erreichen(10g) möchte ich jede einzelne Ebenholztaste soweit durch Bohren aushöhlen, bis das Gewicht passt.

Dazu muss ich natürlich Tasten finden, die recht nahe an dem gewünschten Gewicht sind.

Wie realistisch ist das Vorhaben? Habe etwas Bedenken, dass mir das spröde Ebenholz wegbricht... Oder sollte ich vielleicht doch bei Kunstoff-Tasten bleiben?
Über Tipps wo ich Tasten am besten beziehen kann freue ich mich!

Wie wichtig ist es überhaupt, dass die neuen Tasten das gleiche Gewicht wie die alten haben?

Lieben Gruß
 
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klaviermacher

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Hallo,

Hoffe es ist okay, wenn ich aufgrund der anderen Thematik ein zweites Thema öffne.

Bin gerade dabei meinen Flügel auf Vordermann zu bringen und mich stören schon länger die abgespielten schwarzen Kunststofftasten, die mittlerweile schon sehr "rund" geworden sind. (beeinflusst bereits die Bespielbarkeit)

Ich würde sie nun gerne durch Ebenholz-Tasten ersetzen, mein Plan ist folgender: Um das Gewicht der alten Tasten zu erreichen(10g) möchte ich jede einzelne Ebenholztaste soweit durch Bohren aushöhlen, bis das Gewicht passt.

Dazu muss ich natürlich Tasten finden, die recht nahe an dem gewünschten Gewicht sind.

Wie realistisch ist das Vorhaben? Habe etwas Bedenken, dass mir das spröde Ebenholz wegbricht... Oder sollte ich vielleicht doch bei Kunstoff-Tasten bleiben?
Über Tipps wo ich Tasten am besten beziehen kann freue ich mich!

Wie wichtig ist es überhaupt, dass die neuen Tasten das gleiche Gewicht wie die alten haben?

Lieben Gruß

Hattest Du die Frage nicht schon mal gestellt?
Ich würde das Ebenholz unangetastet lassen und bei Bedarf die Gewichtung ändern.

LG
Michael
 
agraffentoni

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Wäre es nicht einfacher, die Ebenholztasten zu verwenden, wie sie sind, und die Tasten mit Blei auszuwiegen?
Wenn Du schon bohren möchtest.:D:D
Die Ebenholztasten bekommst Du beim Patrick (Profil ansehen: Pianosupply - Klavier Forum), die Bleistöpsel sicher auch.

Grüße

Toni
 
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sasparilla

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Hattest Du die Frage nicht schon mal gestellt?
Ich würde das Ebenholz unangetastet lassen und bei Bedarf die Gewichtung ändern.

LG
Michael


Hatte glaube ich vor einiger Zeit mal ein Thema hier eröffnet, hat sich aber verlaufen...

Warum ist es deiner Meinung nach besser die Gewichtung zu ändern? (du meinst warscheinlich das Ausbohren der Bleigewichte?)
 
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sasparilla

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Wäre es nicht einfacher, die Ebenholztasten zu verwenden, wie sie sind, und die Tasten mit Blei auszuwiegen?
Wenn Du schon bohren möchtest.:D:D
Die Ebenholztasten bekommst Du beim Patrick (Profil ansehen: Pianosupply - Klavier Forum), die Bleistöpsel sicher auch.

Grüße

Toni

Danke dir, das hatte ich mir auch schon überlegt, allerdings würde ich zusätzliches Blei gerne vermeiden (Trägheit der Taste).

Werde mal beim Patrick anfragen, was seine Tasten im Mittel wiegen.
 
DonBos

DonBos

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Ohne dass ich es wirklich weiß (dazu kenne ich die Mechanik von Flügeln viel zu schlecht), würde ich vermuten, dass nicht nur die Masse der Tasten gleich sein muss wie bei deinen alten Tasten, sondern auch deren Schwerpunkt an der gleichen Stelle liegen muss (Stichwort für diejenigen, die damit etwas anfangen können: Massenträgheitsmoment). Wenn du die Tasten also ohne genauere Planung aushöhlst, kann es gut sein, dass das Spielverhalten bzw. das allgemeine Bewegungsverhalten der Tasten sich ändert, obwohl sie gleich schwer sind wie deine alten Tasten.
Die konventionelle Methode (Gewichtung der Tasten) dürfte dafür sorgen, dass der Schwerpunkt der Taste definiert an der richtigen Stelle liegt und somit das Bewegungsverhalten der Taste auf jeden Fall stimmt. Allein durch Aushöhlen wird es hingegen wohl eher schwierig, den Schwerpunkt genau richtig zu legen (unmöglich ist das natürlich vermutlich auch nicht, wenn man ein bisschen rechnet und sehr genau arbeitet).

Das Massenträgheitsmoment anschaulich zu beschreiben ist eine nicht ganz einfache Angelegenheit. Das mache ich nur, wenn tiefergehende Nachfrage hierzu besteht.
 
Fine

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Ich würde es auch so machen, wie Micha sagt. Neue Ebenholzobertasten drauf, Blei vorne heraus, schöne Querholzdübel rein, neu auswiegen und gegebenenfalls neues, kleines Blei rein :-).
LG Fine
 
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sasparilla

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Also ich hab mich nun entschieden, Ebenholz-Tasten draufzubauen und neu Auszuwiegen.

Kann mir denn jemand vom Fach bitte erklären worauf es dabei ankommt?
Angenommen, die Klaviatur liegt vor mir auf dem Tisch, die Mechanik ist abgebaut.
Woran erkenne ich, wann eine Taste richtig ausgewogen ist?

Woran erkenne ich, wieviel Blei ich entfernen muss? (Reicht das überhaupt?)

Oder wird mit Mechanik ausgewogen? Mich hat z.B. gewundert, dass die Klaviatur bei meinem Instrument mit abgenommener Mechanik unregelmäßig aussah (manche Tasten waren unten, manche nicht)

Schade dass zum Thema sogut wie garnichts zu finden ist im Netz.

Lieben Gruß
 
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agraffentoni

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Angenommen, die Klaviatur liegt vor mir auf dem Tisch, die Mechanik ist abgebaut.
Woran erkenne ich, wann eine Taste richtig ausgewogen ist?
Gar nicht!:D

Schade dass zum Thema sogut wie garnichts zu finden ist im Netz.
Ist ja auch eigentlich was für Profis...

Toni

P.S. Diese spezielle Thema, wie so viele andere, sollte man einfach unter Anleitung mal gemacht haben...
 
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klaviermacher

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Also ich hab mich nun entschieden, Ebenholz-Tasten draufzubauen und neu Auszuwiegen.

Kann mir denn jemand vom Fach bitte erklären worauf es dabei ankommt?
Angenommen, die Klaviatur liegt vor mir auf dem Tisch, die Mechanik ist abgebaut.
Woran erkenne ich, wann eine Taste richtig ausgewogen ist?

Woran erkenne ich, wieviel Blei ich entfernen muss? (Reicht das überhaupt?)

Oder wird mit Mechanik ausgewogen? Mich hat z.B. gewundert, dass die Klaviatur bei meinem Instrument mit abgenommener Mechanik unregelmäßig aussah (manche Tasten waren unten, manche nicht)

Lieben Gruß

Hallo,

Du erkennst es beim Spielen, ob es richtig ausgewogen ist und nicht wenn Du die Mechanik von den Tasten getrennt hast. Wenn es nicht stimmt, wird es Dich stören.

Wenn Du wissen willst, wie man vorgeht bei der Arbeit (Du hast zwar nicht explizit danach gefragt) schreibe ich Dir nun die Vorgehensweise.
Zuerst misst Du die Luft, welche Du zu den weißen Tasten hast und notierst sie oder Du lässt ein Taste heile um Dich später nach ihr zu richten. Dann trennst Du die Halbtöne vom Tastenholz, und steckst die Tasten wieder auf. Da Du keine Gegengewichte hast, setzt Du auch wieder die Mechanik auf.

Jetzt beginnst Du mit dem Aufkleben der einzelnen Halbtöne und guckst, dass der vordere Abstand (die Luft) zu den weißen Tasten überall gleich ist. Natürlich soll die Taste auch seitlich mittig am Holz sein - und wenn die seitlichen Abstände zur weißen Taste nicht stimmen wird das später korrigiert. Wichtig ist der Abstand nach Vorne zu den weißen Tasten. Den seitlichen Abstand richtet man mit dem Tastenspatienrichter. Dazu wird der Vorderstift bewegt (verbogen) .

Nun richtest Du die Tastenhöhe ein. Der Überstand zu den weißen Tasten soll 13 mm betragen. Die Höhe erhält man durch Geradelegen. Gerade legt man mit den Papier und Pappebeilagen am Waagebalken. Zuerst entfernt man die Schwebeleiste, weil die Stiele nicht an der Schwebeleiste aufliegen dürfen. Man misst mit dem selbst gefertigtem Halbtonmaß, legt sich die Menge an Papier hin, die hinzu kommen soll oder zeichnet sich sonst irgendwie an, wo wieviel Papier weg muss. Danach muss man die Mechanik von den Tasten trennen. Man fügt das Papier bei oder entfernt welches und setzt die Mechanik wieder zusammen. Man macht dies mehrere Male, bis die Sollhöhe erreicht ist.

Wenn die weißen Tasten jedoch nicht passen - und das tun sie vermutlich nach 30, 40 Jahren nicht mehr, so beginnt man die Arbeit zuerst an den weißen Tasten und mit einem Geradelegeholz - oder mit geschultem Auge. Sind verkantete Tasten dabei, richtet man sie durch biegen des Waagestifts gerade. Danach stellt man die Höhe ein bzw. legt gerade und zum Schluss die Halbtöne.

Nun korrigiert man die Abstände (Luft) der schwarzen Tasten zu den weißen - vorausgesetzt die Weißen haben zueinander die richtigen Abstände (Luft), denn die sollten zuerst gerichtet sein. Nun richtest Du die Steigung neu ein und montierst wieder die Schwebeleiste.

Man kann dann noch alles möglich korrigieren z.b. wenn Du Verkantete hattest die Fänger usw. Alles wird nun auf Gängigkeit hin geprüft, die Stiftchen geschmiert etc. und ganz zum Schluss nach dem Regulieren aller Parameter - vor allem auch die Repetierfedern, korrigierst Du die ein, zwei Gramm Gewichtsunterschied durch auswiegen.

Das war die Schnellanleitung, die ich aus dem Kopf heraus aufgeschrieben habe. Keine Garantie für fehlende Schritte. Manchmal kann schon noch mehr dazu kommen...

LG
Michael
 

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sasparilla

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könntest du das "Auswiegen" noch etwas näher erläutern bitte? :p

Da die neuen Tasten ja 5 Gramm schwerer sind muss ich wohl vorne etwas Blei ausboren?

Danke dir ;)
 
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sasparilla

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Alles klar,melde mich dann wieder, wenn die neuen Tasten drauf sind! :)

Welche Ausgleichsfedern meinst du? Bzw. woran erkenne ich, ob die Mechanik welche hat?
 
klaviermacher

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Alles klar,melde mich dann wieder, wenn die neuen Tasten drauf sind! :)

Welche Ausgleichsfedern meinst du? Bzw. woran erkenne ich, ob die Mechanik welche hat?
Hier unter Hebegliedtragfeder auch Ausgleichsfeder genannt...



LG
Michael
 
klaviermacher

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Dann kannste nach aller Arbeit das Gewicht daran justieren...

LG
Michael
 
klaviermacher

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sasparilla

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Ja, das macht Sinn. Könntest du etwas näher auf die Funktion der Federn eingehen? Heißt das, ich muss nicht neu auswiegen? Wie groß ist der Spielraum den ich mit den Federn habe? Gibts da irgendwelche Nachteile gegenüber neu auswiegen?

Wenn die neuen Tasten schwerer sind müsste ich die Federn zum Ausgleichen entspannen, sehe ich das richtig?
 
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klaviermacher

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Ja, das macht Sinn. Könntest du etwas näher auf die Funktion der Federn eingehen? Heißt das, ich muss nicht neu auswiegen? Wie groß ist der Spielraum den ich mit den Federn habe? Gibts da irgendwelche Nachteile gegenüber neu auswiegen?

Wenn die neuen Tasten schwerer sind müsste ich die Federn zum Ausgleichen entspannen, sehe ich das richtig?
Das ist richtig!

Die "Funktion" ist, Blei zu sparen. ;-)
Keine Nachteile wenn die Federn weniger Spannung haben... Es muss das Spielgewicht und das Aufgewicht passen.

LG
Michael
 
 

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