Gershwin: Rhapsody in Blue: Ein Text dazu

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Hallo liebe Clavios,

ich möchte einen Text aus meiner Rhapsody in Blue-Ausgabe zitieren bzw. übersetzen, wobei mich folgende Fragen interessieren:

1. ) War Euch das Kuddelmuddel bekannt, das sich im Zusammenhang mit der Rhapsody ereignete?
2. ) Habt Ihr Ergänzungen / Einwände usw. , oder wisst Ihr weitere - auch allgemeine - Fakten, Daten, Infos usw. zu dem schönen, aber - für mich zumindest - schwierigen Werk ?

Meine Übersetzung des Vorwortes von Alicia Zizzo:

Vorwort
Von Alicia Zizzo​

Wenige Komponisten haben Material komponiert, über das mehr improvisiert wurde, das öfter nachgeahmt wurde, öfter fragmentiert wurde und allgemein mis-interpretiert wurde, als George Gershwin. Und an der Spitze der "meistgeschändeten" steht die Rhapsody in Blue, die, ironischerweise, gerade diejenige Komposition ist, die die vergangenen 70 Jahre lang für die klassische Gesellschaft definierte, wer George Gershwin ist.
In der neuesten Ausgabe von Schirmers "Manual of Musical Terms" bezieht sich Theodore Baker auf Gershwin als einen großartigen Amerikanischen Lied-Schreiber und Komponisten von jazz-angehauchten "ernsten" ( drolligerweise so von Baker zitiert ) Werken.
Sogar das "New Grove Dictionary" findet seine ernsten Kompositionen "strukturell mangelhaft...eher gefüllt mit repetitiven als mit entwickelten Melodien"...oftmals " unterbrochen durch abrupte Pausen." Diese besonders negativen Bewertungen sind nicht falsch - wenn man die ursprünglich veröffentlichte "Rhapsody in Blue" für Klavier solo und die "Rhapsody in Blue" für Klavier und Orchester, 1924 veröffentlicht für 2 Klaviere / 4 Hände, studiert und beurteilt. Was diese kritisch-verheerenden Bewertungen so schmerzlich tragisch macht, ist die Tatsache, dass Gershwins Richter fehlerhaftes EDITIEREN, und nicht fehlerhaftes KOMPONIEREN verurteilten.
Eine Laune des Schicksals und Gershwins Nichteingebundensein in den Prozess der ursprünglichen Veröffentlichung der "Rhapsody in Blue" führte zu einer unvorausgesehen geänderten Komposition, die über ein halbes Jahrhundert lang eingehüllt war in unbeantwortete Fragen.
Um mit folgendem zu beginnen: Gershwins "Rhapsody in Blue" war nicht im öffentlichen Zugriffsbereich, was Zugriff auf seine Originalmanuskripte nach sich hätte ziehen können. Zusätzlich waren Harms Publishing Co., die im Jahre 1924 nicht im Geschäftsbereich "Ausgaben von klassischen Musiknoten" aktiv waren, spezialisiert auf popular songs und Musiktheater, ausgerichtet auf die große Masse Amateurpianisten damals, zur Zeit der player pianos und Stummfilme.
Die Herausgeber ( Editoren ) bei Harms, denen die Aufgabe oblag, die "Rhapsody" für die Veröffentlichung vorzubereiten, waren klassisch ausgebildete Musiker, die in den europäischen Traditionen erzogen worden waren, die Tschaikowsky und Rachmaninow hervorgebracht hatten.
Weder verstanden sie Gershwins Stil, noch hatten sie großartig Respekt für seine fehlende Konservatoriumsausbildung.
Letztlich entschieden sie sich, die "Rhapsody" in Übereinstimmung mit ihren Ansichten, wie das Stück aufgeführt werden sollte, zu bearbeiten.
Erstmal erschien es ihnen als zu lang.
In der Klavier / Orchester-Ausgabe löschten sie über 50 Takte im Klavier- Solopart und schnitten 4 Takte aus dem Orchesterpart raus.
Meine unbeantwortete Frage war lange Zeit: Warum so viel im Solopart und so wenig im Orchesterpart ?
In der Piano solo - Ausgabe der "Rhapsody" wurden aus Gershwins mit eigener Hand geschriebenem Originalmanuskript 88 Takte eliminiert!
Was nimmt's da Wunder, wenn es als fragmentiert und abgekürzt angesehen wurde!
Die "Melodien, getrennt durch abrupte Pausen" existierten nicht in Gershwins Manuskript. Wunderschöne, thematisches Material verbindende Bridges wurden entzweigeschnitten. Ursprünglich aufsteigend notierte Passagen, denen absteigende folgten, waren nun bloß noch eine absteigende in einem anderen Register, völlig ohne Verbindung mit dem, was voranging. In einer Sektion wurden 20 piano solo-Takte, die zum Eingang des großartigen Finalthemas führten, auf zehn reduziert. Und eine weitere 16 Takte lange Sektion genau vor dem Finale des Stücks wurde ungeheuerlicherweise und ungerechtfertigt rausgeschnitten.
Tatsächlich ist keiner dieser Eingriffe gerechtfertigt, denn sie reflektieren unverantwortliches "Musikertum".
Desweiteren brachten die Bearbeiter - zusätzlich zum Kürzen der "Rhapsody" um ca. 4 oder 5 Minuten - ihren eigenen pädagogischen Stil ein.
Das bedeutet im Klartext: Sie änderten Gershwins eigene, verbale und interpretationsrelevante Direktiven dahingehend, dass die Aufführung des Stücks von "unbeschwert und jazzig" zu "streng und romantisch" im Stil des 19. Jahrhunderts überwechselte.
Das ist es, was diese Jahrhundertwende-Editoren konnten und das war der Stil des Klavierspielens, der die Studenten und die Aufführenden gelehrt wurde. Letzlich wurde es der Stil, in dem Pianisten die "Rhapsody" bis in die heutige Zeit spielten.
Aber das ist nicht der Stil, den man durch Gershwins Hand notiert findet.
Wenn Gershwin persönlich diese Änderungen angesagt hätte, dann würde dafür irgendwo ein Beweis vorliegen. Keiner wurde gefunden.
Wir wissen, dass Gershwin die Original-Veröffentlichungen abgesegnet hat. Er war tatsächlich überrascht, dass Harms sie überhaupt veröffentlichen würde. Wir wissen auch, dass er den Wunsch geäußert hat, mit dem Verlag über die Änderungen zu sprechen irgendwann 1933, aber dies geschah nie.
Wir haben aber den absolut sicheren Beweis, dass Gershwin seine "Rhapsody in Blue" am 12. Februar 1924 so aufführte, wie er sie mit eigener Hand ursprünglich notiert hatte. Zwei Manuskripte existieren. Das erste von Gershwins Hand, und das zweite, bei dem es sich um Grofe's orchestriertes Manuskript handelt. Beide scores sind identisch. Grofe änderte keine einzige Note, Akkord oder andere Gershwin-Direktive.
Damit übereinstimmend, fuhr Gershwin fort, die "Rhapsody" so aufzuführen, wie er sie original notiert hatte. Auch führte er sie so auf, wie sie veröffentlicht worden war. Er nahm 1927 eine "9-Minuten-Rhapsody" auf, und eine kurze piano solo - Rhapsody auf Klavierrollen. Gershwins Anpassungsfähigkeit und riesiger öffentlicher Erfolg ärgerten zweifellos einige seiner Zeitgenossen, was allerdings nur den Mythos schwächte, dass er ein nicht so meisterhafter Komponist gewesen wäre.
Eine weitere Ausweitung der Mythen, die um Gershwins Genie wehen, hat mit der Bemerkung zu tun, er hätte keinen wirklichen Entwicklungsprozess durchlaufen, der zur Komposition der "Rhapsody" geführt hätte.
Tatsächlich jedoch hatte dieses Stück ganz klar definierte Wurzeln in einem größeren Werk, das er 1922 komponiert hatte, namens "Blue Monday".
( Blue Monday, arr. for piano solo from Gershwin's original ms. by Alicia Zizzo; Warner Bros. Publications ) .
Es ist eine 20-Minuten-Oper, die impressionistische und romantische Stile mit Jazz-Motiven verbindet, und einen guten Einblick in sein Beherrschen von Harmonie und Musikgeschichte liefert. Paul Whiteman hatte "Blue Monday" für George White's "Scandals" dirigiert und war so beeindruckt, dass er Gershwin einlud, etwas Ähnliches für sein "Experiment in Modern Music"-Konzert in der Aeolian Hall, New York, zu komponieren.
Angetrieben, ein größeres Werk für Whiteman zu komponieren, wühlte Gershwin in seinem Gedächtnis ( bewusst oder nicht ) - und zog "Blue Monday" für diese Unternehmung heran. Er entschied sich für die Form der RHAPSODIE ( ein griechisches Wort, welches - angesichts der Geschichte der "Rhapsody" ironischerweise - "zusammennähen" bedeutet. Hier: Zusammennähen verschiedener musikalischer Themen. ).
Wie es sich aber ergab, waren die "Nähte", die das thematische Material zusammenhielten, dieselben, die die ersten Bearbeiter auftrennten und die "Rhapsody" zerfransten.
Um auch noch Beleidigung zum Unrecht hinzutreten zu lassen, wurden, als die "Rhapsody" für piano solo von Harms kreiert wurde, statt lieber das originale Gershwin-Manuskript zu Rate zu ziehen, die meisten der Orchesterreduktionen, die für das zweite Klavier, verwendet.
Interessant auch, festzuhalten, dass der 2. Teil des ersten Themas der "Rhapsody" , der auch an ihrem Schluss verwendet wird, derselbe wie am Schluss von "Blue Monday" ist, und zum ersten Mal in "Lullaby" ( Warner Bros. Publ. ), einem Klavierstück von 1919, auftritt.
Später entwickelt er sich zu "The Man I Love", 1927.
In der vorliegenden Ausgabe, der ersten neuen Ausgabe in über 70 Jahren, sind alle zuvor entfernten Passagen wiedereingefügt und sie erscheinen alle, außer 4 Takten, in sowohl Gershwins originalem Klaviermanuskript und dem originalen Grofe-orchestrierten Manuskript. Auch sind Gershwins eigenhändig notierte Bögen, geschriebenen Anweisungen, Staccatomarkierungen, Pedalisierungen, Akkorde und andere Direktiven enthalten.
Es gab anscheinend keine Seite in seinem Manuskript, die nicht irgendwie geändert worden war.
Die Summe der Korrekturen geht in die Hunderte und so viele Fußnoten wie möglich wurden diesbezüglich sowohl in der piano solo - Version, als auch im Addendum zur Orchester / Klavier - Version angesetzt.
Wo Gershwin Leerstellen und unvollständige Notation zeigte, oder wo die komplexe Stimmführung unmöglich in einer 2-Hand-Version spielbar wäre, war Eingreifen angesagt. Die Editor-Eingriffe wurden nach intensiver Forschung vorgenommen, um Authentizität zu gewährleisten und sind dafür gedacht, dem Vortragenden Vorschläge zu machen, was sie aber letztlich für sich selbst entscheiden müssen.
Mit dieser neuen Ausgabe wurde Musikgeschichte geschrieben, da sie zukünftigen Generationen, weit fern von der Erinnerung an unser Heute, eine Referenz-Sicht ermöglicht auf eine der herausragendsten musikrelevanten Gestalten der Welt.
George Gershwin hat endlich seinen wohlverdienten Platz unter den großen Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts eingenommen. Die Mythen, die die "Rhapsody in Blue" umwehten, sind nun entzaubert.
 
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Rudl

Guest
Hallo liebe Clavios,

ich möchte einen Text aus meiner Rhapsody in Blue-Ausgabe zitieren bzw. übersetzen, wobei mich folgende Fragen interessieren:

1. ) War Euch das Kuddelmuddel bekannt, das sich im Zusammenhang mit der Rhapsody ereignete?
2. ) Habt Ihr Ergänzungen / Einwände usw. , oder wisst Ihr weitere - auch allgemeine - Fakten, Daten, Infos usw. zu dem schönen, aber - für mich zumindest - schwierigen Werk ?

Meine Übersetzung des Vorwortes von Alicia Zizzo:
Danke Olli,

ein sehr geniales Stück. Rhythmisch stellenweise sehr vertrackt, aber machbar.

Auch ein Ami findet mal ein Korn.
 
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pianochris66

pianochris66

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Die Mühlen würden verstopfen bei der Maische, die da dabei ist. Nur die harten Körner vom George machen ein Funktionsweise möglich.

Stimmt, nur europäische Komponisten haben ausschließlich Meisterwerke geschaffen. Deshalb sind mittlerweile ja auch so viele Komponisten vergessen und es werden immer nur die gleichen Werke der großen Meister aufgeführt:-D.
 
LMG

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Danke Olli,

ein sehr geniales Stück. Rhythmisch stellenweise sehr vertrackt, aber machbar.

Auch ein Ami findet mal ein Korn.

Ich find das Ding echt brettschwer, hatte ich glaub ich schonmal zu @pianochris66 gesagt. Aber mir fehlt für Gershwin noch irgendwie der Dreh... . Chris, hast Du nicht ebenfalls die Zizzo-Notenversion ? Ich glaube, auch Du fandest sie damals machbar, oder ?

@Rudl : Ja,..mhh. ein Ami... ein Ami hat mir die Noten ja auch geschenkt :) und zwar neu. ( Hat er extra gekauft, ich glaub ich hatte damals birthday oder so )...hinten ist der Preis drauf: Nicht einfach aufgeklebt, sondern mit auf dem Hochglanz-Cover: "$25 in USA, $34.95 in Canada. AF9601". Insgesamt 55 S.
( ISBN ist 1-57623-702-8 ) . Hat er bestimmt deswegen gemacht, weil diese Alicia Zizzo eine Enkelschülerin von Busoni und Cortot ist ( sie war direkte Schülerin eines Dr. Carlos Buhler ) . Hinten in der Ausgabe ist eine Seite mit einem Foto von ihr und kurzer Biographie.

Hmm. Aber dass derart mit der Rhapsody herumgewerkt wurde, das hatte ich mir bisher noch gar nicht so bewusst durchgelesen gehabt. Also irgendwo ist dann doch mal die Grenze erreicht beim "bearbeiten", finde ich! Gershwin ist ja nun auch ein Mensch, und er war sicher gutmütig ( so lese ich es jedenfalls zwischen den Zeilen raus ).

Und der Spruch von Egon Petri "All editors are additors" , der kann anscheinend auch dahingehend ausgelegt werden, dass die fragwürdigen Editoren auch etwas zur Rhapsodie hinzugefügt haben: nämlich Löschungen von Takten :-D:-D...Löschungen hinzugefügt..jaja...:-D

___

was den Ami George betrifft, dessen Erzeuger aus Russland stammen, so fand der oft genug säckeweise Körner - ich denke da u.a. an das Konzert in F (!!!)

Das Konzert in F habe ich persönlich im TV gesehen, vor Jahren, mit Oscar Levant am Klavier. Gefiel mir sehr sehr gut!!

LG, Olli
 
pianochris66

pianochris66

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Nach meiner unmaßgeblichen Meinung reicht ein Leben überhaupt nicht aus, um alle großartige Musik kennenzulernen. Die meisten der von Dir verlinkten Werke kenne ich z.B. nicht (was natürlich nur etwas über mich aussagt:cry:;-)). Rolf hat ja gerade einige amerikanische großartige Komponisten genannt. Ich z.B. möchte Komponisten wie Ellington, Monk, Porter, Kern, Berlin etc. nicht missen.
 
R

Rudl

Guest
McDowell, Ives, Copeland, Barber, Bernstein... und und und
das ist schon ein Prachtexemplar von "Maische", die US-amerikanische Musik ;-)

wo kommen Blues, Jazz, Rock´n Roll her? aus Usbekistan, Schilda? ;-):-)
McDowell, Ives, Copeland, Barber, Bernstein usw. ist zwar ein Prachtexemplar, aber es bleibt was es ist. Hoch lebe der Ludwig.

Woher der Blues kommt, und alles darauf folgende weisst du selbst. Ich liebe Schwarzafrika.
 
pianochris66

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Ich find das Ding echt brettschwer, hatte ich glaub ich schonmal zu @pianochris66 gesagt. Aber mir fehlt für Gershwin noch irgendwie der Dreh... . Chris, hast Du nicht ebenfalls die Zizzo-Notenversion ? Ich glaube, auch Du fandest sie damals machbar, oder ?

Hi Olli,

sorry, habe erst jetzt bemerkt, dass Du mich angesprochen hast. Die Fassung von Rizzo habe ich nicht. Ich spiele nach der bekannten Solo-Fassung von 1924, erschienen bei Warner Bros Music bzw. neue welt Musikverlag GmbH München. Bis auf 2 Seiten bekomme ich sie ganz gut hin, natürlich entfernt von Perfektion bei so einem in weiten Teilen klaviertechnisch anspruchsvollen Werk. Aufgrund Deines Themas habe ich sie heute nach langer Zeit mal wieder durchgespielt und anschließend die 18 Songs im Arrangement von Gershwin. Er hat wirklich einen ganz eigenen Stil, der ziemliche Ansprüche an den Klavierspieler stellt, wenn man im Zieltempo spielen möchte. In erster Linie ist Gershwin für mich der Schöpfer wunderbarer Melodien und wenn man sich mal die Mühe macht, die Kombination Musik und Texte seines Bruders Ira zu sehen merkt man schnell, dass sogenannte U-Musik keinesfalls seicht oder belanglos sein muss.

Also, ran an Gershwin;-)!

LG
Christian
 
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LMG

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Hi @pianochris66 ,

ja, ok, ich werde es jetzt öfter anschauen, auch wenn ich es für sehr sehr hartes Brot halte...das ist gefühlvoll, oft leichthändig, dann wieder vollgriffig, oftmals sehr schnelle Aktionen sind gefragt, Läufe, Glissando, alles was es gibt ist da drin, in der Rhaysody! mhh. Ahh egal, selbst wenn ichs nicht so gut hinbekomme ( ich habe es bisher weil ich es so schwierig und ungewohnt fand, nicht oft angeschaut, zwischendurch waren die Noten sogar mal weg, ich fand sie dann aber wieder ) , es ist eine Herausforderung! :-)

Im Harenberg steht auch drinne, dass Gershwin schon sehr früh eine unglaublich gute manuelle Technik entwickelt hatte.

Zu der Herausgeberin:

Sie ist nach meinen Recherchen sogar "Dame Dr. Alicia Zizzo", und anscheinend sehr wichtig.

Hier eine Webseite und dann die Unterseite mit einer Biographie. Genau die blaue, dort zu sehende "Rhapsody"-Ausgabe ist die, die ich habe. :-)

http://www.jamesarts.com/artists/instrumentalists.htm#ZIZZO

http://www.jamesarts.com/AZ_bio.htm

LG, Olli!
 
trombonella

trombonella

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Hi,

ja ja die Rhapsody, man was ein Wahnsinns Stück. Ist auch mit Orchester nicht einfach zu meistern.

Habe davon die erste Posaunenstimme (hab auch erst mal sketptisch drein geschaut) gespielt und kann mich noch sehr sehr gut an die erste Probe erinnern. Oje soviele Kreuze, wie sollen wir das so schnell hinkriegen ?, wie schnell ist es da und schau mal da, die Läufe.

War das en Chaos herrlich, herrlich. :-D

Dazu kommt noch das unsere Besetzung eher ungewöhnlich ist. Unser Orchester ist ein Fanfarenorchester.
Um es vorweg zu nehmen, nein es handelt sich nicht um die typischen Fanfaren, wie vielleicht die meisten vermuten werden . :-D Unsere Formation ist mehr in Holland, Belgien verbreitet. Wir haben die Rhapsody nach einem Arrangement von "Dirk Verholle" aufgeführt. Er war auch beim Konzert zugegen und bin neugierig was uns unser Dirigent am 9. Januar über seine Meinung, wie es ihm gefallen hat, sagt.

Also was uns bisher von der Rhapsody bekannt war, stand in diesem Text:

Rhapsody in Blue

Schlüsselwerk des „Symphonic Jazz“

Das Jahr 1924 war für George Gershwin – und die amerikanische Musik überhaupt – ein Schicksalsjahr. Mit seinem Musical „Lady, Be Good“ und seiner „Rhapsody in Blue“ setzte sich Gershwin damals gleich doppelt durch: Am Broadway und im Konzertsaal.
Sein Erfolgsrezept, die Synthese von Jazz und Symphonic, war von nun an die spezifisch amerikanische Dominante in der Musik, auch wenn Gershwin das für den Bandleader Paul Whiteman (1890) geschriebene Schlüsselwerk der neuen Richtung, die „Rhapsody“, noch nicht selbst orchestriert hatte.
Bei der Uraufführung der „Rhapsody“ vor 90 Jahren, am 12. Februar 1924, war alles anwesend, was im New Yorker Musikleben Rang und Namen hatte, darunter auch der Dirigent Walter Damrosch. Dieser sorgte dafür, dass Gershwin einen Kompositionsauftrag für ein weiteres Werk des „symphonischen Jazz“ erhielt: sein „Concerto in F“ (Uraufführung 1925 in der Carnigall Hall) für Klavier und Orchester. Des Weiteren schuf der Komponist dann mit seinem „Amerikaner in Paris“ (Uraufführung 1928 ebenfalls in der Carnigall Hall) ein weiteres Werk seiner neuartigen Stilmelange und instrumentierte dieses auch selbst.
Die Orchestrierung seiner „Rhapsody“ besorgt dagegen im Wesentlichen noch Paul Whitemans Arrangeur Ferde Grofé.
Ferde Grofé orchestrierte „Rhapsody in Blue“ für Klavier und Jazzorchester. Die Fülle an zündenden musikalischen Motiven vertraute er bevorzugt den Blechbläsersoli an, eben wie in einem Jazzorchester. Bei dem Andante-Thema soll Gershwin wohl zum Improvisieren gekommen sein, denn es ist der bestechlichste musikalische Einfall der „Rhapsody“. Ferde Grofé hat das Thema den Holzbläsern anvertraut. Nicht von ungefähr dominierte es nach der tänzerisch turbolenten Metropolenmusik des ersten Teils, den Schluss der „Rhapsody“.
Die Orchestrations-Ideen sind in Gershwin Autographien übrigends nicht mit den Namen der Instrumente, sondern mit den Namen der Solisten aus Paul Whitemans Orchester bezeichnet.
23 Mitgleider hatte das Orchester damals für die Uraufführung der „Rhapsody“. Zu wenig, also wurde es um 9 Musiker verstärkt. Trotz dieser Verstärkung mussten einige Musiker mehrere Instrumente spielen. Nur ein paar Violinen und ein Kontrabass, dafür aber Oboe und 2 Hörner, Trompeten, Posaunen, verschiedene Saxophone, Glockenspiel und jede Menge Schlagzeug. So erklang die „Rhapsody“ 1924 erstmals vor Publikum.
Erst zwei Jahre später 1926 und dann noch einmal 1942 erweiterte Grofé die Instrumentation zu philharmonischen Dimensionen, so wie wir sie heute kennen, mit Sinfonieorchester und vollen Streicherchor. Umgekehrt strich Gershwin 50 Takte aus seiner ursprünglichen Komposition, vor allem aus den ausgedehnten Solokadenzen für Klavier.
Wissenswertes wie das Werk „Rhapsody in Blue“ zu seinem Namen kam:
Ursprünglich war die erste Idee „Amerikanische Rhapsody“ doch Gershwins Bruder Ira schlug „Rhapsody in Blue“ vor.
à Aber warum gerade „Rhapsody in Blue“ ?
Der Künstler Henry Kley Frick hat für seine berühmte Sammlung Gemälde des amerikanischen Malers James Mc New Whistler angekauft, die man auch heute noch in der exquisiten „Frick Selection“ am Central Park bewundern kann.
Whistler betitelte seine Arbeiten gern mit Farben wie zum Beispiel: „Symphony in Grey and Green“ oder „Harmony in Pink and Grey“.
Bei einem Museumsbesuch brachten Whistlers Bilder Ira Gershwin auf die Idee und so bekam das Werk seinen Namen…
…“RHAPSODY IN BLUE“


LG trombonella
 
I

Inaki

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Nicht, dass ich die selbstherrlichen Kürzungen dieser damaligen "Herausgeber" gutheißen will, aber ich muss zu meiner Schande gestehen...

... Ich fand und finde die Rhapsody in Blue bis heute leider immer noch viel zu lang.

Ich kann mir nicht helfen. Es es ist eigentlich so ein tolles Stück, eine herrliche Fülle an genialen und spritzigen Motiven, aber ... beim Anhören in Konzerten oder auf CD beginne ich mich jedesmal schnell zu langweilen. Es ist mir unerklärlich. Insbesondere, weil ich ein großer Gershwin-Liebhaber bin. Wenn man die Rhapsody selber spielt, ist es etwas besser, aber dann ist man im Kopf ja auch mit dem Musik machen beschäftigt und nicht nur mit dem Zuhören.
 
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