Frage zum Fingersatz

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Clavinova83
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Frage zum Fingersatz

Ich habe eine Frage zum Fingersatz.
Ich habe mir ein Klavierstück selbst beigebracht und somit auch den Fingersatz frei gewählt. Nun habe ich vom gleichen Stück eine andere Version bekommen, die mir besser gefällt und wo bereits ein Fingersatz drüber steht. Diesen habe ich heute ausprobiert und ein wenig damit geübt. Nun ist es so, dass ich anschließend in beiden Händen Schmerzen hatte. Ich habe übrigens auch aufgehört, als die Schmerzen anfingen. Nun habe ich immer noch leichte Schmerzen, aber ich denke sie werden morgen schon weg sein.
Bisher hatte ich nie Schmerzen, wenn ich dieses Stück gespielt habe, mit meinem eigenen Fingersatz.
Der vorgegebene Fingersatz erscheint mir dennoch sinnvoller zu sein, da man damit einfach schneller an bestimmte Tasten kommt. Mein Fingersatz ist etwas umständlicher. Ich bin mit der ganzen Hand an manchen Stellen eher hin- und hergesprungen, anstatt die Finger mehr zu spreizen.
Bei dieser neuen Version + Fingersatz, muss ich meine Finger häufig mehr spreizen und ich denke, dass daher die Schmerzen kommen.
Nun Frage ich mich, ob dies einfach auch eine Sache der Gewohnheit ist und man irgendwann keine Schmerzen mehr hat oder ob Schmerzen dafür ein Zeichen sind, dass der Fingersatz für einen selbst nicht geeignet ist?
Ich sags mal so, wenn man gekonnt mit der Hand springt (ich nenne es jetzt mal so), geht das auch recht fix und man hört kaum einen Unterschied im Tempo. Aber der vorgegebene Fingersatz erscheint mir von der Logik her dennoch sinnvoller zu sein. Was meint ihr?

Dann noch eine Frage. Würdet ihr viele aufeinander folgende Noten (was auch mit einem gewissen Kraftaufwand verbunden ist) eher mit dem kleinen Finger oder eher mit dem Ringfinger spielen? Ist es sinnvoller den kleinen Finger in der Hinsicht zu schonen oder ist es bei entsprechender Übung kein Problem auch den kleinen Finger in solch einem Fall häufig zu benutzen? Mit dem kleinen Finger ist es ein Stück einfacher die Taste zu erreichen, aber mit dem Ringfinger ist es auch gut möglich.

Ich möchte mir letzten Endes gerne eine Sehnenscheidenentzündung ersparen.
 
rolf
rolf
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Frage zum Fingersatz
(...)
Aber der vorgegebene Fingersatz erscheint mir von der Logik her dennoch sinnvoller zu sein. Was meint ihr?
(...)
Ich möchte mir letzten Endes gerne eine Sehnenscheidenentzündung ersparen.

hallo,

ohne zu wissen, was Du eingeübt hast und wie Deine Bewegungsfolge ist, lässt sich da nur schwer was raten.

bestenfalls, alles zu vermeiden, was weh tut - Du schreibst ja, dass Du es mit Deinem Fingersatz kannst, also wozu ändern?

Sehnenscheidenentzündung ist übel, aber damit man die bekommt, muss schon ziemlich viel und ausdauernd überlastende Bewegungen machen (also gaaanz so schnell kriegt man sowas nicht)

Gruß, Rolf
 
C
Clavinova83
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Naja, die Änderung deshalb, weil es an manchen Stellen mit meinem Fingersatz möglicherweise doch nicht so fließend geht, wie mit dem vorgegebenen Fingersatz. Ich kann es auch nicht so genau sagen. Mir ist halt wichtig, dass die Bewegungen fließend verlaufen und dass es ja eben auch möglichst einfach ist, die Tasten zu erreichen. Aber ich denke auch, dass es alles nichts bringt, wenn es weh tut. Vielleicht kann ich ein paar Dinge vom neuen Fingersatz übernehmen und andere lieber selbst erarbeiten bzw. weiterführen wie bisher.

Das Stück ist Ballade pour Adeline.
 
Guendola
Guendola
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Ohne konkrete Notenbeispiele kann man dazu fast nichts sagen.

Vorgedruckte Fingersätze sind häufig nicht optimal aber deswegen noch lange nicht immer schlecht. Tonwiederholungen werden schulmäßig mit zwei oder mehr Fingern abwechselnd gespielt, aber viele halten das für unnötig. Ob man jetzt Ring- oder kleinen Finger benutzt, kommt darauf an, was für einen selbst am besten geht und was nach der Wiederholung kommt. Im Prinzip kann man jeden Finger benutzen und wechselt beim letzten Ton einfach zu dem Finger, von dem aus man am besten weiter kommt und kann beim ersten Mal den nehmen, mit dem man ankommt.

Was aber ganz wichtig ist: Manche Fingersätze sind einfach nötig, um richtig spielen zu können, zum Beispiel, weil ein Ton lange genug gehalten werden soll, weil man legato spielen muß oder weil etwas sonst einfach nicht flüssig spielbar wäre. Dafür ist natürlich eine gewisse Flexibilität erforderlich, die sich im Laufe der Zeit bildet und dann tut es auch nicht weh. Mehr Kraft, als in einem gesunden Körper vorhanden ist, braucht man allerdings so gut wie nie. Wenn man weiß, wie, kann man das gesamte Körpergewicht in einen einzigen Ton legen (Bruce Lee läßt grüßen :D ).

Falls es dich interessiert, schau dir mal an, wie dieser alte Mann mit seinen schwachen Knochen einen irrsinnigen Raudau produzieren kann:

http://www.youtube.com/watch?v=fGakwDtrDxw
 
rolf
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Ohne konkrete Notenbeispiele kann man dazu fast nichts sagen.
(...)
Falls es dich interessiert, schau dir mal an, wie dieser alte Mann mit seinen schwachen Knochen einen irrsinnigen Raudau produzieren kann:

das erste seh ich auch so,

das zweite ist mein Lieblingsfilmausschnitt bgzl. Klavier überhaupt!! dicht gefolgt von einem anderen alten Mann namens Perlemuter, der sich mit einer französischen Nixe anlegt! :)
 
Guendola
Guendola
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gehört nicht direkt zum Thema, aber die folgende Aufnahme ist auch stark, vom Sound her (nicht die Aufnahmequalität) kommt die andere da nicht mit:

http://www.youtube.com/watch?v=uPoNhzGYeK0

Ballade pour Adeline - meinst du da den Fingersatz für die Sexten zu Anfang? Sexten legato zu "schreiten" ist in der Tat nicht ganz einfach und hier finde ich es durchaus legitim, zu hüpfen. Auf die Dauer gehört der Fingersatz aber zum Repertoire.
 
M
matzelo94
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Ich hatte bisher nur kaum wirkliche Fingersätze über Noten stehen.
Mal bei einen Blues & Boogie das die Griffe nicht falsch gespielt werden die man immer wieder braucht, aber ansonsten nicht.
Mich würden die Zahlen drüber auf Dauer nur aufregen, selbst wenn man es nach einer Zeit drinnen hat...
Ich spiel immer mein Fingersatz so wie ich will, außer mein KL hat eine viel einfachere Lösung, die ich dann natürlich benutz, wäre schließlich Blödheit wenn man es einfacher geht, es schwer zu spielen:-D.

Mit der Zeit hat man eigentlich fast jede Tastenkombination drinnen selbst sehr weite Sprünge und dann passt man den Fingersatz so oder so selbst an bzw. geht eigentlich automatisch.
 
violapiano
violapiano
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Hallo
ich finde es ist wichtig zu eruieren, woher die Schmerzen und die Überanstrengung kommen.
Wenn Du meinst die Ursache gefunden zu haben im Dehnen der Strukturen zwischen den Fingern, dann hast Du das vllt zuviel gemacht, nicht entspannt genug gemacht, bist es nicht gewöhnt, oder die Dehnung ist für Deine Hand einfach nicht gut. Vllt kannst Du es entspannt hinbekommen, wenn Du konkret drauf achtest.

Wenn nicht, dann würde ich die Hand nicht damit strapazieren.
Obwohl ich sagen kann, bei mir hat sich die Spanne und Elastizität der Hände verbessert mit der Zeit. Vllt probierst du es irgendwann später noch mal, und dann gehts problemlos?

LG
 
C
Clavinova83
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Danke für eure Tipps!
 
 

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