Fingerübungen

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Razorblade, 20. Apr. 2006.

  1. Razorblade
    Offline

    Razorblade

    Beiträge:
    16
    Hey

    Hab kein Klavierunterricht mehr und damit auch keine Fingerübungen mehr

    Kann mir vllt jemand die gängigsten Fingerübungen geben?

    Vllt auch welche die man für die Pathetique braucht?

    wär echt nett
    thx
    tim
     
  2. Windir
    Offline

    Windir

    Beiträge:
    284
    was sindn fingerübungen? etüden ?
     
  3. David
    Offline

    David

    Beiträge:
    943
    Meinst etwa z.B. die Revolutionsetüde
     
  4. Hartwig
    Offline

    Hartwig

    Beiträge:
    1.119
    Da fällt mir spontan mal wieder der "Hanon Klaviervirtuose" ein. Mindestens Teile daraus.

    Viel Spaß beim Üben

    Gruß Hartwig
     
  5. Karl
    Offline

    Karl

    Beiträge:
    159
    Es gibt zig "Fingerübungen"

    Czerny School of Velocity, Brahms Klavierübungen, etc...
    jedoch ist man unterschiedlicher Auffassung was den Sinn solcher Werke betrifft.
    Horowitz bspw. erwähnte in einem Interview das er keine Übungen gespielt hätte, jedoch alles anhand von Stücken erlernt hat.
    Ich persönlich halte von solchen Werken auch nichts. Eine Etüde von Chopin oder Liszt bspw, sofern man den Sinn der Etüde erkennt und daraus versteht zu lernen, ist wesentlich mehr wert.
    Es gibt von Liszt u.a. auch 12 Etüden die vom Schwierigkeitsgrad unter dem der Chopinschen liegen. Machen Spaß zu spielen und wären einen Blick wert.
     
  6. Razorblade
    Offline

    Razorblade

    Beiträge:
    16
    ah kk dankö für die antworten
    ich versuchs ma mit etuden
     
  7. Hartmut
    Offline

    Hartmut

    Beiträge:
    494
    Welche Musik möchtest du denn spielen?
     
  8. Windir
    Offline

    Windir

    Beiträge:
    284
    Kann da ricord nur zustimmen, ich halte von diesen trockenen fingerübungen ala hanon und czerny auch nichts. Sie klingen nach nichts, sind langweilig, verschwenden deine zeit in der du schon neue stücke hättest lernen können und bringen im endeffekt nicht wirklich mehr als würdest du normale stücke spielen. Bei etüden von chopin und liszt is das natürlich was anderes. Sie sind sehr schön und verbessern gleichzeitig die technik. Natürlich sind diese auch sehr anspruchsvoll und deswegen für die meisten noch unzugänglich...
     
  9. Razorblade
    Offline

    Razorblade

    Beiträge:
    16
    ja und das problem ist das ich keinen klavierunterricht habe. Also die geben ja immer so coole tips oder übungen zu den stücken die man grade spielt.

    @hartmut : Im moment spiele die Pathétique und da wären ein paar fingerübungen für die tremolos (für die hab ich ja schon ein paar von euch bekommen,thx) oder diese schnelle Stelle

    ( http://home.arcor.de/alexadr/n%e4/no5.JPG )


    ganz angebracht :roll:

    danke für die antworten
    tim
     
  10. Windir
    Offline

    Windir

    Beiträge:
    284
    diese stelle lernst du am besten indem du die noten immer als akkorde spielst
     
  11. Hartmut
    Offline

    Hartmut

    Beiträge:
    494
    Ich stehe ein wenig auf Kriegsfuß mit Standard- Fingerübungen...

    Deshalb frage ich, welche Stücke du spielen willst.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass ich Technik, die in den von mir gespielten Stücken nicht vorkommt, nicht beherrschen muss. Wofür auch? Ich muss sie ja nie anwenden! Ausser ich komme mal an ein Stück wo sie eben doch vorkommt, aber genau dann (nicht früher!) ist die Zeit reif, sie zu erlernen.
    Standard- Übungen sind ein wenig wie Lotto spielen:

    Manche Leute meinen, sie müssten nur genügend Lotto- Scheine ausfüllen und die Zahlen gut streuen, vielleicht die Lotto- Zahlen der letzten Jahre studieren und die ankreuzen, die am meisten dran waren (war übrigens die Lebensbeschäftigung eines Onkels von mir - kein Witz!), dann werden schon die dabei sein, die im nächsten Jahr gewinnen.
    Das stimmt für den Fall, dass ich sehr viele Scheine ausfülle (die Zahl ist auf jeden Fall größer als mein Geldbeutel das erlaubt).

    Beim Klavierspielen gibt es Leute (sehr viele, und auch namhafte), die meinen, sie müssten nur genügend Standard- Übungen machen und die technischen Anforderungen gut variieren, vielleicht die benötigte Technik der letzten gespielten Stücke studieren und die Muster üben, die am meisten dran waren, dann wird schon die Technik dabei sein, die sie für die nächsten Stücke benötigen.
    Das stimmt für den Fall, dass ich sehr viele Standard- Übungen mache (viel, viel mehr als ich Zeit, geschwiege denn Lust habe, mich mit Übungen zu beschäftigen, die nicht Musik sind).

    Warum lässt sich benötigte Technik nicht standardisieren?
    Weil sie bei weitem zu vielfältig ist, und bereits kleinste Variationen können mich dazu zwingen, die Hand- oder Fingerbewegung geringfügig anzupassen; eine andere Tonart macht ganz andere Fingerstellungen nötig; ja selbst ein Akzent, den ich im Ausdruck setzen möchte, zwingt mich, in der Bewegung etwas zu variieren. Deshalb bin ich der Überzeugung, das die Chance fast gleich 0 ist, durch Standard- Übungen das abzudecken, was ich tatsächlich in meiner Literatur benötige.

    Was ist die gute Nachricht?

    Ich lasse die Standard- Übungen (und damit Technik- Training, das ich zu 99% NIE brauchen werde) weg und lerne Technik direkt an der Literatur!
    Bei jedem neuen Stück werde ich an technische Schwierigkeiten stossen, die ich speziell üben muss. Aus diesen Stellen generiere ich mir stets ein paar Übungen (die dann alles andere als Standard sind, da ich sie genau jetzt brauche und sie mit meiner Literatur ständig wechseln) und übe damit 100% zielgerichtet! Solche Übungen eignen sich im Übrigen auch hervorragend zum Aufwärmen.
    Ich habe an einer anderen Stelle mal Bernhard zitiert. Der hat Klavierspielen mit dem Abwasch verglichen und die provokante Frage gestellt, ob jemand vor dem Abwasch 1-2 h Schwamm- Training macht :D Natürlich nicht, die Fähigkeiten mit dem Schwamm umzugehen, entwickeln sich automatisch mit dem Abwasch :wink:
     
  12. Hartwig
    Offline

    Hartwig

    Beiträge:
    1.119
    Hartmut:
    So ganz kann ich Deine Einstellung zum Techniktraining nicht teilen.
    Eine Grundtechnik im Klavierspiel ist Voraussetzung, überhaupt einigermaßen spielen zu können.
    Eine ausgefeilte Technik auf die eigenen physischen Voraussetzungen angepaßt kann und sollte dann aber ständig verbessert werden.
    Woher weißt Du, welche Technischen Probleme bei Deinem Spiel die Abhängigkeit sind, das Stück in allen Nuancen (Geschwindigkeit, Beweglichkeit, Dynamik und nicht zuletzt Brillianz optimal zu spielen?

    Im Sport kommt doch auch ein Höchstleistungssportler nur zum optimalen Erfolg, wenn er außer der schon gut beherrschten Technik ständig daran herumfeilt, und dann die Kraft, Ausdauer(spezifisch) und Koordination weiterentwickelt, bevor er dann im Wettkampf zur Höchstform auflaufen kann. Wenn er eines davon nicht optimal entwickelt muß er nachbessern, d.h. wenn er Grundlagen nicht beherrscht, ist er immer begrenzt in seinen Leistungen.
    Übrigends: Die besten Sportler haben immer auch entsprechend gute Trainer gehabt. Es gibt wenig Autididakten im Sport mit besonderen leistungen.
    Ich meine, eine gesunde Portion von sich selbst überzeugt zu sein, ist OK. Aber eine Selbstüberschätzung, die zu groß ist, führt sicher nicht zum optimalen Erfolg. Es sei denn man ist mit dem Erreichbaren zufrieden.

    Ich für mich habe immer wieder festgestellt, daß ich zuwenig Technik im Klavierspielen geübt habe und nun im fortgeschrittenen Alter läßt sich das kaum wieder aufholen. Nur mit großem Zeitaufwand wäre Verbesserung möglich. Daher bleibt mein Klavierspielen nun auf einem bestimmten Niveau leider stehen.
    In Anlehunung an das Sportbeispiel: Ich habe wohl beim Aufbautraining Fehler gemacht.

    Gruß Hartwig
     
  13. konstantin
    Offline

    konstantin Guest

    ich bin der meinung, dass technische übungen und stücke wie die czerny-schulen schon mit zur grundlage des klavierspielens gehören, auch, wenn man sehr viel vom spielen "anderer" stücke lernt.
    liszts etüden sind zwar schon "etüdiantisch wertvoll", aber
    1. sind das nicht unbedingt grundlegende techniken, sondern schon sehr spezielle übungen
    2. sind sie sehr konzertant angelegt
    3. sind sie sehr aufwendig zu erlernen, um eine technische problematik zu üben.

    auch wenn ich es nie mit tonleitern etc. übertrieben habe, finde ich schon, dass solche übungen auch zum pianistischen alltag gehören. ich habe zumindest immer ein gutes gewissen, wenn ich mal etwas technik geübt habe :P
     
  14. Hartwig
    Offline

    Hartwig

    Beiträge:
    1.119
    Konstantin: Du hast es kürzer ausderückt als ich, aber dem pflichte ich bei.

    Gruß Hartwig
     
  15. Hartmut
    Offline

    Hartmut

    Beiträge:
    494
    Hi ihr beiden,

    dass das nicht falsch rüber kommt:

    ich bin natürlich nicht gegen Technik- Training, ganz im Gegenteil :!: Ohne das entsprechende Technik- Training wirds nie was.

    Ich bin sogar dafür, dieses zu optimieren.
    Laß uns beim Sportler- Beispiel bleiben.
    Natürlich macht beispielsweise ein Mittelstrecken- Läufer auch mal Krafttrainig. Natürlich macht er auch Koordinationsübungen, Schnelligkeitsübungen, und er trainiert Grundlagen- Ausdauer.
    Warum?
    Weil er das für genau seinen Sport braucht, das haben Generationen von Sportlern und Trainern herausgefunden; es wäre Unsinn, es besser wissern zu wollen als die.

    Generationen von Pianisten und Klavierlehrern haben herausgefunden, dass es zu den Grundlagen des Klavierspielens gehört, Tonleitern in allen Varianten zu spielen und Arpeggios etwa. Einfach deswegen, weil das Phrasen sind, die in Stücken so häufig vorkommen, dass die Chance auf sie zu treffen nicht nahe 0%, sondern nahe 100% liegt.

    Der Läufer wird aber keinen gesteigerten Wert auf eine optimale Ausbildung der oberen Nackenmuskulatur legen, das überläßt er dem Gewichtheber.
    Warum?
    Weil es in seiner Literatur nicht vorkommt!
    Standard- Übungen, die sich nicht an den eigenen Stücken orientieren sind ein wenig wie ein Sportler, der versucht seinen ganzen Körper optimal auszubilden. In Kraft, in Koordination, in Schnelligkeit, in Ausdauer; von den Füssen bis zum Kopf. Natürlich ist er dann auch auf jede Sportart optimal vorbereitet (wobei ich sogar das bezweifele, da gewisse körperliche Eigenschaften gegenläufig sind, und jede Sportart hier den richtigen Kompromiss finden muss), aber keinem Sportler der Welt wird die Zeit bleiben, wirklich alles zu trainieren!

    Was liegt also näher als die Dinge wegzulassen, die man nicht braucht?
    Gesetzt den Fall, man mag Czerny und spielt sagen wir jeden Tag eine halbe Stunde daraus. Das heißt für ihn, entweder er übt eine halbe Stund länger, oder er lässt etwas anderes (nämlich das eigentliche Üben seiner Stücke) weg. Auch wenn er länger übt, hätte er diese Zeit noch zielführender nutzen können!

    Hanon hat 60 Übungen, vielleicht 10 Varianten und 12 Tonarten.
    Allein das ergibt schon 7200 Übungen :shock: Machen wir uns doch nichts vor: auch hier werden wir schon selektieren! Und was lassen wir weg? Orientieren wir uns daran, wovon wir denken, dass es uns am meisten nützt? Das wäre sinnvoll; wenn man den Faden folgerichtig weiter spinnt, kommt man zwangsläufig darauf, überhaupt 100% seiner Übungszeit darauf zu verwenden, was einem wirklich nützt.

    Meine Fingerübungen sind natürlich ähnlich stupide wie Standard- Übungen, aber sie sind immer 100% effizient, weil ich damit meine Stücke lerne :wink:
     
  16. Razorblade
    Offline

    Razorblade

    Beiträge:
    16
    Mhh, sehr genaue antworten danke..

    ich denk ma ihr habt recht mit den Fingerübungen..

    Praktisch sind vllt Tonleiter und die chromatische weil es häufig vorkommt (also so als würde man mit "Farber" Lotto spielen ;) ^^)

    Achja danke für den Tip mit den Akkorden für die schnelle stelle..
    Was sagt ihr zu dem Fingersatz der auf den Noten steht, ist der ok?
    Am ende sind nämlich ein paar stellen wo mir das komisch vorkommt..
    z.B in der Rechten Hand der "Sprung" von "b f b" (als akkord) zu "c f c"

    thx
    tim
     
  17. Windir
    Offline

    Windir

    Beiträge:
    284
    Jo ich sehe auch oft komische fingersätze, das kann unterschiedliche ursachen haben, z.b hat der der die fingersätze kreiert hat größere hände als du und kommt mit einem anderen fingersatz besser an die tasten als du. Hängt auch teilweise vom geschmack ab, manche spielen lieber so.. und manche so... Im endeffekt musst du dich nicht zwingend an alle fingersätze halten, es sind nur beispiele wie man es spielen kann.
     
  18. Hartwig
    Offline

    Hartwig

    Beiträge:
    1.119
    Hartmut: Aus Deinem ausführlichen Beitrag ersehe ich, daß Du wohl von mir falsch verstanden wurdest. So dargestellt kann ich es fast alles bestätigen.
    Nur kurz zum Sport: Nackenmuskulatur (und andere) muß nicht nur gestärkt werden sondern auch gelockert, sonst verkrampft der Läufer durch falsche Laufhaltung (Körpermuskelschlinge).
    Beim Musiker/Klavierspieler sind doch Fingerübungen nicht nur zur Kräftigng sondern auch zur Lockerheit wichtig. Aber wie gesagt: Du hast alles schon beschrieben.

    Windir: Fingersätze sind manchmal wirklich ein Greuel, wie sie gedruckt wurden. Mein Lehrer hat sie auch oft verändert und mir angepaßt.
    Zum Beispiel hat er häufig das B in der rechten Hand auf den 4. Finger gelegt und das Es der rechten Hand auf den 3. Finger. Das hat sich beim vom Blattspielen bei mir ziemlich eingeprägt.
    Individuelle Fingersätze sind wohl besser.
    Gruß Hartwig
     
  19. Windir
    Offline

    Windir

    Beiträge:
    284
    Fingerübungen zur kräftigung? Wie darf ich das verstehen? Man braucht kein krafttraining um klavier zu spielen.
     
  20. Hartwig
    Offline

    Hartwig

    Beiträge:
    1.119
    Windir: Hast schon recht, Kräftigung der Finger war so nicht gemeint, mehr Übungen zur Lockerheit.
    Gruß Hartwig