Digitales oder akustisches Klavier für Anfänger? Welches? Späterer Wechsel?

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Das Hauptunterscheidungskriterium in meinen Augen ist, ob Du mit Kopfhörern spielen willst oder nicht.
Das Kriterium fehlt mir in deinen Überlegungen irgendwie total. Alles andere kann man immer links rum oder rechts rum entscheiden und jeder hat ne andere Meinung dazu.

Ein Altbau als Mieter, mit vielem Mietparteien? Wie ist das Verhältnis zu den Nachbarn? Wie hellhörig ist das Haus (wobei Klavierklänge immer sehr weit tragen können)? Willst Du nachts üben? Wie sehr fühlst Du Dich beim "Krach machen" (Tonleitern üben, einfache Stücke stundenlang üben etc.) selbst gestört weil Du Angst hast andere zu nerven?

Der Kopfhörer ist für mich dann doch der eigentliche Vorteil beim Digi. Alles andere bekommt man irgendwie hin.


(6 Monate für 600 Euro Miete, da ist Kauf und Verkauf wirklich effizienter. Ein echtes Akustik hast Du dann doch teuren Transport, Erststimmungen etc. - wenn Du nicht sicher bist ob Du beim Hobby bleibst, ist das auch zu berücksichtigen. Und akustische Kleinklaviere sind quasi unverkäuflich...da brauchst Du sehr viel Geduld)
 

Barratt

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Ich überlege ein Digitalpiano erst einmal für 6 Monate zu mieten um zu sehen, ob ich überhaupt beim Klavier spielen bleibe. Der Kostenpunkt dafür wäre ca. 600 Euro. Wäre es ev. klüger das Digitalpiano gleich zu kaufen und ev. wieder zu verkaufen oder kommt das mit dem Wertverlust in etwa hin?
Das ist ein stolzer Preis für ein zu mietendes Digi. :konfus: Musst Du entscheiden, ob Dir das Gefühl der Sicherheit so viel wert ist...

Sieh es doch mal so rum: Falls Du nicht unter quälendem Platzmangel leidest, aber in einer Umgebung lebst, wo man hin und wieder Rücksicht auf Mitmenschen nehmen muss, braucht man oft sowieso beides (das digitale fürs lautlos Üben :musik:, das echte fürs "richtige" Spiel). Du könntest Dir für den Einstieg zunächst ein Digitalpiano kaufen und später ein akustisches dazu.

Bei den diversen Modellen kann Dir keiner was raten, Du musst sie testen. Je weniger Erfahrung Du mit Tasteninstrumenten hast, desto mehr solltest Du testen, um Dir erst mal eine Meinung zu bilden, was Du überhaupt willst.
 
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Die Frage Kopfhörer oder nicht ist in der Tat nicht zu vernachlässigen. Zwar kann man sich auch für ein Silent Piano entscheiden, und Kopfhörer des nächtens daran verwenden, aber dann dürfte das vorhandene Budget bis an die 2k Euro deutlich zu knapp ausfallen: Bei Neuanschaffung sowieso, und eine Nachrüstung, die bei fast allen Modellen möglich wäre, schlägt allein pauschal mit ca. 1500 Euro zu Buche.

Beim Kauf eines Digis gebe ich noch zu bedenken: "später wieder verkaufen" klingt erstmal gut - doch je nachdem, in welcher Gegend man wohnt, kann es schwer werden, ein gebrauchtes Digi zu verkaufen. Bei mir am Ort (Nordwesten der Republik) ist nicht allzu viel los in Sachen Musik, das nächste Musikgeschäft mit Tasteninstrumenten findet sich erst 50km von hier entfernt.
Will man das Instrument nach einem halben Jahr nicht grad "verschenken", könnte das ein mehrwöchiges oder gar -monatiges, zweifelhaftes Vergnügen werden. Ich hab mein Digi (ein CLP545) nach nur einem dreiviertel Jahr zu Gunsten eines akk. Klaviers verkauft - und damit rund 700 Euro verloren (beim UVP wären es sogar 1000,- gewesen).
 
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Danke für eure Antworten! :)

@Andre73 Gute Frage... die unmittelbaren Nachbarn sind kein Problem, allerdings ist unter mir ein Büro, dh. wenn man das durch hört, wäre das ev. ein Problem, zumal nachts aufgrund der Wohnparteien auch wegfällt. Da bliebe also ein ca. 4-5 stündiges Zeitfenster zwischen Büroschluss und Nachtruhe und natürlich das Wochenende. Die Möglichkeit unabhängig davon zu üben ist ein großer Vorteil des Digis, zumal ich nicht besonders gut mit festen Tagesroutinen bin und daher wohl Schwierigkeiten hätte, bestimmte Übungszeiten untertags einzuhalten. Außerdem habe ich zwei Katzen und weiß ehrlich gesagt nicht, wie die auf "Klavierlärm" reagieren würden.
Andererseits würde ich schon gerne zumindest ab und zu laut spielen, wenn ich zB Besuch "beglücken" will. Oder wenn es im Sommer heiß ist und der Kopfhörer nervt. Ist das laute Spielen aufgrund der Qualität der Boxen gar nicht ratsam? Kann man die Lautstärke direkt am Digi verändern? Und könnte man theoretisch auch externe (aktive) Boxen anschließen?
Und wie gut sollte die Qualität vom Kopfhörer sein? Ein Klavierhaus in meiner Nähe bietet so ein Bundle Digi + Hocker + Kopfhörer an, aber ich nehme mal an, dass sie zum geringen Aufpreis nicht großartig sind.
Also ich bin happy über die Flexibilität mit Kopfhörern. Das musst Du letztlich selbst entscheiden. Die Katzen bekommen das hin (haben Hund und Katz). Manche Nachbarn werden dann ggf. ungehaltener, ist aber sehr individuell. Und es ist auch eine Typ-Frage für Dich selbst, ich will selbst anderen nicht so auf den Wecker fallen und fühle mich dann selbst unwohl beim oft & laut Üben. So ein Klavierton kann durchs ganze Haus tragen.

Klar kann man die Lautstärke am Digi ändern, man muss damit aber vorsichtig sein. Wenn man es immer zu leise stellt gewöhnt man sich einen schlechten Anschlag an. Dann lieber Kopfhörer. Um mal jemanden etwas vorzuspielen reichen moderne Digis allemale. Klar, die eingebauten Boxen sind nicht mit einem echten Akustik zu vergleichen. Und selbst mit externen Boxen, es hat Grenzen. Ich hab das Kawai CN 34 und das reicht als Anfänger allemale, hole halt z.B. das CN 37 und wenn die Kohle da ist gleich das CA 67 oder 97. Das kann dich wirklich lange begleiten. Offene Kopfhörer dazu wie z.B. die Sennheise HD 598 - die tragen sich sehr sehr leicht am Kopf. Mehr braucht man erst mal nicht (finde ich).

Man kann mit einem Bundle starten (hab ich auch) - das ist meist wirklich Billigkram. Ich habe inzwischen sowohl bessere Kopfhörer als auch einen besseren Hocker gekauft - man muss ja nicht alles gleich in Maximalausbaustufe holen.
 

Barratt

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Ich hatte nur Angst, dass ich mit dem Digi was falsch einlerne oder der Umstieg schwer fällt. :/ Wäre ja schade, wenn ich zB daheim die Hausübung gut einlerne und dann im Unterricht am echten Klavier nichts zusammenbringe. Wie stark ist deiner Erfahrung nach der Unterschied vom Spielgefühl her?
Das ist schwer zu sagen und hängt von der Gewohnheit ab. Es gibt hier im Forum Leute, die daheim ein Digi haben und beim Unterricht auf einem richtigen Instrument spielen. Man kann sich wohl dran gewöhnen. Ich kann Dir nicht sagen, wie es ist, von Anfang an auf einem Digi zu lernen.

Mein Yamaha P-155 habe ich erst "später" erworben, um nämlich auch mal deutlich leiser bzw geräuschlos spielen zu können. Ich möchte es nicht missen, aber ausschließlich darauf spielen auch nicht. Das Gerät ist untere Mittelklasse (kostet in der überarbeiteten Version als P-255 als Bundle inkl. solidem Unterbau, Pedal ~ 1500 € - ein Kopfhörer ist meist auch dabei, aber naturgemäß nicht der beste).

Mir fehlt daran das "Gefühlsechte" und natürlich der echte Klang, was natürlich auch "Vorteile" hat: Insgesamt lässt einen dieses Gerät besser dastehen als man ist, weil es im Bereich des Anschlags viel verzeiht. Der Ton ist da oder er ist nicht da, man kann ihn durch einen schlechten Anschlag nicht beeinflussen - es könnte also sein, dass man sich damit einen schlampigen Anschlag angewöhnt. Die teureren Digitalklaviere bieten dem Vernehmen nach mehr an Echtheitsgefühl. Die teureren sind dann allerdings ein Invest, den man nicht mal eben für einen nützlichen Zusatzgimmick aus der Portokasse bezahlt. :geheim:

Der Klang selbst ist dabei fast zu vernachlässigen, weil man beliebig Samples dazukaufen kann (dann hat man aber das Laptop mit an Bord) und die Schwachstelle offenbar generell sowieso die Lautsprecher sind. Digis klingen nach meinem Eindruck mit Kopfhörern grundsätzlich besser als über Lautsprecher. Die Klangerzeugung sowie die Klaviatur sind wohl entscheidendere Faktoren.


Deine berechtigte Frage wäre besser bei einem Klavierlehrer aufgehoben, der vergleichen könnte, welche Auffälligkeiten es bei den Anfängern gibt, die daheim ausschließlich digital üben. Bzw. ob es überhaupt Auffälligkeiten gibt.
 
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Abgesehen vom Klavier - hat es eine bestimmte Ursache, dass Deine Wohnung so extrem trocken ist? Lässt sich da nicht bautechnisch oder mit vielen Hauspflanzen etwas machen? Solche Trockenheit ist ja nicht nur für ein Klavier, sondern auch für Dich (und evtl. für die Katzen?) nicht gesund...
 
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Bei diesen dreibeinigen Dingern hat man keinen festen Halt, sie sind zu wackelig. Eine kleine Verlagerung des Körpergewichts nach links oder rechts bewirkt schon ein Kippgefühl, dem man sofort instinktiv dagegensteuert und dadurch den Körper anspannt. Oder man sitzt zu starr, um solche Kippgefahren zu vermeiden.
 
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Du "drehst". Und das sollst Du nicht! Musikanna hat die anderen Gründe schon genannt.

Zur Ausgangsfrage: So wie Du Deine Wohnsituation schilderst. kommst Du (vermutlich) um ein (zusätzliches) Digi nicht herum. Außerdem benennst Du Dein Budget für ein akustisches Instrument mit 7K. Zieh jetzt einfach mal gedanklich davon 1,5-2K ab und kauf Dir ZUNÄCHST ein gutes Digi.Wenn Du dabei bleibst, kannst Du von den verbleibenden 5-5,5K ein wirklich ordentliches Klavier oder sogar einen gebrauchten Flügel kaufen. Dann hast Du beides und kannst Dich ohne Einschränkung "ausleben".

Deshalb ist es jetzt vielleicht sinnvoll, beim Digi nicht zu sehr auf ein voluminöses schickes Möbel zu setzen, sondern ein grazileres Kompakt-Digi (wie @Barratt schon schrieb) zumindest mal unzuspielen. Grundsätzlich - egal ob Digi oder echtes Klavier - ist der Wertverlust nach nur kurzer Haltedauer immer sehr hoch, sofern man von Neuware redet. Je länger man das Instrument hält, desto geringer wird der Verlust p.a. und kann (v.a. bei gebraucht gekauften akustischen Instrumenten) sogar gegen null tendieren.
 
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Barratt

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Wer weiß, vielleicht habe ich es über die Jahre total romantisiert und finde es in Wirklichkeit ganz schrecklich.
Ganz sicher nicht. :herz: Es ist ein wunderbares und sehr beglückendes "Hobby".

Meine normalen ZImmerpflanzen werden "knusprig" und meine Kakteen ertrinken.
:lol: Herrlich! Geht mir genauso! Wenn Deine Altbau-Räume nicht zu voluminös sind (hohe Decke, große Grundfläche), kannst Du auch mit Gefäßen auf den Heizkörpern durch Wasserverdunstung einiges reißen. Mein Musikzimmer (ca. 10 x 5 m, aber eher niedrige Decke) bekomme ich damit ganzjährig auf konstant ca. 50%. Die Zimmertür muss halt geschlossen sein.

Die kannst Du wirklich vergessen. Das klingt in Realität noch mal ganz anders.

Ich möchte nochmal bestätigen, dass vom Drehhocker wirklich abzuraten ist. :lol: Anfangs hatte ich so einen aus dem Fundus meiner Eltern. Drei Füße. Man ist mehr damit beschäftigt, das Kippeln zu verhindern, als mit dem Spielen selbst. Ich hab dann einmal realiter mit dem Ding den Sittich gemacht. Nicht lachen, ist wirklich so. Einmal nicht dran gedacht, wie wichtig der Schwerpunkt ist, und padauz, da lagen wir beide. So blöd bin ich noch nie vom Pferd abgeschmiert. Woraufhin noch tiefer im Fundus die alte Orgelbank ausgegraben wurde. Grottig unbequem für wenig gepolsterte Gesäße, aber wofür gibt´s denn Kisschen.;-)

Nimm lieber fürs erste einen nichtwackelnden Küchenstuhl oder eine Billig-Klavierbank (bekommt man eh oft mit geschenkt, wenn man beim Fachhändler kauft).
 
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@HAL9000 Bei einem akustischen Klavier würde mein Budget höher liegen als 2000 Euro (bis ca. 7000 Euro). Der Gedanken
;)
Bei diesem Budget würde ich ein Piano mit Silent System vorziehen, z.B.

https://www.thomann.de/de/yamaha_b2_sg2_pec.htm

Ich habe dieses Yamaha Klavier gebraucht gekauft für's lautlose Üben.

Die größere Version, das B3 Silent hat Herbstzauber und ist damit glücklich.

Das Problem mit der niedrigen Luftfeuchtigkeit lässt sich gut über die Benutzung eines Venta Luftbefeuchters beheben. Ich haben Fußbodenheizung und bin ein Frierpitter (ganz schlechte Kombination). Der Venta läuft hier meist von Oktober /November bis April/ Mai, der Stromverbrauch ist niedrig bei geringem Wartungsaufwand. Es gibt einige Threads im Forum mit diesem Thema.

Viel Erfolg bei der Suche nach dem ersten Klavier!
 
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Ich möchte hier eine weitere Alternative aufzeigen, mit der ich ganz gut fahre. Ich bin in genau der gleichen Situation wie Du, jedoch ein paar Monate weiter. Ich habe mir nämlich erst ein Digi gekauft und werde mir jetzt ein akustisches zulegen.

Was Digitalpianos angeht bekommst m.E. das beste Preis-/Leistungsverhältnis mit dem folgenden Setup:

- Kawai VPC1 + Ständer (ca. 1300 €)
- Laptop (ich gehe mal davon aus, dass du einen Laptop besitzt der nicht totaler Müll ist)
- Pianoteq 6 (300€)
- Gute Kopfhörer (Superlux als Budget-Tipp, sonst die üblichen Verdächtigen)

Hierbei bist du dann aber nur auf das Spielen mit Kopfhörern reduziert. Kannst aber jederzeit aktive Boxen kaufen. Besonders bei Monitor-Boxen wirst du auf Kleinanzeigen recht gut fündig.

Was Sound und Spielbarkeit angeht, ist das Setup eigentlich allen Digis um Längen voraus. (Außer vielleicht der AvantGrand-Reihe von Yamaha)

Hab mal was aufgenommen um Dir eine Vorstellung zu geben, wie das dann klingt. Bitte das schlechte Spiel wegdenken :-D



 

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Ich möchte hier eine weitere Alternative aufzeigen, mit der ich ganz gut fahre. Ich bin in genau der gleichen Situation wie Du, jedoch ein paar Monate weiter. Ich habe mir nämlich erst ein Digi gekauft und werde mir jetzt ein akustisches zulegen.

Was Digitalpianos angeht bekommst m.E. das beste Preis-/Leistungsverhältnis mit dem folgenden Setup:

- Kawai VPC1 + Ständer (ca. 1300 €)
- Laptop (ich gehe mal davon aus, dass du einen Laptop besitzt der nicht totaler Müll ist)
- Pianoteq 6 (300€)
- Gute Kopfhörer (Superlux als Budget-Tipp, sonst die üblichen Verdächtigen)

Hierbei bist du dann aber nur auf das Spielen mit Kopfhörern reduziert. Kannst aber jederzeit aktive Boxen kaufen. Besonders bei Monitor-Boxen wirst du auf Kleinanzeigen recht gut fündig.

Was Sound und Spielbarkeit angeht, ist das Setup eigentlich allen Digis um Längen voraus. (Außer vielleicht der AvantGrand-Reihe von Yamaha)

Hab mal was aufgenommen um Dir eine Vorstellung zu geben, wie das dann klingt. Bitte das schlechte Spiel wegdenken :-D



Klingt gut! :super::blume::musik:

Bei mir klingt es entweder blechern oder wie aus dem Nebenraum. Hatte schon Pianoteq im Verdacht. Muß wohl aber eher an meinem P-45 Yamaha und/oder Soundkarte liegen.:denken:
 
 

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