Brauche schnelle Hilfe von evang. Organisten (oder jedenfalls jmd, der auch in evang. Messen spielt)

Digedag

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Hallo,
ich spiele am Sonntag meinen ersten evang. Gottesdienst (bis jetzt begleite ich nur katholische Messen).

Dazu hätte ich Fragen zu Vorspielen:
Die Organistin, die ich vertreten werde, hat mir ein Liturgieblatt gegeben. Da drauf stehen gesungene "Sachen" (mir fällt grad kein Begriff ein), die keine normalen Lieder sind (z.B. was vor dem Evangelium gesungen wird ("Ehr sei Dir, o Herre")). Und weil nicht alle ein Vorspiel haben sollen und ich ein bisschen unsicher bin, bräuchte ich Hilfe:

Braucht es Vorspiele zu:

dem Gloria patri, das nach dem Psalm gesungen wird ("Ehr sei dem Vater und dem Sohn ...") (ich glaube nicht).

dem Kyrie

dem Gloria ("Laudate omnes gentes")

dem Halleluja (wahrscheinlich nicht, da es 1x nach dem Wochenlied direkt gesungen wird und 1x nach dem Hallelujavers des Lektors)

dem Gesang vor dem Evangelium ("Ehr sei Dir, o Herre") und danach ("Lob sei Dir, o Christe")

?

Viele Grüße
euer Jonas
 
Rheinkultur

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Hallo,
ich spiele am Sonntag meinen ersten evang. Gottesdienst (bis jetzt begleite ich nur katholische Messen).

Dazu hätte ich Fragen zu Vorspielen:
Die Organistin, die ich vertreten werde, hat mir ein Liturgieblatt gegeben. Da drauf stehen gesungene "Sachen" (mir fällt grad kein Begriff ein), die keine normalen Lieder sind (z.B. was vor dem Evangelium gesungen wird ("Ehr sei Dir, o Herre")). Und weil nicht alle ein Vorspiel haben sollen und ich ein bisschen unsicher bin, bräuchte ich Hilfe:

Braucht es Vorspiele zu:

dem Gloria patri, das nach dem Psalm gesungen wird ("Ehr sei dem Vater und dem Sohn ...") (ich glaube nicht).

dem Kyrie

dem Gloria ("Laudate omnes gentes")

dem Halleluja (wahrscheinlich nicht, da es 1x nach dem Wochenlied direkt gesungen wird und 1x nach dem Hallelujavers des Lektors)

dem Gesang vor dem Evangelium ("Ehr sei Dir, o Herre") und danach ("Lob sei Dir, o Christe")

?

Viele Grüße
euer Jonas
Kommt mir (selbst Katholik) irgendwie bekannt vor: Habe gerade mit einem meiner Chöre einen evangelischen Vorabendgottesdienst gestaltet und bin zusätzlich für den Orgeldienst eingeteilt worden. Die Orgel befand sich im Altarraum und der Chor stellte sich vor dem Altar auf (à cappella singend), so dass ich nur kurze Distanzen überbrücken musste. Entsprechende "Sachen" (Antwortgesänge) waren an den liturgisch richtigen Stellen ebenfalls von der Gemeinde zu singen. Erfahrungsgemäß sind diese Einschübe ohne Introduktion zu spielen, da die Gemeinde mit den allsonntäglichen Ritualen vertraut ist: Regelmäßige Gottesdienstbesucher stimmen sofort ein, andere hängen sich dran oder auch nicht. Erwartet wird eine ansprechend klingende Harmonisierung, ohne den "Cantus firmus" hervorheben zu müssen. Ist etwas "Responsoriales" vorgesehen (Pfarrer(in) singt vor, Gemeinde antwortet singend), sind die beiden Abschnitte unterschiedlich zu registrieren - das kenne ich aber nur von Gottesdiensten mit Abendmahl.

Viel Erfolg!

LG von Rheinkultur
 
bachserbin

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hallo jonas,
alle von dir angeführten liturgische stücke werden ohne intonation (quasi aus dem nichts) begonnen... zur not gehen die auch einstimmig - harmonisiert sind sie natürlich etwas besser. da in der ev. kirche die liturgischen teile eher selten gewechselt werden, sind die teile gut eingeübt... viel glück (wenn du noch ne frage hast, dann schreib sie mir gerne...
 
Digedag

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@Rheinkultur, @bachserbin:

Vielen Dank. Ich werde übrigens noch jemanden oben bei mir haben, der sich auskennt und der mir meine genauen Einsätze gibt. Den kann ich ja vielleicht auch nochmal fragen.

Viele Grüße
Euer Jonas
 
Barratt

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"Evangelische Messe" ... :-)

Grundsätzlich lassen sich solche liturgischen Fragen nicht pauschal beantworten, da die Landeskirchen durchaus abweichende Bräuche pflegen.

Hierzulande (EKHN / Probstei Rheinhessen = spürbar von reformierten Einflüssen geprägt) sind diese liturgischen Gesangseinsprengsel ohne Vorspiel (!!!) und schlicht gesetzt (melodieorientiert) zu spielen.

Das mag in lutherisch geprägten Landeskirchen anders sein.
 
Barratt

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Gottesdienst.

Wie gesagt, je lutherischer geprägt, desto katholizismusähnlicher ist man vor Ort. Wenn Du hierzulande "evangelische Messe" sagen würdest, würden zumindest die Älteren reagieren, als seien sie auf eine Kobra getreten. :lol:
 
Digedag

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Im Eichsfeld ist man ja größtenteils katholisch.
Ich würde eher sagen "Ökumene" :-D
 
Barratt

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@Digedag

Lustig - im Eichsfeld habe ich noch zu DDR-Zeiten mal einen ev. Gottesdienst miterlebt. Das war sehr beeindruckend, denn er wich in vielerlei Hinsicht von "unserem" reformiert-staubtrockenen ab.

Meine Hinweise kannst Du also u. U. vergessen. Lieber mal jemanden vor Ort fragen.
 
Digedag

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@Barratt
Das werde ich tun.

Wahrscheinlich hast du den Gottesdienst in Heiligenstadt, St. Martin miterlebt. Die Kirche (wo ich auch vertrete und hauptsächlich übe) war die Mutterkirche des Eichsfeldes, die aber, als das Eichsfeld preußisch wurde, als Machtbeweis den paar preuß. protestantischen Beamten im Eichsfeld gegeben wurde.
 
Barratt

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@Digedag

Worbis hieß die Stadt, glaube ich. Es war ein (einseitiger) "Austausch" (also eher ein Besuch) unserer Gemeinde bei einer anderen in der DDR. Im Eichsfeld deshalb, weil es zum ehem. Fürstbischof von Mainz gehörte und Erfurt und Mainz schon zu DDR-Zeiten Partnerstädte waren.

Wir waren ohne "Aufpasser" unterwegs und wohnten bei den Familien.
 

Digedag

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@Barratt
Ja, die Stadt heißt Worbis (die St. Antoniuskirche (kath.) hat übrigens eine wunderbare Barock-Orgel)
 
Digedag

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@Barratt
Und warum sagt man "katholische Messe" und "evangelischer Gottesdienst"?
 
Barratt

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Rheinkultur

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Ich werde übrigens noch jemanden oben bei mir haben, der sich auskennt und der mir meine genauen Einsätze gibt. Den kann ich ja vielleicht auch nochmal fragen.
Beim meinem gestrigen Einsatz war dieser Jemand die Pfarrerin selbst, die mir fünf Minuten vor Beginn des Gottesdienstes die gewünschte Auskunft gab. Meine sonstigen Vertretungseinsätze erfolgen im benachbarten Kirchenkreis - da empfiehlt sich die Rückfrage, um nicht im falschen Augenblick loszuspielen und den richtigen Antwortgesang anzustimmen.

LG von Rheinkultur
 
Ambros_Langleb

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Das für den Katholiken "Entscheidende" (die durch die Transsubstanziation herbeigezauberte Realpräsenz Christi) fehlt. Für den hartgesottenen Altprotestanten bedeutet "Messe" so viel wie "Hokuspokus". :lol:
Der erste Satz stimmt, jedenfalls für die lutherische Fraktion, nicht. Dissens besteht nur im "wie" - Transsubstantiation Vs. Konsubstantiation. Aber niemand behauptet ernstlich, dass diese scholastischen Krucken irgendeine theologische Relevanz haben.
 
Axel

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Das kann sehr unterschiedlich sein. nach Gemeinde und Landeskirche. Man merkt es schon daran, dass bei uns teilweise andere Akklamationen gesungen werden. Vermutlich gilt grundsätzlich ohne Vorspiel. Im Zweifelsfall kann man auf dem ersten Akkord einen Tick warten. so dass die Gemeinde den Ton hat. Bei uns ist das eingespielt. Der Pfarrer liest den Psalm, nach dem letzten Satz atme ich ein, als ob ich singen wollte und spiele das "Ehr sei dem Vater". Das kommt jeden Sonntag, die Gemeinde erwischt quasi automatisch den richtigen Ton. Hilfreich ist immer ein Zettel des Pfarres mit "letzten Worten" vor der gesungenen Akklamation.
Viel Spaß und Grüße
Axel
 
Barratt

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Der erste Satz stimmt, jedenfalls für die lutherische Fraktion, nicht. Dissens besteht nur im "wie" - Transsubstantiation Vs. Konsubstantiation. Aber niemand behauptet ernstlich, dass diese scholastischen Krucken irgendeine theologische Relevanz haben.
Jepp, je lutherischer geprägt, desto katholizismusähnlicher.
Die unterschiedlichen Landeskirchen sind da sehr unterschiedlich drauf. Im Eichsfeld (wo wir diesen gottesdienstlichen Kulturflash hatten) ging es vollkommen anders her als im reformiert geprägten Rheinhessen (das früher zur Kurpfalz gehörte, und lustigerweise persistieren solche uralten Traditionen ja jenseits von allen irdischen Veränderungen).

Ich finde diese religionskulturellen Unterschiede in Deutschland übrigens wirklich interessant. Man möchte ja meinen, in Zeiten geographischer Flexibilität, schwindender Normenakzeptanz und massenweiser Kirchenaustritte wäre alles nivelliert. Zumindest was die leider aussterbende ältere Generation angeht, ist es das noch nicht.

Wie der deutsche Protestantismus in 20 Jahren aussieht, weiß kein Mensch. Vielleicht gehen viele in die Pfingstrichtung.
 
Digedag

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Bin grade vom Gottesdienst und sollte vor keinen der o.g. "Einschübe" ein Vorspiel spielen.
 
 

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