Beethoven, Ecossaisen Es-dur, Op. xxx

Guendola

Guendola

Dabei seit
27. Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
7
Eine erstaunliche Aufnahme:

http://www.youtube.com/watch?v=KuyfYfPt4sw

Ich habe lediglich die Noten der Busoni-Fassung, die ziemlich genau mit folgender Aufnahme übereinstimmt (Busoni hat das Ende etwas verlängert, was Kissin nicht spielt):

http://www.youtube.com/watch?v=VVd-oxTOWKY&feature=related
(Beginn ca. bei 0:30)

Mal abgesehen vom Schluß, den Busoni ziemlich offensichtlich hinzugefügt hat - Wiederholung des ersten Teils eine Oktave höher, dann ein kraftvoller letzter Durchgang des Zwischenthemas - ist Carl Reinecke näher am Original oder noch weiter davon entfernt? Ich konnte bislang keine Noten vom Original im Internet finden, kann es also nicht beurteilen.

Und weil diese Ecossaisen so schön sind, hier noch eine Aufnahme:

http://www.youtube.com/watch?v=Yq2gZPLXMYQ&NR=1

Und sogar eine Version von Busoni (achtung, sehr verrauscht):

http://www.youtube.com/watch?v=08trQmK57Z8

Immerhin, er spielt es wie in meinen Noten (die ja von ihm sind).

Im übrigen halte ich dieses Stück auch übungstechnisch für ein Juwel!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Guendola

Guendola

Dabei seit
27. Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
7
Hmm, anscheinend bin ich alleine mit dieser Meinung - egal, ich pushe das Thema einfach mal.
 
K

Klavieroma

Guest
Es ist in der Tat eine erstaunliche Aufnahme der von Carl Reinecke gespielten Ecossaisen. Ich kann gar nicht glauben, daß sie von 1905 ist, so gut ist die Qualität.

Allerdings gefällt mir die Aufnahme mit Kissin besser, sie entspricht auch eher der Vorstellung, die ich von Beethoven habe. Reinecke ist mir zu verschnörkelt, vielleicht mehr am damaligen Zeitgeschmack orientiert?

Aber ich bin kein Experte (bin zwar Oma, aber doch nicht alt genug, um den O-Ton noch gehört zu haben) ...

Für die, die an Kissins Tempo noch nicht ganz herankommen, finde ich die dritte Aufnahme auch recht gut. Ich habe mich vor einiger Zeit auch mal an den Ecossaisen versucht. Das war dann eher auch so mein Tempo.

Die Noten, die ich verwende, habe ich von
http://kreusch-sheet-music.net/noten/KSM_Ludwig_vanBeethoven_6_Ecossais_0--0_26325.pdf
Inwieweit die dem Original entsprechen, kann ich nicht sagen. Sind es vielleicht dieselben, von denen Du schreibst?

So, nachdem ich nun meine unmaßgeblichen Ausführungen gepostet habe, findet sich vielleicht auch noch jemand, der dieses interessante Thema fachmännisch aufwerten kann?

LG Klavieroma
 
Guendola

Guendola

Dabei seit
27. Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
7
Carl Reinecke hat vermutlich nicht für genau diese Aufnahme gespielt, er wurde eher auf einer Pianorolle aufgenommen, die später zur Aufnahme auf einem modernen Instrument abgespielt wurde.

Danke übrigens für den Link zu den Noten. Meine Vermutung ist anscheinend richtig, Busoni hat dem Stück seine eigenen Ideen zur Interpretation und einen Schluß hinzugefügt, ansonsten die Noten nicht verändert. Es ist übrigens hochinteressant, die Interpretation von Busoni auf Papier zu sehen, davon kann man einiges lernen, selbst wenn man Busoni nicht mag.

Davon abgesehen habe ich in ungefähr einem Monat ein weiteres Hauskonzert und ich überlege ernsthaft, die Busoni-Version auf Beethovens Länge zu kürzen und so zu spielen. Der Schluß ist zwar längst nicht so schwer, wie er mir zuerst schien, aber ziemlich fehlerträchtig, und gerade der Schluß rundet den Gesamteindruck nach oben oder unten ab.

Zum Vergleich die Busoni-Noten:

http://imslp.info/files/imglnks/usi...LP79019-BVB47_Beethoven-Busoni-Ecossaisen.pdf

Die Noten sind etwas länger, weil Busoni sich zu jeder Wiederholung neue Gedanken gemacht und - wie schon erwähnt - einen Schluß hinzugefügt hat.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
13. Mai 2010
Beiträge
8.656
Reaktionen
7.569
Die Aufnahme von 1905 ist natürlich keine Audio-Aufnahme! So gute Qualität war erst ab den 50er Jahren möglich :D

Nein, Reinecke hat auf einem Welte-Mignon-Klavier gespielt, bei dem über eine mechanische Vorrichtung das Gespielte auf einer Rolle eingestanzt wurde. Ähnliches Prinzip wie bei einer Drehorgel, bloß differenzierter.

Und solche Rollen sind z.T. bis heute aufbewahrt worden, und man kann sie jederzeit abspielen und so scheinbar eine "Aufnahme" eines längst verstorbenen Pianisten in exzellenter Qualität, sogar "live", hören.

Allerdings muß man sagen, daß aufgrund der Unzulänglichkeit eines solchen Verfahrens sicher ist, daß der tatsächliche Reinecke dann doch noch etwas anders geklungen und gewirkt hat.

LG,
Hasenbein
 
K

Klavieroma

Guest
Danke für die Erklärungen zur Aufnahmetechnik mit Pianorolle, hm, habe auch schon mal davon gehört.
Die Busoni-Noten sehe ich mir morgen mal an, jetzt ist es Zei für den Abflug auf die Schlummerrolle.:)

LG Klavieroma
 
Guendola

Guendola

Dabei seit
27. Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
7
Noch eine Aufnahme, die meinen Interpretationsideen am nächsten kommt:

http://www.youtube.com/watch?v=VmNv74EofUI

Kissin spielt zu elegant, so frei wie Reinecke kann ich es nicht, er gibt dem Stück auch eine etwas andere Note, Paul Badurs Skoda finde ich etwas langweilig und Busoni ist einfach zu schnell, mal abgesehen von den Rubati, die ich teilweise für zu stark halte. Lev Oborin dagen hat genau den richtigen Biß und Schwung für dieses Stück erwischt. Ich wünschte, ich bekäme die forte-Triller so gut hin, wie er. Die anderen Interpretationen mag ich auch, selbst "langweilig" ist relativ zu verstehen, ich habe kein passendes Wort ohne negativen Beiklang gefunden.

Hmmm, ich glaube, ich habe gerade einen neuen (wenn auch alten) Pianisten für mich entdeckt :) Bei diesem Video bekomme ich trotz schlechter Qualität eine Gänsehaut: http://www.youtube.com/watch?v=mNcmlS-JAX0&feature=related
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
 

Top Bottom