Beethoven, Ecossaisen Es-dur - Busoni Fassung


Guendola
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Ich bin zwar frustriert, weil dieses Thema bislang einfach ignoriert wurde, während zu jedem Scheiß ellenlange Beiträge verfaßt werden, aber die Schlußkadenz des Stückes in Busonis Fassung beschäftigt mich immer noch, weniger technisch als musikalisch und dazu würde ich gerne ein paar fundierte Meinungen hören.

Das eigentliche Thema behandele ich in einem separaten Beitrag, damit überhaupt bemerkt wird, daß dieses Thema noch lebt. Das wirkt vielleicht albern, aber ich kann den Thread nun mal nicht löschen und unter dem selben Titel ein zweites Mal anzufangen wäre nun wirklich lächerlich.
 
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Guendola
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Es folgt das eigentliche Thema

Es geht einzig und alleine um die Gestaltung der Schlußkadenz, die Busoni dem Stück hinzugefügt hat, also die letzte acht Takte. Die Noten kann man legal und kostenlos hier runterladen: http://imslp.info/files/imglnks/usi...LP79019-BVB47_Beethoven-Busoni-Ecossaisen.pdf

Das jeweils zweite Es im zweiten und vierten Takt dieser Kadenz zu treffen hat mir eine Weile große Schwierigkeiten gemacht, deswegen habe ich mich zwangsläufig mit ihr befassen müssen.

Theoretisch gibt es diverse Möglichkeiten, diese Kadenz zu gestalten und darum soll es hier gehen, wobei es nicht so sehr darauf ankommt, daß es sich um genau dieses Stück handelt, mir geht es eher um das Prinzip, so einen Schluß durchzudenken.

In den Aufnahmen, die ich gehört habe, wird die Kadenz sehr schnell gespielt. Busoni selbst hat sie ebenfalls sehr schnell gespielt, er wird sich wohl etwas dabei gedacht haben. Ich habe das übernommen, denn mir gefällt es gut, eine rationale Begründung für das Tempo wüßte ich allerdings nicht, es ist auch nicht in den Noten vermerkt.

FF ist für das Ende vorgegeben, also bietet sich ein Crescendo an. Und jetzt wird es gemein, ich schreibe einfach mal mögliche Verläufe auf, die mir in den Sinn gekommen sind, ohne Rücksicht auf ihre musikalische Verwertbarkeit.

Ein regelmäßiges Crescendo von mf im ersten Takt bis ff für die letzten Takte, die Sforzati setzen jeweils noch einen drauf.

Der ständige Wechsel zwischen Dominante und Tonika impliziert Spannung und Auflösung, also (taktweise) mf, p, f, mf, ff, danach folgt man den Sforzati im Bass.

Man nimmt die rechte Hand als Beiwerk und betont, da es ein furioser Schluß ist, jeweils die Tonika, also genau das Gegenteil der vorherigen Version - p, mf, mf, f, f, ff.

Abwechselnde Betonung links und rechts, bzw. rechts und links, weil rechts beginnt, also rechts betont auf Dominante, links auf Tonika, nur der letzte Ton weicht davon ab, er ist der lauteste Ton im ganzen Stück. Die rechte Dominante löst also die linke Tonika aus (nicht "auf") und die linke Tonika provoziert erneut die rechte Dominante, bis es dem Pianisten zuviel wird und er beherzt darauf beharrt, daß es eine Schlußkadenz ist - "B!-B!-Es-ja-wirk-lich-aus(Es)!!!!!"

Die große Frage lautet nun, wie man diese Möglichkeiten gegeneinander abwägt und zu einer Entscheidung kommt. Es soll nicht darum gehen, welche Möglichkeit am besten ist, denn das besondere an der großen Frage ist ja, daß man es nach deren Beantwortung selbst entscheiden - und auch begründen - kann. Es spricht nichts dagegen, weitere "Formeln" für diese Kadenz vorzuschlagen, wenn die zum Thema passen, also in irgendeiner Weise diskutabel sind.
 
B
Bachopin
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Hi Guendola,
Ich bin zwar frustriert, weil dieses Thema bislang einfach ignoriert wurde, während zu jedem Scheiß ellenlange Beiträge verfaßt werden, aber die Schlußkadenz des Stückes in Busonis Fassung beschäftigt mich immer noch, weniger technisch als musikalisch und dazu würde ich gerne ein paar fundierte Meinungen hören.

bei dem zu jedem Sch... und ellenlange Beiträge hast du recht. ;-)

Ich hab' die Vermutung, du hast andere Leute als mich im Sinn, aber ich werd deine Alternativen/Vorschläge mal ausprobieren, vielleicht kann ich dir dann helfen.

Ansonsten würde ich sagen, vielleicht die verschiedenen Varianten selber aufnehmen und dann anhören und beurteilen.

Gruß
Ps: Morgen sind sowieso keine WM Spiele. :D
 
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Guendola
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Hi Guendola,


bei dem zu jedem Sch... und ellenlange Beiträge hast du recht. ;-)

Ich hab' die Vermutung, du hast andere Leute als mich im Sinn, aber ich werd deine Alternativen/Vorschläge mal ausprobieren, vielleicht kann ich dir dann helfen.

Ansonsten würde ich sagen, vielleicht die verschiedenen Varianten selber aufnehmen und dann anhören und beurteilen.

Gruß
Ps: Morgen sind sowieso keine WM Spiele. :D

Hallo Bachopin, ich habe Austausch im Sinn, nicht bestimmte Leute. Und es geht mir nicht um fertige Ergebnisse oder Vorschläge, sondern um die Überlegungen an sich.

Meine momentane Version liegt zwischen der dritten und vierten. Warum, schreibe ich, wenn die Diskussion tatsächlich in Gang kommt.
 
B
Bachopin
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Hi Guendola,

ich hab' jetzt die 8 Takte mal kurz probiert.
Ist ja jetzt nichts kompliziertes. Es sind ja einfach drei simple Schlüsse im Oktav-Abstand abwärts verschoben hintereinander.

Mein "dramaturgischer" Ablauf:
Nach dem ersten Schluss kommt sozusagen zur Überraschung ein 2. Schluss, den würde ich jedenfals leiser wie den 1. spielen.

Und dann kommt ja zur Überraschung aller nochmal ein Schluss, den würde ich dann wie in der Notation angegeben ganz laut spielen (lauter wie den ersten). Dann haben alle grosse Freude. ;-)

Um den Überraschungseffekt noch weiter zu verstärken kann man in jedem Schluss, wie du ja vorgeschlagen hast, die Tonika extra noch betonen (hallo, das ist der Schluss! ;-) ).

Ich bin eher zurückhaltend und nicht so polternd (Beethoven war ein Punk, man muss ihn einfach lieben), ich würde das nicht so stark betonen.

Gruß
 
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