Bechstein Flügel - Baujahr Mechanik

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Modula12

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Hallo,

ich würde gerne das Baujahr meines Bechstein-Flügels ermitteln. Leider ist keine Seriennummer mehr zu erkennen.
Auf der Langer Mechanik findet sich aber die folgende Nummer: 550368.
Kann ggf. jemand anhand dieser Nummer das Baujahr der Mechanik bestimmen?

Vorab vielen Dank.

Ralf
 
klaviermacher

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Hallo Ralf,

Langer & Co. Mechaniken:
1916 - 478367
1920 - 517682
Nach 1920 ist keine eindeutige Zuordnung der Mechaniknummern zum Baujahr möglich...
(Auszug aus "Atlas der Pianonummern")

LG
Michael
 
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Modula12

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Hallo Michael,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Das hilft zumindest etwas weiter.

Viele Grüße

Ralf
 
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Modula12

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Neue Erkenntnisse

Hallo Experten,

bin immer noch bei der Baujahr-Bestimmung meines Bechstein-Flügels. Das Instrument wurde offenbar schon einmal komplett überholt, wobei der Gussrahmen neu lackiert wurde. Die originale Seriennummer ist folglich nicht mehr erkennbar.
Jetzt habe ich entdeckt, dass oben auf der Mechanik handschriftlich eine 6-stellige Nummer aufgetragen wurde. Diese lautet 134345 und würde, falls dies die Seriennummer ist, auf das Baujahr 1928 hindeuten.
Jetzt meine Fragen:
Ist es üblich, die Seriennummer im Rahmen einer Überlackierung handschriftlich an anderer Stelle anzubringen und wäre die gezeigte Stelle auf der Mechanik (siehe Foto) hierzu der geeignete Ort?
Wäre das Baujahr 1928 schlüssig zur gezeigten Form des Flügels bzw. der Bechstein-Prägung in der Gussplatte?
Zum Baujahr der Langer-Mechanik (Nr. 550368) liegt ja bereits eine Information vor (s.u.) – wäre diese ebenfalls plausibel zum vermuteten Baujahr?

Viele Grüße

Ralf
 

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Modula12

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Kann mir hier wirklich niemand weiter helfen?

Ralf
 
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Modula12

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Das habe ich nicht versucht, da auf der Bechstein-Website ziemlich eindeutig Position bezogen wird: entweder man hat die Seriennummer oder nicht - das einsenden von Fotos oder dgl. zur Baujahresbestimmung wird abgelehnt.

Zitat aus den FAQ (http://bechstein.com/service/fragen-antworten.html):
Wenn die Authentizität oder die Vollständigkeit der gefundenen Nummer zweifelhaft sind, kann man das Baujahr dann trotzdem ermitteln? Antwort: Leider nein.
Wenn ich keine Nummer finde, kann das Baujahr dann auch mit Hilfe einer Fotografie ermittelt werden? Antwort: Leider nein.

Seitens Bechstein besteht also offensichtlich kein Interesse, Menschen wie mir zu helfen. Bleibt irgendwie nur diese Forum hier...
 
R

rhodes

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Hallo Ralf,

bei meinem Flügel (Berdux/Bj. 1914) ist die Seriennummer außer auf dem Resonanzboden auf vielen Teilen zu finden z.B. auf der Mechanik mehrfach (Klaviaturrahmen/Taste/Tastenfangleiste), auf der Schlossleiste (innen), auf den Tastaturbacken (Unterseite). Ich denke in der Fertigung wurden die Teile genau auf diesen Flügel angepasst und damit man sie nicht verwechselt wurde in der Fertigung immer die Seriennummer auf ihnen vermerkt.

Vielleicht findest Du ja an Deinem Instrument noch an einer anderen Stelle eine Bestätigung für die Seriennummer. Ich denke aber dass es die Seriennummer ist, bei meinem steht an gleicher Stelle ebenfalls die Seriennummer.

Gruß
Thilo
 
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Modula12

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Hallo Thilo,

danke für die Info.
Tatsächlich sind die Einzelteile des Flügels noch mit einer "Fertigungsnummer" versehen - diese entspricht aber nicht der Seriennummer und erlaubt, lt. Bechstein, auch keinen Rückschluß zum Baujahr des Instruments.

Ich hatte gehofft, dass über die Bauform des Flügels die Richtigkeit der handschriftlchen Nummer zumindest bestätigt werden kann. Wie auf dem Foto zu erkennen, hat mein Flügel 2 "Ecken". Die Flügel um 1900 haben 3 "Ecken", die ganz neuen gar keine mehr. Weiß vielleicht jemand, in welchem Zeitfenster Bechstein seine Flügel mit 2 "Ecken" gebaut hat?

Ebenso hat sich die Prägung im Gußrahmen verändert. Auf einem Bechstein von 1905 steht zum Beispiel "C.Bechstein Hof-Lief.Sr.Maj.d.Kaisers u.Königs"; bei mir steht nur noch "C.Bechstein". Hier müsste doch auch ein Rückschluss auf den Zeitraum möglich sein, in dem der Flügel hergestellt wurde.

Gruß

Ralf
 
klaviermacher

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Hallo Ralf,

Ich würde davon ausgehen, dass die Nummer auf der Tastensperrleiste stimmt und das Instrument somit von 1928 ist. Nach der Mechaniknummer ist der Flügel auf jeden Fall nach 1920 - je nach dem wie viel Mechaniken gebaut wurden (ohne eindeutige Zuordnung) sind es auf alle Fälle ein paar Jährchen später. Sicherlich könnte man an irgend einem Teil, wie Thilo schon bemerkte nicht nur eine interne Laufnummer sondern auch die Op-Nummer finden. Viel wichtiger neben all dem ist doch - wie klingt der Flügel? Was hat er für Defizite und was macht ihn besonders im Klang. Willst Du ihn verkaufen?

LG
Michael
 

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Modula12

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Hallo Michael,

im Gegenteil; ich habe den Flügel erst gekauft und möchte nun auch so viel wie möglich zu seiner Historie heraus finden. Über die Seriennummer kann man bei Bechstein z.B. den Erstbesitzer erfragen...
Die Seriennummer ist bei Bechstein-Flügeln lt. eigenen Angaben nur an einer Stelle, nämlich vorne am Gußrahmen oder (bei älteren Instrumenten) auf dem Resonanzboden zu finden.
Gibt es ggf. Literatur, die die Entwicklung der Bechstein-Flügel detailliert aufzeigt?

Gruß

Ralf
 
klaviermacher

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Ich kenne leider keine Literatur - kann sein, dass es da was gibt. Ich verstehe schon, dass es reizt und interessant ist, etwas über den Erstbesitzer zu erfahren. Für mich als Klaviermacher ist es wesentlich wertvoller über die Qualität der Reparatur zu erfahren - vielleicht sogar die Werkstatt. ;-)

LG
Michael
 
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Ka8

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Hallo Modula12,

auch ich besitze einen Bechstein, ein Modell A, allerdings etwas älter als Deiner und mit erhaltener Seriennummer. Die Anfrage beim Bechstein-Archivdienst habe ich schon gestellt und bin sehr auf die Ergebnisse gespannt. Über die Modellentwicklungen ist in den bechsteineigenen Publikationen leider wenig zu finden, einen netten Abriss gibt es aber in "Klavierwelten, Faszination eines Instrumentes", welches Du im Internet gebraucht leicht finden kannst und Dir als Bechstein-Fan sowieso zulegen solltest.

Einige Informationen zur Modellentwicklung findest Du auch unter dem Suchwort "Bechstein" im Tastenwiki.

Bechstein

Hier steht auch, dass Langer-Mechaniken erst seit 1920 verbaut wurden. Dies passt auch mit dem Design der Gussplatte zusammen, welche seit der Novemberrevolution 1918/19 sicherlich nicht mehr den Schriftzug "Hoflieferant seiner Majestät ..." trug. Vielleicht kannst Du ja auch versuchen, Kontakt zum Autor des Tastenwiki-Artikels aufzunehmen, er scheint ein Bechstein-Experte zu sein, da er viele Informationen verarbeitet, die aus der angegebenen Literatur nicht hervorgehen.

So viel von meiner Seite.

Schönen Sonntag wünscht

Ka8
 
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Modula12

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Hallo Ka8,

wie läuft das mit dem Archivdienst (Dauer, Kosten usw.)?

@Michael:
Mit der Qualität der Reparatur (die schon mindestens 30 Jahre zurückliegt) und letztlich auch mit dem Klang des Flügels bin ich sehr zufrieden. Lediglich ein paar Tasten "karzen" ein wenig im letzten Drittel des Betätigungsweges. Das Geräusch entsteht offensichtlich an der im anliegenden Bild gekennzeichneten Stelle. Dort reibt ein Metallstift zwischen 2 Lederflächen und könnte etwas "Schmierung" gebrauchen.
4240-91c58380f05abe8fad23171c3686aa5e.jpg
Wie könnte ich hier Abhilfe schaffen?

Viele Grüße

Ralf
 
klaviermacher

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Hallo Ralf,
Du meinst wohl es liegt an den Ledergarnierungen der Waagebalkenfütterung.
Zum "schmieren" eignet sich Teflon-Puder.

LG
Michael
 
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Modula12

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Hallo Michael,

vielen Dank für den Tipp.

Gruß

Ralf
 
Bechsteinfreund

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Falls Du noch nicht weiter gekommen bist...
ich hatte ein ähnliches Problem. Überall fand ich auf meinem Flügel (Bechstein M von 1933) eine 5stellige Nummer, auch gestempelt auf der Gussplatte, aber an ungewöhnlicher Stelle. Diese konnte nicht die Seriennummer sein, da er dann von 1903 gewesen wäre und das nicht zum Modell passt. Es handelte sich um die sog. Rastnummer. Ich habe dann intensiv gesucht und unter der Tastenleiste (die Leiste vor den Tasten) zwar wieder die eingestanzte 5stellige Nummer gesehen, aber auch noch eine handschriftliche mit 6 Ziffern. Diese war tatsächlich die gesuchte Seriennummer. Ich habe auch lange recherchiert. Nach meiner Ansicht ist auch bei Dir die handschriftliche Nummer die Seriennummer des Flügels. Die Bilder sprechen nach Flügelform, Design und Art der Prägung des Gussrahmens nach meinen Erkenntnissen für ein Flügel aus den 20er Jahren, vielleicht 30er. Damit ist Baujahr 1928 sehr realistisch. Im Rahmen von Restaurierungen des Instrumentes wurde oft handschriftlich auf einzelnen Teilen die Seriennummer vermerkt, damit sie wieder zuordnen konnte. Auf den meisten Teilen des Flügels ist die 5stellige Rastnummer angebracht. Sie wurde damals in der Regel auf einen Balken am Boden, den Tastendeckel von hinten, die Tastenleiste, die Lyra von oben u.a. eingeschlagen. Man sieht sie einfach am Boden und wenn man den Tastendeckel rausnimmt. Fälschlicherweise wurde sie dann manchmal als Seriennummer irgendwo am Gussrahmen aufgedruckt, nachdem die echte Nummer versehentlich abgeschliffen und überlackiert war. Man kann bei Bechstein für 26 Euro nach der Seriennummer fragen und mit Glück findet sich noch das Warenausgangsbuch von damals. In der Tat kann man nicht von der Rastnummer auf das Alter schliessen, bei vielen Flügeln ist jedoch unter der Seriennummer auch die Rastnummer eingetragen worden. Wenn das bei Deinem Bechstein der Fall wäre könntest Du überprüfen, ob Deine mutmassliche handschriftliche Nummer als Seriennummer mit Deiner 5stelligen Rastnummer eingetragen ist. Dann weisst Du die Seriennummer sicher.

Viel Erfolg
 
F

fab

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die ecke sieht saucool aus. sollten die wieder so bauen!
 
 

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