Art Tatum - warum so unbekannt?

Dieses Thema im Forum "Klavier und Jazz" wurde erstellt von Alex Schmahl, 30. Mai 2006.

  1. Alex Schmahl
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    Alex Schmahl Guest

    Art Tatum gilt für viele Jazzfreunde als der Jazzpianist überhaupt. Von überragender Technik, die man sonst nur bei Klassikpianisten findet und von ebenso großer Musikalität. Im Prinzip gute Voraussetzungen, um ein Star oder eine Legende zu sein, doch irgendwie, und vielleicht täusche ich mich da, scheint Tatum nicht die Aufmerksamkeit zu bekommen, die er verdient.

    Was hat es auf sich, mit dem Phänomen "Art Tatum"? Warum vergöttern ihn viele Jazzpianisten und ist gleichzeitig bei vielen "nur" Jazzhörern oft sogar unbekannt?


    Grüße an alle

    Alex
     
  2. Heglandio
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    Heglandio

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    Art Tatum hatte in seiner ersten Periode seinen ganzen klassischen Background in den Jazz (Swing!) gebracht (Debussy und Ravel, Chopin, Listz, Brahm etc.). Im Verlauf seiner Lebenszeit löste sich jedoch das klassische mehr und mehr… Ich wiederhole nochmals, dass ein Bud Powell oder Thelonious Monk technisch nicht im Geringsten nach hinkten! Das ist ein Irrtum, welcher viele Leute durch das hören der eher rhythmischen aber nicht so virtuosen Phrasen einander erzählen. Für mich war diese Zeit ein großer Wendepunkt. Wichtig fürs praktische: Art Tatum und wie so oft auch andere Swing-Pianisten hatten enorm große Finger, die spielten meist im Bass Zwei oder Dreiklänge über die Oktaven hinaus. Für Leute mit kleinen Fingern also überhaupt nichts…

    Des Weiteren ist es absolut Geschmacksache, ob die ständigen Läufe übers Piano nun wirklich musikalisch sind oder nur einfach Show waren! Für meinen Geschmack harmonisch wie so oft im Jazz sehr interessant jedoch zu willkürliche Arpeggios, die zwar enorme Spannungen erzeugen jedoch auch sehr verpönt waren!
     
  3. Heglandio
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    Heglandio

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  4. Heglandio
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    Heglandio

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  5. pianomobile
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    pianomobile

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    Tatum gilt sicher als einer der besten Swing-Pianisten.
    Dass er (und auch ein Earl Hines) nicht ganz den Bekannheitsgrad anderer Pianisten erreicht hat, hängt vielleicht damit zusammen, dass er als "Swinger" im neuen "intellektuellen" Jazz des Bebop, der sich ja eigentlich als Gegenpol zum Swing sah, etwas untergegangen ist.