Applaus bei Amateur-Konzerten

dann hätte ich schon keine Lust aufs Vorspielen. Weder als Akteur noch als Zuhörer, der den bibbernden Schülern mit seinem Applaus ja auch Mut machen will.

So geht's mir leider auch. Drum wollte ich mich mal bei euch umhören, ob ich da komplett falsch liege... Wir haben die Stücke nun alle brav vorbereitet und ich fühle mich verpflichtet, da mitzumachen. Ist ja schon bald, und das Programm steht. Möchte auch nicht ewig mit ihr über das Für und Wider und ihre "Philosophie" herumdiskutieren. Sie wird sich sicher nicht umstimmen lassen.

Als ich zugesagt habe, war mir allerdings diese spezielle Setting nicht klar - und ich fühle mich nun fast ein bisschen um den Applaus und eine angemessene Konzertatmosphäre "betrogen". :020:
 
Nur mal als Beispiel für störenden Applaus: Eine Schülerin oder ein Schüler spielt drei oder vier Stücke aus Schumanns Kinderszenen, dann kann und sollte bei der Ansage darum gebeten werden, erst nach dem letztgenannten Stück zu applaudieren. Das ist für die Aufmerksamkeit des Publikums besser und für die Vortragenden angenehmer.
 
Allerdings finde ich immer eine kleine Stille nach jedem Stück schön, bevor der Applaus einsetzt.

Dem kann ich voll zustimmen und meine vorherige Gesangslehrerin hat uns dafür eingebläut die Körperspannung über den letzten Ton hinaus zu halten, solange wie wir die Stille eben erhalten möchten.
Das hat der Künstler durchaus selber in der Hand. Ist und war das Publikum von dem Vortrag gebannt, spürt es die gewollte Stille auch und klatscht nicht hinein.
 
Kein Applaus ist ja auch eine Art Gleichbehandlung. Es muss sich niemand grämen, wenn er/sie weniger davon bekommt...

Mich nervt Applaus oft, nicht immer. Oft frage ich mich, wie es Menschen mental schaffen, kaum den letzten Ton verklingen zu lassen und loszuklatschen. Weil es so üblich ist....? Zum Teil grenzt das für mich an Banausentum.....

Insofern habe ich ein gewisses Grundverständnis für das Anliegen der KL.
 
Wenn ich erkältet bin und absehbar ist, dass ich husten und schnäuzen muss, gehe ich nicht in einen Liederabend.
Ich meinte ja nicht, dass da jemand mit einer schweren Erkältung und grippeartigen Symptomen sitzt. Aber im Winter und speziell in der trockenen und schlechten Luft eines Konzertsaals werden immer ein paar (ansonsten ganz gesunde Leute) einen Hustenreiz verspüren. Bei mehr als 500 Besuchern dürfte das dazu führen, dass in einer Liederpause der ein oder andere diesem Reiz nachgibt und eben hustet. Das ist nicht schön, aber immer noch besser als wenn dies während des Vortrags passiert. Wenn ein Profi dann den Kopf schüttelt empfinde ich das als unhöflich (niemand hustet zum Spass) und wichtigtuerisch … er ist nur ein Sänger, der auch von den Einnahmen des Konzerts lebt …
 
Ich meinte ja nicht, dass da jemand mit einer schweren Erkältung und grippeartigen Symptomen sitzt. Aber im Winter und speziell in der trockenen und schlechten Luft eines Konzertsaals werden immer ein paar (ansonsten ganz gesunde Leute) einen Hustenreiz verspüren. Bei mehr als 500 Besuchern dürfte das dazu führen, dass in einer Liederpause der ein oder andere diesem Reiz nachgibt und eben hustet. Das ist nicht schön, aber immer noch besser als wenn dies während des Vortrags passiert. Wenn ein Profi dann den Kopf schüttelt empfinde ich das als unhöflich (niemand hustet zum Spass) und wichtigtuerisch … er ist nur ein Sänger, der auch von den Einnahmen des Konzerts lebt …

Das hat aber gar nichts mit der von @klaros geschilderten Atmosphäre während dieses Konzertes mit der Winterreise zu tun und rechtfertigt nicht, einen großen Künstler wie Thomas Quasthoff als aufgeblasenen Wichtigtuer zu titulieren.
 
Dem kann ich voll zustimmen und meine vorherige Gesangslehrerin hat uns dafür eingebläut die Körperspannung über den letzten Ton hinaus zu halten, solange wie wir die Stille eben erhalten möchten.
Das hat der Künstler durchaus selber in der Hand. Ist und war das Publikum von dem Vortrag gebannt, spürt es die gewollte Stille auch und klatscht nicht hinein.
Ja, das Hineinklatschen ist eine Unart, die man häufig bei Sinfoniekonzerten erlebt, dazu brüllt dann immer noch irgend jemand ein Braavoo hinein, was oft noch den letzten Ton überschallt.
Ich finde vier Sekunden Stille nach dem Schluss auch als Zeichen des Respekts vor der Leistung der Ausführenden richtig.
 

Habe nun allerdings erfahren, dass sie das Publikum explizit darauf hinweisen wird, nicht zu applaudieren, um „die Magie zwischen den Stücken nicht zu stören“.

Bist du dir sicher, dass damit absolut kein Applaus gemeint ist?
Man kan es auch so verstehen: "zwischen den Stücken des jeweils Vortragenden".
Also so, wie es z.B. bei einer Sonate in DE üblich ist.

Welche "Magie" bei einem Schülervorspiel mit einer Bandbreite von Amelie bis Elise zerstört werden soll erschliesst sich mir nicht ganz.
 
Wenn alle gleichzeitig auf der Bühne stehen, kann man, um da keine langen Pausen zu provozieren den Applaus sparen. So wie man auch keinen Vortragenden einer Sonate zwischen zwei Sätzen unterbricht. Aber wenn da eh Pausen sind, weil die Leute von der Bühne gehen und der nächste kommt... Das gibt ja nun auch nicht standing ovations, die den ganzen Abend endlos in die Länge ziehen würden.

Ne ehrlich, ich schließe mich an, ich hätte da keine Lust mehr auf das Vorspiel. Man bekommt als Amateur kein Geld für den Auftritt. Der einzige Lohn ist die Anerkennung in Form von Applaus. Und der soll nun verweigert werden? Dann würde ich nicht spielen.
 
@ChristineK
Am besten wäre es, wenn du dich mit einem oder mehreren Teilnehmern in Verbindung setzt und ihr (sofern die das ähnlich sehen) gemeinsam das Anliegen mit den hier genannten Argumenten vorbringt, um die Lehrerin umzustimmen.
 
Den Ansatz kann ich auch irgendwie verstehen. Gerade wenn viele kurze Stücke gespielt werden, klingt das Applausgeräusch stärker als die Musik, einfach, weil es so oft und nah hintereinander ist.
Allerdings muß man dann auch das hintereinander Auftreten üben, dann ist die ganze Veranstaltung wie ein einziger Prozess, an dessen Ende alle für ihr gemeinsames Tun belohnt werden, ähnlich einem Theaterstück, bei dem ja auch nicht jeder Schauspieler nach jedem Monolog Ovationen einsteckt.
Allerdings finde ich auch, daß man bei Schülervorspielen die Lampe nicht so hoch hängen soll und daß es für jeden schön ist, wenn er im Applaus abtreten darf. Leichter ist es allemal.
 
Ich denke das die KL vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat wie : die kleine "Anna" 10 Jahre bringt 10 Verwandte mit die nach einem schlechten Vortrag wie bekloppt klatschen, während ein anderer der super gespielt hat vielleicht nur mit Mutter da, ist wenig Applaus bekommt.
Ist so wie mit Schuluniform alle sind gleich.
 

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