Appassionata -Beethoven Klaviersonate 23 in sehr "abstrakter" Aufnahmequalität

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Incoronazione

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jetzt heute habe ich mir meine spontane aufnahme von gestern angehört und stelle leider fest, dass der ton aufnahmebedingt sehr schwankt? habe einfach ein mikrofon an den PC angeschlossen, dieses in die nähe des klaviers (Grotrian Konzert Flügel) gelegt und aufgenommen. das mikro lag immer am selben ort, das Klavier hab ich auch nicht während des Spielens hin und hergeschoben, trotzdem klingt es so. was ist das?
am Anfang gibt einen Aussetzer, der ist entstanden, als ich über eine software die volumeunterschiede ausgleichen wollte. habe irgendwie 5 sec vom anfang zerhackt. in der mitte wird die tonqualität besser, keinesfalls aber akzeptabel.
naja, auf jeden fall war das die appassionata (im Volksmund) oder aber vielmehr die Klaviersonate 23 von beethoven. die noten sind von 1984, hab sie neulich geschenkt bekommen und dachte, beethoven könnt ich mal wieder spielen. also hab ich mir gestern die noten durchgelesen und dann, mehr oder weniger vom Blatt, mal gespielt. vielleicht etwas zu schnell, aber ich habe die ganze zeit an mein essen denken müssen, was gerade auf dem herd vor sich hin köchelte. deshalb fehlt vom stück auch ein wenig vom ende.

kann mir jemand helfen bei der qualität? woran liegt es, dass die lautstärke so schwankt?

trotzdem sollte die aufnahme nicht überbewertet werden und man sollte auf die schönheit und dämonik dieser sonate achten. ein hübsches stück, vielleicht üb ich es mal richtig ein.

[mp3="https://www.clavio.de/forum/upload/mp3/1207966643.mp3"]IrgendwelcheZeichen[/mp3]

i.
 
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Wow. Prima Vista? Ich bin beeindruckt!!



An was das Problem der Aufnahmequalität liegen könnte weiss ich nicht - vielleicht ist's das Mikrofon (was sonst, eigentlich). Es gibt ab und zu so eine Option die sich "Automatic Dynamics Gain" oder so nennt, die sonst eigentlich für solche Lautstärkeschwankungen verantwortlich ist; hier aber wird die Lautstärke nicht runtergedreht bei lauten Passagen und raufgedreht bei leisen... Das wird's wohl auch nicht sein.
 
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das Einzige das war, war dass das Kabel vom mikro zum laptop UNTER dem Klavier herging. kann es evtl an erschütterungen durch das spiel liegen? evtl hab ich es auch mit dem Wagen (rollstuhl) berührt, aber daran kann es ja auch nicht liegen, bin ja nicht die ganze zeit drübergerollt, vielleicht ein oder zweimal, beim Aufbau.
 
Hmm... Ich würd's mal mit nem anderen Micro probieren. Und sonst gibts hier im Forum irgendwo 'nen Thread, wie man für wenig Geld relativ professionelle Aufnahmen machen kann, ist sicher schnell gefunden :)
 
hallo incorazione

kann dir leider nicht helfen. aber: prima vista – wow. bin platt. toll! für einen anfänger wie mich vollkommen unbegreiflich. bin auf die guten aufnahmen sehr gespannt!
 
ich habe auch nur gesagt, dass es Prima Vista ist, weil es nicht einwandfrei eingespielt ist. hätte ich zwei jahre daran geübt, oder auch nur zwei tage, wäre es wesentlich besser. ich habe mich genau 4 mal verspielt, wer findet die Fehler?
 
wow, wirklich toll gespielt, meinen tiefen Respekt!!!
Allerdings, so richtig "prima vista" ist es nicht, sei ehrlich. Du als Profi/Ex-Profi hast die Sonate mit Sicherheit früher schon einmal gespielt, das gehört doch zum Standard-Repertoire eines Profis. Prima vista bedeutet meines Wissens aber doch "auf den ersten Blick", oder?
Aber dennoch: Auch ich freue mich auf weitere Aufnahmen mit besserer Qualität. Im übrigen interessiert mich das Aufnahmeproblem auch, weil ich immernoch ebenfalls damit hadere.

Gruß,

Wolf

p.s.: Ich als "Laie" :( brauche viiiiel länger zum Einüben. Bei den Beethoven Sonaten kann da durchaus mal ein Jahr rum gehen, bevor ich sie wirklich vorspielen würde.
 
>hast die Sonate mit Sicherheit früher schon einmal gespielt
Nein,

Aber dass man das selbst als geübter Spieler nicht sofort spielen kann ist normal. Ich habe mir halt die Noten genommen und durchgelesen vorher, dann hab ich geguckt welche Takte innerhalb des Stückes immer wieder identisch sind, bzw. sich nicht groß unterscheiden. Das sollte man ohnehin immer als erstes Tun. Oft schrumpft das Stück dann stark zusammen, weil es sehr viele Wiederholungen, bzw. Abwandlungen gibt. Hier bei der Nr. 23 war das auch stark der Fall. Das heißt ein langes Stück ist dann gar nicht so lang.
Besonders wenn man extrem viel mit Noten zu tun hat (als Dirigent) erkennt man sehr schnell Zusammenhänge und Strukturen, ähnlich als wenn man durch das Louvre geht und dort die unzähligen Bilder sieht. Nehmen wir nur einmal dort die Bilder die Portraits sind, könnte man die 1/3 des Louvres als "Porträtsammlung" bezeichnen. Dann die Landschaften ... und schon sind 2/3 weg, Motive die sich wiederholen im Louvre. Es bleibt also 1/3 das keine Porträts oder Landschaften sind, diese Bilder kann man dann nicht sofort einordnen. So ist das auch bei Noten.

Bei mir ist es meist nicht die Schwierigkeit ein Stück technisch zu spielen, sondern zu interpretieren. Gerade beim vom Blatt spiel ist es natürlich schwer ein Stück richtig zu interpretieren, weil man sich nciht mit dem Stück beschäftigen kann. Daher mag ich eigentlich auch kein "spontanes vom Blatt" spiel. Ähnlich als wenn man einem Schauspieler bei einer Probe einen xbeliebigen Text gibt, den er lesen soll, ihm aber nicht sagt, welcher Rolle dieser Text zugedacht ist. Angenommen der Text wär von einem Priester, würde der Actor den Text ganz anders lesen, als wenn er wüsste, der Text ist von einem Massenmörder.

So auch bei Stücken. Wenn ich Stücke einübe dann weniger in technischer Hinsicht, weil das in aller Bescheidenheit für mich kein Problem ist, sondern in interpretatorisch-dramatischer Hinsicht. Das gleiche beim Dirigieren: man kann ein Stück fehlerfrei dirigieren - kein Problem. Aber einem Stück durchs dirigieren Leben einzuhauchen, das Ensemble wissen zu lassen, worum es geht ... das ist schon was ganz Anderes.

Ich habe mal die Hymne der Champions League dirigiert, ein großartiges Stück übrigens: http://youtube.com/watch?v=XWoD-FOWzhI
und von dem Orchester dachten alle es geht um Fußball, aber in Wirklichkeit ging es um Verbundenheit. Auch dass dieses Stück in Anleihen von Händel kommt, wussten nur die wenigstens. Also muss man sich auch ein klein wenig mit Händel befassen um dieses Stück "atmen" zu lassen.
Eine Sängerin fand sogar, dass es "blöd" sei, dass sie den Text dreisprachig singen soll, sie hat offensichtlich nicht verstanden, dass es um Verbundenheit, Brüderlichkeit geht ohne nationale Grenzen. Irgendwie war sie dem sehr abgeneigt, und ich habe sie ausgetauscht.
 
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Umblättern? nunja, sechs Seiten kann ich ja ausbreiten, nebeneinander. immer wenn es mal etwas ruhiger ist, tausche ich eines der blätter aus, die griffbereit auf einem hocker liegen.
 

Das würde mich auch stark interessieren :)

Achja, das Stück gefällt mir wirklich, ich glaub, das könnte ich auch mal spielen :D
Ich finde den 3. Satz auch schöner als den 1.
Allgemein gefallen mir von den Sonaten häufig die letzten Sätze am besten, weil sie am feurigsten und leidenschaftlichsten sind.

Beste Grüße

Interessant. Mir gefallen - Achtung: ich LIEBE Beethoven - eigentlich immer die langsamen Sätze am meisten. Das ist, nebst all dem feurigen und virtuosen, das ich auch grossartig finde (viele Leute sagen, ich sei am Flügel ein Tier), meines Erachtens doch am ehesten meine ganz intime Welt.

Schnelle Sätze finde ich voll geil zum spielen, die langsamen jedoch kommen ganz tief aus dem Herzen.
 
Das ist im Prinzip eine sehr philosophische Frage:
Sind schnelle oder langsame Sätze "gefühlvoller", intensiver?
Vermutlich ein bisschen wie die Frage, ob es emotionaler ist, zu weinen oder jemanden anzuschreien.

Ich finde, dass gerade auch die virtuosen Stellen, besonders in der späten Klassik, Romantik und später, sehr leidenschaftlich und bewegend sind.
Ich empfinde das meist als besonders aufwühlend und bewegend; häufig bäumt sich die Musik auf und entläd sich in besonderem Maße - oder eben auch gerade nicht, was dann ein beklemmendes Gefühl, fast ein Unbehagen auslöst.
Wie gesagt sehr aufwühlend.

Langsame Sätze berühren anders als schnelle, eher die liebliche, ausgeglichene, oder aber depressive, furchtsame Seite, wirken unbehaglich oder drückend.
Wenn ich einen langsamen Satz kennengelernt habe, gefällt er mir meistens auch sehr gut, aber es braucht länger, ihn zu verstehen.

Oh je, ich weiß selbst nicht, ob das jetzt alles für mich so 100% stimmt... :D
Grüße
Stilblüte
 
Auch von mir große Anerkennung für diese Leistung.

ich habe auch nur gesagt, dass es Prima Vista ist, weil es nicht einwandfrei eingespielt ist. hätte ich zwei jahre daran geübt, oder auch nur zwei tage, wäre es wesentlich besser.

Was hälst du dann davon, 2 Tage zu üben - mich hat dein Klavierspiel sehr erfreut, aber die Aussicht, dass es wesentlich besser klingen würde, wenn du 2 Tage daran üben würdest, macht natürlich Appetit auf mehr.

Vielleicht kriegst du ja auch das Mikrofonproblem in den Griff.

Wenn ich ehrlich bin, ich glaube nicht, dass es sich um Prima Vista- Spiel handelt, dabei noch ans Essen statt an die Noten denken kannst, die Noten geräuschlos umblättern kannst, ohne zu stocken, sondern dass lange Arbeit dahinter steckt. Aber das ist unerheblich, und schmälert nicht meine Anerkennung. Es ist einfach sehr gut gespielt, was du dazu geschrieben hast, "in aller Bescheidenheit", ist für mich absolut zweitrangig.
 
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wers nicht glauben will solls lassen. und noten geräuschlos umblättern? als ob das eine schwierigkeit wäre. wenn es eine kunst für sich wäre, notenblätter geräuschlos umzublättern, wäre das wahrscheinlich ein extra kurs beim musikstudium. statt umzublättern berühre ich die noten manchmal auch nur mit einem finger und "stupse" sie weg, sodass sie auf den boden fallen.
 
"Vom Blatt gespielt"... Aber klar doch! Ein unerkanntes Genie weilt unter uns! :trompete:
 

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