Akkorde / Funktionen Präludium harpeggiato Johann Caspar Ferdinand Fischer

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Gazania

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Hallo zusammen,
nach über einer Stunde erfolgloser Suche im Internet, u.a. hier in Foren, gebe ich auf.
Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, wo ich die Akkordbezeichnungen klassischer Stücke herbekomme.
Mein erster KL hat mich kein Stück ohne Eingehen auf die Funktionen spielen lassen, meine neue KL hat zwar für alle Probleme Übungen und Lösungen, ist aber in Sachen Harmonielehre leider nicht sehr fit. Also versuche ich in leichteren Stücken wie dem o.g. Akkorde und Funktionen selber zu erkennen, aber das gelingt mir nicht in allen Takten, z.B. Takt 11 oder Takt 17.
Gibt es irgendwo Noten, bei denen Akkorde generell genannt werden? Ich habe mit meinem ersten KL so gelernt, dass ich einfache Sachen durch alle Tonarten spielen musste. Leider hat der KL nach zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgehört und ich bin noch nicht fit genug, Akkorde mit allen Zusätzen zu erkennen. Aber ich hatte lange genug auf diese Art Unterricht, dass ich mich daran gewöhnt habe, Stücke so besser zu beherrschen und auswendig zu lernen.

Viele Grüße!
Gazania
 
hasenbein

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Häääääää?

"Beiträge: 1"... Troll?
 
cwtoons

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Gibt es irgendwo Noten, bei denen Akkorde generell genannt werden?
Ja, gibt es. Im Pop- und Jazzbereich, in der Tanzmusik und bei gedruckten Rocknummern stehen die Akkordbezeichnungen häufig mit dabei im Notentext.

In der Klassik stehen die Akkordbezeichnungen nicht dabei. Dann postet man den Notentext hier und erhält manchmal auch hilfreiche Antworten.

CW
 
Rheinkultur

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Ja, gibt es. Im Pop- und Jazzbereich, in der Tanzmusik und bei gedruckten Rocknummern stehen die Akkordbezeichnungen häufig mit dabei im Notentext.
Dort ist die Fähigkeit, nach Akkordsymbolen spielen zu können, obligatorisch. Warum? Weil nicht alles ausnotiert ist und improvisatorische Fertigkeiten zum Handwerkszeug gehören. Und zwar in allen Tonarten und stilistisch passend.

In der Klassik stehen die Akkordbezeichnungen nicht dabei.
Da ist der Notentext zumeist präzise ausnotiert und deshalb keine ergänzende Tonartbezeichnung erforderlich.

Dann postet man den Notentext hier und erhält manchmal auch hilfreiche Antworten.
Noch besser ist es, sich nicht alles von Experten hier vorkauen zu lassen und die richtigen Antworten selbst ausfindig zu machen. Dazu gibt es unter dem Stichwort "Harmonielehre" musiktheoretische Literatur wie Sand am Meer, mit der man sich das entsprechende Handwerkszeug aneignen kann und sollte. Auf diese Aufgabe hinführen muss freilich auch ein halbwegs kompetenter Klavierlehrer können. Wenn der Schüler sich mit entsprechender Literatur in die Harmonielehre und harmonische Analyse einarbeitet, hat die Lehrkraft die Aufgabe, zwischen den abstrakten Hintergrundinformationen und der Unterrichtsliteratur einen praktischen Bezug herzustellen. Wie will man denn sonst die Stücke vernünftig unterrichten können?!

Mein erster KL hat mich kein Stück ohne Eingehen auf die Funktionen spielen lassen, meine neue KL hat zwar für alle Probleme Übungen und Lösungen, ist aber in Sachen Harmonielehre leider nicht sehr fit.
Dazu hat eine Lehrkraft aber imstande zu sein, um ihren Job auch nur ansatzweise brauchbar zu erledigen.

Gibt es irgendwo Noten, bei denen Akkorde generell genannt werden?
Die gibt es, allerdings nicht auf bestimmte Wunschstücke bezogen. Und zwar als praktisches Beispiel in den Unterrichtswerken der Harmonielehre, um die Techniken der harmonischen Analyse zu erlernen und auf unterschiedlichste Literaturbeispiele selbständig anwenden zu können. Ausgaben klassischer Klavierwerke mit durchgängigen Funktions- und/oder Stufenbezeichnungen wird man wohl vergebens suchen.

LG von Rheinkultur
 
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Huhu,

ich empfehle dir, dass du dir vielleicht zunächst die "Allgemeine Musiklehre" von Wolf anschaffst, und dann noch seine Harmonielehre (als Nachschlagewerk) in Verbindung mit de la Mottes Harmonielehre (als Lesewerk). Dabei solltest du vieles lernen was dir helfen könnte deine Probleme zu lösen.

LG,

Daniel
 
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Vermutlich ist das hier gemeint - mit Noten und zum Anhören:


Mit Stufen- oder Funktionsangabe gibt's das allerdings nicht. Aufgabe: Sich schlau machen unter dem Stichwort "Vorhalte", um zu erkennen, was in T. 11 und 17 vorgegeben ist. Frohes Schaffen!

@alibiphysiker: Die Lehrwerke des Detmolder Hochschullehrers Erich Wolf sind eine gute Wahl - eine neuere Alternative ist das Buch des Saarbrückeners Thomas Krämer, der übrigens auch in Detmold studiert hat. Den De La Motte als Lesebuch kann man allerdings erst so richtig schätzen, wenn man sich mit der Materie bereits beschäftigt hat und sich stilsicher orientieren möchte.

LG von Rheinkultur
 
alibiphysiker

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@alibiphysiker: Die Lehrwerke des Detmolder Hochschullehrers Erich Wolf sind eine gute Wahl - eine neuere Alternative ist das Buch des Saarbrückeners Thomas Krämer, der übrigens auch in Detmold studiert hat. Den De La Motte als Lesebuch kann man allerdings erst so richtig schätzen, wenn man sich mit der Materie bereits beschäftigt hat und sich stilsicher orientieren möchte.
Hallo Rheinkultur,

dass ich den de la Motte empfehle hat den folgenden Grund: Viele Bücher zur Harmonielehre (unter anderem auch der Krämer, weswegen ich ihn nicht uneingeschränkt weiterempfehle) vermitteln meines Erachtens den Eindruck, dass Musik nach einem System "zu konstruieren ist" und nicht, dass Musiktheorie eine Abstraktion des musikalischen Geschehens und der Hörempfindung darstellt. Ich weiß, dass die Realität hier nicht schwarz-weiß ist und in der Realität beide Aspekte eher vermischt anzutreffen sind. Aber gerade als Instrumentalist sollte man verstehen, dass Stufentheorie/Funktionstheorie/Generalbass/blabla in erster Linie eine Abstraktion der Musik darstellen und "Regeln" aus funktionierender Musik abzuleiten sind und nicht umgekehrt. Und diesen Ansatz des "Erkenntnisgewinns über Musik aus Musik heraus" verfolgt der de la Motte m.E. recht konsequent, weswegen ich, gerade wenn ich nicht weiß ob Leute eine deduzierende/abstrahierende/wissenschaftliche Vorgehensweise gewohnt sind, ihn als Lesebuch empfehle. Man muss ja nicht alles Lesen. M.E. reicht das Kapitel über die Musik der Renaissance schon aus, um wenigstens eingermaßen zu verstehen, wie Musiktheorie funktionieren kann.

Liebe Grüße,

Daniel
 
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diesen Ansatz des "Erkenntnisgewinns über Musik aus Musik heraus" verfolgt der de la Motte m.E. recht konsequent, weswegen ich, gerade wenn ich nicht weiß ob Leute eine deduzierende/abstrahierende/wissenschaftliche Vorgehensweise gewohnt sind, ihn als Lesebuch empfehle.
Völlig richtig. So wollte de la Motte ja sein "Lesebuch" verstanden wissen - und er war wirklich in der Lage, theoretische Kenntnisse sehr gut "am Werk" und äußerst lebendig zu vermitteln. Wenn man allerdings noch überhaupt keine Literatur zu Musiktheorie und Analyse kennen sollte, fehlen wesentliche Grundlagen, um auf diesem Terrain einen vernünftigen Einstieg zu finden. Deshalb auch mein Hinweis darauf, dass die Lehrkraft im Instrumentalunterricht die Musiktheorie "am Werk" nicht gänzlich aussparen darf, damit man als Schüler mit den Theoriebüchern allein auf weiter Flur dasteht. Auf diesem Wege wird man schnell feststellen, dass man bestimmte Tonabstände (Primen, Quinten und Oktaven) nicht deshalb nicht stimmführungstechnisch parallelführt, weil eine Satzregel das so vorschreibt und/oder der Lehrer das so gesagt hat. Theorie und Praxis greifen ineinander - und so ist auch zu unterrichten. Ein Instrumentallehrer, der nur am Instrument unterrichten will und dem Schüler nicht zum Verständnis des Gespielten verhelfen kann, taugt nicht zu seiner Aufgabe der Musikvermittlung. Peng, aus.

LG von Rheinkultur
 
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Gazania

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Danke für Eure Antworten!! In der Tat habe ich mich schon oft gefragt, warum bei klassischen Stücken keine Akkordsymbole genannt werden, was doch bei Pop-Stücken meist der Fall ist.
Und der Hinweis auf den 'Vorbehalt' sagt mir, dass ich zumindest schon mal in die richtige Richtung geraten habe.
Eure Literaturvorschläge werde ich mir bei meinem Notendealer ansehen. Allgemeine Musiklehre klingt schon mal gut und ich werde mir auf jeden Fall Literatur dazu besorgen. Es ist nur wirklich so, dass einem ohne direkten praktischen Bezug vieles unverständlich bleibt. Zum Notenlesen und zu den Basics der Harmonielehre habe ich vor vier Jahren auch versucht, mir parallel zum Unterricht einiges anzulesen. Aber mit Leben gefüllt haben es meine KL. Wenn ich mir heute die Literatur noch einmal durchlese, kann ich schon gar nicht mehr nachvollziehen, warum ich damals ganze Sätze nicht verstanden habe.
Zum Präludium 1 von Bach hatte ich eine komplette Analyse mit allen Funktionsbezeichnungen, aber bevor ich das in allen Tonarten spielen konnte, musste mein KL mir viele Takte trotzdem noch einmal auseinandernehmen. Das jetzt bei neuen Stücken alleine umzusetzen, wird mir kaum gelingen. Aber ich will in Sachen Harmonielehre zumindest dahingehend am Ball bleiben, dass ich weiter auf Akkorde achte, soweit ich sie erkennen kann. Besser als nichts. Und: es gibt ja noch so unendlich viel, was ich lernen kann, bis jemand wieder ' harmonischer' mit mir arbeitet, bin ich auch gut mit Spieltechniken und Musikgeschichte beschäftigt.

Schönen Abend Euch!

Gazania, etwas schlauer
 
Rheinkultur

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Und der Hinweis auf den 'Vorbehalt' sagt mir, dass ich zumindest schon mal in die richtige Richtung geraten habe.
"Vorhalt" lautet die richtige Bezeichnung - und sehr oft genügt es nicht, einen bestimmten Zusammenklang punktuell zu betrachten, vielmehr muss man zum Verständnis immer schon mal die benachbarten Stimmführungen und Akkorde anschauen, vor allem dann, wenn sich der harmonische Bezugspunkt ändert ("Ausweichung" oder "Modulation").

Hat man sich dann erst einmal in die theoretische Materie eingearbeitet und mit dem Analysieren Erfahrung gesammelt, fällt allerdings vieles leichter. Es lohnt sich auf jeden Fall. Weiterhin frohes Schaffen!

LG von Rheinkultur
 
 

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