Äolisch vs Moll

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DoctorGradus
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Ich hab auf Wikipedia ein bisschen über die Kirchentonleitern gelesen, und bin auf der Seite zum Aiolischen Modus auf folgenden Satz gestoßen:
Zitat von http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84olischer_Modus:
Der Unterschied zwischen dem äolischen Modus und dem späteren Tongeschlecht Moll besteht darin, dass die modale Musik melodisch bestimmt ist, die Dur-/Moll-tonale hingegen harmonisch.

Kann mir jemand näher erläutern was damit gemeint ist? Ich hab das Gefühl der Satz versucht zu erklären dass mit der Harmonik die Melodie und Tonleiter an bedeutung verloren hat und man sich auf 2 Tonleitern konzentriert hat. interpretier ich das richtig? Und was meint ihr dazu.
 
Johann Bastian Seebach
Johann Bastian Seebach
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Ich glaub das hat was mit harm. moll, rein moll und meolodisch moll zu tun...
aber ich hab gedacht äolisch und reines moll seien das selbe.

JBS
 
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DoctorGradus
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Vom Tonvorrat auf jeden Fall. Deswegen denke ich dass sie da irgendwie einen Unterschied im Kontext meinen.
 
violapiano
violapiano
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ja, richtig, aber es gibt mehr als eine Kirchentonart, oder?:)
 
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LittleAmadeus
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ja, richtig, aber es gibt mehr als eine Kirchentonart, oder?:)

Sorry, dann war vielleicht die Betonung falsch.
Äolisch ist eine Kirchentonart.
Leiter ohne Vorzeichen über ..
C - jonisch
D - dorisch
E - phrygisch
F - lydisch
G - mixolydisch
A - äolisch

Die Kirchentonarten werden normalerweise nicht "verbogen". Ein Lied in a-äolisch hat also keine Vorzeichen. Schaut man dagegen einen Bach in a-moll an, wird man in aller Regel auch in unmodulierten Teilen Vorzeichen finden (melodisches Moll), um z.B. den Leitton einsetzen zu können und Anderthalbton-Schritte zu vermeiden. In a-moll dann
"aufwärts" - fis, gis
"abwärts" - f, g

Gruss LA
 
F
Fred
Guest
Kann mir jemand näher erläutern was damit gemeint ist?

Hi,

Die beiden Modi Ionisch und Aeolisch kamen eigentlich erst später im 16. Jahrhundert durch Glarean hinzu.
Die Musik war bis dahin hauptsächlich melodisch geprägt, d.h. man spielte die Melodie in einem der 8 verschiedenen Modi Dorisch, Hypodorisch, Phrygisch, Hypophrygisch, Lydisch, Hypolydisch, Mixolydisch oder Hypomixolydisch.
Der dazu verwendete Tonvorrat war 11-tönig, d.h. Leittöne bestanden zu den Tonstufen Re, So und so wie zweimal zu La. Die Leittöne wurden hauptsächlich zum Klauselbilden benutzt. Dabei gab es eine Finalis, Confinalis und Repercusa.
Das alles spielte sich melodisch ab, und zwar nicht nur im Tenor, der für gewöhnlich die Hauptstimme darstellte, sondern auch in den anderen 3 Stimmen Bass, Alt und Diskant ab. Aus der daraus resultierende Dreistimmigkeit, und vor allem aus dem Diskant - Bass Gerüst, entwickelte sich später das akkordische, harmonische Denken, das seinen Ursprung vielleicht im vorletzten Akkord der jeweiligen Klauseln hat?
Damals war es praktisch möglich jeden Akkord hinter jeden zu setzen. Plagale und authentische Akkordfortschreitungen standen gleichberechtigt nebeneinander. Typisch "alt" klingt z.B. der plagale Sekundschritt Dur Dur.
Danach, als sich das Dur-Moll System mehr und mehr behauptete, waren es die authentischen Akkordfortschreitungen die die Herrschaft an sich zogen. Die dazu typischen Kadenzen IV V I, II V I und IV VII I benötigen auch in Moll einen Leitton der im Aeolischen nicht vorhanden ist.
Moll bekommt somit nicht einen 7-Ton-Vorrat wie Dur, sondern einen 9-Ton Vorrat. Dieser bildet sich wenn man die Töne von Natürlich Moll (=Aeolisch), Harmonisch Moll und Melodisch Moll zusammenwürfelt.
 
violapiano
violapiano
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danke, Fred, super Beitrag.

LG
VP
 
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DoctorGradus
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danke, das erklärtwas ich wissen wollte
 
S
SchwarzAufWeiss
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früher waren stücke ja eher einstimmig, also keine dreiklänge oder so, sondern es gab eigentlich nur die melodie bzw mehrere melodien. deshalb brauchte man auch keine harmonien, also gut zueinander klingende töne.
 

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