Zum Durchdenken: Geld ausgeben fürs Instrument oder für Klavierunterricht

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Rubato

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Nehmen wir an, ein durchschnittlicher Klavierspieler hat ein Instrument, das grundsätzlich ok ist, sagen wir ein 25 Jahre altes 116er Schimmel, und eine durchschnittlichen Klavierlehrer, zu dem er wöchentlich geht.

Nehmen wir weiter an, er/sie kommt unerwartet zu einer Summe Geld, die ein Trauminstrument ermöglichen würde. Wie legt er das Geld am bssten an, wenns am Ende besser klingen soll: Trauminstrument oder mehr und besseren Klavierunterricht ?

Gruss
Rubato
 
Destenay

Destenay

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Nehmen wir an, ein durchschnittlicher Klavierspieler hat ein Instrument, das grundsätzlich ok ist, sagen wir ein 25 Jahre altes 116er Schimmel, und eine durchschnittlichen Klavierlehrer, zu dem er wöchentlich geht.

Nehmen wir weiter an, er/sie kommt unerwartet zu einer Summe Geld, die ein Trauminstrument ermöglichen würde. Wie legt er das Geld am bssten an, wenns am Ende besser klingen soll: Trauminstrument oder mehr und besseren Klavierunterricht ?

Gruss
Rubato



ich würde beides vorschlagen, würde einen sehr guten Pianisten suchen der einen nicht standesgemässen Flügel besitzt, ihm den Vorschlag machen Du gibst mir Unterricht dafür suchst Du dir einen guten Flügel aus den ich finanziere. Mit diesem Pianisten besuche ich dann einen guten Klavierhändler mit einem grossem Stabel Geld in der Tasche und kaufe den gleichen Flügel wie der zukünftige Lehrer. Dem Händler streichelste die Hälfte der Kaufsumme unter die NASE, dann sagtse :" einverstanden ! oder wir verschwinden sofort." wenn de Glück hast, haste Flügel und Lehrer:D:D:D

Cordialement

Destenay
 
Rheinkultur

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Beim Durchdenken komme ich zu folgender persönlicher Einschätzung: Im Idealfall gelingt ein harmonisch ansprechender Dreiklang, wenn alle Töne in gleicher Wertigkeit erklingen. Ein durchschnittlicher Klavierspieler erhält einen Unterricht in durchschnittlicher Qualität, um ein durchschnittliches Instrument adäquat zu beherrschen. So wie ein Ferrari-Fahrer vermutlich beim Super-Tanken nicht ängstlich auf den Zählerstand an der Zapfsäule schauen wird, sollte jemand, der am Instrument Großes vollbringen will, auch angemessen investieren können.

Aber: Wer sich ein Trauminstrument leisten kann und das nötige Kleingeld für Privatunterricht bei einem international renommierten Klavierprofessor neben dessen ausgedehnter Konzerttätigkeit parat hat, kann trotzdem nicht auf eine absolut sichere Weltkarriere als Solist vertrauen, selbst wenn er sich von dem verbleibenden Taschengeld schnell noch die Saalmiete für die Berliner Philharmonie leisten kann, um dort sein Pianistendebüt zu veranstalten. Wenn also die vorhandenen eigenen Begabungskomponenten nicht für derartige "höhere Weihen" ausreichen, ist alles Geldausgeben zwar nicht umsonst, aber vergeblich...!

@Rubato: Deine imaginäre Gleichung hat demnach mehr als die drei ominösen Unbekannten X, Y und Z. Am harmonischsten fällt der von mir erwähnte Dreiklang aus, wenn sich die Präsenz der Einzeltöne in vergleichbarer Größe steigert: Guter Pianist - guter Unterricht - gutes Instrument, oder eben Spitzenpianist - Spitzenunterricht - Spitzeninstrument. Allerdings bietet dieses Drei-Komponenten-Modell auch schwer einschätzbare Formen der "Wettbewerbsverzerrung": Weltklassepianisten bieten selbst auf schlechtesten Instrumenten weit mehr als andere: https://www.youtube.com/watch?v=5et8SKcddi8, während andere absolute Nichtskönner auf Spitzeninstrumenten noch erstaunlich gnädig davon kommen (es gibt Beispiele hierzu auf YouTube, deren Urheber ich geflissentlich unterschlage, bei Bedarf wird man sehr schnell fündig). Trotzdem werden falsche Töne dadurch nicht richtig und fehlende zaubern sich nicht von selbst herbei. Ansonsten überzeugen selbst (vermeintlich oder tatsächlich) simpelste Anfängerstücke nachhaltig, wenn sie einem wirklich ganz Großen unter die Finger geraten:
https://www.youtube.com/playlist?list=PL2EFC7561E2AF1DAC

Wie legt er das Geld am besten an, wenn's am Ende besser klingen soll: Trauminstrument oder mehr und besseren Klavierunterricht?
Mir persönlich würde dann schon sehr guter Unterricht und ein sehr gutes Instrument genügen. Und ich kann nur hoffen, selber sehr gut zu sein, um diese Komponenten adäquat ausschöpfen zu können...!

LG von Rheinkultur
 
 

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