Wie sollten Eltern von Klavierschülern das Üben "begleiten"???

  • Ersteller des Themas Debbie digitalis
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Debbie digitalis

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Hallo miteinander,

die obige Frage stellt sich mir schon seit einiger Zeit.

Die Situation bei uns ist folgende: "Nesthäckchen" (d.h. die jüngste Tochter von insgesamt vier Kindern) hat seit knapp zwei Jahren Klavierunterricht. Ich als Mutter ebenfalls auch (Klavierspielen = bisher unerfüllter Kindheits- und Jugendtraum von mir). Dementsprechend habe ich das tägliche Üben meiner Kleinen natürlich äußerst interessiert verfolgt. Anfangs war das kein Problem, dann kam aber eine Phase, in der meine Kleine sich extrem gegen meine Anwesenheit beim Üben gewehrt hat. Seitdem entferne ich mich möglichst weit während die KLeine übt und halte mich mit Kommentaren und hilfreichen Hinweisen äußerst zurück. Das fällt natürlich sehr schwer, insbesondere wenn man weiß, was an welchen Stücken besser und anders geübt werden könnte.

Ich frage mich daher, ob das der richtige Weg ist. Sollten Eltern die Klavierspielen können bzw. es selbst lernen sich mit Kommentaren völlig zurückhalten??

LG

Debbie digitalis
 
Kleines Cis

Kleines Cis

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Ja. Wenn du dich ins Klavierspiel deiner Tochter einmischst, förderst du vermutlich nur Unwohlsein.

Du bist ja auch nicht die Lehrerin. Wenn du den Eindruck hast, dass deine Tochter falsch und ineffizient übt, würde ich eher mit dem Lehrer/der Lehrerin reden, dass der/die mit ihr bespricht, wie man richtig übt.
 
Guendola

Guendola

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Wenn ein Kind die Finger in die Steckdose stecken will, muß man es natürlich daran hindern, da besteht keine Frage. Genauso eindeutig läßt sich wohl die Frage beantworten, ob man einem Kind vorschreiben sollte, ob es beim Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel mit links oder rechts würfeln soll. Im ersten Fall ist es notwendig, die Selbstständigkeit des Kindes zu beschneiden, im zweiten wäre es idiotisch. Beim Klavierspielen ist das nicht so leicht zu entscheiden. Ich kenne jemanden, der sein Leben lang darunter leidet, daß sein Vater alles (vermeintlich) besser kann und er ist jetzt schon Mitte 40, ohne, daß sich daran etwas geändert hätte. Andere wiederum wären froh, wenn sie von ihren Eltern in manchen Dingen etwas mehr unterstützt oder auch beschränkt worden wären. Ich kann dir also nur empfehlen, die Angelegenheit mit bestem mütterlichen Fingersitzengefühl anzugehen. Eine Fürsorgepflicht hast du meiner Meinung nach hier nicht.

Im Übrigen finde ich es wichtig, daß man Kindern ein paar Bereiche komplett überläßt, in denen sie nach bestem Wissen und Gewissen schalten und walten können. Erfolgserlebnisse und das Lernen aus Fehlern sind sehr sehr wichtig im Leben. Aber laß dir nicht das Recht nehmen, Lob oder Tadel auszusprechen und mach deiner Tocher klar, daß du ihr gerne hilfst, wenn sie es möchte.
 
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Debbie digitalis

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Im Übrigen finde ich es wichtig, daß man Kindern ein paar Bereiche komplett überläßt, in denen sie nach bestem Wissen und Gewissen schalten und walten können. Erfolgserlebnisse und das Lernen aus Fehlern sind sehr sehr wichtig im Leben. Aber laß dir nicht das Recht nehmen, Lob oder Tadel auszusprechen und mach deiner Tocher klar, daß du ihr gerne hilfst, wenn sie es möchte.
Hallo Guendola,

danke für diesen Ratschlag! Im Prinzip sehe ich es ja auch so, aber die Frage ist ja immer, wo dann die Grenzlinie zu ziehen ist.

Wenn man z.B. als Mutter aus der Küche um zwei Ecken hört, dass der Rhytmus immer noch nicht stimmt, soll man dann gelassen noch mehrere Runden "rhytmisch falschen Übens" erdulden???

Bzw. sollte man das Üben eher als selbständige und unabhängige Auseinandersetzung des Schülers mit dem Lehrstoff ansehen - ist der Lerneffekt größer, wenn der Schüler beim Üben völlig auf sich allein gestellt ist und der Lehrer in der Unterrichtsstunde dann deutlich über etwaige Kardinalfehler beim Üben aufklärt?

Insbesondere für Mütter besteht ja immer die Gefahr, dass sie zu viel "Glucken" (insbesondere dann, wenn sie selbst Klavierspielen /lernen:D)

LG

Debbie digitalis
 
Kleines Cis

Kleines Cis

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Wenn man z.B. als Mutter aus der Küche um zwei Ecken hört, dass der Rhytmus immer noch nicht stimmt, soll man dann gelassen noch mehrere Runden "rhytmisch falschen Übens" erdulden???
Ja. Der Lerneffekt wird dadurch wohl kaum größer, aber es ist für Kinder auf jedenfalls unangenehm, von den Eltern auch noch bei ihrem Hobby korrigiert zu werden.
 
Paderblues

Paderblues

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Hallo Debbie,

eine Freundin von mir hat als Kind auch mit dem Klavier angefangen, allerdings war die Mutter KLin und hat es geschafft ihr den Spaß am Klavier vollends zu versauen.

Also würde auch ich sagen, dass es besser ist auf Distanz zu bleiben. Gerade Eltern sind als Ratgeber nicht sonderlich beliebt. Das habe ich auch gemerkt, als mein Sohn E-Bass lernte und der Vater eben 25 Jahre weiter war, und auch selbst unterrichtet hatte. Er wollte von mir nix hören in der Geschichte.

Rainer
 
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chiarina

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Wenn man z.B. als Mutter aus der Küche um zwei Ecken hört, dass der Rhytmus immer noch nicht stimmt, soll man dann gelassen noch mehrere Runden "rhytmisch falschen Übens" erdulden???

Hallo Debbie digitalis,

aber ja! Ohren zu und durch!!! :D Auch wenn's noch so schwer fällt!

Als Klavierlehrerin und Mutter zweier klavierspielender Kinder kann ich nur sagen: man kann es lernen. Ich bin ganz stolz auf mich, dass ich es jetzt schaffe, keinen Ton zu sagen, ohne mit der Wimper zu zucken. Es gibt sonst nur Streit und die Kinder hören spätestens in der Pubertät auf! Deine Tochter weiß mit Sicherheit, dass du innerlich mit Argusaugen/-ohren zuhörst und vielleicht erlebst du, wenn du sie wirklich ihr Ding machen lässt und ihr zutraust, selbst aus ihren Fehlern zu lernen, dass sie dich irgendwann mal tatsächlich um Hilfe fragt. Vielleicht auch nicht ;) .

Aber auch als Klavierlehrerin mache ich mit den Eltern aus, dass Interesse sehr erwünscht ist, dass, je nach Alter des Kindes, kurz ans Üben erinnert wird, dass aber keinesfalls irgendein Druck aufgebaut wird. Das geht fast immer schief. Alles andere, regelmäßiges Üben etc. ist die Sache des Klavierlehrers und des Schülers. Eltern können bei eventuellen Absprachen zwischen diesen beiden nur unterstützend tätig sein!
Wenn ein Elternteil Klavier spielt und beide Spaß daran haben, zusammen zu musizieren ist das natürlich wunderbar, aber irgendwann kommt immer der Punkt, an dem das Kind nicht mehr will. Das ist völlig normal und wichtig für seine Entwicklung!

Wenn du willst, kannst du ja mit deiner Tochter eine Abmachung treffen:
sag ihr, wie schwer es dir fällt, den Mund zu halten (weiß sie wahrscheinlich eh), dass du aber weißt, wie wichtig es ist, selbst aus den eigenen Fehlern zu lernen und in Ruhe gelassen zu werden. Das weißt du, weil du ja selbst auch Fehler machst beim Üben. Dann könntest du weiter besprechen, dass du dir jetzt vorgenommen hast, gar nichts mehr zu sagen. Wenn du es nicht schaffst, gibt's eine "Strafe" und deine Tochter darf mehrmals bei deinem Üben stören und streng an der Tür stehen: "Also, Mama, das ist ja schrecklich, wie du das spielst - es ist ja alles falsch!"

Na ja, das musst du natürlich nicht machen - kleiner Witz am Rande :) .

Ich glaube, du machst das schon alles ganz richtig und ich hoffe, ich habe dir ein bisschen mehr Sicherheit gegeben.

Viele Grüße

chiarina
 
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tapirkoenigin

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Empfinde ich auch so.
Als ich in die unvermeindliche Null-Bock-Phase kam, haben meine Eltern mich gezwungen, eine Stunde pro Tag zu üben. Das war auch gut so, denn allein hätte ich wohl nicht genug Durchhaltevermögen gehabt, dort weiterzumachen, wo es schwierig wurde.
Mein Vater war technisch schon immer wesentlich besser am Klavier als ich und wird es wohl auch immer bleiben, aber er hat sich nie in mein Spiel eingemischt, wofür ich ihm auch sehr dankbar bin.
Kinder müssen sich schon in genügend Situationen in ihrem Leben den Erwachsenen fügen. Beim Musizieren würde ich nur darauf achten, dass sie es überhaupt tun, alles andere sollten sie selbst entdecken.
Und schließlich hat ja der Lehrer auch ein Auge drauf, in welche Richtung die Reise geht, von daher...
 
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Debbie digitalis

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@kleines cis, paderblues, chiarina und tapirkönigin,

hallo miteinander,

und danke für eure Antworten. Wie ich herauslese, ist Zurückhaltung beim Üben der Kinder offenbar das Beste, wenn es auch mitunter schwer fällt. Ich werde daher künftig versuchen, mich möglichst wenig einzumischen. (Allerdings behalte ich mir bei [ganz groben] Verstößen gegen das musikalische Empfinden doch noch leise und möglichst beiläufige Hinweise vor :D)


Liebe Grüße

Debbie digitalis
 
Klavirus

Klavirus

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Hui, da mache ich wohl alles falsch...???
Ich halte es für sinnvoll, bei Kindern, die selber noch nicht in der Lage sind, selbstständig zu üben, schon dabei zu bleiben und aufkommende Fehl-Techniken sofort umzuleiten.

Mein Sohn hat bei rhythmisch schwierigen Stellen die Angewohnheit, ohne genau zu zählen, sich die Stelle irgendwie zurechtzuüben, bis sie reinpasst und gut klingt (also ohne überzählige Noten). Und da kann ich nicht anders und mache ihn darauf aufmerksam, merke aber auch, dass es manchmal nervt.

Wenn das Stück erst mal ein paar Wochen so geübt wurde (was die KL sagt, ist zum einen Ohr rein...), kriegt man solche Stellen nicht mehr richtig. Manche Stücke wurden unfertig aus dem Grunde schon weggelegt, da es schwerer ist, die Fehler wieder raus zu kriegen als den Rhythmus gleich von Anfang an richtig zu üben.

Klavirus
 
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Debbie digitalis

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Hui, da mache ich wohl alles falsch...???
Ich halte es für sinnvoll, bei Kindern, die selber noch nicht in der Lage sind, selbstständig zu üben, schon dabei zu bleiben und aufkommende Fehl-Techniken sofort umzuleiten.

Mein Sohn hat bei rhythmisch schwierigen Stellen die Angewohnheit, ohne genau zu zählen, sich die Stelle irgendwie zurechtzuüben, bis sie reinpasst und gut klingt (also ohne überzählige Noten). Und da kann ich nicht anders und mache ihn darauf aufmerksam, merke aber auch, dass es manchmal nervt.


Kinder von Eltern, die selber Musik machen, werden halt anders beim Üben "beobachtet", ist doch klar!
Klavirus

Hallo Klavirus,

ich kann dein statement vollkommen nachvollziehen! Allerdings frage ich mich mittlerweile, ob man wirklich allein dadurch, dass man selbst Klavier spielt/ bzw. selbst das Klavierspielen lernt, dem eigenen Kind dabei eine Hilfe ist.

Sicher denkt man schnell wie du jetzt, dass es gut wäre, beim Üben aufkommende Fehltechniken sofort abzuleiten und dass das Kind vielleicht aufgrund seines noch sehr jungen Alters (meine Tochter ist gerade 10 geworden) noch nicht in der Lage ist, allein effektiv zu lernen.

Aber ich glaube, dass die Klavierlehrer da unseren Kindern weit mehr zutrauen als wir selbst. Schließlich ist effektives Lernen zu einem großen Teil auch entdeckendes Lernen und Lernen aus (eigenen) Fehlern.

Wir können uns nicht immer auf den Standpunkt stellen, dass das, was wir schon erfahren haben (sei es beim Erlernen des Klavierspiels oder in anderen Bereichen) quasi als Fertigprodukt an unsere Kinder weitergereicht werden kann.

Ein Lernprozess beinhaltet auch immer eigene Fehler und Erkenntnisprozesse. Das zu akzeptieren ist mir als Mutter von vier Kindern schon mehrfach und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen bewusst geworden.

Und was speziell Rhytmusprobleme angeht: Anfangs habe ich gepredigt:bitte zählen, ich zähle, klopfe oder lasse mir irgendwelche sonstigen rhytmischen Aktionen einfallen und du hörst darauf etc. Das wurde alles abgelehnt. Aber letztendlich hat es unsere Klavierlehrerin geschafft, dass meine Tochter beim Üben zählt - und das unaufgefordert und immer bei Stücken, bei denen es wirklich erforderlich ist.

Also mittlerweile bin ich der Meinung - wenn auch zwischenzeitlich durch Turbulenzen während des Übefortschritts meiner Tochter auch mal wieder verunsichert - dass man (sprich Mutter) wirklich seinem Kind und dem Klavierlehrer vertrauen sollte.

Liebe Grüße

Debbie digitalis
 

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chiarina

Guest
Hui, da mache ich wohl alles falsch...???
Ich halte es für sinnvoll, bei Kindern, die selber noch nicht in der Lage sind, selbstständig zu üben, schon dabei zu bleiben und aufkommende Fehl-Techniken sofort umzuleiten.

Mein Sohn hat bei rhythmisch schwierigen Stellen die Angewohnheit, ohne genau zu zählen, sich die Stelle irgendwie zurechtzuüben, bis sie reinpasst und gut klingt (also ohne überzählige Noten). Und da kann ich nicht anders und mache ihn darauf aufmerksam, merke aber auch, dass es manchmal nervt.

Hallo Klavirus,

du machst nicht unbedingt etwas falsch! Wenn du und dein Sohn gut damit zurecht kommen, ist doch alles bestens. Es gibt auch durchaus Klavierlehrer, bei denen die Eltern zumindest anfangs immer! mit dem Kind üben sollen.

Ich persönlich mag das allerdings gar nicht. Wenn nämlich die Eltern zu Hause mit ihrem Kind üben, komme ich als KL manchen Problemen gar nicht auf die Spur. In deinem Fall könnte es z.B. sein, dass ich Rhythmusprobleme deines Sohnes gar nicht so bemerken oder als nicht so gravierend einstufen würde, weil du ja mit ihm zu Hause übst. Das Ergebnis meiner Arbeit wird also verfälscht (wenn auch durchaus positiv ;) ). Das nimmt mir aber die Chance, direkt und mit vielleicht geeigneteren Mitteln ( Entschuldigung!!!) das Problem an der Wurzel zu fassen. Ich möchte immer gern direkt das Ergebnis meiner Arbeit sehen/hören, auch wenn daraus resultiert, dass meine Methode nicht erfolgreich war oder ich mich schlecht ausgedrückt habe o.ä..

Aber andere Lehrer sind vielleicht anderer Meinung und eher froh um solche Unterstützung. Der Möglichkeiten sind bekanntlich viele.

Viele Grüße

chiarina
 
Klavirus

Klavirus

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@Debbie:

... ob man wirklich allein dadurch, dass man selbst Klavier spielt/ bzw. selbst das Klavierspielen lernt, dem eigenen Kind dabei eine Hilfe ist.
Das will ich doch meinen. Meine KL bemerkt regelmäßig, wie anstrengend der Unterricht ist mit Kindern, die zu Hause beim Üben keine Hilfe haben, oftmals fängt sie mehrere Male am selben Punkt an...

Irgendwo habe ich gelesen, dass Kinder bis ca. 12 (Durchschnitt!!) noch eine gewisse Anleitung beim Üben brauchen. Wenn ich meinen Filius so ansehe, kann der Durchschnitt locker überschritten werden, er wird bald 11. Auch bei den Hausaufgaben ist fast immer jemand dabei! Er kann aber auch schlecht länger bei einer Sache bleiben, die ihn nicht total fesselt, und das ist bei Hausaufgaben selten der Fall. Das Üben kann dann in 10-20-Minuten-Einheiten erfolgen, wobei immer vorher klar gestellt werden muss, was das Ziel ist, sonst wird nur bekanntes "Material" geklimpert. Neues ist immer ziemlich anstrengend mit ihm.

Ich kann ja nicht für andere reden, kenne aber genug Kinder im Bekannten- usw.-Kreis, die ich fast immer als angenehmer in Lernfragen empfinde als mein Sprösslein. Ich hätte ja gerne ein Kind, was wissbegierig alles aufsaugt, was die welt so bietet. Habe aber immer den Eindruck, ihn interessiert gar nichts... In der Schule (5. Klasse Gymnasium) habe ich zum Glück bis jetzt noch keine Klagen gehört! Das ist seins. Außer den HA mischen wir uns nicht weiter ein. Der Klavierunterricht ist ja auch seine Sache! Na gut, ich werte mit seiner KL den Unterricht manchmal noch aus.:D (heimlich!)

Und was speziell Rhytmusprobleme angeht... Aber letztendlich hat es unsere Klavierlehrerin geschafft, dass meine Tochter beim Üben zählt.
Sei froh drüber! Seine KL wirkt nach dem Unterricht oft genervt, auch weil er, wenn er ein Stück nicht kann, so aufgeregt ist, dass er alle anderen auch nicht zuwege bringt. Dann ist die ganze Klavierstunde für die Katz und die Zwei üben "nur". Bin ja nicht dabei und erfahre nur von der KL oder was ich meinem Sohn aus der Nase ziehe...

Ich hatte ja schon an einen KL-Wechsel gedacht, z.B. gibts an der Musikschule ja noch Lehrer, die nicht so sehr klassisch ausgerichtet sind und mehr Pop usw. bringen bzw. gibt es meines Wissens eine Lehrerin, die den Spaß in den Vordergrund stellt. Aber er will nicht. Nach 5 Jahren... ist vll. auch viel eingeschliffen. Und wenn er geübt hat, und wenn es bloß 4 Mal 20 Minuten in der Woche waren, das merkt die KL dann sehr und denkt, er hat die ganze Woche das Klavier blockiert...:cool: Dann gibt's jede Menge Lob und die Welt ist wieder in Ordnung.

Als Fazit könnte man sagen, so wie jeder anders verrückt ist, ist auch jedes Kind anders zu sehen und sehr sensibel darauf einzugehen, was im Moment richtig ist. Als Eltern macht man doch sowieso nur Fehler, warum nicht dazu stehen, dass es halt so ist???

Ich liebe meine Fehler!

Klavirus
 
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tapirkoenigin

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Es hängt wohl sehr von dem jeweiligen Kind ab.
Wie gesagt, mein Vater ist ein sehr guter Pianist und ich hab mich schon als Kind darüber gefreut, dass er sich nicht eingemischt hat.
Ich hatte aber auch nie Schwierigkeiten mit der Konzentration, nur mit der Disziplin - und was das Üben betrifft, war er allerdings sehr streng.

Ich hab mir während meines Studiums mein Taschengeld mit Nachhilfeunterricht für Gymnasialschüler verdient und hab festgestellt, dass die meisten ihre Hausaufgaben lieber allein machen und sie danach mit mir besprechen, anstatt dass ich die ganze Zeit dabei helfe.
Gerade die Kleineren haben auch den Ehrgeiz, Dinge ALLEIN zu machen, was ja auch richtig und wichtig für ihre Entwicklung ist.
Einen Schüler hatte ich aber auch, der an einer derart heftigen Form von ADS litt, dass er seine Aufgaben gar nicht allein machen KONNTE. Er hatte keine Chance, seine Konzentrationsfähigkeit hat einfach nicht gereicht. Ich musste immer dabei sein und aus allem ein Spiel machen, sonst hätte er es nicht geschafft.
Von daher kann ich verstehen, dass Du sehr genau darauf achtest, was und wie Dein Sohn lernt, das ist sicherlich auch angebracht, Du kennst Dein Kind schließlich am besten.

Aber grundsätzlich finde ich, muss man die Zügel nicht immer so kurz halten, das kann auf die Dauer ganz schön stressig für die Kinder sein.

LG Chris
 
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Debbie digitalis

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Irgendwo habe ich gelesen, dass Kinder bis ca. 12 (Durchschnitt!!) noch eine gewisse Anleitung beim Üben brauchen. Wenn ich meinen Filius so ansehe, kann der Durchschnitt locker überschritten werden, er wird bald 11.

Das Üben kann dann in 10-20-Minuten-Einheiten erfolgen, wobei immer vorher klar gestellt werden muss, was das Ziel ist, sonst wird nur bekanntes "Material" geklimpert. Neues ist immer ziemlich anstrengend mit ihm.


Seine KL wirkt nach dem Unterricht oft genervt, auch weil er, wenn er ein Stück nicht kann, so aufgeregt ist, dass er alle anderen auch nicht zuwege bringt. Dann ist die ganze Klavierstunde für die Katz und die Zwei üben "nur". Bin ja nicht dabei und erfahre nur von der KL oder was ich meinem Sohn aus der Nase ziehe...

Und wenn er geübt hat, und wenn es bloß 4 Mal 20 Minuten in der Woche waren, das merkt die KL dann sehr und denkt, er hat die ganze Woche das Klavier blockiert...:cool: Dann gibt's jede Menge Lob und die Welt ist wieder in Ordnung.

Als Fazit könnte man sagen, so wie jeder anders verrückt ist, ist auch jedes Kind anders zu sehen und sehr sensibel darauf einzugehen, was im Moment richtig ist. Als Eltern macht man doch sowieso nur Fehler, warum nicht dazu stehen, dass es halt so ist???

Ich liebe meine Fehler!

Klavirus


Hallo Klavirus,

danke für deinen post! Ich kann fast alles, was du so berichtest auch unterschreiben (nur handelt es sich in meinem Fall um eine Tochter und Erfahrungen mit einem Sohn im Keyboardunterricht habe ich auch!!) und daher denke ich, dass man Unterricht bei Tochter/Sohn nicht 1 : 1 vergleichen kann.

Auch möchte ich bemerken, dass mein letzter post im Verhältnis zu meiner ursprünglichen Fragestellung (Wie sollen Eltern von Klavierschülern deren Üben begleiten?) natürlich idiotisch wirkt. Erst habe ich die Frage gestellt und dann selbst die Antwort darauf gegeben.:rolleyes:

Aber die Antwort hat ihren Grund in unseren jüngsten Unterrichts- und Übeerfahrungen. Meine Tochter hatte z.B. seit einigen Wochen die Aufgabe, beim Üben zu zählen. Wenn ich sie daran erinnerte, wurde es total abgeblockt. Dann habe ich mich widerwillig ein paar Wochen diesbezüglich herausgehalten. Und siehe da: es hat jetzt in den letzten Tagen wirklich funktioniert und das Spielen hat deutlich hörbar davon profitiert.

Daher denke ich: als Mutter/Eltern muss man sich - insbesondere wenn man den kids wirklich helfen will - deutlich zurücknehmen.

Aber das ist - aus eigener Erfahrung - leichter gesagt als getan!

Liebe Grüße

Debbie digitalis
 
 

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