Wie optimiert man die Lerngeschwindigkeit?

Ich denke, daß eine Optimierung der Lerngeschwindigkeit nur mit einem wirklich guten Klavierlehrer möglich ist und - nachdem was ich bisher gelesen habe - ist das nicht gerade jemand, der den Unterricht auf die Schaum Schule stützt. Der Unterricht sollte individuell auf den Schüler zugeschnitten sein, dazu gehört auch die Auswahl von passenden und musikalisch hochwertigen Stücken. Wer mit Stücken zweifelhaften Niveaus arbeitet wird wohl automatisch Zeit verplempern.

Grundsätzlich finde ich es wichtig darauf zu achten, daß Gehörbildung, Harmoniekenntnisse, die Entwicklung einer guten Klangvorstellung, die Weiterentwicklung der Musikalität im allgemeinen nicht hinter der manuellen Entwicklung zurückbleiben. Das ist etwas, was ich selbst nach meiner Einschätzung in meinem ersten Jahr verbockt habe und was ich jetzt zu ändern beabsichtige.

PianoPuppy, du hast sicher recht damit, dass ein guter Lehrer sehr wichtig ist. Leider hatte ich Pech mit meiner ersten Lehrerin, die mich ein knappes Jahr unterrichtet hat. Sie gab mir immer viel zu viel auf, lobte nie (erst über Dritte habe ich erfahren, dass sie mich für begabt hielt) und wirkte so gelangweilt, dass ich immer erwartet habe, sie würde im nächsten Augenblick beginnen, sich die Nägel zu feilen.

Diesen Unterricht, der - vom rein Technischen her gesehen - nicht schlecht war, habe ich dann aufgegeben und fühle mich zur Zeit sehr wohl damit, alleine und ganz nach meinen eigenen Vorstellungen üben zu können. Was nicht heißt, dass ich nicht auch irgendwann wieder einen Lehrer suchen werde.

An musikalischer Entwicklung, Gehörbildung u.s.w. hat bei mir schon viel stattgefunden, da ich lange Jahre u.a. Geige gespielt habe. Insofern geht es bei mir vor allem ums technische Erlernen.

Schönen Gruß

Eva
 
PianoPuppy, du hast sicher recht damit, dass ein guter Lehrer sehr wichtig ist. Leider hatte ich Pech mit meiner ersten Lehrerin, die mich ein knappes Jahr unterrichtet hat. Sie gab mir immer viel zu viel auf, lobte nie (erst über Dritte habe ich erfahren, dass sie mich für begabt hielt) und wirkte so gelangweilt, dass ich immer erwartet habe, sie würde im nächsten Augenblick beginnen, sich die Nägel zu feilen.

Diesen Unterricht, der - vom rein Technischen her gesehen - nicht schlecht war, habe ich dann aufgegeben und fühle mich zur Zeit sehr wohl damit, alleine und ganz nach meinen eigenen Vorstellungen üben zu können. Was nicht heißt, dass ich nicht auch irgendwann wieder einen Lehrer suchen werde.

An musikalischer Entwicklung, Gehörbildung u.s.w. hat bei mir schon viel stattgefunden, da ich lange Jahre u.a. Geige gespielt habe. Insofern geht es bei mir vor allem ums technische Erlernen.

Hallo Eva,

Das war mir nicht klar, daß du derzeit ohne Lehrer unterwegs bist. Kein Lehrer finde ich besser als einen schlechten Lehrer. ;)

Ich habe noch nicht so viel Erfahrung mit verschiedenen Methoden, da ich erst seit einem Jahr Klavier spiele, allerdings bin ich mit meinen technischen Fortschritten durchaus zufrieden.

Für mich hat sich bewährt, von vornherein so zu üben, daß jeder Fehler vermieden wird. Eine Stelle, die man 10 mal geübt hat und die nur einmal richtig war, wurde 9 mal umsonst geübt. Das einzige was man damit erhöht ist die Fehleranfälligkeit. Ich spiele eine Stelle immer in dem Tempo, in dem ich sie korrekt spielen kann - und das kann manchmal seeeeehr langsam sein. Erst wenn ich sie sicher in diesem Tempo spielen kann, übe ich sie schneller. Je nach Stück, gehe ich dann entweder sofort auf das Originaltempo über, oder übe an heiklen Stellen dann nur am Tempo, dafür gibt es unterschiedliche Methoden, die sehr hilfreich sind, wie "punktiertes" Üben oder Stationenübungen. Ansonst ist es natürlich wichtig, in überschaubaren Einheiten zu üben, niemals mehr abbeißen, als man schlucken kann - aber das solltest du ja schon von deinem sonstigen Instrumentalunterricht kennen.

Ich denke für die Übezeit gibt es kein anderes Limit als die Konzentration. Solange man konzentriert arbeiten kann, ist es auch in Ordnung das stundenlang zu tun, nur eben nicht an einer Stelle picken bleiben, das halte ich für wenig effizient.

Wenn ich Noten lesen könnte, und damit meine ich wirklich Noten lesen - also eine klare Klangvorstellung beim Lesen der Noten haben - würde ich zunächst das Stück anhand der Noten lernen, bevor ich mich ans Instrument setzte.

Spielst du auch klassische Originalliteratur, wenn ja, was spielst du derzeit so?

LG, PP
 
das lässt sich nicht allgemein beantworten, denn es hängt davon ab, was man gewohnt ist -- man kann problemlos tagelang je acht Stunden an einer einzigen schwierigen Stelle üben!

Na, vielleicht hat es doch was gebracht, ein ganzes Wochenende mit Chatschaturjans Andantino zu verbringen - schön war es jedenfalls. :):D:D

Aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, daß, wenn man effizient 8 Stunden an einer Stelle üben kann, man schon verdammt gut weiß, wie der "Übehase" läuft. :D

LG, PP
 
Eine Stelle, die man 10 mal geübt hat und die nur einmal richtig war, wurde 9 mal umsonst geübt.

Finde ich ausgezeichnet formuliert. Wenn man mit Fehlern (also im Prinzip: zu schnell) übt, nimmt man den Fingern von vornherein jede Chance, eine schwere Stelle überhaupt in den Griff zu bekommen...
So krass würde ich es formulieren, -

(...) man kann problemlos tagelang je acht Stunden an einer einzigen schwierigen Stelle üben!

Das finde ich absolut bemerkenswert.

Aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, daß, wenn man effizient 8 Stunden an einer Stelle üben kann, man schon verdammt gut weiß, wie der "Übehase" läuft.

Ich würde, in frecher Manier, sagen: Wie der Übehase läuft? Immer mit Bodenkontakt! Er überschlägt sich wohl nur selten! (also: konzentriertes, dabei entspanntes, und fehlerarmes Üben. Wobei man immer wieder bewußt "Entspannung" in die Muskeln hineinbringt bzw. in ihnen hält - denn das ist wohl das zweite elementare Grundprinzip...).

Man kann zwar mit Fug und Recht davon ausgehen, daß rolf's "schwierige Stellen" für uns eine nicht lösbare Lebensaufgabe bedeuten würden...;)
Aber schwer ist eben immer relativ. Ich persönlich übe nur wenige Minuten an einer schweren Stelle... warum? Weil es mir i.d.R. in dieser Zeit gelingt, das neue "Bewegungsprogramm", den neuen, erfolgreich programmierten Wechsel aus: Anspannung/Entspannung/Positionierung der Finger und Anschlag der Töne beim Spiel, zu erarbeiten - zumindest für diesen Moment.

Das dauerhafte Erarbeiten, die Festigung, das langsame Annähern an die Zielgeschwindigkeit, erfordert zwar dann noch stetige Wiederholung - aber das Prinzip, der Grundstein, ist gelegt. Und ohne diesen geht es nicht...

Auch ein guter Vergleich: zu schnell zu üben, ist wie ein Wohnhaus zu bauen - und dabei auf ein Fundament, aus Ungeduld, zu verzichten. Das wird nicht wirklich klappen, oder?

Es ist frappierend, daß ich monatelang an Stücken mehr oder weniger erfolglos, eben in zu hoher Geschwindigkeit, herumgeübt habe...
und daß ich mit der richtigen Methode (langsam anfangen, Geschwindigkeit langsam steigern) die schwierigsten Stellen binnen kürzester Zeit, prinzipiell in den Griff bekommen konnte und kann...

Irgendwann, werde ich wohl aufhören, es gebetsmühlenartig zu wiederholen, aber: zu schnelles Üben, mit fehlerhaften Tönen verdorbenes Üben, bringt einen nicht einen einzigen Schritt vorwärts...

Schöne Grüße,
Dreiklang

P.S. mir fällt gerade auf, daß wir uns im Anfängerbereich bewegen... nun, schaden tut es sicher auch Anfängern nicht. Aber die angesprochenen Prinzipien haben ohne weiteres das Potential, im Bereich "Klavierspielen & Klavierüben" an höchster Stelle aufgehängt zu werden ...
 
Wenn man mit Fehlern (also im Prinzip: zu schnell) übt, nimmt man den Fingern von vornherein jede Chance, eine schwere Stelle überhaupt in den Griff zu bekommen...
So krass würde ich es formulieren, -

Die krasse Formulierung gefällt mir besser als meine. :p


Wobei man immer wieder bewußt "Entspannung" in die Muskeln hineinbringt bzw. in ihnen hält - denn das ist wohl das zweite elementare Grundprinzip...).

Das möchte ich jedoch hinterfragen. Ich finde entspanntes Spiel, also ein Spiel welches frei von unnötigen Spannungen ist, sollte vollkommen natürlich sein.

Wenn ich mich hinter die Tasten setze, achte ich darauf, daß es keine Verspannungen gibt - vor allem in den Schultern, denn da ist die Gefahr bei mir besonders groß. Ansonst übe ich bewußt Entspannung nur dort, wo ich Probleme habe - zB bei (für mich) weitgriffigen Akkorden. Diese Übungen mache ich dann jedoch separat. Aber während des Spielens/Übens ständig bewußt darauf zu achten, daß alles entspannt ist, das halte ich für kontraproduktiv - das erzeugt doch erst recht Spannungen. Das ist, als ob man jemand sagt, er soll nicht blinzeln - dann passiert es erst recht. ;)

LG, PP
 
..., dafür gibt es unterschiedliche Methoden, die sehr hilfreich sind, wie "punktiertes" Üben oder Stationenübungen.
Das punktierte Üben kenne ich von der Geige her :geige:, aber was sind "Stationenübungen"?

Spielst du auch klassische Originalliteratur, wenn ja, was spielst du derzeit so?
Ich kann Bachs C-Dur-Präludium mittlerweile auswendig (spiel ich sehr gern!). Dann hatte ich noch einige kleine Bartók-Stücke und etwas aus dem "Notenbüchlein" der Anna Magdalena Bach. Und du? Kannst du mir Weiteres empfehlen?

Schönen Gruß

Eva
 
das lässt sich nicht allgemein beantworten, denn es hängt davon ab, was man gewohnt ist -- man kann problemlos tagelang je acht Stunden an einer einzigen schwierigen Stelle üben!

Hallo Rolf, das ist für mich beeindruckend... Meine Frage als Anfängerin ist aber folgende: Wenn ich den Zeitraum betrachte, in dem ich z.B. fünf Stücke aus meiner Klavierschule erlerne, so frage ich mich, wie ich meine tägliche Übestunde am effektivsten gestalte.

Das eine Extrem wäre, an der ersten hakeligen Stelle des ersten Stücks dranzubleiben, bis ich sie beherrsche, dann erst zur nächsten überzugehen, u.s.w. bis ich mich durch alle fünf Stücke durchgewühlt habe. Im anderen Extrem übe ich jeden Tag alle schweren Stellen aus allen fünf Stücken jeweils dann entsprechend nur einige Minuten. Auf welche Weise bin ich schneller?

Das optimierte Lernen liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen? Aber wo??
Ich möchte ja das unbewusste Weiterarbeiten meines Gehirns mit den Stücken optimal nutzen.

Schönen Gruß

Eva
 
Meine Frage als Anfängerin ist aber folgende: Wenn ich den Zeitraum betrachte, in dem ich z.B. fünf Stücke aus meiner Klavierschule erlerne, so frage ich mich, wie ich meine tägliche Übestunde am effektivsten gestalte.

liebe Eva,
das hängt davon ab, wieviel Zeit Du hast und was Du schon gewohnt bist.

Als Anfängerin mit einer Stunde je Tag zum üben: da halte ich am besten, 20min reihum sehr langsam und bewußt nur die schwierigsten Stellen, dann 20min die leichteren Stellen und zum Schluß 20min einfach das spielen, was Du schon kannst - so ist alles untergebracht (schwieriges lernen, leichteres vertiefen und angenehmes spielen zur eigenen Freude). Allerdings solltest Du da genau wissen, welche die schwierigen stellen sind.

Ob Gehirne unbewusst weiterarbeiten und wie, das kann jedem für das reale und wache - also bewußte - Üben eher egal sein, denn wie die Formulierung schon sagt ist das (vermutlich) ein unbewusster Prozess: und der entzieht sich halt der Kontrolle. Ich empfehle: waches üben :)
 
Das punktierte Üben kenne ich von der Geige her, aber was sind "Stationenübungen"?

Schau mal hier, im ersten Beitrag runterscrollen bis zum gebläuten Punkt, da ist die Stationenübung beschrieben. Vielleicht findest du ja auch sonst für dich brauchbares in dem Beitrag.

Ich kann Bachs C-Dur-Präludium mittlerweile auswendig (spiel ich sehr gern!). Dann hatte ich noch einige kleine Bartók-Stücke und etwas aus dem "Notenbüchlein" der Anna Magdalena Bach. Und du? Kannst du mir Weiteres empfehlen?

Aber ja, es gibt ja Unmengen von schönen Stücken, auch für uns Anfänger!


Aus dem Notenbüchlein: Menuett in d-moll, falls du das noch nicht gespielt hast

Tschaikowsky, Kinderalbum, op. 39

Morgengebet - sehr schön, vielleicht noch etwas schwer, mußt du mal schauen
Der Puppenzyklus: Die neue Puppe, Die Krankheit der Puppe und Das Begräbnis der Puppe - letztes gefällt mir besonders gut
Walzer
Süße Träumerei
In der Kirche

die anderen habe ich noch nicht gespielt, aber da gibt es noch viel Schönes drinnen, also gleich das Album kaufen.

Schumann, Album für die Jugend:

Melodie
Soldatenmarsch
Trällerliedchen
Ein Choral
Stückchen

die sind sicher für dich spielbar, und es gibt noch Unmengen Schönes, nur wird es dann schon ein bißchen schwieriger.

Chatschaturjan, Bilder der Kindheit, Album 1

Andantino - darin bin ich ganz verliebt
Ljado ist sehr krank

Weiteres habe ich noch nicht daraus gespielt, aber ist auf jeden Fall auch eine Entdeckungsreise wert

Bartók - 10 leichte Stücke

Widmung
Bauernlied
Qualvolles Ringen
Tanz der Slowaken
Slowakisches Volkslied (in Ed. Budapest Ungarisches Volkslied, Nr. 8 ) sehr schön, vielleicht noch ein bisserl schwierig, musst du schauen

Daraus gefällt mir alles :)

Mikrokosmos - sehr empfehlenswert, wenn man Bartók mag! Den ersten Band verwende ich für Prima Vista Übungen, ansonst nehme ich an, daß du ungefähr auf Level des 2. Bandes bist.


Beethoven:

G-Dur Sonatine - das ist die leichtere, also ev. damit anfangen
F-Dur Sonatine - die schönere, das Originaltempo ist bei mir da noch nicht drin

Also du siehst, es gibt genug - weg mit dem Schaum. :D

LG, PP
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das möchte ich jedoch hinterfragen. Ich finde entspanntes Spiel, also ein Spiel welches frei von unnötigen Spannungen ist, sollte vollkommen natürlich sein. (...) LG, PP

Es ist schwer, dieses komplexe Wechselspiel zwischen Spannung und Entspannung zu beschreiben, welches man braucht, bzw. ich bei schweren Stellen brauche. Eine schwere Stelle besteht aus einer Abfolge von Tönen, die eben nicht durch das schon vorhandene Können einfach abgedeckt werden kann (sonst wäre es ja auch keine "schwere Stelle"). Also, haben die Fingerchen etwas "besonderes" zu lernen, eine besondere Strategie, ein besonderes Progrämmchen. Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht, aber ich habe schon Bewegungsabfolgen gehabt, bei denen z.B. die Gefahr besteht, daß sich irgendetwas in Muskeln oder Sehnen bei der geforderten Bewegungsabfolge kurz "verhakt" (was natürlich das Spiel dann versaut). Es gibt aber immer eine Möglichkeit, um das Verhaken "herumzuspielen" (ich meine damit natürlich nicht, die Noten zu verändern, sondern die dreidimensionale Bewegungsabfolge und Positionierung von Finger und Handrücken geeignet abzuwandeln).
Und da muß ich dann einen Weg, bzw. eine Strategie und eine Bewegungsabfolge, dafür finden.

Nur mit Entspannung, zu üben, kann bei schweren Stellen mit einer Abfolge von vielen nichttrivialen Tönen nicht funktionieren - denn die Finger brauchen schon eine gewisse eine Grundspannung, Vorspannung, etc... dafür. Nur, auf keinen Fall Verkrampfung oder Verspannung. Rolf würde ergänzen: im virtuosen Bereich, brauchen sie auch schon mal richtige Kraft und Ausdauer - aber da brauchen wir noch nicht ernsthaft drüber nachdenken, glaube ich :D:D:D

Ansonst übe ich bewußt Entspannung nur dort, wo ich Probleme habe

Da würde ich zu 100 Prozent mitgehen... genau da, wo's schwierig wird, schleichen sich entweder Verkrampfungen/Verspannungen gern ein, und behindern eklatant. Oder, sie sind eben potentiell sehr schädlich, also: genau so wie Du es beschrieben hast, vorgehen, dazu würde ich auch raten.

So langsam habe ich die wesentlichen Prinzipien zusammen, die ich für mich beachten möchte, denke ich... das nächste wäre, eine konsequente und erfolgreiche Praxis. Mal sehen...

Schönen Gruß, Dreiklang
 

Nur mit Entspannung, zu üben, kann bei schweren Stellen mit einer Abfolge von vielen nichttrivialen Tönen nicht funktionieren - denn die Finger brauchen schon eine gewisse eine Grundspannung, Vorspannung, etc... dafür.
Wenn zwischen den Tönen genug Zeit ist, dann ist auch genug Zeit zum entspannen - und das gilt überall beim sich Gewöhnen an ungewohnte "schwierige" Bewegungsfolgen!!
Die "Methode" ist denkbar einfach:
Ton 1 berühren
Ton 2 anvisieren
Ton 1 spielen und sofort schlapp (entspannt) auf Ton 2 liegen und dort lange entspannt abwarten und diese Zeit zum anvisieren von Ton 3 nutzen
--und so von Ton zu Ton
 
Wenn zwischen den Tönen genug Zeit ist, dann ist auch genug Zeit zum entspannen - und das gilt überall beim sich Gewöhnen an ungewohnte "schwierige" Bewegungsfolgen!!
Die "Methode" ist denkbar einfach:
Ton 1 berühren
Ton 2 anvisieren
Ton 1 spielen und sofort schlapp (entspannt) auf Ton 2 liegen und dort lange entspannt abwarten und diese Zeit zum anvisieren von Ton 3 nutzen
--und so von Ton zu Ton

Hallo Rolf, danke für diesen Hinweis...! :)
diese - von Dir schon früher geschilderte - wertvolle Methode, hatte ich schon wieder ganz vergessen :)

Schönen Gruß, Dreiklang
 
Rolf und PianoPuppy, danke für eure Tips und die Auflistung der leichten Stücke! :)
Da ist bestimmt was für mich dabei.

Schönen Gruß
Eva
 
Hallo,

vielleicht ist dieser Beitrag hilfreich zum Thema?
 

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  • Bewehungsabläufe lernen.pdf
    74,8 KB · Aufrufe: 38
Hi,

der von Gerd angehängte Artikel ist mM sehr gut.

@Gerd: Du Schlingel hättest aber schon den orginal Link posten können:
http://www.birkenbihl.de/PDF/TEXTE/stroh47Aufl.pdf

Beim Lesen hab' ich mir gleich gedacht, den Stil kenne ich doch. Das ist Frau Birkenbihl. Sie ist immer sehr reisserisch und verkauft sich gut, aber es ist auch viel "Wahres" drin.

Gruß
 
Hallo!
Wie man die individuelle Lerngeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Position in der Lernkurve, in der man sich gerade befindet, "optimiert" weiß vermutlich niemand. Denn man bleibt ja bei der Methode, die man für "gut" hält, diese KÖNNTE aber suboptimal sein. Hauptsache man ist damit zufrieden und es macht Spaß. Menschen sind unterschiedlich und sie lernen deshalb auch unterschiedlich. Einige Menschen berichten, sie PAUKEN für Prüfungen. Ich habe das nie gemacht: Habe auch nie eine "sehr gute" Prüfung gemacht... :-(

Interessant wird die Frage doch, wenn man sie umdreht: WIE sabotiere ich Lernfortschritte besonders effektiv?

Als Klavieranfänger (neun Monate inzwischen...WO ist die ZEIT geblieben??) lerne ich: SEHR schlecht sind Pausen von drei Tagen, an denen ich mich nicht ans Klavier setze. Ein Tag Pause geht ohne Probleme. Bei zwei Tage setzt bereits Stillstand ein, ein Verharren auf dem Status Quo der begrenzten Fingerfertigkeit. Ab drei ist ein RÜCKSCHRITT spürbar, ich verliere also immer wieder "Drehmoment"...
 
Hi,

ein bekannter Konzertpianist (Horowitz?) sagte einmal:

Wenn ich ein Tag Pause mache, dann höre ich es,
wenn ich 2 Tage Pause mache, meine Kritiker,
wenn ich 3 Tage Pause mache, hört es das Publikum.

Oder so ähnlich.

Gruß
 
Hallo,

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Auch für die Leser dieses Threads weise ich darauf hin, daß Birkenbihls Thesen nicht brauchbar sind und daß das "Bewegungslernen" generell und auch beim Musizieren (welches eine audiomotorische Tätigkeit ist) auf einer ganz anderen Basis beruht, wie auch schon das Max-Planck-Institut gezeigt hat. Steht in diesem Beitrag hier:

https://www.clavio.de/forum/plauderecke/13730-gehirntraining-mit-vera-f-birkenbihl.html#post210901

LG,
Hasenbein
 
Hi Hasenbein,

ich weiss nicht, ob du die wissenschaftliche Kompetenz hast, abschliessend entscheiden zu können, welche wissenschaftliche Modelle oder Vorstellungen bzgl. der Motorik-Steuerung die richtigen sind. Ich habe sie jedenfalls nicht und ich habe das Gefühl, du hast sie auch nicht (aber viel Erfahrung im Klavierspielen Schulen/Lernen).

Der von dir verlinkten Artikel vom Max Plank Institut ist jedenfalls etwas vorsichtiger und spricht meistens im Konjunktiv, zB:
"Die traditionelle Konzentration .. auf motoriscjhe Aspekte der Bewegungskontrolle könnte somit irreführend sein"

2. Lese ich in diesem Artikel nirgends, dass den Modellen der Bewegungsprogramme und der autonomen Steuerung der Abfolge von Muskelaktivitäten völlig wiedersprochen wird.

Es ist mM eher ein Verschieben des Schwerpunktes der Steuerung von der unbewussten dezentralen Motoriksteuerung zurück ins Zentrum, dem Gehirn.

Bezogen auf das Klavierspielen ist also anzustreben, dass es möglichst durch klangliche Zielvorstellungen gesteuert wird und sonst nichts und dass die Entwicklung korrekter künstlerischer Zielvorstellungen im Vordergrund stehen müssen (man kann nur dann etwas richtig spielen, wenn man es sich richtig vorstellen kann). Das ist aber nichts neues.

Aber um die tausend verschiedenen Muskeln, die für eine Bewegung notwendig sind, überhaupt auf rein koordinativer und reflexartiger Ebene zu steuern, sind vielleicht schon Prozesse notwendig, die unabhängig von der Bewusstseinsebene ablaufen.

Fr. Birkenbihl, hab' ich ja auch gesagt, ist sehr reisserisch und man darf sie nicht unkritisch sehen. Aber die 10 Regeln zur motorischen Schulung in ihrem Beitrag fand ich nicht völlig falsch. Ausserdem bezogen sie sich nicht direkt aufs Klavierspielen. Daher liess sie den Aspekt der auditiven Steuerung völlig weg (oder sie kennt ihn nicht). Ausserdem sagte sie an einer Stelle, dass diese Regeln nur für den Beginner gelten. Für den Fortgeschrittenen oder Experten einer Bewegungs-Domäne gelten andere, die sie aber leider nicht nennt.

Ich denke, dass für uns praktische Klavierspieler eigentlich die Modelle und welche richtig und falsch sind, egal sein können. Wichtig ist aber meiner Meinung, dass man Erkenntnisse aus dem Forschungsbereich, die direkte Relevanz für das Klavierspielen haben, erkennt und anwendet.

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

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