Wie laut sollte ich ein E Piano einstellen um vernünftig den Anschlag zu lernen?

Monsieur_Barso

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Auch ich vermute mal, dass Hasenbein mit seiner Bezeichnung Clavinovas und gleichwertige Digis anderer Hersteller meinte.
Ich bin ja seit einem Jahr ebenfalls stolzer Besitzer eines N1X und würde das von Natur aus direkt nur als Hybrid und nicht als Digi bezeichnen.
Da ich die ersten Jahre auf einem Clavinova gelernt habe, merke ich jetzt natürlich den Unterschied im Anschlag. Ich würde jedoch nicht behaupten, dass dies meinen Anschlag versaut hat, immerhin waren die Tasten ja auch gewichtet und die Hammermechanik wurde imitiert. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich zwischendurch immer die Gelegenheit hatte, an meinem Arbeitsplatz an einem akustischen Flügel zu spielen.

Was das N2 betrifft, war ich sehr dicht davor, dieses zu kaufen. (Nähere Details im entsprechenden Thread). Von allen Hybriden (Yamaha, Kawai, Casio) fand ich hier den Klang und das Spielgefühl am natürlichsten. Allerdings musste ich feststellen, dass das Flügel-Sample an einigen Stellen sehr fiese Obertöne besaß, die letzten Endes doch zum Kauf des N1X führten.

Mit diesem bin ich nach wie vor sehr zufrieden, gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass in einigen Jahren doch noch ein N2X auf den Markt kommt (oder ich ein freistehendes Haus mit Flügelzimmer erbe :003:).

Was das eigentliche Thema dieses Threads betrifft, können wir uns vielleicht darauf einigen, dass der Anschlag umso besser gelernt wird, je realistischer die Klaviatur ist. Krassestes Negativbeispiel wäre wohl ein Keyboard mit weniger als 88 Tasten, welche zudem nicht gewichtet sind.
 
Sven

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Was das eigentliche Thema dieses Threads betrifft, können wir uns vielleicht darauf einigen, dass der Anschlag umso besser gelernt wird, je realistischer die Klaviatur ist. Krassestes Negativbeispiel wäre wohl ein Keyboard mit weniger als 88 Tasten, welche zudem nicht gewichtet sind.

Wie wirkt es sich deiner Meinung nach auf den Anschlag aus, wenn weniger Tastern vorhanden sind?
Gilt das auch für Pianinos mit 85 Tasten?
 
Monsieur_Barso

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Wie wirkt es sich deiner Meinung nach auf den Anschlag aus, wenn weniger Tastern vorhanden sind?
Gilt das auch für Pianinos mit 85 Tasten?
Nun ja, ich denke schon, dass es nicht ganz unwichtig ist, auf einer kompletten Klaviatur mit 7 1/2 Oktaven (88 Tasten) zu lernen. Es gibt ja auch Digis mit nur 6 1/2 Oktaven (76 Tasten) oder teils nur mit fünf Oktaven (61 Tasten).

Um wirklich das Gefühl zu bekommen, wie sich Anschlag im Bass und im Diskant auswirken, sollte es meiner Meinung nach schon eine komplette Klaviatur sein. Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen. Aber möglicherweise liege ich mit dieser Vermutung auch falsch.
 
virtualcai

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Wenn Du Kopfhörer nutzt könntest Du aber tatsächlich überlegen, eine besser klingende Software zu nutzen.
 
virtualcai

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Mit einem zusätzlichen Rechner...
 
instrumentenfreak

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Sogut wie jedes Digi hat einen Midi-Ausgang. Damit gehst du in den Rechner und steuerst einen Klavier-Sampler an.

Google mal nach "Piano VSTi". Die klingen fast alle besser als das, was man so in (auch heutigen) Digis an Klängen findet. Nachteil: man braucht meist eine extra Soundkarte, die schnell genug ist um zwischen Anschlag und Tonerzeugung keine Verzögerung zu spüren.
 
Dromeus

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Wenn ich ergänzend zu den Vorschreibern was bemerken darf.
  • Ja, es benötigt einen Computer.
  • Zusätzlich benötigst du ein Audiointerface (Soundkarten war mal im letzten Jahrtausend), denn die standardmäßig verbauten Audio-Chips auf den Mainboards sind Billigware und klingen entsprechend.
  • Das Audiointerface muss nicht schnell sein, sondern der Hersteller muss gute (!) Treiber für das Audiointerface mitliefern. Bewährte Hersteller liefern auch jahrelang Updates für die Treiber aus, falls nötig, so dass allfälliger Neukauf bei neuen OS Versionen vermieden wird.
  • Es empfiehlt sich, ein Audiointerface zu wählen, das gleich auch noch eine konventionelle MIDI Schnittstelle (5 pin DIN Stecker) eingebaut hat. Dann bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite, wenn du mal einen Keyboard-Controller anschließen willst, der kein USB-MIDI implementiert hat.
  • Es gibt eine gute Auswahl an sehr guten Piano-Plugins auf dem Markt, die durchaus erschwinglich sind. Diese Plugins bringen i.d.R. auch einen eigenen VST-Host mit, das heißt, das Plugin kann standalone betrieben werden, ein eigener VST-Host ist nicht nötig. Die Klangerzeugung ist sample-basiert (sorry, natürlich Multisamples :super:), verwendet Physical Modelling, oder eine Kombination dessen. Die Möglichkeiten der individuellen Klangformung sind meist enorm, überfordert allerdings den Einsteiger.
  • Nicht zu vergessen: du benötigst qualitativ gute Aktivlautsprecher.
Was ich letztendlich sagen möchte, wenn du sowas in Betracht ziehst, sei dir im klaren, dass du dich mit dieser Technologie etwas eingehender auseinandersetzen musst. Man prüfe sich also, ob man dazu bereit ist, sonst kann das durchaus frustrierend werden. Mit Einschalten und losspielen ist es nicht mehr getan.
 

Martin49

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Danke für die Info, aber das ist mir zu umständlich.
Absolut nachvollziehbar. Ist mir auch zuviel Kabelsalat um mein schönes Instrument. Und ich hab sogar einen Apple, wo viele Punkte in der Liste ignoriert werden können, weil auf dem läuft's einfach. Allerdings muss man noch hinzufügen: den Piano-Plugin-Verkäufern erlauben, Überwachungssoftware zu installieren. Wegen den pösen Piraten.
 
Dromeus

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Und ich hab sogar einen Apple, wo viele Punkte in der Liste ignoriert werden können, weil auf dem läuft's einfach.
:lol: :lol: :lol:Ich sag nur Big Sur.
Allerdings muss man noch hinzufügen: den Piano-Plugin-Verkäufern erlauben, Überwachungssoftware zu installieren. Wegen den pösen Piraten.
Meine sämtlichen Plugins laufen nach einmaliger Lizenzierung auch offline. Keine ernsthafte Studioumgebung hat die Rechner permanent online. Und live schon gar nicht... Mir ist das allemal lieber als irgendwelche Dongles. Und was Raubkopien betrifft: die Produktion qualitativ hochwertiger Samples ist ein enormer Aufwand, der sich über Monate erstreckt. Du kannst dir ja mal ein paar interessante Hintergrundinfos reinziehen, wie der Prozess für NI's Noire Plugin ablief:

https://www.soundandrecording.de/so...native-instruments-soundrecording-podcast-03/

Kein Hersteller würde solche Projekte durchführen, wenn seine Produkte nicht vor Diebstahl schützen könnte.
 
Akasha

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Ich hab auch ein kleines Studio und kann Dir da nur zustimmen. Allerdings....auch mit einem guten Piano Plug-in, werden nur Mididaten übertragen und die sind, was Ausdruckskraft angeht massiv beschränkt. NI da allen voran, da es das total veraltete Vst2 Format nutzt.

Ich fahre morgen nach Wuppertal zu Brand und fange an mir ein Klavier zu suchen 🤗
 
instrumentenfreak

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@Akasha Da interessiert mich jetzt aber mal der Hintergrund zu Deiner Aussage. Inwiefern ist Midi beschränkt in der Ausdruckskraft? Und wo ist der Unterschied von VST2 zu VST3?
 
Martin49

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Kein Hersteller würde solche Projekte durchführen, wenn seine Produkte nicht vor Diebstahl schützen könnte.

Ja sicher. Wenn sie denn nur könnten. Ambitionierte Cracker kriegen den Diebstahlschutz gecrackt. Trotzdem darf der harmlose und ehrliche User durch all die Ringchen springen. Und wenn es schiefgeht, viel Glück mit den FAQs und dem Support!
 
Akasha

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@instrumentenfreak
Weil Midi 1.0 Max 128 Abstufungen und punkto Lautstärke hat. Nicht umsonst werden hochklassige Aufnahmen per Mikrofon abgenommen.
Vst2 ist massiv Ressourcenhungrig, nicht skalierbar ( was echt nervig ist im Kontakt)

VST3 bietet gewisse Vorteile gegenüber VST2, wie Side-Chaining, Busse, Parameternamen im UTF16 Format für internationale Schriftzeichen, dynamische Ein- und Ausgangskonfiguration für Mehrkanal, Surround etc., stufenlose, Sample-genaue Automation, erweiterte MIDI-Möglichkeiten und eine VSTXML-Schnittstelle für Controller, sowie skalierbare Oberflächen, was in Zeiten der 1440p+ Bildschirme auch bitter nötig ist.
Quelle:Amazona

 
Cee

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Komisch, dass hier schon Posting 78 erreicht ist, aber (bis auf einen Ansatz von HenkL und hasi) noch niemand auf die pianointernen Parameter wie Anschlaghärte, Responsekurve, Stimmenlautstärke usw. hingewiesen hat. Klar, wer den Anschlag mit dem Lautstärkeregler einstellt, der denkt auch, dass Samples Staub ansetzen (gell, Henry) und sowieso ein echtes Klavier immer besser ist...

Also, Akasha, versuche mal folgendes: nimm die Klaviervoice, die Dir am besten gefällt, stelle Touch auf hard und probiere im Smartpiano-Menü noch mit soft, clean herum. Wie hasi schreibt, sollst Du durchaus zupacken (daher eher hard als medium), und nur wenn eine Differenzierung pianissimo-fortissimo dann gar nicht mehr geht, schalte von hard auf medium.

Manche Digis haben mehr Stufen als die 3 beim Kawai und lassen auch die Stärke pro Stimme einstellen (zB mein Yamaha ;-))

BTW, für den Klang am PC ist vst3/2 egal und das Kawai liefert eh immer nur 128 Abstufungen, wenn's hochkommt. Kein Grund, Geld für PC-Klavieremulationen auszugeben.

Cee
 
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Dromeus

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@Akasha : Wie Cee schrieb, VST3 wird von dir überbewertet, insbesondere den Einfluss auf die Fragestelllung hier im Thread. Wenn man beobachtet hat, wie schleppend der Support für VST3 (der ja mittlerweile auch schon >10 Jahre auf dem Buckel hat) umgesetzt wurde, weiß, dass die Hersteller lieber neue Instrumente/Plugins entwickelt haben, als ihr Portfolio in Gänze VST3-kompatibel zu machen. VST2 ist nicht per se ressourcenhungrig, die Algorithmen/ Programmierung des Plugins hat hier den entscheidenden Einfluss. Und für Projekte im Homerecording-Maßstab kommst du gerade heute mit VST2 immer noch sehr weit.

Dass die MIDI 1.0 Spec 7 bit-Parameter hat, war historisch begründet und sicher ist es zu begrüßen, dass MIDI 2.0 einheitlich 16 bit vorsieht. Ich glaube aber nicht - insbesondere wenn es um die Anschlagsstärke und den Pianosound geht, dass durch höhere Auflösung der Velocity "automatisch" die Ausdrucksfähigkeit verbessert wird. Der kleinste hörbare Unterschied im Pegel liegt etwa bei 1 dB, und nur im Frequenzbereich, wo das Ohr am empfinlichsten ist UND bei höheren Lautstärkenm ist mehr drin. 16 bit werden also bestenfalls eine leichte Verbesserung bringen, wenn überhaupt. Weiterhin ist dann die Frage, welche Auflösung eine MIDI Tastatur überhaupt imstande ist zu liefern. Du kannst mal versuchen, mit einem MIDI Monitor zu prüfen, ob du in der Lage bis, alle Velocity Werte von 1-127 zu produzieren.
 
 

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