Welcher Kammerton bei einem älteren Stutzflügel

H
huhuhu
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Hallo zusammen:)
Ich besitze einen älteren Stutzflügel der Marke "Ritter" . Gesamtlänge runde 1,50 Meter und besitzt einen wunderschönen Stahlgussrahmen. Das schöne Stück gehörte vor rund 20 Jahren einem Musikkapellmeister aus Stuttgart. Er hatte den kleinen Flügel in Esslingen komplett uberholen lassen und das gute Stück diente ihm zuhause für die Begleitung seiner Frau, welche Opernsängerin war.
Nun möchte ich den Flügel neu stimmen und da sämtliche Töne tiefer liegen (A4 so ca. 435 Hz) stellt sich für mich die Frage, soll ch ich auf 440Hz Kammerton sämtliche Töne nun entsprechend hochziehen, oder soll ich mit z.B. 435Hz als A4 Basis das schöne Stück stimmen?
Was meinen hier die Fachleute ?
Herzliche Grüße
Dieter
 
altermann
altermann
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Nicht umsonst hat der Kappelmeister sich mit 435 Hz genügt.
Ein Höherziehen wird nicht risikolos sein.

Grüße altermann
 
H
huhuhu
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Vielen Dank für die Rückantworten :)
Ich werde das schöne Stück auf A4 / 435Hz justieren.
Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass gerade die hohen Stimmen so auch weniger inharmonische Teiltöne im Tonspektrum auftreten.

Herzliche Grüße
Dieter
 
Henry
Henry
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Instrumente mit dem Baujahr vor 1930 würde ich nicht auf 440 Hz hochziehen, auch wenn er es aushält, das Risiko daß Saiten reißen - insbesondere die teuren Baßsaiten ist hier einfach zu hoch. Wenn ein alter Flügel auf 438 Hz gestimmt wird, ist man schon gut dabei. Ist ein alter Flügel neu bezogen (also neue Saiten innerhalb der letzten 30 Jahre) kann er bedenkenlos auf 440 Hz gestimmt werden (mit Ausnahme einiger "spezieller Fabrikate" wie beispielsweise gewisse Modelle von Bechstein )
Ansonsten muß man schauen auf welcher Tonhöhe das Instrument am besten klingt, ich hab auch schon Yamaha Flüge 45 hochgejagt, weil sie sich in dieser Höhe am besten entfalken konnten.

LG
Henry
 
H
huhuhu
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Vielen Dank für die Informationen.
Ja das stimmt, bei höheren A4 / 440Hz klingen die Töne einfach hell und klar, aber die Angst ist bei mir große, dass eine Seite dann tatsächlich reißt. Die Seiten sind wahrscheinlich über 30 Jahre verbaut.
Ich stimme jetzt einfach mal auf 435Hz und schaue mal ob der Ton insgesamt "langweilig" klingt. Wenn ja, werde ich auf 438Hz erhöhen.
Ich bin ja ein Laie, welcher sich mit dem Klavierbau auch etwas beschäftigt. Hatte hier Glück per Zufall ein Antiquariat in Leipzig zu finden, welches diesbezüglich eine größere Sammlung an "Klavierbücher" zum Verkauf angeboten hatte.
Als Stimmhilfe verwende ich die freeware der Uni Würzburg mit der Bezeichnung "Entropy Piano Tuner". Finde den Ansatz sehr interessant. Hat von Euch auch jemand Erfahrung mit dieser Software?

Herzliche Grüße
Dieter
 
Henry
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bei höheren A4 / 440Hz klingen die Töne einfach hell und klar,

Muß nicht sein, es kommt - wie gesagt - auf das Instrument an. ich hab mal einen alten Bechstein Geradsaiter nach der Überholung auf 444 Hz hoch gezogen, der Ton war absolut matt und stumpf - als er dann schließlich auf 436 Hz abgesackt ist und ich ihn auf der Höhe stimmte, war er absolut glockig im Ton.
Ach so neben her, was im Keyboardbereich als A4 bezeichnet wird, ist das a´ - also das eingestrichene A. Beim Klavierstimmen wär es schon nicht so ganz nachteilig die Bezeichnungen von der Subkontraoktave bis zur 5 gestrichenen Oktave zu kennen...gerade wenn man mit professionellen Stimmgeräten angewiesen ist zu arbeiten ;-)

LG
Henry
 

altermann
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Mir ist dös gesamte Gedöns wohl bekannt. Trotzdem orientiere ich mich nur am Schlüsselloch. Von da aus 2 Flaschenlängen nach unten oder oben gibt es auch Töne, Tasten oder wie man es auch nennen mag. :super:

Gruß altermann, der es ja besser wissen muss :-D
 
Tastenscherge
Tastenscherge
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Nö, das CT beispielsweise zeigt beim Subkontra A A2, beim fünfgestrichenem c c5......mit Keyboardstimmsoftware geb ich mich ned ab.

Du meinst die CTS Geräte von TLA? Die sind nicht professioneller als Verituner, CyberTuner oder Tunelab, falls du die mit Keyboardstimmsoftware meinen solltest. Die unterschiedlichen Anzeigevarianten (also A4 anstatt a-1) beruhen auf Länderunterschieden. Die meiste dieser Software stammt aus den USA, und da ist nunmal A4 anstatt a-1 üblich. Sagt nichts über die Qualität aus.

Ich bin mit meinem Verituner z.B. sehr zufrieden. Im Gegensatz zu den TLA Geräten misst dieser bei jeder Taste die Inharmonizität. Nicht wie bei TLA nur bei 5 Probetönen für die Pianyzer Funktion. Bei TLA wird eine Schätzung der Inharmonizität für das gesamte Instrument lediglich durch diese 5 Probetöne gemacht. Es wird also versucht, ein Abbild der Realität aufgrund von Modellrechnungen zu erschaffen. Der Verituner hingegen bildet tatsächlich die Realität ab, kein Modell.

Und günstig sind die TLA Geräte ja auch nicht gerade:
http://www.tla-electronic.de/PreiseD.pdf
 
 

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