Was muss zyklisch aufgeführt werden?

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Was sollte im Normalfall zyklisch aufgeführt werden?

  • Bach - Wohltemperiertes Klavier

    Stimmen: 1 16,7%
  • Bach - Kunst der Fuge

    Stimmen: 5 83,3%
  • Chopin - Etüden

    Stimmen: 0 0,0%
  • Chopin - Préludes

    Stimmen: 4 66,7%
  • Liszt - Transzendentale Etüden

    Stimmen: 0 0,0%
  • Rachmaninow - Préludes

    Stimmen: 0 0,0%
  • Debussy - Images

    Stimmen: 0 0,0%
  • Debussy - Préludes

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ravel - Miroirs

    Stimmen: 1 16,7%
  • Ravel - Gaspard de la nuit

    Stimmen: 1 16,7%

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    6
St. Francois de Paola
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Ich bin ja grundsätzlich ein Freund von sinnvollen oder sinnlosen Statistiken und Umfragen. Mehr mögliche Antwortmöglichkeiten wären nicht verkehrt gewesen. Man hätte noch eine Menge reinnehmen können, von Barock-Suiten über Beethoven-Bagatellen über diverse Sachen von Schumann, einige Sachen von Liszt, Brahms, Tschaikowsky, Mussorgsky, etliches aus der Neuen Musik...
Viel mehr als die Zahlen interessiert mich aber die Begründung. Die Idee kam mir, weil zumindest gefühlt im Besonderen der Gaspard de la nuit ja eher als zusammenhängend betrachtet wird und die Miroirs nur als zusammen passend. Trotzdem spricht aus meiner Sicht rein gar nichts dagegen, die Ondine genau so für sich aufzuführen wie Une barque sur l'Ocean oder Alborada del gracioso.
Und wenn man bei den Miroirs ist, denkt man ja irgendwie automatisch auch an die Images und dann schnell an die Préludes von Debussy, die ja in gewisserweise in einer langen Tradition stehen, die auch meine Auswahl begründet. Und wenn man dann bei den Chopin-Préludes angekommen ist, denkt man schnell auch an die Etüden.
Keinem einzigen der Zyklen würde ich jetzt die Qualität absprechen wollen. Meine Meinung was die Aufführung als Zykus angeht, ist aber folgende:

Wohltemperiertes Klavier: Schrecklich, grauenhaft. Gerne ein paar Stücke unterbrochen von Toccatas, Suiten, Partita oder in einem nicht reinen Bachprogramm eingebaut, aber bloß nicht komplett am Stück.

Kunst der Fuge: Anstrengend, erfordert hohe Aufmerksamkeit, ergibt aber als Zyklus absolut Sinn. Geht aber auch einzeln. Eigentlich macht das nur Sinn, die überhaupt zu hören, wenn man sich mit der Partitur auseinander gesetzt hat, weil ich finde, man muss da zumindest grob verstehen, was da überhaupt passiert.

Chopin-Etüden: Muss ich nicht als Zyklus haben, auch lieber eine kleine Auswahl, ist aber nicht so schlimm wie beim Wohltemperierten Klavier.

Chopin-Préludes: Manche ergeben nur im Gesamtkontext Sinn, daher muss es zyklische Aufführungen geben, einige gehen aber auch ganz gut einzeln.

Liszt - Transzendentale Etüden: Auch wenn die erste eigentlich eher ein Einleitungstusch ist - muss ich nicht komplett haben.

Rachmaninow - Préludes: Gehen meiner Meinung nach gleichermaßen zyklisch und einzeln.

Images: Passen sehr gut zusammen, gehen aber auch einzeln gut.

Debussy - Préludes: Siehe Images, wobei ich zumindest beide Bände am Stück auch etwas einseitig finde.

Miroirs: Siehe Images

Gaspard de la nuit: Passt sehr gut zusammen, trotzdem spricht für mich nicht unbedingt etwas dagegen, einzelne Sätze zu spielen.
 
Eroico
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Ich finde Werke müssen nur komplett aufgeführt werden wenn der Komponist es auch wirklich so gewollt hat.
Das WTK ist kein Teil davon, das sind ja einzelne Stücke, und auch so etwas wie die Chopin Preludes oder Etüden haben in meinen Augen keinen übergeordneten Sinn den man mit einer zyklischen Aufführung rüberbringen müsste.

Ganz anders sieht es aus wenn man, ich nehme mal als Beispiel Gustav Holsts Planeten, aufführt. Holst selber hat sich ja sogar damals so gut es ging gegen Kürzungen gewehrt weil das Werk im Aufbau eine tiefere Bedeutung hat, die verloren gehen würde wenn man auch nur einen der Planeten weg ließe. Stellt man Jupiter in die Mitte, sieht das ungefähr so aus:

1. Mars - Bringer of war | 7. Neptune - the mystic
2. Venus - Bringer of Peace | 6. Uranus - the magician
3. Mercury, the winged Messenger | 5. Saturn - the bringer of old age
4. Jupiter - Bringer of Jollity

Ist jetzt nicht sehr schön aber man erkennt dass man immer die Gegensätze gegenüber hat. Merkur - der schnellste und kürzeste Satz gegenüber von Saturn, dem trägsten, düstersten und langsamsten Satz, Venus - mit Schönheit und Harmonie gegenüber von Uranus der da seine grotesken Zaubertricks aufführt, und Mars - den Gott des Krieges, den Brutalsten der Sätze gegenüber von Neptun - dem Mystischen der das genaue Gegenteil ist.

Ob man Sachen wie die Kunst der Fuge oder das musikalische Opfer zyklisch aufführen muss, darüber kann man streiten aber ich finde dass sich da einmal ein musikalischer Gedanke durchzieht und es deshalb eine komplette Aufführung verdient hat.

Was die Impressionistischen Stücke angeht die du da angegeben hast kann ich nicht viel sagen, ich setze mich wenig mit dem Stil auseinander und kenne die Werke nicht gut genug.
 
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