Was macht einen guten KL aus der Sicht eines Schülers aus?

  • Ersteller des Themas Debbie digitalis
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NewOldie
NewOldie
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Hi Debie digitalis

Lieber New Oldie,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Aufzählung vieler wichtiger und interessanter Aspekte!


Individuell zugeschnittener und strukturierter Unterricht ok! Aber Einheiten zur Musiktheorie und Gehörbildung noch in der Klavierstunde selbst unterzubringen, kann ich mir (aufgrund der zu knapp bemessenen Zeit) nicht vorstellen.

- jeden Unterricht mit 3 Akkorden und 3 Intervallen "raten" beginnen ist schon ein Anfang und kostet 2 Minuten.
- einen Schnipsel Musiktheorie kann der Lehrer bei der Analyse jedes Stücks erläutern.

Auf meinen Wunsch wird schon mal eine ganze Stunde daraus.

"Ein guter Klavierlehrer
macht schriftliche Aufzeichnungen über den Verlauf des Unterrichtes, dito der Schüler."

Dies, lieber NewOldie finde ich nun ein bißchen viel verlangt! Ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob ich wollte, dass meine KLin so eine Art Schülerkartei führt, in der Aufzeichnungen über meine Klavierstunden enthalten wären!

Ganz praktisch: in meinem Ordner gibt es ein Deckblatt "Historie".
Dort notiert mein KL in Stichworten während des Unterrichts die Themen und die Hausaufgaben und schaut bei Beginn der Stunde kurz drauf.

Auf eine DIN-A4 Seite passt locker Stoff für 1-2 Monate.

Kleiner Aufwand, große Wirkung.

Hatte mal einen KL der sich weder meinen Namen merken konnte, noch im Entferntesten wusste, was wir gemacht hatten.
Das muss nicht sein ... :p

Lieber Gruß, NewOldie
 
P
PianoPuppy
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Das Klientel eines Klavierlehrers ist doch i.d.R. nicht so umfangreich wie der Patientenstamm eines Arztes. Ich denke der KL sollte seine Schüler und ihre Fort- (oder auch Rück-) schritte auch ohne schriftliche Aufzeichnungen kennen! Es ist ja auch ein sehr individuelles Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler. Da ist es eben nicht wie beim Arzt, wo an einem Arbeitstag mehrere Dutzend mal bei etlichen Leuten, die man auch nur gelegentlich und unregelmäßig sieht, Blutdruck gemessen, Blutwerte ermittelt oder Zähne gezogen werden. Da muss man natürlich notwendiger Weise alles aufschreiben - aber doch nicht nach der Klavierstunde!;)

Hallo Debbie Digitalis,

Ich finde es schon sehr sinnvoll, wenn der Lehrer Aufzeichnungen macht - zumindest sollten die Stücke protokolliert werden, welche im Unterricht erarbeitet wurden und welche sonstigen Übungen bereits absolviert wurden. Ich glaube nicht, daß jemand wirklich die Entwicklung eines Schülers über einen Zeitraum von mehreren Jahren im Kopf behalten kann - wie soll ein Lehrer aber den Unterricht optimal gestalten, wenn er kein detailliertes Wissen über den Fortschritt des Schülers hat? Mein Lehrer weiß schon genau, welche Stücke wir wann im Unterricht hatten und auch wie lange wir daran gearbeitet haben. Manche Stücke landen in der "Repertoireliste" und müssen von mir sozusagen ständig abrufbereit gehalten werden, andere sollen ruhen und werden nach einiger Zeit erst wieder aktuell. Ich kann mir auch vorstellen, daß mein Lehrer die eine odere andere Notiz über Probleme macht, allerdings erhalte ich keinen Einblick in sein Büchel, also was da genau drin steht, weiß ich nicht. ;)

Wäre interessant, wie das die KLs im Forum hier so halten. :razz:

LG, PP
 
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madlon
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Hallo,

ich habe jahrelang ohne Aufzeichnungen unterrichtet. Das hat prima geklappt, weil ich mir die Einzelheiten gut merken konnte. Seit einiger Zeit schreibe ich mir nicht nur die Stücke auf (hilft gut, wenn manche Kandidaten behaupten, sie hätten nicht mehr gewusst, was auf war..), sondern auch positive wie negative Auffälligkeiten in Bezug auf das Spiel oder auch auf das Verhalten, und auch Ideen zum Unterricht.
Ich finde es sehr praktisch und muss meine knapp bemessene freie Zeit nicht mehr damit verbringen, zu überlegen, was ich das letzte Mal mit dem Schüler gemacht habe. So kann ich gleich überlegen, wei man etwaige Probleme lösen könnte oder einfach mit welchen Stücken man weitermachen könnte.

LG
madlon
 
C
chiarina
Guest
Ich mache fast immer eine Nachbereitung der Klavierstunden. Besonders bei Anfängern ist das sehr wichtig!!! Nach der Stunde habe ich schon den "Plan" für die nächste Stunde im Kopf, weiß, wo Schwerpunkte gesetzt werden sollten, wo der Weg hin geht. Dann brauche ich vor der nächsten Stunde nur in die Notizen schauen. :)

Außerdem führen alle ein Hausaufgabenheft, in das ich während der Stunde die Hausaufgaben etc. hineinschreibe.

Nach Vorspielen , vor/nach den Ferien denke ich immer über den langfristigen didaktischen Plan nach und halte ihn schriftlich fest.

Liebe Grüße

chiarina
 
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Chrissi
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Ein guter Klavierlehrer sollte
-selber gut Klavierspielen können
-spieltechnische und auch musikalische Probleme schnell erkennen
-Probleme schnell durch Tipps beheben können
-den Unterricht so gestalten, dass klar ist was wie geübt werden sollte
-eine Überblick über die Literatur haben

Wenn ich zum Klavierunterricht gehe, möchte ich dort besser Klavierspielen lernen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein bisschen Smalltalk, Ok, das gehört dazu, aber ich gehe zum Klavierspielen hin. Wenn ich einen Kummerkasten o.ä. bräuchte, dann wäre eine andere Anlaufstelle richtig.

Ich glaube auch, dass nicht jeder gute KL auch für jeden Schüler gut ist, genauso wie nicht jeder gute Schüler mit jedem KL klarkommt. Außerdem ändern sich auch die Bedürfnisse. Was heute für mich gut und angemessen ist, kann in ein paar Jahren vollkommen unangebracht sein.
 
M
Manha
Guest
Hm, was einen guten KL aus Sicht der Schüler ausmacht?

Wenn ich denn einen KL hätte, wäre das, was ich mir bei ihm wünschen würde, auf jeden Fall die Fähigkeit, seine Schüler zu lehren, wie sie sich selber gute Lehrer sein können - denn schließlich sitzt jeder Schüler die meiste Zeit ohne KL vor dem Klavier.
 
 

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