Übermäßiger Dreiklang im Thema eines kl. Stücks

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Janik

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Hallo,

ich beschäftige mich zur Zeit ein wenig mit Gehörbildung und bin darauf gekommen (danke Stilblüte ;)), dass ich besonders bei übermäßigen Akkorden (simultan gespielt) Probleme habe diese zu erkennen.

Nun wollte ich mal fragen, ob es klassische Stücke (gut wären natürlich Klavierstücke) gibt, die ziemlich am Anfang einen solchen Akkord beinhalten (ein einprägsames Thema oder Motiv wäre praktisch^^).

Ich merke mir solche Akkorde oder auch Intervalle nämlich am besten durch Hörbeispiele.

Außerdem schreiben wir in ein oder zwei Wochen in Musik eine Ex, bei der wir vom Lehrer gespielte Akkorde bestimmen sollen. (Dur, Moll, vermindert, übermäßig..)

Es wäre schön, wenn ich einige Hörtipps bekommen würde :D

Liebe Grüße und schönes Wochenende!
 
rolf

rolf

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Nun wollte ich mal fragen, ob es klassische Stücke (gut wären natürlich Klavierstücke) gibt, die ziemlich am Anfang einen solchen Akkord beinhalten (ein einprägsames Thema oder Motiv wäre praktisch^^).

hallo Janik,

das gibt es. Ein schönes Beispiel findet sich in Schuberts beliebtem Impromptu op. 90 Nr.4 As-Dur, ich habe es Dir unten angehängt (letzter Akkord im zweiten Takt).

Hier kannst Du auch hören, wie in der romant. Musik der übermäßige Dreiklang gerne eingesetzt wuder: als Steigerung der Dominante, deren Quinte erhöht wird und damit eine Leittonspannung zur Durterz der Tonika bildet.

in C-Dur:
g-h-d - g-h-#d - g-c-e
z.B. bei Chopin öfters:
g-f-h-d - g-f-h-#d - c-g-c-e

auch in der ersten Variation in Beethovens op.111 findet sich ein wunderschönes Beispiel für diese Erhöhung der Quinte der Dominante.

Ich hoffe, das Schuberbeispiel hilft Dir - notfalls schreib es Dir um als Fis-Dur und H-Dur (hier ist es ja Ges-Dur als Dominante und Ces-Dur als Tonika)

Gruß, Rolf
 

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Chaotica

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Skrjabins zweite Mazurka aus Op. 25 beginnt sehr charakteristisch auf einem C-Dur-Dreiklang mit erhöhter Quinte. Die Leittonwirkung ist hier sehr gut zu hören - wenn auch etwas anders als in dem von rolf beschriebenen klassischen Zusammenhang.
 

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Gomez de Riquet

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Hallo, Janik!

In Schönbergs erstem nicht mehr tonartgebundenen Werk,
dem Liederzyklus "Das Buch der hängenden Gärten" op.15,
begegnen Dir in der Klavierbegleitung übermäßige Dreiklänge
an allen Ecken und Enden, zum Beispiel im zweiten Lied
("Hain in diesen Paradiesen"): die rechte Hand setzt mit f-a-cis ein,
wobei das cis noch leittönige Wirkung hat - zum d,
das als Quasi-Grundton im Baß erklingt.

Oder das siebente Lied ("Angst und Hoffen") -
das Klavier setzt mit ges-b-d ein - sehr einprägsam!

Gruß, Gomez
 
J

Janik

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Hallo,

ich danke allen für die schönen Beispiele!
Zum Anhören hatte ich jetzt noch nicht die Möglichkeit - dazu nehme ich mir Zeit.
Rolf, nett dass du mir dazu noch solche Zusatzinfos gibst!
Es wird mir sicher bald gelingen, diesen Akkord festzuhalten.

Liebe Grüße, Janik.
 
 

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