Tonhaltepedal nachrüsten beim Flügel

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Wutz

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Liebe Gemeinde,

wie aus meinen vorherigen Beiträgen ersichtlich ist, bin ich auf der Suche nach einem hochwertigem Flügel zu Üben. Interessant finde ich besonders ca 40-60 jährige August Förster Flügel. Diese haben jedoch kein Tonhaltepedal, welches ich aber benötige. Ist es möglich, ein solches nachzurüsten? Wie teuer würde es ungefähr werden?

VG

Wutz.
 
klaviermacher

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Möglich ist alles, aber es kann sehr teuer werden, denn man benötigt zunächst mal neue Dämpfungshebeglieder mit einer Nase für die Tonhaltevorrichtung. Das heisst, die Dämpfung muss komplett abgenommen, Hebeglieder montiert und eingerichtet,
die Dämpferdrähte gekürzt und frisch aufgesetzt werden. Die Tonhaltestange muss auch Platz haben zwischen dem Hebeglied und den Fängern. Falls dieser Platz nicht gegeben ist, müssen eventuell neue Fänger (Es gibt da welche mit einer Ausnehmung für die Tonhaltestange) eingeschraubt und reguliert werden. Weiters benötigt man ein komplett neues Pedal, welches angefertigt werden muss oder die Pedalabstände sind weit auseinander, dann kann man vielleicht das mittlere Pedal dazwischen basteln. Es benötigt weiters eine Mutation (die hölzernen Hebeln, die die Kraft umlenken) an der Unterseite des Kastens. Sehr viel muss angepasst werden.
Man muss sich das wirklich am Instrument anschauen um, und messen um zu beurteilen wie und mit welchem Aufwand das umgesetzt werden kann.

LG
Michael
 
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Wutz

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Vielen Dank für die sehr differenzierten Informationen!
 
pianovirus

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Für welche Literatur brauchst Du denn unbedingt das mittlere Pedal? Ich habe es in all den Jahren an einer Handvoll Stellen verwendet. Und immer, bevor ich ein Stück an einem "fremden" Flügel (Vorspielsituation) gespielt habe, habe ich die entsprechende Stelle vorher umgeübt, denn mir ist es dann doch zu heikel, wenn man nicht vorher genauestens weiß, in welchem Zustand dieses Pedal dort ist, und wie es anspricht. Dann versuche ich so eine Stelle lieber auf andere Weise zu lösen; wenn es nicht gerade ein besonderer Spezialeffekt ist, dann geht das doch auch meistens....

LG,
pianovirus
 
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Wutz

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Das Instrument soll mich auf dem Weg zum Pianisten begleiten, und da ist es wichtig, möglichst etwas zu Hause zu haben, was den Instrumenten in der Hochschule nahe kommt. Zudem gibt es vor allem in der modernen Literatur Stellen, die mit dem mittleren Pedal gespielt werden sollen.
Aber ich gebe dir Recht, dass es auf keinen Fall überlebenswichtig ist.

LG
Wutz.
 
agraffentoni

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Wenn es nicht unbedingt ein nachgerüsteter Förster sein muß, gibt es bestimmt Alternativen.
Unter z.B. den Kawai KG2C gibt es Ausnahme-Instrumente, man muß sie halt finden.

Grüße

Toni
 
manfredkremer

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Für welche Literatur brauchst Du denn unbedingt das mittlere Pedal? Ich habe es in all den Jahren an einer Handvoll Stellen verwendet. Und immer, bevor ich ein Stück an einem "fremden" Flügel (Vorspielsituation) gespielt habe, habe ich die entsprechende Stelle vorher umgeübt, denn mir ist es dann doch zu heikel, wenn man nicht vorher genauestens weiß, in welchem Zustand dieses Pedal dort ist, und wie es anspricht. Dann versuche ich so eine Stelle lieber auf andere Weise zu lösen; wenn es nicht gerade ein besonderer Spezialeffekt ist, dann geht das doch auch meistens....

LG,
pianovirus
Das einfachste Beispiel ist Debussy's "Clair de lune"

Manfred
 
Moderato

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Wenn man es mal ganz genau nimmt, und das tiefe B als Viertel mit anschließeder Pause spielen will.



Macht aber keiner auf den mir bekannten Aufnahmen (z.B. ABM) Da klingt das B weiter mit den Akkorden.

Gruß
Manfred
 
rolf

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Aber bei Clair de lune ist das Haltepedal wichtig, sonst verschwimmt Vieles in einer Sauce, etwa in Takt 41.
kennst du irgendeine Aufnahme, in welcher hörbar (also tatsächlich) das rechte Pedal gewechselt wird, aber die Quinte a-e1 durchklingt? In diesem Takt, der übrigens der Höhepunkt des Mittelteils ist und ein höheres Tempo hat, wird ohne mittleres Pedal keine Sauce entstehen, wenn man das ordentlich spielt (das liegt unter anderem daran, dass Debussy für Klavier schreiben konnte)
Debussy hat oft genug in seinem Klavierwerk auf den Einsatz des mittleren Pedals hingewiesen, und zwar meist dort, wo es ohne tatsächlich zu verschwommen klingen könnte - in Claire de Lune finden wir keine solchen Hinweise. Auch ist der Klaviersatz selber alles andere als verschwommen, saucig oder unklar.
 

cwtoons

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Ich würde den Schlussakkord kraftvoll anschlagen und mit beiden Füßen auf 's Haltepedal steigen. Der Ton klingt und klingt und klingt und die deswegen freiwerdenden Hände würde ich zum Drehen der nächsten Kippe verwenden.

Anzünden. Verbeugen. Applaus.

Fertig.

CW
 
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Moderato

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Ich würde den Schlussakkord kraftvoll anschlagen und mit beiden Füßen auf 's Haltepedal steigen. Der Ton klingt und klingt und klingt und die deswegen freiwerdenden Hände würde ich zum Drehen der nächsten Kippe verwenden.

Anzünden. Verbeugen. Applaus.

Fertig.

CW
Einverstanden....nur rauchen würde ich die Kippe nicht. Und was mach ich dann damit?
 
cwtoons

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In einem unbeobachteten Moment auf der Unterseite des Flügels ausdrücken, das kommt immer gut an.

CW
 
Moderato

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...wäre nicht das Ausdrücken auf einem Dämpferfilz effektvoller?
 
 

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