Spiritual: Wade in the Water

H
Hagerup
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Wade in the Water, Piano solo - YouTube

Hallo - ich würde mir wünschen, konstruktive Kritik zu bekommen, vor allem zur Frage, wie dieses "Gospel-Feeling" (?) noch stärker herauskommen kann.

Vielen Dank und freundliche Grüße,
Joachim
 
Tastenjunkie
Tastenjunkie
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Schön!

Tja, das "Gospel-Feeling"...!? Eigentlich sollte so ein Stück ja nicht ausnotiert sein sondern weitgehend frei und flexibel nach Gehör harmonisiert oder wenigstens nach Akkordsymbolen gespielt werden. Jedenfalls wird es in dem Kulturkreis, aus dem das Stück kommt, traditionell so gemacht. Das ist aber schwer und nicht mal eben so zu lernen....

Ein totsicherer Verhinderer von "Gospel-Feeling" ist aber in jedem Fall, wenn man an den Noten klebt. Das tust du passagenweise und da wirkt es mit Verlaub so, als würde Margot Honnecker versuchen Mambo zu tanzen ;-) In anderen Passagen spielst du auswendig und schaust auch nicht ausschließlich auf die Finger und da swingt es dann auch.

Versuch doch das Stück überwiegend auswendig zu spielen und dort wo es geht ruhig auch mal mit geschlossenen Augen. Spiel es lieber etwas langsamer und dann stell Dir vor Deinem inneren Auge Ray Charles mit Sonnenbrille oder Ramsey Lewis vor. Versuch mal mit dem Oberkörper ein bisschen im Rhythmus mitzuschaukeln oder ähnliches. Versuche nicht nur mit Hirn und Fingern sondern mit dem ganzen Körper zu spielen (oder stell es Dir zumindest vor, sonst wirkt es ja vielleicht auch affig).

Wenn mitteleuropäisch sozialisierte Pianisten versuchen den Blues (im weitesten Sinne) zu spielen, klingt es leider oft erstmal genau so wie wenn mitteleuropäisch sozialisierte Pianisten versuchen den Blues zu spielen. Das gilt zumindest für mich immer mal wieder. Aber Erkenntnis ist auch hier der erste Schritt zur Lösung.

Ansonsten weiter so!!!

LG

TJ
 
Peter
Peter
Bechsteinfan
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Ein totsicherer Verhinderer von "Gospel-Feeling" ist aber in jedem Fall, wenn man an den Noten klebt.
Das ging mir auch durch den Kopf. Trau Dich ruhig, auch mal den Notentext da und dort zu verändern, mehr offbeat einbringen. Evtl. hilft auch das Mitsingen.

Ist ein schönes Stück, danke für die Einspielung.
 
hasenbein
hasenbein
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Hagerup, Deine Frage ist ein bißchen so, als wenn so ein Beamten-Typ (Abteilung Lederflicken auf dem Ellenbogen, Thermoskanne + Butterstullendose in der braunen Aktentasche) erst im üblichen Einschlaf-Stil eine Rede von einem Zettel abliest, keine Begeisterung erntet (sondern vielmehr Apathie des Publikums) und dann einen Berater fragt: "Sagen Sie, wie kann ich es bewerkstelligen, daß meine Rede nächstes Mal besser rüberkommt und Begeisterung weckt?"

So blöd es klingt: Vor allem muss man das Feeling SEIN, wenn man es rüberbringen will. Es gibt keine Tricks, um es zu simulieren.

Bevor Du einen Ton auf dem Klavier gespielt hast: Geht Dir das Stück im Kopf rum? Pfeifst / trällerst Du es und bewegst Dich spontan dazu? Fühlst Du dabei das Gospel-Feeling?

Wenn ja: Übertrag es einfach auf das Spiel auf dem Instrument.

Wenn nein: Da kannst Du noch so viel versuchen, Du wirst es nicht schaffen, ein Gospel-Feeling herzustellen, weil es nicht in Dir ist.

LG,
Hasenbein
 
 

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