Skurrile Kleinanzeigen bei Ebay

  • #1.643
Da gibt es einen feinen Unterschied: Händler kennen den Markt.
Das gilt nur für einige, aber nicht pauschal für alle. Siehe mein verlinktes Beispiel oben.
Und wenn sie ein Instrument zu teuer angeboten haben, werden sie es irgendwann heruntersetzen. Verkauft bekommen sie es aber in jedem Fall. Es kann also kaum von falschen Preisvorstellungen die Rede sein.
Gleiches gilt für deine Kundin, die 15k€ für ihr Berdux haben möchte.
Es gilt für beide Seiten das exakt gleiche. Und falsche Preisvorstellungen werden durch den Markt i.d.R. korrigiert. Sogesehen ist dann die Preisvorstellung deiner Kundin genauso wenig „falsch“.

Das eigentliche, was mich bei der Sache im Kern stört ist, dass in einigen Fällen dem keine „falsche“ Preisvorstellung zugrunde liegt, sondern die durchaus bekannt sind und versucht wird, einen Dummen zu finden. Hier geht es in Einzelfällen um mangelnde Fairness.

In Wirklichkeit meinst du aber doch: Händler sind auch bloß miese Abzocker und verlangen überhöhte Preise. Und diese Einstellung findet sich hier im Forum immer wieder. Und das nervt mich. Sogar ganz gewaltig.
Mit Verlaub, dass geht an den Fakten vorbei und grober Unfug. Ich möchte dringenst empfehlen, zunächst das zuvor Gesagte genau zu lesen und so zu verstehen, wie ich es geschrieben habe, und nicht irgendetwas hinein zu interpretieren, was da nicht steht.

Dass Händler miese Abzocker seien, habe ich nirgends geschrieben, das steht auch nirgendwo zwischen den Zeilen, und das ist auch nicht meine Haltung!
Und genau deswegen habe ich einleitend ja davon geschrieben, als Kunde zur Absicherung zu seriösen Händlern zu gehen. Diese machen gute Arbeit und faire Preise.

Nochmal: meine ganz simple Aussage ist: so wie es Kunden gibt, die mit komischen Vorstellungen ins Geschäft laufen, so gibt es auch Händler mit fragwürdigen Angeboten. Nicht mehr und nicht weniger. Genauso wie @Klavierbauermeisters Einzeiler.

Das es ersteres zahlreich gibt, glaube ich dir gerne - dieser Thread ist ja voll davon. Das zweite habe ich während meiner Klaviersuche und Besuch unzähliger Klaviergeschäfte und Internetrecherchen am eigenen Leib erfahren müssen. Leider!
 
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  • #1.644
Und auch hier wieder das Bild des bösen Händlers.

Ich habe noch nie erlebt, dass ein Klavier für 500 € angekauft wurde und am nächsten Tag für 5.000 € angeboten wurde.
Das gehört zu den Überholungsbeispielen von Altinstrumenten, wo es eh ganz verschiedene Kalkulationsgrundlagen geben kann - hatte ich oben erläutert.

Viel häufigere Beispiele betreffen den normalen Gebrauchtmarkt abseits von Generalüberholungen junger bis mittelalter Instrument (bis ca. 40 Jahre) , wo nur geringere Überarbeitungen stattgefunden haben. Und da ist es nicht schwer Beispiele zu finden, wo das gleiche Modell vergleichbaren Bj. und Zustands mit erheblichen Preisunterschieden angeboten wird - siehe das obigen Beispiel, ca. 40% überteuert. Und davon könnte ich eine stattliche Liste machen.

Natürlich regelt das am Ende der Markt, Das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass initial falsche Kundenvorstellungen angeprangert wurden (und davon gibt es reichlich), aber gleichzeitig auch nicht wenige zweifelhafte Händlerangebote gibt, und zwar mehr als nur Einzelfälle. Und da kann mir niemand glaubhaft machen, dass das mit mangelnder Marktkenntnis zu tun hat.

Es ist absolut legitim, irgendwelche Preise zu verlangen

Ich würde sagen eher grenzwertig, weil:

Es beginnt schon mal damit, das man relativ häufig falsche oder fehlende Baujahrsangaben als auch fehlende Historie über vorausgegangene Reparaturen vorfindet. Zudem haben Instrumente keinen Fahrzeugschein/Serviceheft/Tacho, aus dem Alter, Besitzer, Pflege und Laufleistung eindeutig hervorgehen. Deswegen ist die Vergleichbarkeit von Gebrauchtinstrumenten ungleich schwerer und erfordert im Grunde eine überdurchschnittlich hohe Sachkenntnis im Vergleich zu anderen Branchen, und das schon in der Vorauswahl, bevor man am Ende zum Gutachter (=Klavierbauer) rennt.

Da die meisten Kunden nicht über diese Sachkenntnis verfügen, kann diese Situation einfacher ausgenutzt werden, nicht nur von Händlern, sondern auch von Privatverkäufern. Und aus meiner Erfahrung passiert genau das und nicht selten - und zwar von allen Verkäufern, gewerblich wie privat.

Auch wenn der Markt Preise regelt, gilt trotzdem das Fairnessgebot. Ich hoffe, dass der Punkt jetzt klarer geworden ist.
 
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