Setzen von realisitischen Zielen

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Hallo zusammen,

ich habe mich entschieden mit zarten 30 Jahren das Klavierspielen zu erlernen. In einem anderen Thread hatte ich berichtet, dass wir uns einen Seiler Flügel gekauft haben.

Ich habe Erfahrung mit der Musik, ca. 15 Jahre Blasorchester und rudimentäre Kenntnisse der Gitarre.

Das ich mich als 30 jähriger an vielen Stellen schwerer tun werde als ein Jüngling ist auch klar.

Was sind nehmen wir an bei 7 bis 10 Stunden über pro Woche - ja diese kann ich aufbringen - realistische Literaturziele nach

Jahr 1, Jahr 2, Jahr 3, Jahr 4?

Ausgangssituation:
- Kann Notenlesen
- Liest Violin und Bassschlüssel
- Solide Basiswissen Harmonielehre

Klavierlehrer habe ich auch und 45 MInuten Unterricht pro Woche.

Nun möchte ich mir anspruchsvolle aber realistische Ziele setzen.

Könnt ihr mir Vorschläge machen?
 
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Wie ich so ähnlich unter schon diversen derartigen Fragen geschrieben habe:

Guck mal, Du bist 30, bist voll im Berufsleben, hast Familie. Überdies werden die Zeiten in den kommenden Jahren nicht einfacher werden, es ist mit mehr Arbeit und weniger Geld zu rechnen. Wie sieht es mit Kiddies aus? Schon welche da? Oder erst geplant?

Im Moment bist Du voll motiviert, hast Flügel gekauft, KL besorgt etc. und stellst Dir voll vor, wie Du das jetzt voll durchziehst.

Zum einen warst Du aber bis jetzt in Musikdingen noch keinmal voll der Durchzieher, zum anderen wird es dauernd wichtige (oder von Deiner Frau als wichtig bezeichnete...) Dinge geben, warum Du entweder nicht üben können oder mögen wirst. Diese Tendenz wird dadurch verstärkt werden, dass Du feststellen wirst, dass nach den ersten Anfangserfolgen das Üben doch etwas mühsam werden wird und sich mehr und mehr nach "Arbeit" anfühlen wird, wozu Du nach der Arbeit oft keine Lust mehr haben wirst.

Daher bremse Dich mal, fang einfach an und schaue, wie es so läuft. Dann siehst Du schon.
Mehr kann man aus der Ferne eh' nicht sagen, da wir nicht wissen, wie Du so drauf bist, auf welche Vor-Fähigkeiten man tatsächlich bei Dir aufbauen kann etc.

Die Tatsache ist einfach: Genauso wie heutzutage die meisten Ehen nun mal nach einigen Jahren in die Brüche gehen und man unrealistisch ist, wenn man glaubt "ha, bei UNS ist es anders, WIR bleiben GAAAANZ lange zusammen" (zumal wenn man diesen Glauben in der Verliebtheitsphase äußert...), ist es angesichts dessen, wie sich typischerweise erwachsene Klavierschüler so entwickeln, unrealistisch zu erwarten, dass man eine der (existierenden, aber eben seltenen) Ausnahmen ist, die es tatsächlich durchziehen und ziemlich weit kommen.

Du wolltest Realismus, bittesehr. Nicht buhuhuen jetzt :coolguy:
 
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So viel negative Energie zu dieser frühen Stunde...

Ich habe ja nicht gesagt, dass ich aufgehört habe mir der Musik. Ich meinte damit 15 Jahre Ausbildung, Musikschule etc...

Ich habe nicht den Anspruch Konzertpianist zu werden, aber ein solides können für den Hausgebrauch und zur eigenen Freude aufzubauen.

Um es auf den Punkt zu bringen, in meinem Leben gibt es viel Musik, aber auch anderes.

Natürlich bin ich motiviert - aber auch überzeugter Realist.
 
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Ich lerne jetzt seit knapp 3 Jahren Klavier, auch wie du mit einem Lehrer, 45 Minuten Unterricht pro Woche. Hasenbeins Postings polarisierern oft, da er arg offen sagt was er denkt, das klingt oft gerne erst mal rüde, allerdings hat er auch offensichtlich viel Erfahrung. Kurz gesagt: Nach meiner bisherigen Erfahrung als Schüler kann ich ihm nur zustimmen. Das Lernen pendelte auch mir schon einige Male zwischen "macht einfach Spaß" und "man ist das viel Arbeit, ich höre auf und mache was anderes mit meiner Zeit" hin und her. Falls jüngere Kinder im Haus sind oder klommen bringt das die Zeitplanung eh immer komplett durcheinander, unglaublich wie sich hier das Alter, und seien es nur einige Monate, auswirkt... Ziele sind gut und schön, allerdings finde ich auch, dass es für langfristige Ziele noch zu früh ist. Außerdem sollte es eher die Aufgabe deines Lehrers sein deinen Weg zu leiten, dir also immer passende Stücke und Aufgaben zu geben, die dich weder unter- noch überfordern, aber eben weiter bringen. Bei mir klappt das sehr gut, auch ohne dass _ich_ mir langfristige Ziele setze, ich bin mir aber sicher, dass der Lehrer welche gesetzt hat. Ich setzte mir nur Ziele für den nächsten Unterricht oder auch mal über die Unterrichtsferien, beispielsweise ein Stück so gut zu beherrschen dass ich eine Aufnahme davon erstellen und archivieren kann.
 
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Ich habe mit 30 (wieder) angefangen, das war vor zehn Jahren, inzwischen habe ich drei kleine Kinder, habe es, denke ich, durchaus recht weit gebracht und denke nicht daran aufzuhören! Mir fallen auf Anhieb vier Leute mit ähnlichen Geschichten ein... Alles Ausnahmen?
 
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Ich habe nicht den Anspruch Konzertpianist zu werden, aber ein solides können für den Hausgebrauch und zur eigenen Freude aufzubauen.
Du hast ein Leben lang Zeit dafür, dein Ziel wirst du also hin bekommen:super:

Mach deine Fortschritte nicht an irgendwelchen Stücken fest, die du bis Tag X spielen möchtest.
Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass man eh nicht in der Lage ist, die Schwierigkeiten eines Stück richtig einzuschätzen.
Auch mit musikalischen Vorwissen ist das nicht wirklich möglich, weil das Instrument spezifische Wissen fehlt.

Fang einfach an, vertrau auf deinen Lehrer und schau lieber in 2-3 Jahren zurück und zieh ein Fazit.

Übrigens, ich bin im 3 Jahr Unterricht und spiele gerade das hier :

Nicht mal schlechter als im Video, auch wenn es komplett betrachtet noch nicht so sitzt (arbeite am dritten Satz zur Zeit) dennoch würde ich sagen, dass Stück ist noch unterhalb meiner Fähigkeiten. :bye:

Übrigens ist das wieder ein gutes Beispiel von "Schwierigkeit nicht abschätzbar".
Diabelli op 151 sind 6 Seiten Noten in G Dur mit einiger Raffinesse.
Arbeit aber es läuft.

Bisschen davor hab ich Jan Baptiste Lully - Courant in e moll angefangen, bisschen mehr als 1 Seite und bin massiv daran gescheitert. :-D
 
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bin ein "bisschen" älter als du, Florian, hab viel später begonnen, viel weniger Vorkenntnisse als du, und ungefähr drölfzigtausend Klafter weniger Erfahrung als zB das hasenbein. Ich sag trotzdem mal, du kannst dir Ziele setzen wie "nach dem 1.Jahr die ersten Stücke aus Schumanns Album für die Jugend sauber spielen, nach dem 2. die leichteste Beethoven Sonate". Ob das "anspruchsvolle Ziele" sind, das hängt ja von dir ab, das kann ich nicht beurteilen.
Ich würde eher Ziele setzen wie "möglichst immer mit Spaß am Klavier sitzen", "möglichst immer Musik dabei machen, nicht bloß 'Noten klimpern'", "so spielen, dass meine Lieben sich nicht gestört fühlen und bald sogar gerne zuhören und vielleicht gar irgendwann gerne selbst lernen wollen" und "das Musikmachen möglichst selten als Arbeit zu begreifen und stattdessen möglichst oft als schöne, überraschende, lehrreiche Reise, bei der man in vielerlei Hinsicht zahlreichen neuen Freunden begegnen wird"
 
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b[...] "das Musikmachen möglichst selten als Arbeit zu begreifen und stattdessen möglichst oft als schöne, überraschende, lehrreiche Reise, bei der man in vielerlei Hinsicht zahlreichen neuen Freunden begegnen wird"
Dieser Ansatz gefällt mir gut.

Was ich mit diesem Posting in Erfahrung bringen wollte ist, wie Erfahrungen von Musikern mit ausgiebiger musikalischer Vorbildung beim erlernen des Pianos sind.
 
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Was ich mit diesem Posting in Erfahrung bringen wollte ist, wie Erfahrungen von Musikern mit ausgiebiger musikalischer Vorbildung beim erlernen des Pianos sind.
Ach so:denken::-D

Nun, ich kann dir sagen das ich mit 3 Jahren am Klavier unglaublich viel mehr "Musik verstehen" gelernt habe, als in 10 Jahren an der Gitarre:super:
Und das betrifft sowohl Rhythmik als auch harmonisches Verständnis und den Gestaltungs Vorstellungen.

Das merke ich vor allem dann, wenn ich doch mal wieder die Gitarre in die Hand nehme:super:
 

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Was ich mit diesem Posting in Erfahrung bringen wollte ist, wie Erfahrungen von Musikern mit ausgiebiger musikalischer Vorbildung beim erlernen des Pianos sind.
Ich fürchte trotzdem, dass das die falsche Frage ist. Du willst wissen, ob es sich für dich "lohnt", Klavier zu lernen. Nun, du wirst mit dem Klavier nur Erfolg haben, wenn dir egal ist, was es kostet (nicht nur materiell!) und du die Entschlossenheit besitzt, dich durch die garantierten Frustrationsmomente durchzubeißen.
 
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Ganz im Gegenteil,
ich will Klavier lernen, weil ich es für eines der beeindruckensten und "vollständigsten" Instrumente halte. Es gibt nur wenige Instrumente die "alleine" in der Lage sind so einen kompletten vollständigen Klang zu erzeugen.

Egal ob ein Klavier allein in einer Band, als Solobgleitung oder im Orchester gespielt wird - es klingt für mich einfach wahnsinnig beeindruckend.

Frustration ist einem Musiker doch immer bekannt. Damit hat man als Kind umgehen gelernt.
Ein Instrument kann man nur mit Zielstrebigkeit und Entschlossheit lernen. Das alles ist für mich nichts neues. Für mich haben jedoch bis jetzt immer die positiven Momente schwerer gewogen als partielle Frustration.
 
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Ganz im Gegenteil,
ich will Klavier lernen, weil ich es für eines der beeindruckensten und "vollständigsten" Instrumente halte. Es gibt nur wenige Instrumente die "alleine" in der Lage sind so einen kompletten vollständigen Klang zu erzeugen.
Ist ja verrückt! :angst:

Ich hab mit dem Klavier angefangen, weil ich es erst satt hatte immer allein zu spielen, dann nur Musiker gefunden habe die musikalisch gar nicht passten. Danach mit einem Orchester Instrument (Geige) angefangen habe nur um mit anderen zu spielen zu können, worauf ich dann sehr schnell realisiert habe, daß es in meiner Gegend gar kein Angebot und somit auch keine mit Musiker im Hobby Bereich gibt.

Frustriert und enttäuscht hab ich dann ein Instrument gewählt, mit dem ich auf alle anderen mit Musiker verzichten kann und spiel jetzt wieder ganz allein und für mich:cry: :-D
 
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Wusste ich doch, dass Realismus doch nicht sooo gewünscht war und als "negativ" empfunden werden würde :coolguy:
Herr @hasenbein ,

muss man die anfängliche Euphorie bzw. Anfangsmotivation wirklich "mit Absicht" kleinreden...?

Man sollte die doch viel eher nutzen...!

Zwotens: es wurde nach "anspruchsvollen aber realistischen Zielen" gefragt.

Dann geben wir doch einfach mal welche!

____
p.s. ich bin bei der Beantwortung dieser Frage eher unbeleckt. Aber ich würde mal sagen, dass in zwei Jahren ein Henne 4 Stück zu knattern eher unrealistisch ist.
 
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Ich kann das schon verstehen.
Immer wieder diese Klavieranfänger, die dumme Fragen stellen und nach einem halben Jahr hört man nichts mehr von diesen...:008:

Nichts desto trotz bin ich ein Mensch der Ziele braucht, warum - weil ich Herausforderungen mag ;-)
 

Stilblüte

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Wenn ich zwei Klavieranfänger mit (scheinbar) denselben Voraussetzungen und ähnlicher Übezeit drei Jahre unterrichten würde, könnte es sein, dass der eine nach drei Jahren die Sonata Facile von Mozart spielt und der andere Stücke aus dem "Tastenkrokodil". Aussagen wie "ich kann Notenlesen" etc. helfen bei der Einschätzung leider fast gar nichts. Das, was man zur Einschätzung wissen müsste, kannst du uns gar nicht wirklich mitteilen, weil du es selbst gar nicht weißt.

Hilfreich ist das mit den 15J Blasorchester (auch wenn hier ebenfalls viel "Spielraum" ist) : Vermutlich hast du dort schon sehr viel gelernt, was man für das Klavierspielen braucht, wie z.B. ein Gefühl für Metrum und Rhythmus, Gestaltung von Phrasen, Zuhören, Dynamik, Form etc. etc.
Wenn du Glück hast, bist du eher der Schüler mit der Sonata Facile ;-) Aber das kann man nicht wissen, wirklich nicht. Dafür müsstest du mindestens eine Klavierstunde bei Hasenbein oder mir oder sonst jemandem, der eine Einschätzung geben soll, genommen haben.
 

beo

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Nichts desto trotz bin ich ein Mensch der Ziele braucht, warum - weil ich Herausforderungen mag
Dann ist ein Klavier perfekt, da gibt es immer neue Ziele. Einer meiner Gründe war auch, dass es mich genervt hat nur noch Dinge zu tun, die ich schon konnte. Aber es reicht mir in der Regel bis zum Notenblatt auf meinem Pult nach vorne zu blicken. Alles andere ist irgendwann und es ist schön, dass es immer noch mehr gibt.
 
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Nichts desto trotz bin ich ein Mensch der Ziele braucht, warum - weil ich Herausforderungen mag ;-)
Dann setze dir deine eigene Herausforderung. Ich spiele nun seit 1,5 Jahren und habe gerade mit den einfachsten Stücken von Schumann angefangen. Neben meinem Klavier steht ein Notenordner mit Werken, die ich gerne einmal spielen möchte.

Auch gibt es ein Stück, bei dem ich mir zum Ziel gesetzt habe, es ca. in meinem 3. Klavierjahr anzufangen. Ob ich das schaffen werde, kann ich nicht sagen und das ist nicht tragisch. Es ist mein persönliches erstes "Prüfungsstück".
 
 

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