Schubert - Winterreise - Der Leiermann

  • Ersteller des Themas Hans Borjes
  • Erstellungsdatum
B

bmygdala

Dabei seit
9. Sep. 2009
Beiträge
79
Reaktionen
0
xxxxx xxxxx
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Fips7

Fips7

Dabei seit
16. Feb. 2009
Beiträge
3.617
Reaktionen
1.375
Hallo Hans,

klingt schön, deine/eure Aufnahme. Ich spüre wieder das, was ich schon mal gesagt habe: so eine gewisse Wärme, die mir sehr gut gefällt.

Willst du auch etwas Kritisches hören? (Wenn nicht, dann ignoriere das folgende.)
Ich sage jetzt nur etwas zum Klavier. Was mir hauptsächlich auffällt, ist die rhythmische Freiheit, die du dir nimmst (hart gesagt: die rhythmische Ungenauigkeit). Es bekommt dadurch ein bisschen den Charakter einer Improvisation. Das stört gar nicht mal sooo sehr, weil das Stück mit diesen Wechseln von Singstimme und Drehorgelmotiven geeignet ist für etwas freieres Spiel.

Das Lied hat einen Dreiertakt, den du immer wieder zwischendurch zu einem Zweiertakt (oder einem gedehnten Zweitertakt) verkürzt, z.B. schon in T. 4 + 5 und noch mehr bei allen späteren solchen Stellen. Hier würde ich mir einfach noch etwas mehr Zeit lassen und die langen Noten voll klingen lassen.

Dann beachtest du die punktierten Rhythmen nicht. In T. 27 + 28 z.B. kommen je eine punktierte Achtel + Sechzehntel vor, beide Male spielst du nur zwei gleichmäßige Achtel. Auch bei den späteren Stellen.
Die Vorschläge in T. 1 + 2 würde noch etwas kürzer spielen.

Aber es klingt trotzdem schon ganz schön und man spürt deine Bemühung.

Grüße von
Fips
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hans Borjes

Hans Borjes

Clavio-Förderer
Dabei seit
18. Mai 2008
Beiträge
459
Reaktionen
0
Hallo Hans,

klingt schön, deine/eure Aufnahme. Ich spüre wieder das, was ich schon mal gesagt habe: so eine gewisse Wärme, die mir sehr gut gefällt.
Danke, Fips! Ich bin immer wieder begeistert, welchen musikalischen Gehalt Schubert mit relativ einfachen Mitteln erreicht. Apropos Temperatur: kannst Du auch die Kälte spüren, die ich beim Klang des gis in Takt 17 empfinde? Hier hat Schubert meiner Meinung nach genial symbolisiert.
Willst du auch etwas Kritisches hören? (Wenn nicht, dann ignoriere das folgende.)
Ich sage jetzt nur etwas zum Klavier. Was mir hauptsächlich auffällt, ist die rhythmische Freiheit, die du dir nimmst (hart gesagt: die rhythmische Ungenauigkeit). Es bekommt dadurch ein bisschen den Charakter einer Improvisation. Das stört gar nicht mal sooo sehr, weil das Stück mit diesen Wechseln von Singstimme und Drehorgelmotiven geeignet ist für etwas freieres Spiel.

Das Lied hat einen Dreiertakt, den du immer wieder zwischendurch zu einem Zweiertakt (oder einem gedehnten Zweitertakt) verkürzt, z.B. schon in T. 4 + 5 und noch mehr bei allen späteren solchen Stellen. Hier würde ich mir einfach noch etwas mehr Zeit lassen und die langen Noten voll klingen lassen.

Dann beachtest du die punktierten Rhythmen nicht. In T. 27 + 28 z.B. kommen je eine punktierte Achtel + Sechzehntel vor, beide Male spielst du nur zwei gleichmäßige Achtel. Auch bei den späteren Stellen.
Die Vorschläge in T. 1 + 2 würde noch etwas kürzer spielen.
Danke für den Hinweis. Da muß ich mal drauf achten. Wie immer hab ich den Rhythmus so gespielt, wie ich ihn im Ohr hatte. :|
Aber es klingt trotzdem schon ganz schön und man spürt deine Bemühung.
Ich hab mir mal sagen lassen müssen, das war im Zusammenhang mit dem Wiegenlied, das sei doch ganz einfach. Da muß ich energisch protestieren. Schubert schön klingen zu lassen, das ist alles andere als einfach, vor allem, weil man schnell verleitet wird, es zu intensiv zu spielen. Die Balance zwischen Schlichtheit und Intensität scheint mir die Herausforderung zu sein.
 
Walter

Walter

Dabei seit
31. Jan. 2008
Beiträge
1.165
Reaktionen
755
Leierkasten

Hallo Hans,

ganz toll, was Ihr da miteinander abliefert. Ich glaube heraus zu hören, dass Ihr mit großem Enthusiasmus bei der Sache seid.

Inhaltlich will ich zu meinen Vorschreibern nichts mehr ergänzen.

Habt Ihr als Duo einen Lehrer, evtl. einen Gesangslehrer/lehrerin? Man kann als Begleiter ungemein viel lernen, wenn man sich auch mal von fremden Lehrern coachen lässt.

Das war meine Erfahrung mit "meinen" Abiturientinnen (Violine, Klarinette), ich hatte gehorsamst alle Korrekturen mitgemacht ohne zu mucken - man kann wirklich nur lernen daraus. Auch für das eigene Solospiel.

Macht weiter, vielleicht ist Klavierbegleiter Dein Ding für Dich als Spätberufener! :p

Liebe Grüße aus Schwäbisch Hall

Walter
 
 

Top Bottom