Rundfunkbeitrag über Chinaklaviere im DLF

thmek
thmek
Dabei seit
26. Juni 2013
Beiträge
36
Reaktionen
4
Liebe Clavios,

am Mo. 08.07. sendete der Deutschlandfunk im Rahmen von
"Kultur heute" einen Beitrag über den Klaviermarkt in China.

Titel:
Flügel im Reich der Mitte - Die Massenproduktion von Klavieren in China
Sendezeit: 08.07.13 / 17:52 Uhr
Dauer 04:10 ( also bitte nix Besonderes erwarten ;) )

Der Beitrag steht im Audioarchiv des DLF zur Verfügung:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/07/08/dlf_20130708_1752_4938f9a4.mp3

Gruß
thmek
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
cwtoons
cwtoons
Dabei seit
28. Apr. 2011
Beiträge
8.954
Reaktionen
7.113
Besser vierzig Millionen Chinesen spielen auf solchen Murkskisten als gar nicht.

CW
 
Drahtkommode
Drahtkommode
Dabei seit
19. Jan. 2011
Beiträge
2.109
Reaktionen
2.034
Danke für's Posten des Beitrags! Edelweiß aus China.... Toll! :D

Es grüßt
Die Drahtkommode
 
K
klafierspieler
Dabei seit
26. März 2013
Beiträge
221
Reaktionen
99
Diese Begeisterung für Kultur und Klavierspielen im speziellen würde uns auch gut tun.


Überrascht hat mich an dem Beitrag, dass auch Bechstein in China fertigen lassen soll, ich dachte, die hätten das aufgegeben.
 
schuro1
schuro1
Dabei seit
7. Juni 2013
Beiträge
134
Reaktionen
0
...Klavieluntellicht auf einem Littmüllel - das hat was :D :D
 
Wiedereinaussteiger
Wiedereinaussteiger
Dabei seit
1. Feb. 2011
Beiträge
2.038
Reaktionen
1.134
Nachhaltigkeit ==> Sanierungsbefähigung, technisch, und kaufm.

Überrascht hat mich an dem Beitrag, dass auch Bechstein in China fertigen lassen soll, ich dachte, die hätten das aufgegeben.

Übneraschte mich auch ein wenig. Bechstein hatte im Zuge der "alten Dinge" noch, im Nachklapp der Mutterschaft der Amerikaner von Baldwin ehedem bei Bechstein (bevor also Herr Schulze als Inhaber tätig wurde) in Indonesien fertigen lassen.

Ich meine in derselben mittlerweile wohl etwas "angeranzten Bude" (=nicht auf modernem Stand der Fertigungstechnik), die wohl nahe Jakarta als "Euterpe" schon seit den 70er Jahren besteht. Bechstein war da aber nicht alleine, sondern mit Koreanern oder so, in einer Partnerschaft.

Vor drei Jahren in Berlin sagte Bechstein, das habe man aufgegeben, weil man sehr vieles in Asien versucht habe, sinngemäß, aber nichts langfristig funktioniert habe. Für mich hörte sich das Statement so an: alles probiert, nichts funktionierte, und nun geben wir das auf immer dran.. Alles von Bechstein komme nur noch aus Europa. Als Unternehmensstrategie.

In China jedoch waren sie noch nicht... Vielleicht probieren sie das jetzt?

Ich halte das nicht für verboten, aber es braucht klare Abgrenzungen.

Die Frage wird auch immer sein, ob man später, wenn solche asien-gefertigten Pianos alt und sanierungsbedürtig werden, überhaupt hierzu in den entsprechenden Aufwand gehen mag, und nicht nur Klaviere saniere, bei denen sich das ob der Gebrauchtmarkt-Preislage lohne, also erstrangige Ware aus Europa.

Ich persönlich neige da zu derselben Auffassung wie der Klaviermacher, der sagt: das lohnt oft nicht..

Oder hat mal wer schon sanierte Flügel von Kawai, Young Chang, Samick, oder von den Chinesen wie Ritmüller, Hailun, Pramberger etc. gesehen, bei denen eine Grundsanierung erfolgt war?

Yamaha... eventuell.. Dass man die schon mal teil-sanierte..

Kein Flügel von Bösendorfer wird weggeworfen, kein Blüthner, kein Bechstein (Berlin), kein Steinway, kein Grotrian etc. Dürfte auch für Sauter, für Steingräber gelten. Die Instrumente sind alle wohl genügend wertvoll, dass eine Sanierung zum anschließenden Verkauf nahezu immer lohnen dürfte.

Bei Schimmel, August Förster, Feurich etc. , weiter Petrof, alte Estonia, etc. da wüsste ich es schon nicht mehr. Dort könnte beginnen, dass - je nach Sanierungsbedarf - der Klavierbauer sagt: ... ähm, nee, lohnt sich eher nicht so..

Weniger wegen des Aufwandes, der wohl bei vielen Fabrikaten weitenteils gleich wäre (ich mag nicht glauben, dass Flügel "günstigerer" Marken so schlecht gebaut wären, dass man da entscheidend mehr dran machen müsste), als eher deswegen, weil man sie nach erfolgter Sanierung dann nicht zu auskömmlich hohem Preis meint absetzen zu können.

Den die Kunden durchaus zahlen, wenn da "C. Bechstein", "Steinway & Sons" dransteht, nicht aber, wenn da (nur als ein Beispiel) "Aug. Förster" die innere Tastenklappe ziert.

Stichwort: "Werthaltigkeit" auch noch zum Sanieren und nach Sanierung".

Das ist wohl leider - nach heutigem Erkenntnisstand - bei sehr sehr vielen Asienklavieren einfach nicht gegeben - weil ihre Nach-Sanierung-Verkaufspreise das schlicht nicht hergeben, den Aufwand zu treiben.

Damit ist ihre Gebrauchsdauer weitenteils vorherbestimmt: "Einmal-Durchlauf-Nutzung". Solange, bis ein dickes Problem entsteht. Rahmenriss. Oder Reso-Boden so gerissen, dass er ersetzt werden müsste. Bzw. wenn nicht als Ersatzteil lieferbar, nachgeschreinert werde müsste. Oder bereits dann, wenn alle Filze restlos fertig sind? Und oder wenn man einen neuen Stimmstock einsetzen müsste.

Und was ist mit einem neuen Satz Hämmern.., das macht auch furchtbar viel Arbeit...

Dann müssen diese eine Sanierung nicht so richtig werten Klaviere in den MÜLL.

So brutal sich das anhört.

Allein das wäre mir schon Grund, solche "eventuell nicht sanierenswerten" Klaviere erst gar nicht zu erwerben. Weder als (junge) Gebrauchtklaviere, noch als Neuklaviere.

Ich bin sehr für sanierungsbefähigte technische Waren. Und, machen wir uns nix vor, ein Klavier ist ein technisches Objekt. Da gelten technische Regeln. Noch bevor da Marketing- und Kaufmannsregeln gelten können.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.127
Reaktionen
9.263
Kein Flügel von Bösendorfer wird weggeworfen, kein Blüthner, kein Bechstein (Berlin), kein Steinway, kein Grotrian etc. Dürfte auch für Sauter, für Steingräber gelten. Die Instrumente sind alle wohl genügend wertvoll, dass eine Sanierung zum anschließenden Verkauf nahezu immer lohnen dürfte.

Bei Schimmel, August Förster, Feurich etc. , weiter Petrof, alte Estonia, etc. da wüsste ich es schon nicht mehr. Dort könnte beginnen, dass - je nach Sanierungsbedarf - der Klavierbauer sagt: ... ähm, nee, lohnt sich eher nicht so..
Heh, WEAS, da mixte jetzt aber ein bisserle wild... Sauter und möglicherweise auch Grotrian dürften sich in der zweiten Gruppe befinden, die man sicherlich noch noch weiter differenzieren sollte. Steingräber gehört nicht vielleicht, sondern ganz sicher in die erste Gruppe. Als Feurich-Besitzer fühle ich mich da fast schon diskriminiert und würde für einen guten Feurich oder Förster ganz sicher Schimmel & Sauter links liegen lassen, erst recht Estonia, während es z.B. durchaus respektable Petrofs gibt...

Aber prinzipiell hast Du natürlich recht: Der Name sichert den Wiederverkaufswert. Drum stinkt mir das FeuLich-Experiment ja auch so ;-).
 
Jonathan
Jonathan
Dabei seit
13. Jan. 2013
Beiträge
219
Reaktionen
6
Hallo zusammen,

man muss bedenken, dass viele Instrumente nicht vor/nach der Restauration verkauft werden, sondern einfach weiterhin bei ihrem Besitzer bleiben. Orientiert man sich also am Gebrauchtmarkt, erhält man eigentlich ein verfälschtes Bild. Wo findet man z.B. einen komplett (aus Altersgründen) renovierten Steingräber? 100-jährige Steingräber sind mir noch nie untergekommen. Das hat aber vielleicht eher damit zu tun, dass die Instrumente so gut sind, dass man sie gar nicht mehr verkaufen möchte sondern restaurieren lässt und weiter darauf spielt! ;)

Grüße Jonathan
 
Wiedereinaussteiger
Wiedereinaussteiger
Dabei seit
1. Feb. 2011
Beiträge
2.038
Reaktionen
1.134
Da blickt doch eh' bald keiner mehr durch.
- Wie wäre es mit einem echten Feurich?
Feurich Flügel Piano Pianoforte 190 cm lang schwarz - Sommerangebot | eBay
Ist schon zweimal reduziert worden...

Na DAS Dingen sieht mir doch nach einem richtigen Schnapp aus. Gut drei Mille, bis es daheim sei.. Das beinah nixx issas..

..wenn denn..

..wenn denn der Verkauf als Bastler- und Restaurierungsonbjekt eine reine Formalie sei...

..und nicht zur Verdeckung und Exculpation *1* eines Rahmenrisses undoder eines derbe bereits abgenippelten, oder gar gerissenen Stimmstockes oder sonstiger Arglistigkeiten.

*1* = CYA - Verticken a'l americain style.

Ssie wai eeyh - Cover Your Ass, Unfallwagen, kein Airbag ausgelöst.. (weil, alle, die noch da waren, sind gezze schon in Polen...), nur für Bastler, an dem Objekt können sich unerkannte Schäden befinden, Gewährleistungen, Rückgabe ausgeschlossen, d.h. gib die Arxxxxxkarte dem gutgläubigen Erwerber, und drehe ihm Schrott für erhöhte Tattertalers an..

Na hoffentlich nicht. Sieht doch gut aus, das Dingen.

Wenn ich bald in Herford arbeiten soll, oder soo, dann brauch ich sowas in der Zweitwohnung..
;-)
 

K
Ka8
Dabei seit
18. Apr. 2010
Beiträge
178
Reaktionen
33
Hallo,

schaut mal auf die Bechstein-Seite. Dort sind vor kurzem wieder Zimmermann-Instrumente aufgetaucht, die nun aus Asien kommen, aber "designed bei Bechstein" sind, nur aus hochwertigen Materialien hergestellt sein sollen, die Produktion von einem Kompetenzteam begleitet wird usw. (eben die typische und omnipräsente pro-China Verkaufsrhetorik). Bis vor kurzem gehörte es ja noch zur "Firmenphilosophie" Bechsteins, Stolz auf die rein europäische Produktion zu sein. Tja, so schnell kippen derartige Philosophien (u. a. ein Grund weshalb ich "Firmenphilosophie" als Terminus ablehne, mittlerweile hat ja jeder Metzgereibetrieb mit Internetauftritt eine eigene Philosophie). Vielleicht wäre es diesbezüglich mal angebracht, wenn sich Herr Willmes ("Bechstein1853") mal wieder dazu äußerst, wie dieser Kurswechsel begründet ist. Vor einem guten Jahr hieß es nämlich noch, die deutschen Zimmermann-Klaviere würden aus der Produktion genommen, weil man mit C. Bechstein, Bechstein Academy und Hoffmann genügend Kunden erreiche...zumindest wenn ich mich recht entsinne.

Gruß
Ka8
 
40er
40er
Dabei seit
9. Jan. 2013
Beiträge
4.172
Reaktionen
2.579
Hallo,

schaut mal auf die Bechstein-Seite. Dort sind vor kurzem wieder Zimmermann-Instrumente aufgetaucht, die nun aus Asien kommen, aber "designed bei Bechstein" sind, nur aus hochwertigen Materialien hergestellt sein sollen, die Produktion von einem Kompetenzteam begleitet wird usw. (eben die typische und omnipräsente pro-China Verkaufsrhetorik). Bis vor kurzem gehörte es ja noch zur "Firmenphilosophie" Bechsteins, Stolz auf die rein europäische Produktion zu sein. Tja, so schnell kippen derartige Philosophien (u. a. ein Grund weshalb ich "Firmenphilosophie" als Terminus ablehne, mittlerweile hat ja jeder Metzgereibetrieb mit Internetauftritt eine eigene Philosophie). Vielleicht wäre es diesbezüglich mal angebracht, wenn sich Herr Willmes ("Bechstein1853") mal wieder dazu äußerst, wie dieser Kurswechsel begründet ist. Vor einem guten Jahr hieß es nämlich noch, die deutschen Zimmermann-Klaviere würden aus der Produktion genommen, weil man mit C. Bechstein, Bechstein Academy und Hoffmann genügend Kunden erreiche...zumindest wenn ich mich recht entsinne.

Gruß
Ka8

Der Klavierbauer den ich diese Woche besucht habe, hat mir erzählt, dass er Bechstein aus seinem Angebot genommen hat, nachdem in den Mechaniken immer mehr Anteile aus chinesischer Produktion aufgetaucht sind. Er hatte hierzu mit dem Bechstein CEO Herrn Schulze persönlichen Kontakt, der der Meinung war, dass ein Mercedes auch immer noch ein Mercedes wäre, wenn Daimler seine Motorkomponenten in China fertigen lässt.

Hierzu passt dieser Satz, der auf der Firmenhomepage auftaucht: Zitat:"C. Bechstein profiliert sich nicht über die Zulieferer – der Sachverhalt ist umgekehrt zu betrachten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir unter dieser Prämisse Zulieferanten nicht einzeln nennen."
Aus den Bechsteinunterlagen lässt sich nicht herausfinden woher die Mechanik in den Hoffmann und Zimmermannmodellen kommt. Es steht dort nur Mechaniken nach C. Bechstein Qualitätsanforderungen, was immer das auch heisen mag.

Aus der Firmenhomepage lässt sich entnehmen das Zimmermann eingestellt wurde. Zitat: " Die Produktion der Marke "Zimmermann – made in Germany" wird zum Jahresende 2011 eingestellt."

Werde nächste Woche trotzdem die W. Hoffamnn testen auch wenn der Glanz den Bechstein im Vorfeld mit seinen gut gemachten Broschüren bei mir hinterlassen hat bereits deutlich verblasst ist.

40er
 
K
Klavierbaumeister
Dabei seit
1. Jan. 2008
Beiträge
1.328
Reaktionen
189
nachdem in den Mechaniken immer mehr Anteile aus chinesischer Produktion aufgetaucht sind. ...ein Mercedes auch immer noch ein Mercedes wäre, wenn Daimler seine Motorkomponenten in China fertigen lässt.

Wenn Renner Teile in China fertigen oder vorfertigen lässt, wäre das dann noch eine Renner-Mechanik?
Wo ist das Problem?
 
40er
40er
Dabei seit
9. Jan. 2013
Beiträge
4.172
Reaktionen
2.579
Ich habe nur die Aussage des Klavierbauers rezitiert. Ich habe damit kein Problem.

Den Bechsteinunterlagen ist aber nicht zu entnehmen woher ihre Mechanik stammt. Es steht dort lediglich "Mechanik und Klaviatur nach C. Bechstein Standard". Bei dem Preis den die Instrumente haben wünsche ich mir als potentieller Kunde eine eindeutige Antwort.
 
Ambros_Langleb
Ambros_Langleb
Dabei seit
19. Okt. 2009
Beiträge
9.466
Reaktionen
12.298
Die Probleme macht der verstockte Kunde mit seinen obszönen Fragen, etwa:

1." Warum wirbt die Firma angesichts der Sachlage so offensiv mit ihrer deutschen Produktion?"

Anscheinend hält sie die selber für ihr wichtigstes Verkaufsargument; andernfalls würde man ja sicherlich werben mit: "erstklassige Komponenten aus chinesischer Produktion werden in Seifhennersdorf endmontiert".

Nun ist es gewiß B.s Sache, die Herkunft der Komponenten offenzulegen oder verschweigen. Allerdings, macht der Kunde die Erfahrung, wenn er sich für ein gleich teueres Klavier bei Blüthner oder Steingräber interessiert, wird ihm dort auf Wunsch die Herkunft jeder Schraube nachgewiesen.

2. "Wenn Bechstein offenkundig nur aus Kostengründen (denn für die Qualität tragen sie ja das "deutsch" vor sich her) China-Komponenten verbaut, warum sind die Instrumente dann nicht billiger als die der Hochpreis-Konkurrenz?"

Anscheinend habe wir es da mit einer verstetigten Form des sog. windfall profits zu tun, von dem der Hersteller alles, der Kunde nichts hat.

Nun das Modell funktioniert ja. Aber was, wenn die Kunden das Spiel eines Tages nicht mehr mitspielen? Macht doch nichts. Erst auf Staatskosten retten lassen (schon erfolgriech ausprobiert), dann das Eigenkapital herausziehen und durch Kredite ersetzen und den Laden in die Insolvenz schicken (kommt ja auch billiger als selber abwickeln). Und dann dieses Modell verantwortungsbewußten Unternehmertums, möglichst mit erneuter Staatshilfe, auf das nächste Objekt anwenden.
 
 

Top Bottom