Reichen 6 Jahre Klavierunterricht um alleine weiterzumachen?


In der Tat. ;)

Ich lerne sie schon nach Noten auswendig. Mit einer Seite eines Stückes beschäftige ich mich viele Stunden, bis ich es wirklich verlässlich auswendig kann. Wie viele kommt drauf an, bei Bach ist es mehr, bei Joplin weniger.

Der typische Amateur versucht aber wohl, es erstmal mit Hilfe der Noten flüssig spielen zu können. Das versuche ich erst gar nicht.

Edit: Als ich Klavier spielen gelernt habe, gabs kein Youtube, nichtmal HTTP war definiert.
 
(gibt es irgendwo kopfschüttel-Smileys?)
Die gibt es beispielsweise hier: Kostenlose Kopfschttelnde Smilies, Smileys, Smiles

wenn sich diese offen gesagt mehr als nur absonderliche Meinung deiner KL auch noch auf das auswendige Spielen ausdehnt, dann wundert mich deine Frustration über bisher eher wenige Lernerfolge am Klavier in keiner Weise...!!! Frag da lieber noch mal nach, ob das wirklich ihr Ernst ist (und ob und wie sie das begründen kann, wenn es so ist) - und wenn es so sein sollte, dann tatsächlich kündigen und eine andere (am besten seriöse) Lehrkraft aufsuchen.
Wenn man sich wirklich noch die Mühe machen wollte, könnte man ja mal versuchen, Erfahrungswerte über andere Schüler(innen) dieser Lehrkraft aufzuspüren. Bildet sie eine große Schülerzahl aus und muss sogar eine Warteliste führen? Kann sie sich die Schüler aussuchen? Herrscht in ihrer Klasse große Fluktuation? Auf welchem Leistungsniveau spielen die anderen? Wie sieht es mit Ausbildungserfolgen aus? Welche Altersstruktur hat die Klasse und stimmt die Lehrerin ihr Ausbildungskonzept auf jedes Mitglied individuell ab?

Die Lösungen auf diesen Fragenkatalog bräuchte man keineswegs hier öffentlich präsentieren. Gestellt werden sollten aber diese Fragen seitens des Schülers spätestens dann, wenn sich der Ausbildungsweg als unbefriedigend herauskristallisiert, was hier ja der Fall ist - sonst gäbe es den Faden gar nicht. Die in bisherigen Beiträgen gelieferten Anhaltspunkte lassen begründete Zweifel an Kompetenz und Einstellung der Lehrkraft erwarten.

Nach sechs Jahren autodidaktisch weitermachen? Nein - schaue Dich dringend nach anderen Lehrern um, die Dir wirklich weiterhelfen können. Außerdem müsstest Du mit Sicherheit das Unterrichtsverhältnis noch deutlich vor Jahresende kündigen können; derartig großzügig bemessene Kündigungsfristen sind ungewöhnlich.

Abschließend zum Aspekt des Ausgelernt-Habens: Schon in der Schulzeit am gleichen Ort habe ich eine heute international renommierte Koloratursopranistin kennengelernt, die ihre Gesangslehrerin lange nach dem Studienabschluß immer noch regelmäßig konsultierte - und da hatte sie ihre Debüts an der MET und an der Mailänder Scala längst hinter sich. So ist es: Selbst internationale Stars und etablierte Hochschulprofessoren erkennen noch Luft nach oben und nutzen ihre Möglichkeiten, sich immer noch zu verbessern. Im hier vorliegenden Falle gilt: Du brauchst nicht keinen, sondern endlich einen guten Unterricht, der diesen Namen auch verdient - und das so zeitnah wie nur irgend möglich!

LG von Rheinkultur
 
Sprachliches Kommunikationsproblem.

Auswendig lernen heißt - Stücke nach Noten erarbeiten und sie dann aber so verinnerlichen, dass man diese auch ohne Noten spielen kann.

Was der Lehrer nicht will ist - Stücke manuell lernen wie bei YT-Tutorials (einen Takt rechts zeigen lassen bzw. Fingerbewegung lernen, links zeigen lassen bzw. lernen, und dann zusammen - und hinterher nicht mal wissen, an welcher Stelle des Stückes man gerade ist und immer nur von vorne spielen können).
Nicht nur sprachliches Kommunikationsproblem, sondern auch in inhaltlicher Hinsicht klärungsbedürftig. Es geht nämlich nicht darum, das Stück durch ständiges (mechanisches) Wiederholen zu speichern, sondern das Gelernte wirklich zu verinnerlichen - nur dann ist es möglich, an jeder Stelle im Stück einzusteigen und sofort im Geschehen hundertprozentig präsent zu sein. Wenn die Lehrkraft das unreflektierte "Einpauken" von Anfang bis Ende ablehnt, ist das prinzipiell richtig. Aber sie steht dann in der Pflicht, die Techniken des analytischen Durchdringens und Memorieren eines verstandenen Textes zu vermitteln - erst dann ist es nämlich tatsächlich möglich, ohne vorliegendem Notentext mehr zustande zu bringen als vorne anzufangen, hinten aufzuhören und zwischendurch zu hoffen, nicht rauszufliegen. Spätestens unter Druck funktioniert dieses Prozedere niemals zuverlässig - und die Behauptung, zu Hause hätte es noch alles funktioniert ("Vorführeffekt" wie einst im Physikunterricht), hilft leider dann auch nicht mehr weiter. Notenfreies Spiel ist kein automatisierbarer Selbstläufer, sondern ein Arbeitsergebnis.

LG von Rheinkultur
 
Hallo zusammen,

Liebe Lotusblume, lieber Rheinkultur, vielen Dank für Eure hilfreichen Hinweise. Ich werde mal Probeweise mein Übeverhalten für einige Wochen wieder umstellen. "Ganz früher" hab ich natürlich auch anders geübt.

Der Vorteil des Auswendiglernens war für mich vor allem die Motivation durch klar vorgegebene Ziele: "Ich übe jetzt, bis ich diese 8 Takte spielen kann ohne auf die Noten zu sehen." Ich denke, es sollte möglich sein weichere Ziele zu definieren. Das musste ich bisher ja auch, wenn ich nach dem Auswendiglernen die Stücke musikalisch erarbeitet habe.

Ein Nachteil des direkten Auswendiglernens ist auch, dass es schon sehr mühselig ist.
 
Wie lange spielst du schon? Was kannst du schon? Auswendig lernen findet meine Lehrerin gar nicht gut... wenn ich von ihr ein Stück bekomme und kann es gerade so, dass es geht, dann bekomme ich schon ein neues Stück.

Jetzt komme ich erst sehr spät dazu dir zu Antworten und daher ist hier schon sehr viel über das Üben und das Erlernen/Erfahren eines Stückes geschrieben worden.
Ich selbst stehe noch am Anfang, spiele seit ein paar Monaten.
All zu viele Stücke habe ich noch nicht drauf, aber ich hatte mir ein Präludium angeschaut bevor es zur KL ging und nach meinem amateurhaften Verständnis fand ich das gespielte Stück schon gut. Meine KL aber nicht. Sie sagte genau das was lotusblume oder rheinkultur auch geschrieben haben.
Die Noten hatte ich unter den Fingern...aber das Stück klang einfach nicht. Also ging es zurück zu den Noten und wir fingen an bestimmte Passagen auseinander zu nehmen. Ich durfte das Stück noch 1 1/2 Montae in jeder Stunde vorspielen. Übergänge, staccato, Wiederholungen richtig setzen, Einsetzen in beliebigen Takten...sind nur ein paar Sachen. Heute spiele ich das Stück immer noch ohne die Noten zu brauchen, aber trotzdem stehen diese vor mir. Ich kann mich auf die Stimmung und die Besonderheiten konzentrieren und das fand ich sehr erstaunlich.
Dadurch das ich mich jetzt länger mit dem Stück beschäftigt habe, könnte ich es vorspielen wo immer ein Flügel/Klavier rumsteht. Jetzt haben wir es weggelegt und es gab andere Stücke. Es wird aber in 2-3 Monaten wieder hervorgeholt und mit den neu erlernten Techniken wieder aufgearbeitet.
Ich denke wenn man so lernt, wird man sein Repertoire auch halten und ausbauen können.

Wenn Du sagst, dass deine KL zum nächsten Stück springt sobald es "gerade so geht" ist das m.M. nach einfach falsch. Gerade so bekomme ich auch irgendwas hingespielt. Mein Anspruch an die KL ist es eigentlich genau mich aus dem "gerade so" rauszuholen und es "einfach ordentlich" machen zu lassen.
 
Wenn Du sagst, dass deine KL zum nächsten Stück springt sobald es "gerade so geht" ist das m.M. nach einfach falsch.
Das kann man so nicht pauschalisieren. Bei mir z.B. ist es genau so. Allerdings haben wir bis zu diesem Stadium das Stück reichlich auseinander genommen und ich habe von dem KL das " musikalische und technische Rüstzeug mit auf dem Weg bekommen", selbstständig an dem Stück weiter zu arbeiten. Letzteres kann sich über Monate oder Jahre hinziehen.
Und das ist meiner Meinung nach das Wichtige an gutem Unterricht:
Der Schüler muss nicht mit vortragsreifen Stücken sondern mit angereichertem Wissen den Unterricht verlassen.
 
Hi Peter, aber das sagte ich doch oder meinte es zumindest!
Ich wollte es so ausdrücken wie Du es geschrieben hast.
Es geht ja nicht darum im Unterricht ein Stück bis zum Erbrechen zu üben. Sondern ein Stück auseinander zu nehmen. Zu besprechen. Ich möchte von meiner KL auf Besonderheiten hingewiesen werden. Auf meine Fehler im Fingersatz oder in der Betonung. Auf meine Schwierigkeiten und vllt. sehr kurzen Pausen, weil ich unsicher bin. Allein sehe und höre ich nicht alles. Daher pauschalisiere ich das springen zum neuen Stück ja nicht, sondern meine eher die Analyse eines Stückes ist extrem wichtig um voran zu kommen.
Es laß sich bei kleenemaus so, dass im Unterricht ein Stück gespielt wird, bis es so geht und dann wird weiter gegangen ohne zu schauen ob das Stück nicht besser wird. Warum wird hier bei 6 Jahren Unterricht nicht ein Stück von vor 1-2 Jahren hervorgeholt und überprüft wie weit die Schülerin ist? Das motiviert ja auch, wenn man merkt, dass man plötzlich Stellen leichter spielt als es der Fall war bei dem man begonnen hat.

Ich glaube das hier die kurze Übezeit eine große Rolle spielt. Vielleicht aber auch der Gedanke, den man manchmal rausließt, das hier wegen der begrenzten Zeit halt strickt nach Plan geübt wird.
Was mir viel bringt ist, dass was Du mir mal gesagt hast. Man sollte das "Klimpern" von 10-15 min. am Tag nicht unterschätzen. Mittlerweile kommt meine Frau an und sagt: "Spiel mir mal Dein Weihnachtslied vor" oder halt das "Präludium" oder irgendwas was ich gerade übe. Ich setz mich hin und spiele es. Dauert 5 Minuten nicht länger. Zeigt mir aber sofort wo es noch nicht funktioniert. Meistens wird gleich danach geübt, da sofort die Lust da ist es beim nächsten mal besser zu machen (oder es auch mal in der Pianobar vorzutragen ;) ). Aber selbst wenn ich nach den 5 Min. nicht mehr übe, hab ich 5 Minuten gespielt. Das sollte in 6 Jahren zu etlichen zusätzlichen Stunden führen ohne darauf zu achten.
 
Hallo ! Ich hab dazu auch noch eine Frage .
Lotusblume hat geraten immer die Takte der linken Hand erst mal so zu lernen bis sie automatisch kommen.
Bei mir ist das auch so. Die recht Hand lernt viel schneller ,da brauch ich oft gar nicht mehr zu überlegen . Aber bei der Linken Hand muss ich immer wieder mal auf die Tasten schauen . Warum lernt man re. schneller als li? Hat das mit den Gehirnhälften zu tun ? Das soll jetzt kein Witz sein.Aus der Medizin weiss ich , dass die re. Gehirnhälfte für die linke Körperhälfte zuständig ist und umgekehrt. Liegt es daran ?
Oder gibt es andere Ursachen ?
Liebe Grüsse Monique
 
Hallo ! Ich hab dazu auch noch eine Frage .
Lotusblume hat geraten immer die Takte der linken Hand erst mal so zu lernen bis sie automatisch kommen.
Bei mir ist das auch so. Die recht Hand lernt viel schneller ,da brauch ich oft gar nicht mehr zu überlegen . Aber bei der Linken Hand muss ich immer wieder mal auf die Tasten schauen . Warum lernt man re. schneller als li? Hat das mit den Gehirnhälften zu tun ? Das soll jetzt kein Witz sein.Aus der Medizin weiss ich , dass die re. Gehirnhälfte für die linke Körperhälfte zuständig ist und umgekehrt. Liegt es daran ?
Oder gibt es andere Ursachen ?
Liebe Grüsse Monique

Die meisten Menschen auf der Welt sind Rechtshände. Es gibt viele Linkshänder und einige Beidhänder. Beidhänder haben es wohl beim erlernen von Fingerfertigkeiten am einfachsten. Da hier das Gehirn beide Hände gleich gut ansteuern kann.
Wer Rechtshänder ist wird vielen (auch unbewusst) mit dieser Hand ausführen. Dadurch ist der Gehirnaufbau für Motorik stärker geprägt auf die rechte Hand. Die kennt also viel mehr Bewegungsmuster und kann daher schneller neues Erlernen und auf Erfahrungen zugreifen. Die linke Hand hat nur wenig Erfahrung. Probiere mal Federball mit dem Schläger in der linken Hand zu spielen. Die gesamte Koordination von Köper und Treffsicherheit mit Links gerät durcheinander. Es schult auch ungemein und schon nach wenige Spielen merkt man wie man besser wird. Es bilden sich neue Synapsen und die Bewegungsmuster werden nun auch für links Abgespeichert.
 
Hallo CWtoons,
ich bin 30 Jahre und habe mit 24 Jahren angefangen Klavier zu spielen.

Kleenemaus, beim Autofahrenlernen wird gesagt, es braucht soviele Stunden wie man alt ist, beim Klavierspielen ab 25 Jahre braucht es so viele Jahre wie man alt ist.:rolleyes:
Dies wird dir und deiner Klavierlehrerin siche grosse Freude bereiten:rolleyes::D
 
Der Vorteil des Auswendiglernens war für mich vor allem die Motivation durch klar vorgegebene Ziele: "Ich übe jetzt, bis ich diese 8 Takte spielen kann ohne auf die Noten zu sehen." Ich denke, es sollte möglich sein weichere Ziele zu definieren. Das musste ich bisher ja auch, wenn ich nach dem Auswendiglernen die Stücke musikalisch erarbeitet habe.
Diese Formulierung lässt sich in zweifacher Hinsicht präzisieren. Zum einen empfiehlt es sich in jedem Fall, abschnittweise vorzugehen, wenn es um das Erlernen und Verinnerlichen von Textvorgaben geht. Dazu ist die Größe der Abschnitte so zu wählen, dass alles in diesen Takten enthaltene Geschehen im Wortsinne begriffen ist und keine Erkenntnislücken verbleiben, da zum anderen erst das Begriffene verinnerlicht werden kann.

Was ergibt sich daraus? Ähnlich wie beim Studium eines wissenschaftlichen Textes ist nicht einfach alles von Anfang bis Ende nur abzuarbeiten und durch Wiederholung im Geiste zu fixieren. Ein fundiertes Textstudium wird auch am Instrument anders ablaufen:
  1. Kursorischer Überblick über den gesamten Notentext, ohne sich im Detail zu verlieren
  2. Im Zuge dieses Überblicks Erkenntnisse über das einzustudierende Werk erlangen und Fragen überlegen. Diese umfassen formale Aspekte (Werkstruktur und Gliederung), aber auch Einsichten hinsichtlich der spieltechnischen Abläufe, da die meisten Werke nicht durchgängig exorbitant schwierige Passagen enthalten
  3. Diesen virtuellen Fragenkatalog sorgfältig bearbeiten, indem das Werk anhand der vorgenommenen Gliederung abschnittweise mit Verstand studiert wird: Motivisch-thematische Arbeit erfassen, strukturelle Veränderungen erkennen, bei mehrstimmigen Satzbildern Stimmbeziehungen verstehen etc.
  4. Kleine(re) Einheiten ermitteln, verinnerlichen und in den Gesamtkontext präzise eingliedern
  5. Nach der Dekomposition folgt die Rekomposition: Wieder die Gesamtheit der Abläufe herstellen und verinnerlichen
  6. Diese Prozesse laufen nicht nacheinander ab, sondern der Gesamtkontext muss stets präsent bleiben. Ziel ist es, mit dem erlangten Verständnis an jeder beliebigen Stelle ohne Anlaufzeit sofort ins Stück zu gelangen

Wenn in diesem Sinne der in den acht Takten vorhandene musikalische Gehalt präsent und abrufbar ist, bist Du auf dem richtigen Weg.

LG von Rheinkultur
 

Aber bei der Linken Hand muss ich immer wieder mal auf die Tasten schauen . Warum lernt man re. schneller als li?

Das kuriose bei mir ist, das ich als Rechtshänder immer auf die rechte Hand schaue, obwohl sie geschickter ist als die linke, bei der linken klappt nahezu alles blind , selbst bei großen Sprüngen mit diversen Akkordwechseln usw... Allgemein finde ich sollte man eh lernen nicht allzuviel auf die Finger beim spielen zu schauen, jedenfalls nicht nach dem Motto: "OMG was kommt jetzt, wo muss ich hin, sondern vielmehr als überwachende Instanz, die einfach über das (herrliche) Spiel, was wie von selbst läuft den Blick schweifen lässt..." ähnlich wie man das Gedrängel im alltäglichen Geschehen mit voyeuristischer Neugier in einer unbeteiligten Haltung genießen kann... Denn alle 10 Finger sind schwer zu überwachen, da büchst schnell einer aus, und sind wir keine Chameleon, die ihre Augen autark fokussieren können :D

lg Lustknabe
 
Aber darf man denn nicht mal gucken bei grösseren Sprüngen ,wie vom 3. d im Bass zum 1.h in d.linken Hand? Zumal man noch nicht perfekt in der Tastatur ist.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Lotusblume hat geraten immer die Takte der linken Hand erst mal so zu lernen bis sie automatisch kommen.
Bei mir ist das auch so. Die recht Hand lernt viel schneller ,da brauch ich oft gar nicht mehr zu überlegen . Aber bei der Linken Hand muss ich immer wieder mal auf die Tasten schauen . Warum lernt man re. schneller als li? Hat das mit den Gehirnhälften zu tun ? Das soll jetzt kein Witz sein.Aus der Medizin weiss ich , dass die re. Gehirnhälfte für die linke Körperhälfte zuständig ist und umgekehrt. Liegt es daran ?
Oder gibt es andere Ursachen ?
Zu Lotusblumes Anregung wäre folgendes nachzutragen: Sie erfolgte in Verbindung mit dem beliebten "River flows in you". Und wie ist dieses Stück aufgebaut? Die mit der rechten Hand gespielten Noten lassen sich in motivische Zellen und Kleinelemente unterteilen, die aber vielfach kleinere Notenwerte aufweisen als die ruhig strömende Achtelbegleitung der linken Hand - gewissermaßen der Alberti-Bass des 21. Jahrhunderts. Wenn dieses unkomplizierte Begleitmuster wie von selbst abläuft, ist ausreichende Denkleistung für die etwas strukturell anspruchsvolleren Abläufe in der rechten Hand abrufbar. Echtes Multitasking gibt es eigentlich gar nicht, sondern entscheidend ist der blitzschnelle Wechsel zwischen unterschiedlichen Ebenen, die eben nicht Punkt für Punkt durchschritten werden. Vielmehr werden bereits erfasste und abrufbare Muster zeitnah miteinander verknüpft. Ist ein Muster bereits aktiviert, stehen Leistungskapazitäten für das Aktivieren weiterer Muster zur Verfügung. Dieser beständige Wechsel erweckt bei versierten Akteuren den Anschein, der Mensch könnte mehrere Aktivitäten gleichzeitig erledigen, was aber im oben beschriebenen Sinne keineswegs der Fall ist.

Mit den beiden Gehirnhälften und einem etwaigen Koppeln und Verschalten derselben hat dieses Phänomen vermutlich nichts zu tun - eher mit dem Umstand, dass die Bevölkerungsmehrheit als Rechtshänder feinmotorisch anspruchsvollere Aufgaben vorzugsweise mit der rechten Hand zu erledigen gewohnt ist. Dabei muss es keineswegs bleiben: Klavierspielen fordert beide Hände gleichermaßen und fördert auf längere Sicht die Beidhändigkeit. Mit zunehmender Spielpraxis wird auch die "schwächere" Hand im Laufe der Zeit feinmotorisch viel geschickter und leistungsfähiger.

OT: Es gibt seit dem 19. Jahrhundert eine stattliche Anzahl von Werken für eine Hand allein - warum fast immer für die linke und fast nie für die rechte?
Keineswegs ist der Verwendungszweck dieser Kompositionen auf pädagogische Inhalte reduzierbar, um also die bei den meisten Menschen schwächere Spielhand zu trainieren und zu stärken. Natürlich gibt es diese Studienwerke, aber: Auch in beidhändiger Klavierliteratur oder in Ensemblewerken dominiert eine "diskantorientierte" Satzanlage. Die Hauptstimme liegt im Satzgefüge meist höher als die Nebenstimmen, solange nicht das Satzbild durchgängig polyphon angelegt wird und das thematische Material mehr oder minder gleichrangig in allen Stimmen präsent ist. Eine "diskantorientierte" Spielweise - mit welcher Klavierhand allein ist sie eher realisierbar? Antwort: Mit der linken, da den höheren Tönen die naturgemäß "stärkeren" Finger zugeordnet sind - bei der rechten Hand ist das umgekehrt... .
 
Lieber Händ(L)er, ich hätte gern 3 mal Rechts und 1 mal Links falls noch auf Lager. ;-)
Der gespielte Witzzzz, viel Vergnügen:
Was sucht ein Einarmiger in einer belebten Einkaufsstraße?
Einen Second-Hand-Shop!!!

rofl-1.gif
 
Hi alle,

(...) Kleenemaus, beim Autofahrenlernen wird gesagt, es braucht soviele Stunden wie man alt ist, beim Klavierspielen ab 25 Jahre braucht es so viele Jahre wie man alt ist.:rolleyes: (...)
puuh! :o ;)

Destenay hast Du diese Erfahrung gemacht/beobachtet?

Was sagen denn erfahrene Klavierspieler (-lehrer) dazu? Mag mir jemand seine Einschätzung mitteilen?

(die Frage ist auch, welche Werke man auf welchem Niveau beherrscht, wenn man all die Jahre fleißig geübt hat, ...)

Wie dem auch sei, ich bleibe dran. :D

Herzliche Grüße

Judith
 
So ein Unsinn hört man selten .... so heisst es dann, dass ein 5 jähriges Kind in fünf Stunden klavier lernen kann. Zu dem Alter Verdoppelung ab 25 möchte ich mich nicht einmal äussern.
 
Hi Steinbock ;)

das war glaub ich nur ein Scherz von Destenay, dem schlauen Fuchs ;);)

aber der hat mich auf den Gedanken gebracht:

Wenn einer mit 63 Jahren anfängt - kann er dann sein Übungs-Stück mit 126 Jahren spielen ?? ? :D

Ich glaube, dass Ältere da durchaus VIEL zügiger lernen !

( Weiter unten gibts schon einen Thread, wo diskutiert wird, wie schnell Erwachsene lernen )

LG, Olli !
 
Ich glaube, dass Ältere da durchaus VIEL zügiger lernen !

( Weiter unten gibts schon einen Thread, wo diskutiert wird, wie schnell Erwachsene lernen )
Und ich glaube, dass mehrere Faktoren das Studien- und Lerntempo wechselseitig beeinflussen. Selbst wenn man Älteren unterstellt, für das Aufnehmen und Verinnerlichen neuer Inhalte länger zu brauchen, besteht im Gegenzug die Aussicht darauf, aufgrund längerfristig erworbener Vorbildung und Lebenserfahrung gezielter auf die Suche nach der richtigen Lösung zu gehen und bei der Anwendung einer "Trial & Error"-Strategie weniger Fehlversuche zu benötigen. Da gibt es über die Altersfrage hinaus eine ganze Reihe maßgeblicher Faktoren, die den Ausbildungserfolg beeinflussen. Je besser das Ausbildungskonzept der Lehrkraft und das individuelle Leistungsvermögen auf Schülerseite aufeinander abgestimmt sind, desto überzeugender ist auch der Ausbildungserfolg - wobei "Erfolg" nicht bedeuten muss, Liszts H-Moll-Sonate podiumsreif zu beherrschen. Die Erfolgsperspektiven sind so individuell wie der jeweilige Weg zum realistischen Ziel. Dieses zu erkennen und eine adäquate Vorgehensweise zu vermitteln ist die Aufgabe einer Lehrkraft - und das unabhängig von der Altersfrage. Im Falle der Thread-Erstellerin liegt eines der vielen Beispiele vor, das schon aufgrund der Stückauswahl und weiterer Basisfaktoren erkennen lässt, dass hier Grundlegendes nicht in Ordnung ist. Auch wenn man da fehl am Platze ist - dann geht es eben darum, den richtigen Platz zu finden.

LG von Rheinkultur
 

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