Rachmaninov Klavierkonzert No. 2, schnelle Akkorde

Joh

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Hallo zusammen,

ich hätte da eine Frage zu den schnellen (Akkord-)stellen im 3. Satz:

IMG_20260120_115319_661.jpgIMG_20260120_115331_572.jpgIMG_20260120_115349_084.jpgIMG_20260120_115412_734.jpg

Ich kriege die Stellen nicht ganz im Tempo hin, wie ich es gerne hätte und es in den Noten geschrieben steht (Bild 1. 116, 2. 120, 3. 126, 4. 100).
Ich glaube, dass es daran liegt, dass ich nach großen Griffen nicht schnell genug entspannen und die neue Position einnehmen kann. Aber auch einfache Akkordrepetitionen der 2. und 3. Stelle (li. Hand) gehen nicht ganz im gefordeten Tempo.

Es ist alles nicht weltbewegend und der Aufführungstermin ist auch erst im Mai, aber ich wollte trotzdem gerne Tipps haben, die mir vielleicht helfen, dass doch noch etwas schneller und lockerer hinzukriegen.

Hier mal eine Aufnahme der 1. Stelle, die ich leider momentan erst mit Tempo 104 hinbekomme:


LG, Joh
 
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was spricht gegen 5431
So ziemlich alles. Stabilität in der Hand, der folgende Akkord etc.

Was schnelles Akkordspiel angeht: Mir hilft dabei die Vorstellung von Schwere in den letzten zwei Fingergliedern bei einem gleichzeitig schwerelosen Handgelenk. So, als würde sich das ganze Gewicht der Hand in den Fingerspitzen konzentrieren. Ein etwas höherer Ellbogen als „normal“ schadet auch nicht.
 
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Rachmaninov hat manchmal gemein schnelle Akkorde hintereinander, kommt auch in manchen Etüden oder Préludes vor. Ob er das alles genau so gespielt hat? Möglicherweise nicht. Aber man kann halt nur eine Version notieren. Was mir hilft:
  • Linear denken, also nicht von Akkord zu Akkord, sondern im Motiv / Phrase / Linie / Richtung, zu einem Ziel hin. Das schafft sofort höhere Geschwindigkeit. Prüfe dabei unbedingt beide Hände, evtl ist eine unterbelichtet in deiner Aufmerksamkeit.
  • In langsamem Tempo genauestens die Bewegungschoreographie vertehen, ggf. planen. Wie kommst du von einem Griff zum nächsten? Was verändert sich - Fingersatz / Griff, Drehung der Hand, Kippen der Hand, Bewegung dorthin mit dem Arm etc. - so genau wie möglich, so geschmeidig, nah, anstrengungslos wie möglich.
  • Kluge Agogik. Bloß nicht metronomisch denken oder gar spielen. Egal in welchem Tempo (!!), die Musik darf und soll immer Atmen und Struktur aufweisen. Das gilt auch für die virtuosesten, scheinbar durchlaufenden Etüden oder Passagen, egal ob Skalen, Akkorde oder sonstige schnelle Ideen.
  • @rolf hat mal vor Jahren die Idee eines Kranken [edit: natürlich Kraken...] ohne Knochen ins Spiel gebracht, der sich geschmeidig und weich in die Tasten legt. Das Bild finde ich bei unbequemen oder weitgriffigen Akkorden manchmal sehr nützlich.
 
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  • @rolf hat mal vor Jahren die Idee eines Kranken ohne Knochen ins Spiel gebracht, der sich geschmeidig und weich in die Tasten legt. Das Bild finde ich bei unbequemen oder weitgriffigen Akkorden manchmal sehr nützlich.

Zum Thema Stilblüte: War es nicht eine Krake? :denken:
 
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  • #10
Genau das ist der Punkt. Keine Möglichkeit, sich auf merkwürdige Weise zu verbiegen - der kann nicht anders, als sich anzuschmiegen und den kürzesten Weg zu gehen.
Das ist schön fast gereimt. Für das "gehen" fehlt noch die Reimung. :-)
 
  • #11
Lieber Joh,

wie schön, von dir zu hören! :002: Ich starte mal einen Versuch und hätte dazu gern dein Feedback. Live ist es natürlich immer viel einfacher, zu hören und zu sehen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Bei der Aufnahme hören sich die entsprechenden Akkorde etwas schwergängig an, als würde dort die Bewegung gebremst/gehemmt. Die rechte Hand sehe ich leider nicht gut.

Erst mal eine Frage: Ich nehme an, dass du beim ersten Beispiel auch rechts einzeln nicht schneller als Tempo 104 spielen kannst?

Grundsätzlich ist bei Akkordrepetitionen/schnellen Akkorden immer wichtig, sie und den nachfolgenden Akkord (in diesem Fall die Viertel) in eine Bewegung zu nehmen. Oft in einer Armbewegung nach vorne, als würde man mit dem Arm/Handgelenk eine Treppe hochgehen.

Ich habe beim ersten Notenbeispiel Pfeile über den Noten gesehen. Sind das Symbole für Armbewegungen? Falls ja, dann sehe ich die Choreographie der ersten Akkorde in Achteln mit der folgenden Viertel (Takt 2 auf 2/3 der entsprechenden Zeile) als nicht sinnvoll an - wenn ich das überhaupt richtig interpretiere. Bewegst du bei der Viertel den Arm in eine leicht andere Richtung als bei den Achteln davor?

Ich meine, dass die beiden Achtel plus die nächste Viertel eine Einheit bilden und in eine Bewegung/Bewegungsrichtung gefasst werden sollten. Wenn man das von hinten übt, bekäme bei mir die Viertel einen Armimpuls nach vorn, dabei geht das Handgelenk etwas nach oben. Da kann man auch gut kurz entspannen. Die beiden Auftakte davor werden in diesen Armimpuls integriert, d.h. die Bewegungsrichtung ist insgesamt eine "Arm-nach-vorne-Bewegung".

Vielleicht bedeuten die Pfeile aber etwas ganz anderes. :003:

Falls ich richtig liege:

Ich weiß nicht, wie du das bisher geübt hast. Beginnen würde ich mit der Oberstimme. Bekommst du die schneller als Tempo 104 hin? Ich denke ja. Mit der richtigen Bewegungschoreographie (s.o.) könnte man dann die besagten Akkordachtel plus die nächste Viertel (Akkord) so schnell wie möglich spielen, dann eine längere Pause machen/entspannen, dann die nächste Gruppe ebenso spielen. Immer mal wieder zur Oberstimme zurückgehen und von dem "Richtigen" das Gefühl für die Akkorde mitnehmen.

Also beim Üben eher viele (Entspannungs-)Pausen machen, die da natürlich nicht stehen, aber die kleinen Motive so schnell wie möglich spielen. Hast du das schon gemacht?

Beim dritten Notenbeispiel (Presto) ist es ähnlich: Die repetierten Achtelakkorde als Auftakte und eine Einheit mit der nächsten Viertel denken und einen entsprechenden Bewegungsimpuls wählen. Ich persönlich würde dort den Fingersatz 125 links nehmen, nicht 135. Mit einer kleinen Hand ist man schneller und bei mir zumindest ist bei 135 mehr Spannung in der Hand als bei 125.

Du siehst, viele Vermutungen. Mal sehen, was du sagst. Toll, dass du dieses wunderbare Konzert mit Orchester spielst.

Liebe Grüße

chiarina
 
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