Piano Rätia: Neustart des Schweizer Klavierbaus in Davos

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ibex

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Habe gerade in einem Zeitungsartikel der Südostschweiz gelesen, dass in der Schweiz wieder Klaviere hergestellt werden. Es handelt sich dabei um die Firma Piano Rätia in Davos im Kanton Graubünden.

Bisher wurde ein Modell mit dem Namen Rätia 132 hergestellt. Die Klaviatur besteht aus 92 statt der üblichen 88 Tasten und alles was in Graubünden hergestellt werden kann wird genutzt. Das Fichten- und Bergahornholz stammt von der Firma Florinett aus Bergün, das Tiefencastler Unternehmen CNC Holz führt die Fräsarbeiten aus und die Eckold AG aus Trimmis stellt die spezifischen Metallteile her. Die Holzfertigung liegt in den Händen der Künzli Holz AG. Inhaber der Firma Piano Rätia sind die beiden Klavierbauer und -stimmer Florian Kamnik und Janos Horvath. Jährlich können bis zu zwölf der handgefertigten Klaviere hergestellt werden, wobei die Kapazität ausgebaut werden könnte.

Durch die Herstellung in der Schweiz und die Verwendung von fast ausschliesslich Schweizer Materialien, ist der Preis auch dementsprechend hoch. Ein Rätia 132, dessen Gehäusedesign nach Kundenwunsch gefertigt wird, ist ab 43'000 Franken (ca. 39'000 Euro) zu haben.

Hier noch der Link zur Website: http://www.pianoraetia.ch/
Leider gibt es auf der Website noch keine Informationen zum Klavier.
Ich wünsche den Herren auf jeden Fall viel Glück, auch wenn es nicht einfach werden wird.

LG
ibex
 
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koelnklavier

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Ich wünsche den Herren auf jeden Fall viel Glück, auch wenn es nicht einfach werden wird.
Ich habe Florian Kamnik (einen der Gründer/Inhaber von Rätia Piano) vor etlichen Jahren kennengelernt, als ich einen Borgato-Flügel antesten durfte. Ich war von seiner fachlichen Kompetenz und seinem Engagement und Einfallsreichtum sehr angetan. (Vielleicht auch als kleiner Hinweis, daß es auf dieser Erde noch andere kompetente Klavierbauer und -techniker gibt.) Schade nur, daß Davos am A... der Welt liegt.
 
W

Wespennest 100

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Ein Klavier (kein Flügel) für 39.000 Euro? In der Tat,- das stelle ich mit schwierig vor. Da muss es wohl etwas ganz Besonderes sein..................
 
S

Sonatina

Guest
Interessant. Nach dem Davoser Schlitten Revival nun noch ein Klavierbau Revival. Die Davoser trauen sich. Super!

Mit einem 43'000 Franken Klavier auf dem Markt Fuss zu fassen dürfte allerdings sehr, sehr schwierig werden. Hoffentlich gelingt's. Ich drück den beiden die Daumen.

@ibex: Kommst du aus dieser Gegend?
 
Bassplayer

Bassplayer

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Da sehe ich ohne Modelle im unteren bis mittleren Bereich leider schwarz, betriebswirtschaftlich und aufgrund Premium-Konkurrenz. Aber hoffentlich liege ich falsch und vllt. kommen ja weitere Modelle.
 
I

ibex

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Ich habe Florian Kamnik (einen der Gründer/Inhaber von Rätia Piano) vor etlichen Jahren kennengelernt, als ich einen Borgato-Flügel antesten durfte. Ich war von seiner fachlichen Kompetenz und seinem Engagement und Einfallsreichtum sehr angetan. (Vielleicht auch als kleiner Hinweis, daß es auf dieser Erde noch andere kompetente Klavierbauer und -techniker gibt.) Schade nur, daß Davos am A... der Welt liegt.
Danke koelnklavier für deine Einschätzung zu Florian Kamnik, denn er und Janos Horvath werden sich künftig um mein Klavier (stimmen, usw.) kümmern, da ich auch am A.... der Welt wohne. :-D Florian Kamnik hat mein Klavier schon einmal gestimmt und ich war sehr zufrieden damit, allerdings spielte ich da erst seit zwei Monaten Klavier und mehr fehlte und fehlt auch heute nach einem Jahr noch die Erfahrung um Profis beurteilen zu können. Jedenfalls war er mir sehr sympathisch und er schien wirklich viel von Klavieren zu verstehen. Auf jeden Fall bin ich dir für deine Erfahrung zu Florian Kamnik wirklich dankbar.

Tja, wie man es nimmt, in Graubünden ist auf Grund der Bergstrassen fast alles relativ weit von einander entfernt. Ich brauche mit dem Auto etwa eineinhalb Stunden nach Davos. Allerdings liebe ich es die schönen kurvigen Bergstrassen zu fahren, deshalb ist das nicht so schlimm. :-) Ich empfehle jedem, der gerne kurvige Bergstrassen fährt mal einen Abstecher in den Kanton Graubünden zu machen. :super:


@all Ihr habt natürlich recht, dass der Preis für so ein Klavier schon sehr hoch ist. Dafür muss man schon fast ein Patriot sein ;-), oder sich total in den Klang des Instruments verlieben. Herr Horvath meint dazu: "Wir bauen nicht billig, wir bauen nicht schnell, wir bauen gut. Swissness ist auch bei Instrumenten gefragt. Es ist zwar erdrückend, was uns aus China oder Japan um die Ohren gehauen wird, aber ein gutes Instrument aus der Schweiz, aus Graubünden, hat eine andere Wertigkeit."
Ich denke in etwa zwei Monaten wird einer der Herren Kamnik oder Horvath mein Klavier stimmen, dann werde ich ihn nochmals etwas zum Klavierbau ausquetschen und auch fragen, ob weitere (evtl. günstigere) Modelle oder vielleicht sogar ein Flügel in Planung sind. Falls ich mehr weiss werde ich es euch Wissen lassen.

LG
ibex
 
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koelnklavier

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Etwas trostloseres als Davos im April, wenn kein Schnee mehr liegt, kann man sich kaum vorstellen. Und das "beste" Hotel am Platz (wo beim alljährlichen Politikerschaulaufen auch der amerikanische Präsident absteigt): ein heruntergekommener Kasten (irgendeine amerikanische Hotelkette), Lausiges Frühstück, versiffte Teppichböden, niedrige Decken, aber überall Messingtürbeschläge ... - Von Zauberberg-Atmopshäre habe ich jedenfalls in Davos nichts gespürt (aber der Borgato war immerhin ein bemerkenswertes Instrument).
 
S

Sonatina

Guest
April (bzw. ab Wintersaisonende und Mai in den Bergen gilt es tunlichst zu vermeiden. Das ist einfach nur grauenhaft.

Tja, wie man es nimmt, in Graubünden ist auf Grund der Bergstrassen fast alles relativ weit von einander entfernt. Ich brauche mit dem Auto etwa eineinhalb Stunden nach Davos. Allerdings liebe ich es die schönen kurvigen Bergstrassen zu fahren, deshalb ist das nicht so schlimm. :-) Ich empfehle jedem, der gerne kurvige Bergstrassen fährt mal einen Abstecher in den Kanton Graubünden zu machen. :super:
ibex
Kostproben der Bündner Bergstrassen hatte ich schon viele - habe selber mal 2 Jahre im Oberengadin gewohnt. Und heute sass ich gute 4 Stunden im Auto, um meine kranke :krank:Tochter im Bündner Skiort abzuholen :-(.
 

I

ibex

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April (bzw. ab Wintersaisonende und Mai in den Bergen gilt es tunlichst zu vermeiden. Das ist einfach nur grauenhaft.
Kommt drauf an was man macht. Mit dem Quad in die Berge und auf den Schneeresten rumfahren macht auch Spass. Aber ansonsten hast du natürlich recht, April ist nicht gerade der schönste Monat in den Bergen.

Und heute sass ich gute 4 Stunden im Auto, um meine kranke :krank:Tochter im Bündner Skiort abzuholen :-(.
Oje, dann wünsche ich ihr gute Besserung und eine baldige Genesung.

Geht es dann runter bis zum Subkonra F oder hoch zum 5 gestrichenen F? Bei letzteren wären wir an der Ultraschallgrenze.
LG
Alb
Runter bis zum Subkontra F.
 
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Petz

Petz

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Da sehe ich ohne Modelle im unteren bis mittleren Bereich leider schwarz.
Nicht unbedingt wenn man beispielsweise an Pfeiffer denkt und in dem Fall verdienen die ihr täglich Brot mit anderen Markenistrumenten und Dienstleistungen; ich würd das eher als ein zum Beruf gemachtes Hobby einstufen wo die Rechnung mit jenen Kunden aufgehen könnte die zwar genügend Geld aber keinen Platz für einen Flügel haben oder aber schlicht ein Unikatsinstrument wünschen das nur in ganz geringen Stückzahlen existiert.
 
Bassplayer

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Nicht unbedingt wenn man beispielsweise an Pfeiffer denkt und in dem Fall verdienen die ihr täglich Brot mit anderen Markenistrumenten und Dienstleistungen; ich würd das eher als ein zum Beruf gemachtes Hobby einstufen wo die Rechnung mit jenen Kunden aufgehen könnte die zwar genügend Geld aber keinen Platz für einen Flügel haben oder aber schlicht ein Unikatsinstrument wünschen das nur in ganz geringen Stückzahlen existiert.
Pfeiffer hat Klaviere für 13.300 Euro, das ist etwa ein Drittel von den oben genannten 39.000 und bestätigt meine Aussage.
 
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ibex

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Ich habe einige Neuigkeiten zu berichten. Leider bin ich damit etwas spät dran, denn Florian war schon im Mai bei mir und ich habe ganz vergessen den Artikel hier zu erweitern.

Die Mechaniken von den Piano Rätia Klavieren sind von Renner. Zunächst wurden auch die Hammerköpfe von Renner verbaut, allerdings entsprach der Klang des Klaviers damit nicht ganz den Vorstellungen von Florian und seinem Kollegen Janos. Deshalb entschieden sie sich schlussendlich für die Hammerköpfe von Abel.

Des Weiteren weiss ich von Florian, dass ein Klavier schon verkauft worden ist, dass sie auch schon an der Planung eines Flügel dran sind und soviel ich noch weiss auch ein etwas kleineres Klavier gebaut werden soll. Übrigens soll der Flügel nicht wesentlich teurer werden wie das Klavier. Ich glaube mich zu erinnern, dass er etwas von ca. CHF 5000.- teurer sagte (also etwa 48'000 Franken = ca. 44'000 Euro).
Es hat mich etwas erstaunt, dass der Flügel nur so geringfügig teurer werden soll. Er erklärte mir aber, dass die Planung und Konstruktion von einem Flügel nicht wesentlich aufwändiger ist, als die eines grossen Klaviers.

Zum Schluss erinnere ich mich noch, dass sie, ich glaube mit einem Händler in China am verhandeln sind, da einige sehr interessiert an ihren Klavieren sind. Und keine Angst, nicht um dort auch nur ein einziges Teil produzieren zu lassen, sondern lediglich um Klaviere und in Zukunft vielleicht auch Flügel dorthin zu verkaufen.

Von den beiden Herren Florian Kamnik und Janos Horvath kenne ich bisher leider nur Florian persönlich. Über ihn kann ich aber sagen, dass er ein sehr freundlicher und sympathischer Mensch ist, bei dem man die Liebe zu Klavieren und deren Musik förmlich spürt. Er war bisher zweimal zum Stimmen bei mir und ich bin sehr zufrieden. Deshalb hoffe ich ganz besonders, dass sie mit ihren Klavieren und vielleicht in Zukunft auch Flügeln viel Glück haben werden.

Gruss
ibex
 
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FünfTon

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Übrigens soll der Flügel nicht wesentlich teurer werden wie das Klavier. Ich glaube mich zu erinnern, dass er etwas von ca. CHF 5000.- teurer sagte.
Es hat mich etwas erstaunt, dass der Flügel nur so geringfügig teurer werden soll. Er erklärte mir aber, dass die Planung und Konstruktion von einem Flügel nicht wesentlich aufwändiger ist, als die eines grossen Klaviers.
5000 für einen neuen Flügel? Das ist sportlich! :-D
 
Shigeru

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