Orgelweihe Ulm-Wiblingen

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MartinH
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Das muss schon verwundern. Andere Zeiten hin oder her - Heribert Halbe (der sich nie als Orgelvirtuose gesehen hat, eher als treuer Arbeiter) war Jahrzehnte(!) dort, damals zu seinem Dienstende gab es auch durchaus viele Bewerber und Vorstellungen, iirc. Danach eher kürzere Gastspiele - und dann natürlich die Kantorin, die eine schlimme Krankheit dahin raffte (wäre sicher noch viel länger geblieben), dann wieder eher kurz.
Wird mittlerweile vielleicht mit den Füßen abgestimmt ggü. gestiegenen/geänderten Ansprüchen? Die örtliche Kaderschmiede (Rottenburg) hat durchaus noch genug und überproportional viele Studierende, die ja meist auch im Ländle bleiben. Dazu eine Klein- oder Mittelstadt, in der man als Kantor:in durchaus Stadtgespräch (im positiven Sinne) ist, eine farbige Orgel, interessanter als so mancher Neubau imho etc...
Man muss definitiv Sorge haben, wie das weitergehen soll.
Nachtrag: für möglich halte ich es allerdings auch, dass der Gemeindeleitung manche Leute einfach nicht gepasst haben: vermutet zu wenig Gemeindearbeiter, -aufbauer etc. "Zu schlechtes Orgelspiel" wird demgegenüber wirklich nie eine Rolle spielen.
 
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Pedall
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Wenn man die Fakten und Zahlen kennt, wundert man sich nicht.

Es werden dort halt derzeit mehr Stellen frei (z. T. auch neu geschaffen), als die Kaderschmiede Nachwuchs produzieren kann. Die Kirchengemeinden bewerben sich eher bei den Hochschulabsolventen als umgekehrt.

Halbe Stellen in Musikhochschulnähe (mit denen man das Masterstudium finanzieren kann) lassen sich oft leichter besetzen als volle Stellen in der Provinz.
 
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MartinH
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Hier die Meldung zum nicht zustande gekommenen Mega-Zuschuss des Bundes, wäre zum damaligen Planungsstand die satte Hälfte gewesen: sehr interessant, hier noch von "nur" 850k zu lesen. Ob die Leute überhaupt einen Begriff von dem vielen Geld haben? "Arme Kirche" im Jahr 2021 nach Christi...
Da dachte man, wohl, wenn das Geld nur so sprudelt, kann man noch ordentlich drauflegen. Was sind schon 500k?
Heißt das dann, vorher war die Planung mangelhaft oder "bescheiden" oder eher "man nutzt bis zum Anschlag aus, was geht"? Ich finde es übrigens direkt dreist, ein Denkmalschutz-Förderprogramm dafür in Anspruch zu nehmen wollen (Orgeln sind da als Sonderfall wohl auch nur deswegen drin, auch weil sie halt "unbeweglich" sind) und sich dann zu beklagen, wenn es nicht funktioniert. Das Ding, nichts anderes als ein Neubau (dass es die erste ist, ist sicher nicht das Bier des Steuerzahlers), steht in einem denkmalgeschützten Gebäude, das ist alles.
Gedacht für Notfälle, wenn sonst Abgängigkeit/Zerstörung droht, sicher nicht für eine reiche Kirche eines reichen Bundeslandes (die selbst kaum was springen lässt, plus Weihe und salbungsvolle Worte selbstverständlich).
So einem Antrag muss ja eine Stellungnahme des Denkmalamts (inwieweit sind die da überhaupt fachlich kompetent?) beigefügt werden, wäre interessant, was da drinstand, war ja wohl positiv. Und was der Orgelsachverständige so tat und wollte.
Aber solche hingedrehten Argumentationen findet man sicher häufiger. Da werden damit komplette Rekonstruktionen (oder die Änderung/Zerstörung eines Zustands, der auch schon mit diesen Mitteln gefördert wurde) gefördert. Hauptsache, die Orgelbauer werden dauergesponsert. Unmöglich.
 
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exe
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Gibts irgend eine Info, warum sich der Bau derart verteuert hat? von 850 000 auf 1,3 Mio ist ja schon beachtlich
 
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Nachtmusikerin
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Hatten wir nicht letzthin mal die Diskussion darüber, dass es sich nicht lohnt, Orgel zu studieren? Also gibt es wohl doch Stellen. 🤔
Nachtrag: Martin hat ja schon was zu den Gründen geschrieben.
LG,
NaMu
 
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MartinH
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Gibts irgend eine Info, warum sich der Bau derart verteuert hat? von 850 000 auf 1,3 Mio ist ja schon beachtlich
Nicht allzu schwer, schätzen, voranschlagen und dann endbepreisen:
Mit dem Entwurf hat Winterhalter auch einen Kostenvoranschlag geliefert: Das Instrument soll 1,017 Millionen Euro kosten. Die erste Schätzung hatte bei 850 000 Euro gelegen. Dass die Wiblinger nun mehr Geld aufbringen müssen, nehmen sie hin.

Der Rest sind Rundungsfehler oder Dollarkurs. Der gemeine Gläubige(r) und Sponsor schluckt's und zahlt. Beurteilen kann er es eh nicht.
Nachtrag: wobei ja noch nicht mal die endgültige Größe zu diesem schon späten Zeitpunkt klar war. Wie da wohl die Ausschreibung ausgesehen hatte?
 
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exe
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Nicht allzu schwer, schätzen, voranschlagen und dann endbepreisen:


Der Rest sind Rundungsfehler oder Dollarkurs. Der gemeine Gläubige(r) und Sponsor schluckt's und zahlt. Beurteilen kann er es eh nicht.
Nachtrag: wobei ja noch nicht mal die endgültige Größe zu diesem schon späten Zeitpunkt klar war. Wie da wohl die Ausschreibung ausgesehen hatte?
das habe ich auch gesehen; 43 oder 48 Register sind ein Unterschied, geworden sind es jetzt 54; allerdings im Pedal fast nur Transmissionen/Extensionen. Das kommt ja günstiger.
 
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MartinH
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Ich sehe da (Patenschaftstabelle) aber nur 3 Extensionen, keine Transmissionen.
Immerhin hat man schon einen Gutteil des Geldes zusammen, wovon man in Bad Godesberg 2 Jahre nach dem Bau noch weit entfernt ist (woanders dürfte man nun gerade mal ausschreiben). Wird ordentlich Zinsen kosten. Muss mal suchen, was die verstoßene Ott so macht...
Hier wie dort: mit der heutigen Orgelwelt haben sich die Kirchen eine schwere finanzielle Bürde auferlegt. Wie schön, dass das alles Unbeteiligte übernehmen und man die Musik selbst meist für einen Dumpingpreis bekommt.
 
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exe
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hier:
 
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MartinH
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Tatsächlich, bis dahin war ich nicht vorgedrungen. Winterhalter gibt das auf seiner HP auch nicht an.
Wird dann doppelt kassiert bei den Patenschaften? Auch nicht so toll. Absolutes Sparpedal, eigentlich kaum zu glauben, leider im Trend. Naja, der Fußpedal-Kamera ist's egal. Also so 46 Register, macht einen Registerpreis von knapp 30k. Da bleibt einem die Spucke weg. Werde es demnächst korrigieren auf der Wikipedia.
Edit: nicht zu vergessen, dass WH die Metallpfeifen alle einkauft (im Gegensatz zu Ahrend).
 
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