Orgelweihe Ulm-Wiblingen

  • Ersteller des Themas MartinH
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Mich stört, dass man (=Kirche) so Verantwortung für angeblich Essentielles regelmäßig wie selbstverständlich an Aussenstehende, manchmal absolut Kirchenferne abgibt.

Was wäre die Alternative? Orgelsachverständige in der Kirchenverwaltung? Aber die wollen auch bezahlt werden.

Dass Organisationen Kompetenz abgeben ist ja eigentlich vollkommen normal. Keine Organisitation hat Expertise für alles.

Und zu oft bzw. fast immer ist auch Steuergeld im Spiel - auch hier las ich, dass man 400.000 EUR (!!) schon ziemlich sicher erwartete. Mit welcher Begründung eigentlich?

Das allerdings frage ich mich auch. Aber Kirchen, Kirchenfinanzierung, Steuervorteile und Co. sind nochmal ein ganz anderes Fass, was man aufmachen könnte.

Wie schon erwähnt: Ich bezahle mit meinen Steuergeldern ja auch Bischöfe. Kommt auch von dieser Verpflichtung von 1803 her. Wir zahlen den Kirchen ein paar hundert Millionen aus dem Steuersäckel (AFAIK waren das 2020 0.57G€).

Aber wir sind jetzt schon ein Stückchen weit Weg von einem singulären Ereignis (besagte Orgelweihe, für mich als protestantisch Sozialisierter sowieso sehr befremdlich).

Grüße
Häretiker
 
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MartinH
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Was wäre die Alternative? Orgelsachverständige in der Kirchenverwaltung? Aber die wollen auch bezahlt werden.
Ich meinte mit "Verantwortung für angeblich Essentielles" (laut sattsam bekannter Sprüche über den Wert der Kirchenmusik/Orgel der üblichen Würdeträger), dass dazu dann auch gehört, das ganze zu einem Großteil oder überhaupt Bruchteil auch selbst finanzieren zu wollen und können (Mittel der Diözese/Landeskirche/Kirchenbezirk), anstatt alles regelmäßig und selbstverständlich über Betteltouren zu managen. Eine Notwendigkeit prinzipiell und die Größe der Ausführung sind ja eben nicht immer so klar , wie das gerne tendenziös kommuniziert wird, und dann hat man bezüglich korrekter Informatioenn gerade ggü. Außenstehenden, die in Summe enorm viel Geld dalassen, eine erhöhte Pflicht.
Orgelsachverständige (der LK/des Bistums) sind ja immer dabei. Da die aber nur intern ggü. dem Kirchenvorstand berichten, bleibt da nach aussen vieles vage. Ich habe zB so das Gefühl, dass die Sprachregelung zur Ulmer Chororgel auch tendenziös ist, es bleibt vieles fraglich (was sollte für wieviel saniert - bzw. eher geändert(!) werden und wer hat das warum "abgelehnt"). Keine Ahnung, warum diese Gutachten immer geheim bleiben müssen. Im Fall der Ulmer Chororgel wollte man mir beim Denkmalamt noch nichttmal sagen, ob das Gehäuse unter Denkmalschutz stand, wann er warum aufgehoben wurde, etc. Transparenz sieht anders aus. Aber den Denkmalschutz bezüglich Kirchen und ihren Extrawürsten kann man sowieso schlicht vergessen, das zeigen zu viele Beispiele. (Ganz wichtig: im Ulmer Münster musste die wunderschöne, schützenswerte Betonstrebe für die Chororgel erhalten bleiben...)
 
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MartinH
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:idee:interessant finde ich die neue Kegelladenorgel in Karlsruhe.
Allerdings wären die Registerzüge auf der linken Seite besser aufgehoben, zumal die
Registertraktur pneumatisch angelegt ist...
Und die Pedaltraktur... :/
Physharmonika, hier das Vorbild (Aufnahme von mir (aber nicht von mir gespielt), gefährliche Kirche, man kämpft mit stehenden Wellen bei der eh sehr bassstarken Orgel):
Ich selbst bin nur begrenzter Fan davon, auch daran hört man sich irgendwie satt....
 
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MartinH
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Falls das ernst gemeint ist, nein danke, mir ist die (ja, oft maßlose imho, in allen Größenklassen) Orgelwelt dermaßen unsympathisch geworden (beruht sicher auf Gegenseitigkeit), dass ich mich da nirgends einbringen mag, ganz abgesehen davon, dass meine Stimme da sicher nicht zählt.
Außer, ich wäre mal für eine kleine Orgel selbst verantwortlich, da würde ich mich natürlich gut drum kümmern.
 
altermann
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Falls das ernst gemeint ist, nein danke, mir ist die (ja, oft maßlose imho, in allen Größenklassen) Orgelwelt dermaßen unsympathisch geworden (beruht sicher auf Gegenseitigkeit), dass ich mich da nirgends einbringen mag, ganz abgesehen davon, dass meine Stimme da sicher nicht zählt.
Außer, ich wäre mal für eine kleine Orgel selbst verantwortlich, da würde ich mich natürlich gut drum kümmern.
Wie klein muss eine Orgel sein, damit du Großer dich um die Pumpe kümmerst? :konfus:
 

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MartinH
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Du bist ja lustig, wie kommst Du auf die Idee, dass ich Beziehungen hätte, einen neuen Standort für eine Orgel zu finden. Dafür gibt's doch die Vetterleswirtschaften.
Ich bin hier nur fürs Schimpfen zuständig, danach geht's mir besser und mancher kann sich aufregen - winwin.
Im Ernst: ich sehe überhaupt nicht mehr ein, für die Kirche unbezahlt irgend einen Finger zu rühren, die Zeit der Geschenke (Gegenwert: viele Tausend EUR, begann schon im Jugendalter, abgesehen von viel nicht anerkannter Arbeit) ist definitiv vorbei. Als Kneifen sehe ich das nicht.
Sollen die Leute, die dafür bezahlt werden schauen, wie sie den Karren aus dem Dreck bekommen. Aber vielleicht steckt er ja gar nicht drin und ich bin nur ein verwirrter Schimpfer, dann ist ja alles gut...
Erfolg ist ja da, wo viel Geld ist/bewegt wird und schöne Reden ertönen....
 
Dorforganistin
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Ah, jetzt wird mir so mancher Beitrag klarer.

Ich habe wenig Lust, mich über Dinge aufzuregen, die ich nicht ändern kann. Was ich ändern kann, packe ich allerdings an und fahre damit recht gut.
Und dazu gehört es durchaus auch mal, mit einem Thema abzuschließen und es wohlwollend oder zumindest neutral zu betrachten, anstatt negative Energie reinzustecken und die schlechte Laune vor mir herzutragen.

Dass sowas nicht jedem liegt, keine Frage.

Ob jemand mit großem Geldbeutel nun für einen Orgelneubau spendet oder für eine silberne Altarschale oder ein Parament oder für den Umbau des Gemeindehauses, darüber muss man meiner Meinung nach nicht diskutieren. Die Leute können ihr Geld geben, wofür sie wollen.
 
Dorforganistin
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So bunt, wie die Orgelwelt ist, und so schräg, wie manche Vögel sind, wirkt sie auf Außenstehende vielleicht auch eher wie eine Art Zoo. :party:
 
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MartinH
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Ich habe dagegen durchaus das Bedürfnis, auch Dinge anzusprechen, die ich oder man (kurz-mittelfristig, vielleicht auch nie) nicht ändern kann. Vor allem, wenn sie mein Gerechtigkeitsempfinden beleidigen. Da gehört im Bereich der Kirchenmusik doch recht viel dazu. Dass man mir dann schlechte Stimmung vorwirft, damit kann ich gut leben.
Ich würde es eher Netzwerke nennen.
Offensichtlich ist dir die Kompetenz daran teilnehmen zu können verloren gegangen.
An diesen Netzwerken will ich eben nicht (mehr) teilnehmen, wie ich schon schrieb, ganz einfach. Selten so ein verlogenes Gehabe erlebt - und da es meist nicht um mich ging, kann ich das schon recht neutral beurteilen. Ob ich konnte oder könnte, wirst Du wohl kaum beurteilen können.
 
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MartinH
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Ah, jetzt wird mir so mancher Beitrag klarer.

Ich habe wenig Lust, mich über Dinge aufzuregen, die ich nicht ändern kann. Was ich ändern kann, packe ich allerdings an und fahre damit recht gut.
Und dazu gehört es durchaus auch mal, mit einem Thema abzuschließen und es wohlwollend oder zumindest neutral zu betrachten, anstatt negative Energie reinzustecken und die schlechte Laune vor mir herzutragen.

Dass sowas nicht jedem liegt, keine Frage.

Ob jemand mit großem Geldbeutel nun für einen Orgelneubau spendet oder für eine silberne Altarschale oder ein Parament oder für den Umbau des Gemeindehauses, darüber muss man meiner Meinung nach nicht diskutieren. Die Leute können ihr Geld geben, wofür sie wollen.
Man kann und darf aber diskutieren. Im übrigen habe ich nicht die (Groß-)Spender und ihre Tat an für sich kritisiert, wenn ich es auch für wünschenswert hielte, das alles nicht bedingungslos zu machen - oder auch eine Stelle zu finanzieren (das mag nicht so prestigeträchtig sein..), sondern die Kirchen selbst, die sich bequem darin eingerichtet haben, dass komplett alles extern/über Spenden finanziert wird. Ich kann mir übrigens auch gut vorstellen, dass dann trotzdem noch gejammert wird, wenn regelmäßige Wartungskosten, Konzerthonorare etc. anfallen. Meines Erachtens verdienen das so manche schlicht nicht, wenn man schaut, was danach so damit gemacht wird (wenn der Herr Professor mit seinem seit 10 Jahren gespielten Einweihungsprogramm wieder abgereist ist), wie der/die Kirchenmusiker:in behandelt wird usw.
 
Dorforganistin
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Ich kann Kritik in Einzelfällen ja nachvollziehen und bin in meinem Umfeld auch niemand, die den Mund hält, wenn ihr etwas nicht passt, sondern die das Gespräch sucht und auch bewegte Diskussionen nicht scheut.

Für generalisierte Mäkeleien und negative Rundumschläge fehlt mir jedoch der Sinn und auch die Zeit. Darauf konkret einzugehen und auf dieser allgemeinen Ebene zu diskutieren, ebenfalls.
 
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MartinH
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Hier die Meldung zum nicht zustande gekommenen Mega-Zuschuss des Bundes, wäre zum damaligen Planungsstand die satte Hälfte gewesen: sehr interessant, hier noch von "nur" 850k zu lesen. Ob die Leute überhaupt einen Begriff von dem vielen Geld haben? "Arme Kirche" im Jahr 2021 nach Christi...
Absolut nachvollziehbar: "Vorhaben von erheblichem Bundesinteresse" - ganz sicher nicht. Kein Neubau... Naja. "Reine Formsache" für einen so hingedrehten Argumentationsversuch - staun.

PS Wie gesagt, erstmal eine vernünftige Stelle einrichten, vorher fände ich 0,0 EUR Zuschüsse angemessen.
 
P
Pedall
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Wie gesagt, erstmal eine vernünftige Stelle einrichten
Für wen?
Im Nachbardekanat sucht man seit über einem Jahr einen Dekanatskirchenmusiker (100%-Stelle) und schreibt die Stelle alle paar Monate neu aus.
Das war die vorletzte Ausschreibung:
Das die letzte:
Die nächste wird wohl bald online sein...
 
 

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