Orgelstandardrepertoire

Digedag

Digedag

Dabei seit
13. Jan. 2012
Beiträge
2.498
Reaktionen
2.346
Hallo,
wisst ihr welche Stücke man als Orgelspieler können muss, also welche zum Standartrepertoire gehören sollten?

Grüße
Digedag
 
Axel

Axel

Dabei seit
13. Feb. 2007
Beiträge
1.201
Reaktionen
605
Da gibt es viel zu viel. Das kannst Du in diesem Leben gar nicht üben.

Bei vielen Komponisten macht es allerdings Sinn, ein Stück zu studieren, als pars pro toto. Wenn Du dann später ein zweites Stück lernen willst, bist Du mit dem Stil schon vertraut.

etwas aus dem Buxheimer Orgelbuch
eine Toccata von Frescobaldi
eine Messe von Frescobaldi
ein Variationszyklus von Sweelink
je ein Werk von Scheidemann, Tunder und Weckmann
eine Toccata von Muffat
eine Variationsreihe von Pachelbel
von Buxtehude eigentlich fast alles
ein Präludium von Bruhns
von Bach fast alles
eine Sonate von Carl Philipp
Mozart...ich weiss nicht, vielleicht 608
die Mendelssohnsonaten
von Franck fast alles
eine Widor Sinfonie, eine von Vierne
Reger in entsprechender Auswahl

Moderne schenke ich mir jetzt mal.
Solche Listen sind immer sehr fragwürdig. Man kann immer argumentieren und fragen, ob nicht Boellmanns fürchterliche Suite gothique abrufbar sein muss, genau wie Widors Toccata oder Viernes Carillon. Daneben gibt es natürlich massenhaft schöne Stücke, die eben auch lohnen.

Grüße
Axel
 
Digedag

Digedag

Dabei seit
13. Jan. 2012
Beiträge
2.498
Reaktionen
2.346
Danke Axel, aber wieso findest du die "Suite Gothique" von Boellmann fürchterlich (abgesehen davon, dass das "Prière à Notre Dame" etwas kitschig ist und die "Toccata" schon so unglaublich oft runtergeleiert ist )?
 
E

exe

Dabei seit
2. Juni 2011
Beiträge
169
Reaktionen
101
Hallo Digedag,

wenn du ein Freund von Übersichten und Listen bist,könntest du dir als erstes ein Kriterium dafür überlegen. Also beispielsweise eine Zusammenstellung von Orgelstücken, die im Gottesdienst brauchbar sind, geordnet nach Kirchenjahr, Anlässen ect.
Axel hat ja vieles aufgezählt. Es sind aber auch viele Stücke dabei, die du als Konzertstück an einer hinreichend großen Orgel spielen kannst, aber für eine normal große Orgel im Gottesdienst sind sie zu lang und ausgedehnt. In manchen Gemeinden ist es ja schon unerwünscht, ein Präludium von Bach als Vorspiel zu bringen und dann noch die Fuge zum Ausgang.Dafür gibt es eine Menge richtig guter zeitgenössischer Gebrauchsmusik, speziell als Ein- und Ausgangsmusik geeignet. Die sollten in deinem Repertoire auch dabei sein.

lg
 
Axel

Axel

Dabei seit
13. Feb. 2007
Beiträge
1.201
Reaktionen
605
Stimmt. Das wäre jetzt eine Liste, an der ich mit Schülern und Studenten arbeiten würde, die technisch weiterkommen wollen und eine breite stilistische Kompetenz erwerben wollen. Daneben gibt es eben Gebrauchsmusik für den Gottesdienst. Weltliteratur ist das allerdings oft nicht. Wie viel man davon gespielt haben muss, hängt von den persönlichen Präferenzen und Zielsetzungen ab. Irgendwann kann man vieles davon dann vom Blatt spielen.

Fehlend ist in der Liste auf jeden Fall eine altfranzösische Suite oder Messe von Couperin, de Grigny, Nivers, Boyvin, Corette o.ä. Den Stil muss man auch beherrschen.

An Boellmann stört mich die dünne musikalische Substanz verbunden mit hohlem Pathos und historischer Ignoranz (ein Menuett ist kein mittelalterlicher Tanz). Ich spiele das sehr selten, solche Musik interessiert mich eigentlich nicht.

Bei so einer allgemeinen Aufstellung ist natürlich immer zu fragen, welche Stücke genau in Frage kommen. Im Prinzip finde ich, dass es wurscht ist, welche Toccata von Frescobaldi man spielt. Die berühmte 9. ist natürlich sehr virtuos, aber auch andere sind sehr schön. Ähnlich bei Sweelinck. "Mein junges Leben hat ein End" ist ein Klassiker und ein wundervolles Stück, aber um ihn kennenzulernen kann man genauso gut "Unter der Linden grüne" spielen.

Und dann gibt es die Showpieces: Bach d-moll, Widor, Gigout h-moll, Dubois G-Dur usw. Das kann bei einer Hochzeit schon mal kommen (immer weniger, es wird nur noch Pop gewünscht), macht Sinn, das irgendwan mal geübt zu haben.

Viele Grüße
Axel
 
 

Top Bottom