Olivier Messiaen: Kompositionstechnik

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Lisztomanie

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Hallo zusammen,

wie hier ja schon gemeinhin bekannt ist bin ich ein glühender Verehrer von Olivier Messiaen. Ich liebe seine Musik, da sie für mich einen der vielversprechendsten Wege der Komposition in der Moderne darstellt: Sie ist tonal und doch nicht historisch redundant, sie ist atonal und doch nicht nihilisitisch, sie ist religiös und doch nicht konservativ oder verkitscht, sie ist weltoffen und doch traditionsbewusst, sie ist konstruktiv und nicht destruktiv, mystisch und doch nicht esoterisch...


Daher möchte ich mich genauer mit seiner Kompositionstechnik auseinandersetzen. Ich weiß natürlich, dass er mit seinen "Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten" gearbeitet hat, die ich auch kenne und deren System ich auch verstanden habe; doch wie hat er jetzt genau aus eine Skala ein Stück gemacht. Ein Stück hat klassischerweise drei Komponenten:

Melodik: Baut natürlich auf der Skala auf

Harmonik: Wie "bilde" ich aus der Skala Akkorde und welche harmonischen Regeln liegen der Musik Messiaens zugrunde?

Rhythmik: Unumkehrbare Rhythmen etc.

Mein Hauptproblem ist im Moment die Harmonik. Man findet ja immer wieder auch Akkordmixturen der Modi Messiaens in der Literatur und im Internet, die dann auch in den Werken Messiaens klar wiederzuerkennen sind. Aber nach welchen Regeln werden diese gebildet. Ich kann doch nicht einfach irgendwelche Töne zu Akkorden zusammenfügen, und die klassische Harmonielehre hilft mir hier auch nicht weiter. Da aber diesen Mixturen eine gewisse Systematik zugrunde zu liegen scheint - da sie in allen Quellen immer identisch sind - frage ich mich, was die systematisch-funktionelle Komponente der Messiaen'schen Akkord- und letztendlich Harmoniebildung wohl sein könnte?

Es wäre ja ziemlich langweilig, immer nur die vorgegebenen Akkordmixturen rauf und runter zu spielen, ohne auch mal den Modus wechseln zu können, mehrere Modi gleichzeitig zu kombinieren oder ganz simpel sich in größeren Schritten als den vom Modus vorgegebenen - also in (harmonischen) Sprüngen (Terzen, Quarten, Quinten, Sexten etc.) zu bewegen.

Gibt es dazu vielleicht ein Buch, dass die Kompositionstechnik Messiaens ausführlich, systematisch und vor allem praxis- und nicht nur analyseorientiert erläutert? Und könnt ihr mir hier vielleicht schon ein wenig weiterhelfen?

Ich habe ein sehr schönes Buch zu Messiaen gefunden - leider nur auf Französisch:

L'œuvre d'orgue d'Olivier Messiaen - Carus 24.118/00

Mag es mir hier jemand übersetzen? :D :D :D

Herzliche Grüße

Euer Lisztomanie
 
LMG

LMG

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Hi Marco, ;)

kannst ja mal hier n Blick draufwerfen, ob da was drinsteht, was für Dich interessant ist:

Ein längerer Text:

Dominik Sedivy Homepage: Modale Kompositionstechnik bei Olivier Messiaen

Ein kürzerer Text:

http://homepage.univie.ac.at/michael.hagleitner/Messiaen.qxd.pdf

und dann könntest Du auch kurz bei

scholar.google.de gucken, und dort folgende drei Suchbegriffe mit Leerzeichen getrennt ins Feld eingeben:

"Messiaen Kompositionstechnik Akkorde" , und dann mal durchgucken, obs was gibt, ob was zitiert wird, obs was zum Saugen gibt oder ob Du die Begriffe verfeinern würdest.

LG, Olli !
 
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Destenay

Destenay

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Hallo zusammen,

wie hier ja schon gemeinhin bekannt ist bin ich ein glühender Verehrer von Olivier Messiaen. Ich liebe seine Musik, da sie für mich einen der vielversprechendsten Wege der Komposition in der Moderne darstellt: Sie ist tonal und doch nicht historisch redundant, sie ist atonal und doch nicht nihilisitisch, sie ist religiös und doch nicht konservativ oder verkitscht, sie ist weltoffen und doch traditionsbewusst, sie ist konstruktiv und nicht destruktiv, mystisch und doch nicht esoterisch...


Daher möchte ich mich genauer mit seiner Kompositionstechnik auseinandersetzen. Ich weiß natürlich, dass er mit seinen "Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten" gearbeitet hat, die ich auch kenne und deren System ich auch verstanden habe; doch wie hat er jetzt genau aus eine Skala ein Stück gemacht. Ein Stück hat klassischerweise drei Komponenten:

Melodik: Baut natürlich auf der Skala auf

Harmonik: Wie "bilde" ich aus der Skala Akkorde und welche harmonischen Regeln liegen der Musik Messiaens zugrunde?

Rhythmik: Unumkehrbare Rhythmen etc.

Mein Hauptproblem ist im Moment die Harmonik. Man findet ja immer wieder auch Akkordmixturen der Modi Messiaens in der Literatur und im Internet, die dann auch in den Werken Messiaens klar wiederzuerkennen sind. Aber nach welchen Regeln werden diese gebildet. Ich kann doch nicht einfach irgendwelche Töne zu Akkorden zusammenfügen, und die klassische Harmonielehre hilft mir hier auch nicht weiter. Da aber diesen Mixturen eine gewisse Systematik zugrunde zu liegen scheint - da sie in allen Quellen immer identisch sind - frage ich mich, was die systematisch-funktionelle Komponente der Messiaen'schen Akkord- und letztendlich Harmoniebildung wohl sein könnte?

Es wäre ja ziemlich langweilig, immer nur die vorgegebenen Akkordmixturen rauf und runter zu spielen, ohne auch mal den Modus wechseln zu können, mehrere Modi gleichzeitig zu kombinieren oder ganz simpel sich in größeren Schritten als den vom Modus vorgegebenen - also in (harmonischen) Sprüngen (Terzen, Quarten, Quinten, Sexten etc.) zu bewegen.

Gibt es dazu vielleicht ein Buch, dass die Kompositionstechnik Messiaens ausführlich, systematisch und vor allem praxis- und nicht nur analyseorientiert erläutert? Und könnt ihr mir hier vielleicht schon ein wenig weiterhelfen?

Ich habe ein sehr schönes Buch zu Messiaen gefunden - leider nur auf Französisch:

L'œuvre d'orgue d'Olivier Messiaen - Carus 24.118/00

Mag es mir hier jemand übersetzen? :D

Herzliche Grüße

Euer Lisztomanie

ich übersetze es dir schon ! es stellt sich aber die Frage, ob ich dir nicht lieber französisch beibringen soll. Bis ich mit der Übersetzung fertig bin, sprichst du mit deinem IQ perfekt französisch :p:D:D
 
 

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