"Obertonkonresonanz" beim E-Piano

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Lisztomanie

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Hallo,

ich habe gerade mit großer Verwunderung festgestellt, dass bei meinem E-Piano (Roland FP-7) beim Halten von Tönen und Anschlagen von Partialtönen derselben der gleiche Effekt auftritt, wie am echten Klavier, also dass die "Saiten" (wie auch immer das funktioniert) mitschwingen - aber nicht, in dem der Ton einfach dazu erklingt, sondern, es klingt wirklich so, als würde die Saite nur durch die Obertöne angeregt. Das hat mich schon sehr verwundert, dass die E-Pianos heutzutage so gut sind...:D

Gibt es das bei Euch auch? Und wie funktioniert das? Haben die das bei jeder Saite extra aufgenommen und das dann bei den Tasten der entsprechenden Partialtöne mit einprogammiert? Das muss doch sehr aufwändig gewesen sein...:D

Herzliche Grüße

Euer Lisztomanie

P.S.: Oder stecken in meine E-Piano versteckte Saiten..:D
 
HoeHue

HoeHue

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Naja, wenn man bedenkt, wie lange schon versucht wird, das Klavier digital zu simulieren, da geht mit der Zeit schon ein enormer Aufwand rein und natürlich werden bisherige Unzulänglichkeiten erkannt und Maßnahmen ergriffen, dies in künftigen Generationen zu verbessern.

Mein Stagepiano kann das noch nicht, ist auch schon ein paar Jahre alt.

Wie man das konkret realisiert weiß ich auch nicht. Ich könnte mir vorstellen, daß man zusätzliche Samples hat, die beim Anschlagen anderer Tasten mit eingespielt werden. Oder man macht's über physical modelling, modelliert also die Seiten als schwingungsfähiges System mit einer gewissen Kopplung untereinander und Dämpfungsparametern, die abhängig von der Position der Tasten und des Pedals sind.

Mich würde mal interessieren, wie genau der Effekt modelliert ist. Wie die Saite des stumm gehaltenen Tons klingt, hängt ja davon ab, was genau dazu gespielt wurde. Also, wenn ich ein großes G stumm halte und ein kleines g kurz anschlage, klingt natürlich das g auf der Saite des G nach. Spiele ich kurz ein f dazu, klingt f'' auf der G-Saite nach.
Weiterhin tritt der Effekt ja nicht nur bei stumm gehaltenen Tasten auf, sondern auch bei lang gehaltenen Tönen. Wenn ich ein C spiele und warte, dann nimmt dessen Lautstärke langsam ab, bis er irgendwann fast stumm wird. Spiele ich mit der rechten Hand irgendeine Melodie darüber, klingt er beliebig lange weiter und wird in seinem Klang in Abhängigkeit von dieser gespielten Melodie eingefärbt.
Was sicher noch kein Digi modelliert: Wenn ich irgendeinen tiefen Akkord stumm halte und dann laut huste, fangen die ungedämpften Saiten an zu klingen.

Grüße.
 
Dreiklang

Dreiklang

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Wie man das konkret realisiert weiß ich auch nicht. Ich könnte mir vorstellen, daß man zusätzliche Samples hat, die beim Anschlagen anderer Tasten mit eingespielt werden.

Oder die vorhandenen Samples werden abgedämpft dazugespielt. Ich habe stand heute nur sehr schlechte Erfahrungen mit sehr vielen Digis im Laden gemacht, auch teureren. Die meisten Digis sind wohl auch heute noch sample-basiert, und das "Mitklingen" der anderen Saiten ist zwar schon sehr oft da, aber nicht mehr als ein dumpfes, undeutliches Tongeräusch. Keinesfalls das feine, leise, und filigrane Singen einer echten, in Resonanz gebrachten Saite.

Oder man macht's über physical modelling, modelliert also die Seiten als schwingungsfähiges System mit einer gewissen Kopplung untereinander und Dämpfungsparametern, die abhängig von der Position der Tasten und des Pedals sind.

Da sieht es schon etwas anders aus. Etwa beim V-Piano, vermutlich auch bei Software PC-Lösungen, die mit physical Modelling arbeiten (vielleicht weiß jemand genaueres? Dann bitte posten), hört man ein deutliches, feines, filigranes, leises Singen.

Wichtig bei solchen Dingen aber ist:

Das ist jetzt kein ausreichender Indikator dafür, daß ein Digi wie ein mechanisches Instrument klingt, und so weiter. Man muß es sich anhören, selber spielen, ausgiebig testen, und so fort, um sich von der Qualität des Gesamtklangs eines Digis ein gutes Bild machen zu können.

Wenn ich irgendeinen tiefen Akkord stumm halte und dann laut huste, fangen die ungedämpften Saiten an zu klingen.

Jupp :) Beim Klavierspielen auch nach Möglichkeit keine Nieseattacke bekommen. Das kommt auch nicht gut :) Und Schluckauf ist auch manchmal hinderlich :D:D
 
 

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