MMM 3: Wie das Schweigen zu uns spricht

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Idoitmyway

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Als ein weiterer MagischerMikroMoment darf wohl die PAUSE in der Musik gelten:
Eben habe ich irgendwo gelesen: "Schweigen ist manchmal der lauteste Schrei"
Nun, so dramatisch muss es ja nicht gleich sein, das Schweigen einer Pause.

Aber wir wissen schon, dass ein guter Komponist viel Botschaft in seine Fermate legt.
Das die Pause vielleicht einer der stärksten Töne in seinem Ton+Mittel-Vorrat ist.
(Mozart Fantasie d-moll KV 397. Man "höre" die irritierende Stille nach dem A in Takt 11)
..................................................................................................................
Frage: Wer möchte einen Aphorismus beisteuern über die Bedeutung des Schweigens?
Frage: Welche "Schweigepause" beeindruckt Dich besonders in einem konkreten Werk?
Frage: Wie analysierst, und übst, und "spielst" Du...Pausen, die Dir sehr wichtig scheinen?
 
rolf

rolf

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Frage: Wie analysierst, und übst, und "spielst" Du...Pausen, die Dir sehr wichtig scheinen?
bei der Analyse der Pause ist relevant, zu erkennen, dass während ihr eigentlich nichts passiert

üben tue ich Pausen im Liegestuhl, wobei ich als Hilfsmittel Latte Macciato und Zigarette (brennend) einsetze

beim spielen der Pausen sind dann leider Liegestuhl, Kippe und Kaffee nicht mit dabei (buhuhu)

;):D:D
 
hasenbein

hasenbein

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In der Pause passiert nicht "nichts", das ist ein auch und gerade für Einsteiger / Amateure wichtiger Punkt, sondern der Nachklang des davor Gespielten wirkt, sowohl als tatsächlich zu hörender Nachklang als auch als "unhörbarer Nachklang" im Geist.

Das Konzept "Pause ist einfach nix" führt zu abgehacktem, buchstabiert klingenden Spiel.

LG,
Hasenbein
 
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Idoitmyway

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sorry, ich habe diesen Faden versehentlich doppelt gepostet.
Gibt es eine helfende Hand, die meine 2 Dolly-Klone zusammen führt?
 
DonBos

DonBos

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Frage: Welche "Schweigepause" beeindruckt Dich besonders in einem konkreten Werk?
Es ist leider kein Klavierwerk - aber eine der beeindruckendsten Pausen ist für mich die Generalpause inmitten des "Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden" aus der Matthäuspassion von Bach. In dieser Pause befindet man sich quasi mitten im Auge des Wirbelsturms. Die Anspannung, die in dieser Pause liegt, ist unbeschreiblich (zumindest in manchen Interpretationen).
Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden? - Bach - YouTube - hier ist die Pause bei etwa 0:34.

Zitat von Idoitmyway:
Frage: Wie analysierst, und übst, und "spielst" Du...Pausen, die Dir sehr wichtig scheinen?
Ich betrachte die Pausen ebenso wie einen anderen "normalen" Ton - das heißt: In welchem Kontext steht die Pause im Vergleich mit den Tönen davor und danach. Wie verläuft der musikalische Spannungsbogen rund um die Pause. Das beeinflusst dann unmittelbar Dinge wie die Artikulation und Dynamik der Töne vor und nach der Pause, sowie die Gesamtagogik rund um die Pause herum (schwer zu beschreiben, was ich meine).

Wichtig ist für mich aber vor allem eines: Nur weil eine Pause auf den ersten Blick wie "nichts" wirkt, sollte das keinesfalls dazu verleiten, sie kürzer zu "spielen" als notiert, wozu viele Leute gerne neigen. Denn unachtsam verkürzte Pausen zerstören die gesamte Rhythmik des Stücks...
 
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