Meisterwerke der Klaviermusik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Noch eine Empfehlung: der amerikanische Komponist Robert Muczinsky
 
Ich wollte einfach mal Danke sagen für den außerordentlich interessanten Faden und die vielen Beispiele, die ihr hier verlinkt. Eine wunderbare Möglichkeit sich auf diese Werke einzulassen. Ligetis Musica Ricercata finde ich großartig und macht neugierig auf mehr.
 
Die Klaviersonaten von Carl Vine
 
Da ja bald Weihnachten ist und ich das Stück am 16. Dezember mal wieder aufführen werde:


View: https://www.youtube.com/watch?v=sjWRkq37XP0


Ich finde diese Suite großartig, und ich spiele sie seit vielen Jahren immer wieder gerne!

Ja...ich mag diese Suite auch wirklich sehr gerne und hab zum Anlass eines Workshops letztens auch Ausschnitte aus ihr gespielt. Besonders berührend finde ich jedes mal (ok...es ist schon etwas kitschig :-D) die Stelle, an welcher der "Coventry Carol" aus dem Jahr 1591 zitiert wird...zunächst unter Benutzung der Autoharptechnik und dann mit gezupfter Oberstimme und gespielter Unterstimme... das finde ich wirklich ganz außergewöhnlich schön und effektvoll.

Das betreffende Stück ist das 6. (bei 8:22) und die besagten Stellen sind bei 8:47 und bei 9:35 zu finden.
 
Da ja bald Weihnachten ist und ich das Stück am 16. Dezember mal wieder aufführen werde:


View: https://www.youtube.com/watch?v=sjWRkq37XP0


Ich finde diese Suite großartig, und ich spiele sie seit vielen Jahren immer wieder gerne!

Cool, ich wusste noch gar nicht, das es Weihnachtsmusik für den Grinch gibt.:lol:

Ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, womit ich damit nicht sagen will, dass es mir partout nicht gefällt, einige Passagen haben was.:super:
 
Im selben Konzert spiele ich noch einige Sätze aus den Vingt regards. Ich gehe mal davon aus, dass ich dich besser nicht einladen sollte...

Da irrst du dich gewaltig...mir gefallen die 20 Blicke von Messiaen. :coolguy:

Wenn man 52 Jahre bisher andere Klänge mit Weihnachten assoziiert, dann ist A Little Suite for Christmas von Crumb halt schon sehr gewöhnungsbedürftig und nach den ersten 2 Minuten musste ich unweigerlich an den Grinch denken, aber ich schrieb ja weiter...

Ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, womit ich damit nicht sagen will, dass es mir partout nicht gefällt, einige Passagen haben was.

Soll heißen, die haben mir gut gefallen.

Also ich würde nicht schreiend aus dem Konzertsaal rennen.:lol:

Welche Sätze von den Vingt regards spielst du denn?
 
Das ganze Programm ist:

Bach/Busoni: Wachet auf, ruft uns die Stimme (BWV 645)
Bach/Buson: Nun komm der Heiden Heiland (BWV 659)

***

Crumb: A Little Suite for Christmas

***

Messiaen: Aus "Vingt regards sur l'enfant-Jésus":
- II. Regard d l'etoile
- IV. Regard de la Vierge
- XIII. Noël
- XIV. Regard des anges
- XVI. Regard des prophètes, des bergers et des mages

***

Bach/Mick: Vom Himmel hoch (BWV 738)
Bach/Mick: In dulci jubilo (BWV 729)


Bei *** soll ich jeweils was zu den Stücken sagen. Das ist die eigentliche Herausforderung (für mich). :015:
 
Das ganze Programm ist:

Bach/Busoni: Wachet auf, ruft uns die Stimme (BWV 645)
Bach/Buson: Nun komm der Heiden Heiland (BWV 659)

***

Crumb: A Little Suite for Christmas

***

Messiaen: Aus "Vingt regards sur l'enfant-Jésus":
- II. Regard d l'etoile
- IV. Regard de la Vierge
- XIII. Noël
- XIV. Regard des anges
- XVI. Regard des prophètes, des bergers et des mages

***

Bach/Mick: Vom Himmel hoch (BWV 738)
Bach/Mick: In dulci jubilo (BWV 729)


Bei *** soll ich jeweils was zu den Stücken sagen. Das ist die eigentliche Herausforderung (für mich).

Da hast du dir ein sehr abwechslungsreiches Programm überlegt. Schade, dass ich nicht in den Hörgenuss deiner Bachbearbeitungen komme, die würden mich wirklich mal interssieren.
Also falls es dich der Wind doch mal in den Norden für ein Konzert wehen sollte, sag bescheid.:-)

Was genau ist bei *** die Herausforderung? Das Reden vor Publikum allgemein oder das Zusammenstellen des Inhaltes?
 

Was genau ist bei *** die Herausforderung? Das Reden vor Publikum allgemein oder das Zusammenstellen des Inhaltes?

Das Reden vor Publikum macht mir nichts aus. Das Problem ist, dass das Publikum sehr heterogen ist - die Gefahr ist groß, einen Teil zu langweilen und einen anderen Teil zu überfordern. Deshalb mag ich moderierte Konzerte eigentlich nicht so. Ich hoffe, mir wird noch was Gescheites einfallen...
 
Das Reden vor Publikum macht mir nichts aus.

Das hätte mich jetzt ehrlich gesagt auch irgendwie gewundert, so wie du hier herüberkommst.:coolguy:

Das Problem ist, dass das Publikum sehr heterogen ist - die Gefahr ist groß, einen Teil zu langweilen und einen anderen Teil zu überfordern. Deshalb mag ich moderierte Konzerte eigentlich nicht so. Ich hoffe, mir wird noch was Gescheites einfallen...

Ah, o.k., das wird sich dann aber wohl nicht ganz vermeiden lassen, es allen recht machen kann man einfach nicht. Kannst du die Moderation nicht jemand anderem auf´s Auge drücken?;-)
Da du nicht den Eindruck machst, sprachunbegabt zu sein, habe ich keine bedenken, dass dir noch was gescheites einfällt. :-)
 
Das Reden vor Publikum macht mir nichts aus. Das Problem ist, dass das Publikum sehr heterogen ist - die Gefahr ist groß, einen Teil zu langweilen und einen anderen Teil zu überfordern. Deshalb mag ich moderierte Konzerte eigentlich nicht so. Ich hoffe, mir wird noch was Gescheites einfallen...

Bei Messiaen könntest du z.B. so beginnen, dass Messiaen selbst bei der Uraufführung des Zyklus durch die Pianistin Yvonne Loriod jedes einzelne Stück mit langen Einführungen kommentiert hat, du aber freundlicherweise in diesem Konzert darauf verzichtest (oder so ähnlich). Da hast du die Lacher schon mal auf deiner Seite und kannst dann (evtl. auch am Instrument) ein paar Dinge darüber sagen.

Bei Crumb könntest du den schon von alibiphysiker erwähnten Coventry Carol als Aufhänger nehmen, dass moderne Komponisten sich immer auch mit den alten Traditionen und Komponisten etc. beschäftigt haben (Verbindung der Epochen...). Die Stelle vielleicht am Klavier aufbauend zeigen.

Passt auch zu Bach-Busoni.

Muss man aber nicht. :003: Man kann einen durchgängigen roten Faden nehmen, man kann nur kurze Moderationen machen, man kann Klangbeispiele mit reinnehmen..... .

Liebe Grüße und viel Freude

chiarina
 
Das Reden vor Publikum macht mir nichts aus. Das Problem ist, dass das Publikum sehr heterogen ist - die Gefahr ist groß, einen Teil zu langweilen und einen anderen Teil zu überfordern. Deshalb mag ich moderierte Konzerte eigentlich nicht so. Ich hoffe, mir wird noch was Gescheites einfallen...

Also mir hilft es bei sowas immer, dass ich die Moderation auch etwas "heterogen" gestalte. Mit "heterogen" meine ich in diesem Kontext, dass die Moderation verschiedene Aspekte (Biografie, Entstehungsgeschichte, Kompositionstechnik, "worauf es sich lohnt zu achten", lustige Anekdoten, ...) umfasst (und dennoch nicht zu lang ist). Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer geschickt gewählten Kombination ein Mensch im Publikum sitzt, dem dann alles bekannt ist, ist ziemlich gering.

Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass es mit etwas Denkarbeit auch möglich ist, für Laien auf den ersten Blick weniger zugängliche Sachverhalte so "auf den Punkt zu bringen", dass es einerseits weiter Fortgeschrittene inspirieren kann und andererseits auch weniger weit Fortgeschrittene das Gefühl, haben etwas zu verstehen.

Meine (längere Version der) Anmoderation zu Skrjabins neunter umfasst beispielsweise:

- Als Aufhänger das Zitat von Skrjabin: "Es wäre schrecklich für mich, nur als Komponist von Sonaten und Sinfonien in Erinnerung zu bleiben" (mit kurzer Kunstpause, damit das Publikum über diesen Satz nachdenken kann)... ein Danke an Troubadix für diese Idee :-D
- Als Erklärung dieses Zitats die Erklärung der Mysteriumsidee.
- Anschließend kurze Erklärung, dass Skrjabin in Geldnot war und deswegen Skizzen zum Mysterium kurzerhand in Klaviersonaten verpackte (das ist z.B. auch den wenigsten Profis hier bekannt).
- Eventuell die Erklärung der Grundidee der Sonate (Transformation des lyrischen zweiten Themas zu einem grotesken Marsch).
- Kurzes Erklären und Anspielen der einzelnen "Leitmotive" (hier ist z.B. den Leuten, die sich nicht intensiver mit der Neunten beschäftigt haben auch nicht klar, was die einzelnen Motive konkret zu bedeuten haben) .
- Erklärung, dass man bei Skrjabin weniger auf motivisch-thematische Arbeit hören sollte, als auf die "Orchestrierung" und den "Kontext" in den die einzelnen Motive eingewebt sind.
- Und dann kann es losgehen.

Nach meiner Erfahrung langweilt diese Moderation weder Profis noch überfordert sie Laien.

Aber das ist nun vielleicht Off-Topic. Sorry! Wieder zurück zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts...
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem ist weniger das zu finden, was man sagt als das, was man weglässt. Alleine über die Christmas-Suite könnte man zwei Stunden sprechen, ohne dass man sich wiederholen müsste. Und für Messiaen gilt dasselbe.

Danke auf jeden Fall für eure Anregungen - ich werde versuchen in jeweils 5-10 Minuten etwas zu vermitteln, was neugierig macht und was man hörend im jeweiligen Stück wiederfinden kann. Ob es dann gelungen ist, darüber werde ich nach dem Konzert sicher ein paar Rückmeldungen bekommen.
 

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