Meinungen zu einem 1970er Ibach (ca. 110 cm hoch)

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Klimperer

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Hallo,

Einige von euch werden sich erinnern, dass ich letztes Jahr ein altes Seiler gekauft hatte, welches sich als Fehlkauf herausstellte (Risse in den Stegen und Resonanzboden, verbastelte Mechanik, usw.) - worauf der Klavierbauer, der es mir verkauft hatte, im Tausch ein Zimmermann (Exportmodell "Otto Bach", auch aus 1925) gegeben hatte, an welchem er die Hämmer und Tastenbeläge erneuert hatte.

Das Zimmermann habe ich nun seit Dezember. Es hält die Stimmung recht gut, aber was mir leider erst nach dem Tausch auffiel (obwohl Michael mich darauf hingewiesen hatte - ich wusste dazumal nicht genau, wonach ich schauen sollte): die Mechanik ist komplett verschlissen, insbesondere die Fängerleder sind bis auf's Holz durchgewetzt. Dazu kommen klangliche Probleme: ungleichmäßiger Klang am Bassübergang und metallischer Klang ohne Nachklang am "treble break", wo die Stütze des Rahmens den Diskantsteg unterbricht. Auch sind mehrere Basssaiten taub. Und der Hauptsteg hat sich auf den untersten 6 cm von seiner Stütze gelöst und in Richtung Stimmstock verzogen.

Das Zimmermann war sicher das kleinere Übel im Vergleich zum Seiler, aber trotzdem ein verschlissenes Klavier.

Mit dem Klavierbauer habe ich "fertig". (Falls er überhaupt noch im Lande ist - im Dezember sagte sein Sohn, er wolle nach Australien auswandern.) Eigentlich wollte ich nun im Laufe der Zeit versuchen, das Zimmermann wieder auf Vordermann zu bringen. Aber nun tat sich neulich völlig unerwartet eine Gelegenheit auf.

Es sprach mich ein bekannter Musikerfreund an: seine unlängst verwitwete Tante wolle ihr Klavier verkaufen. Ein kleines Ibach (wie ich an der Mechanik sah: Anno 1970). Ich habe das Klavier in den Feiertagen detailliert inspiziert, und überlege mir stark, es zu kaufen. Das Instrument ist ca. 110 cm hoch. Ich habe mal gehört, Ibach wurde in Südafrika seit ca. 1965 vor Ort zusammengebaut, aber aus deutschen Teilen. Wie dem auch sei: die Mechanik ist von Renner, Gussrahmen und Resonanzboden von Ibach in Schwelm. Meine Eltern haben praktisch das identische Instrument, von 1966. Ich kenne es also gut.

Das Instrument spielt sich etwas schwer, aber gleichmäßig. Ich bin gestern abend nochmal hingefahren, um das Nieder- und Aufgewicht zu messen. Ich vermute etwas schwergängige Achsen – obwohl kein Hammer hängenbleibt, wenn man die Hammerleiste anhebt und fallenlässt. Niedergewicht messe ich bei getretenem rechten Pedal mit primitiven Mitteln (Münzen zu jeweils 4 g, (stehende) Stimmgabel zu 30 g) bei 58 bis 66 g, Aufgewicht bei 16 bis 28 g. Die Messungen waren aber wiegesagt primitiv.

Der Resonanzboden weist weder von vorn noch von hinten Risse auf – auch die Rippen sind noch solide verleimt. Leider habe ich versäumt, nachzumessen, ob noch Wölbung und Saitendruck vorhanden sind.

Klanglich macht es natürlich nicht soviel her wie das 135 cm hohe Seiler oder 125 cm hohe Zimmermann. ABER: der Klang ist gleichmäßiger. Es stechen (fast) keine Töne heraus – lediglich die obersten zwei auf dem Basssteg sind etwas scharf. Die ersten zwei Töne des Hauptsteges (zweichörig, kupfer-umwickelt) sind wesentlich weicher, und von ihren dreichörigen Stahl-Nachbarn kaum zu unterscheiden.

Frage 1: Allerdings ist das Instrument momentan zu tief gestimmt – auf ca. 425 Hz. Ich frage mich, wie eine neue Stimmung den besagten Tenorbereich beeinflussen würde? Im englischen Klavierforum schrieb mir ein französischer Klaviertechniker, das Klangphänomen könne durchaus an der zu niedrigen Stimmung liegen.

Das Instrument wurde 1970 vom verstorbenen Onkel meines Bekannten neu gekauft, stand also 40 Jahre lang in demselben Haus hier in Pretoria. Es ist offensichtlich weitgehend im Originalzustand erhalten. Das Gehäuse hat einige Blessuren, aber nichts Schlimmes. Die untere Vorderwand klemmt sehr zwischen den Beinen bzw. Seitenwänden, daher ist das Furnier der Unterwand rechts unter dem Stuhlboden auf Schienbeinhöhe etwas abgeplatzt. Der Lack ist allgemein nicht mehr sehr gut – das ist am Ibach meiner Eltern genauso – ist mir aber eher eine Nebensache, die sich auch bei Bedarf verbessern lässt. Nach dem Seiler und Zimmermann kommt es mir eher auf die "inneren Werte" an.

Frage 2: Hat es irgendwas zu bedeuten, dass die untere Vorderwand so klemmt?

Bis auf tote Spinnen und etwas trockenen Staub finde ich im Inneren fast nichts abnormales. Einige Anhängestifte sehen silber anstatt messingfarben lackiert aus – ob die mal ersetzt wurden? Alle Filze (Rahmen, Saiten) sind in Ordnung – keine Spuren von Motten oder Nagetieren. Ganz anders bei meinem Zimmermann!

Frage 3: Beim Ibach sind bei einigen Stimmnägeln die Holzhülsen zwischen Nagel und Rahmen nach hinten verrutscht – ist das schlimm? Die Stimmnägel sitzen alle noch in der Mitte der Rahmenlöcher. Im Vergleich liegen an meinem Zimmermann einige der Nägel fast am Rahmenloch an, und ihre Hülsen sind unten komplett zerquetscht bzw. haben oben Spiel. Die Stimmnägel des Ibach wurden noch nicht weiter hineingeschlagen, wie es an meinem Zimmermann teilweise der Fall ist, so dass einige Saitenschlingen schon am Rahmen anliegen. (Update: im englischen Forum schrieb man mir gerade, dass die verrutschten Hülsen nicht weiter schlimm seien.)

Die Stegstifte des Ibach sind nicht sehr sauber gesetzt – teilweise erhebliche Unterschiede in der Platzierung und entsprechend in der Saitenschränkung. Die Saiten der allertiefsten Töne haben sich ein wenig in den Basssteg eingeschnitten. Es sind aber keine Risse in den Stegen zu sehen, und auch die Verleimung der Stege auf dem Resonanzboden bzw. Bassstegstütze sind in Ordnung. Die Stege sind übrigens aus Schichtholz, genau wie am Ibach meiner Eltern. Am Basssteg sind die Stifte oft nicht genau am Rand der Fase gesetzt - ob das kritisch ist, kann ich nicht einschätzen.

Die Hämmer zeigen freilich Gebrauchsspuren, aber nach meinem Ermessen keine tiefen Furchen. Ich schätze, die Furchen betragen im mittleren Bereich und Diskant ca. 1 mm. Die tiefsten Furchen sah ich im mittleren Diskant, daher habe ich dort Aufnahmen gemacht. Der Hammerweg ist durchweg ca. 45 mm, im hohen Diskant etwas mehr, ca. 47. Die Kunststofftastatur ist etwas verschmutzt aber ansonsten gut. Seitliches Tastenspiel ist vorhanden, aber hält sich in Maßen. Die Lagerfilze der Waagebaltenstifte sind nicht schlimm verschlissen. Der Tastentiefgang ist etwas unterschiedlich, zwischen 9 und 10 mm. Die Auslösung beträgt zwischen 3 und 5 mm, scheint aber nicht problematisch. Die Leder und Filze der Mechanik sind noch gut – im Gegensatz zum doppelt so alten Zimmermann, wo die meisten Fänger wiegesagt bis auf’s Holz durchgewetzt sind. Die Dämpfer sind sauber und knickfrei und dämpfen ordentlich. Der Halbgang ist bei vielen Tönen etwas spät (eher zwei-Drittel-Gang). Die Dämpfer heben beim Treten des rechten Pedals exakt gleichzeitig ab. Die Saiten sind sauber und rostfrei und klingen alle noch relativ gut. Der Bass ist längst nicht so “tot” wie an meinem Zimmermann. Und alle Töne, bis auf ein oder zwei im mittel-hohen Diskant, klingen lange nach.

Die Pedale funktionieren unauffällig. Das rechte Pedal ist kaum abgenutzt – das ist an meinem Zimmermann komplett anders: dort ist es an einer Stelle bis auf den Unterbau durchgewetzt. Die Mechanik des Ibach knarrt allerdings leicht beim Treten des rechten Pedals, genau wie die vom Zimmermann.

Ich habe ein Fotoalbum erstellt:
http://picasaweb.google.com/mark.rohwer/Ibach18501?feat=directlink#

Ich habe versucht, nur die relevanten Bildausschnitte aus meinen hochaufgelösten Bildern herauszuschneiden.

Derselbe Klavierbauer, bei dem ich gekauft habe, hat damals dies Instrument verkauft und es über die Jahre gestimmt. Er hat es der Dame auf 1200 Euro geschätzt, wofür sie es nun privat zum Verkauf bietet.

Wenn ich noch kein Klavier hätte, würde ich das Ibach höchstwahrscheinlich kaufen. Dass es relativ klein ist, finden meine Frau und ich nicht so schlimm. Wir haben sowieso ein kleines Wohnzimmer. Ich überlege also, das Instrument ohnehin zu kaufen, und das Zimmermann, welches klanglich problematisch und mechanisch völlig verschlissen ist, zu verkaufen – und wenn es bedeutet, dass ich da ein Verlustgeschäft mache. (Lehrgeld...) Lieber habe ich eine solide Basis, als dass ich monatelange Bastelarbeiten habe.

Ein mir bekannter Steinwaytechniker kommt in den nächsten Wochen nach Pretoria, und ich habe ihn gebeten, sich das Zimmermann anzuschauen. Wenn er meint, dass eine Intonation sich lohnt, dann würde ich das evtl. noch machen, um den Klang gleichmäßiger zu machen. Aber ob das bei der abgenutzten Mechanik lohnt? Vom Ibach weiß der Steinwaytechniker noch nichts, aber ich würde überlegen, es von ihm begutachten zu lassen.

Was mich am Ibach reizt, ist dass ich es satt habe, “Bastelbuden” im Hause stehen zu haben – und dies Ibach sieht wirklich unverbastelt aus.

Mich würden die Meinungen der anwesenden Klavierbauer zu den obigen Fraegn interessieren, als auch:
1. Ob die Hämmer abgezogen werden sollten, und wenn ja, ob genug Material dafür vorhanden ist,
2. Ob eine Stimmung von 425 auf 440 Hz (fast 70 Cent) das Instrument, insbesondere den Resonanzboden, schwächen oder beschädigen könnte.

Ciao,
Mark
 
Tastenscherge

Tastenscherge

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Hi Mark,

ich finde, im Vergleich zu deinen bisherigen Klavieren sieht das noch am besten aus. Außerdem mag ich persönlich Ibach. Was hattest du nochmal für die anderen Klaviere bezahlt? Mir scheinen 1.200 Euro okay zu sein, aber mir fehlt das Gefühl für eure Preise da unten.

Einen Klavierbauer dran lassen lohnt sich immer: Hämmer abziehen, Scheitel machen, Saiten auf Stege festklopfen, Stegstifte und Piloten polieren und fetten, regulieren, stimmen, intonieren. Mit dem hochstimmen brauchst du dir keine Gedanken machen, im Gegenteil, das tut dem Klavier und dem Klang bestimmt gut.

Was sich möglicherweise nicht ändern wird, ist das hohe Niedergewicht. Ich hab ein 111 cm Ibach von 1978 im Laden, das hat das auch. Ist auch sehr viel Blei in den Tasten. Mag man oder halt nicht, genau wie den Klang. Bei meinem Ibach ist der Bass übrigens auffallend stark für diese Größe, und das hab ich bei Ibach schon oft so erlebt.

Du gehst ja sehr kritisch an die Sache ran, was ich auch verstehen kann, insbesondere nach deinen bisherigen Reinfällen. Aaaber: sei dir bewusst, dass es nun mal gebraucht ist und auch nur 1.200 Euro kostet. Ich habe den Eindruck, dass du teilweise zu akademisch bzw. technisch an die ganze Sache dran gehst. Ich meine das so: du siehst nach Rückfragen hier im Forum die ganzen Fehler, von denen dir beim Spielen einige wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wären. Nun, wo du um die Fehler weißt, verdirbt es dir den Spaß am spielen.

Wenn du etwas haben möchtest, was deinem Perfektionismus gerecht wird, musst du nun mal wesentlich mehr ausgeben und solltest neu kaufen. Wenn du aber mit dem Klang und der Spielart zurecht kommst (beides noch deutlich ausbaufähig), dann solltest du zuschlagen. Außerdem scheinen Ibachs ja mit eurem Klima ganz gut zurecht zu kommen.
 
Klimperer

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Hallo Tastenscherge,

Für das Seiler hatte ich ca. 1800 Euro gezahlt. Das Zimmermann bekam ich dann ohne Aufpreis als Austausch.

Es stimmt, ich gehe recht akademisch (bzw. ich würde sagen: analytisch) an die Sache heran. Und zu einem gewissen Maße bin ich auch Perfektionist, da hast du recht. Dass auch das Ibach ein gebrauchtes Klavier ist, ist mir klar. Ich würde mich halt gerne so gut wie möglich vorbereiten.

Ich habe am Zimmermann nochmal das Nieder- und Aufgewicht mit meinen Mitteln gemessen. Hier komme ich auf ca. 50-54 resp. 16 g. Es mag also sein, dass
a) ich meine Münzen und Stimmgabel nochmal im Labor genau wiegen muss, und/oder
b) dass das Seiler und Zimmermann zu WENIG Gewicht hatten, wodurch das Ibach sich nun fremd anfühlt.

Vielen Dank für die Antwort; von Michael las ich eben per Mail. Er meinte, bis auf die schlampige Verarbeitung des Steges, die aber in sich erstmal kein direktes Problem darstellt, sehe das Klavier nicht schlecht aus.

Ich werde versuchen, das Klavier auch dem Steinwaytechniker zu zeigen, und ggf. selber nochmal Reso.bodenwölbung und Saitendruck zu messen.

Den Klang vom Ibach, sowie ich ihn vom Klavier meiner Eltern kannte, bevor ein Petroftechniker es totgestochen hat, gefällt mir durchaus. Auch den starken Bass kann ich vom Klavier meiner Eltern bestätigen, und in gewissem Maß auch von dem angebotenen Instrument hier. Und ich stimme dir zu: mit dem Klima scheinen sie gut zurechtzukommen.

Gestatte mir noch eine Frage: was versteht man unter Scheitel machen? (Damit ich das ggf. einem hiesigen Techniker weiterleiten kann.)

Dank und Gruß,
Mark
 
klaviermacher

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Gestatte mir noch eine Frage: was versteht man unter Scheitel machen? (Damit ich das ggf. einem hiesigen Techniker weiterleiten kann.)

Dank und Gruß,
Mark
Hallo Mark!

Beim Scheitel machen schleift man die Filze so, dass alle 2 Saiten im Bass bzw. 3 Saiten in Mittellage und Diskant gleich laut angeschlagen werden. Man prüft das, indem man den Hammer mit der Hand ganz sachte und zart an die Saite drückt und die einzelnen Saiten anzupft, während man die Dämpfung abhebt. Wenn der Scheitel passt, dann dämpft der Hammer alle 2 oder 3 Saiten gleichmäßig ab.

LG
Michael
 
Klimperer

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Ahja, danke, Michael.

Die Methode kannte ich (aus dem Buch von Arthur Reblitz), aber eben nicht unter dem deutschen Begriff "Scheitel machen".

Im englischen Klavierforum haben mittlerweile mehrere Klaviertechniker auf die Stegstifte hingewiesen, und dass dort möglicherweise eine Reparatur erforderlich sei. Ich werde versuchen, das Klavier vom Steinwaytechniker inspizieren zu lassen und mir für eventuelle Reparaturen einen Voranschlag machen zu lassen.

Merkwürdig finde ich auch, dass einige Saiten nicht AN, sondern ZWISCHEN den Stegstiften geknickt sind! Das spricht für mich eher gegen eine stabile Stimmung, oder?

Mit herzlichem Dank - ich melde mich gelegentlich wieder.
 
K

Klavierbauermeister

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Ich bin mir sicher wenn Du damals das neue Yamaha genommen hättest, würdest Du seit 6 Monaten Klavier spielen. Statt dessen machst Du eine online-Klavierbauerausbildung :p
 
Klimperer

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Ah! Da isser ja, der Klavierbauermeister, mit seinen stets fachlichen Beiträgen - ich hatte ihn schon fast vermisst. :rolleyes:

Ich bin mir sicher wenn Du damals das neue Yamaha genommen hättest, würdest Du seit 6 Monaten Klavier spielen.
Und du meinst, bloß weil ich anstelle des Yamahas das Seiler respektive Zimmermann genommen habe, spiele ich etwa nicht seit 6 Monaten? Die alten Schinken habe ich etwa nur zum Rumgammeln und daran Herumnörgeln gekauft? Da irrst du gewaltig. Ich spiele fast täglich, Oktober bis Dezember auf dem Seiler - trotz seiner unstabilen Stimmung, und seit Januar auf dem Zimmermann - trotz der klanglichen Probleme, prellenden Hämmer und knarrenden Pedale. Alles dabei, von Kinderliedergeklimper mit meinem Junior (die er inzwischen mit 15 Monaten selber mitsummt bzw. zu Ende singt), Jazz-Impro (wenn auch laienhaft), Wohltemperiertes Klavier, Choräle für die Orgelbegleitung am kommenden Sonntag, sogar das Buch meiner Frau mit Beethovensonaten habe ich mal ganz vorsichtig angespielt.

Und warum? Weil mir Klavierspielen Spaß macht. Sogar auf einem 90 Jahre alten Probleminstrument. STELL DIR VOR. :p

Statt dessen machst Du eine online-Klavierbauerausbildung :p
Du wiederum scheinst dich online im "hätteste bloß" zu spezialisieren, anstatt mir in meiner jeweiligen Situation technisch weiterzuhelfen (oder einfach zu schweigen).

Nennt sich Klavierbauermeister, aber spielt stets nur die alte Leier, das neue Instrument wäre besser gewesen. Tja, hinterher schlauer zu sein, ist ein leichtes. Das kann sogar ich - auch OHNE Klavierbauerausbildung.

Mir scheint vielmehr, es stört dich, dass ich technische Fragen an Fachkräfte richte, die auch bereit sind, sie mir zu beantworten.

Vor DIR, dahingegen, habe ich bisher nur Konjunktiv (hätte, sollte, wäre) und verdeckte Sticheleien gelesen. Von fachlichen Hinweisen keine Spur. Wenn DAS das Kennzeichen eines Klavierbauermeisters ist, na danke.

Dann weiß ich ja, in welchem Forum ich fortan nicht mehr poste.

Falls das deine Absicht war, den blöden Dilletanten aus Afrika hier endlich wegzuekeln: gratuliere, Treffer-versunken, irgendwann reicht die Stichelei, mir stinkt's. Hab's schon fast geahnt, als ich diesen Faden gestern öffnete.

Nichtsdestotrotz mit herzlichem Dank an Michael und Tastenscherge, die mir stets freundlich und sachbezogen zu helfen versucht haben, grüßt

KlimpererOnlineKlavierbauerLehrling.
 
Ambros_Langleb

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Falls das deine Absicht war, den blöden Dilletanten aus Afrika hier endlich wegzuekeln: gratuliere
Na geh zu, Mark, mach mal halblang. Seine Beiträge mögen nicht hilfreich für Dich gewesen sein, aber das sollte man ihm doch nicht unterstellen. Denk einfach daran, daß Du auf einem "Forum", einem Marktplatz, bist: da kommt es schon mal vor, daß, wenn zwei sich sachlich unterhalten, ein zufälliger Passant versucht ist, irgendeinen Gallimathias dazwischenzureden. Nimms leicht.

Friedrich
 
K

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"...Wenn DAS das Kennzeichen eines Klavierbauermeisters ist, na danke...."

Nicht die Kennzeichen eines "Klavierbauermeisters" sondern des "Klavierbauermeisters"

Nur um eventuelle Verwechslungen von vorneherein auszuschließen.

Nimms ihm doch nicht so übel, mittlerweile kennt doch jeder sein Yamaha-Fable. :rolleyes:
 
K

Klavierbauermeister

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Wohl nicht gut geschlafen heute!
Auf Deine unzähligen Beiträge habe ich ohne jeden persönlichen Angriff genau 2 mal meinen Senf dazu gegeben und wenn Dich das stört kann ich auch nix dafür.
 
Klimperer

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Geschlafen habe ich nicht nur die letzte Nacht schlecht, das ist schon seit Jahren so - spielt also in diesem Zusammenhang keine Rolle, weil es Normalzustand ist.

da kommt es schon mal vor, daß, wenn zwei sich sachlich unterhalten, ein zufälliger Passant versucht ist, irgendeinen Gallimathias dazwischenzureden.
Mit dem kleinen aber feinen Zusatz, lieber Friedrich, dass von dem Passanten auch voriges Mal schon keine technische Hilfe kam, sondern lediglich ein Satz, der mir das Salz nur noch tiefer in die Wunden meines Fehlkaufs reibt. Und das jetzt zum zweiten Mal. Vonwegen "ohne jeden persönlichen Angriff"! Sich hier über meine Fragen lustig machen (sinngemäß "macht eine online-Klavierbauerausbildung anstatt Klavier zu spielen") - und jetzt noch der Zusatz vonwegen "unzähligen" Beiträgen - ganz so, als seien meine fragenden Beiträge hier unerwünscht.

Und das soll ich leicht nehmen, Friedrich? Oder liest du den "Gallimathias" etwa anders?

Aber ich gebe zu, und das tut mir leid: ich habe Klavierbaumeister und Klavierbauermeister teilweise durcheinandergebracht. Klavierbaumeister hatte sehr wohl ein paarmal auf meine Fragen geantwortet, und das Zimmermann (wenn auch zwischen den Zeilen) als solches identifiziert, worauf er dann sinngemäß hinzufügte:
"Wer kaum mehr als Schrottpreise zahlt, sollte kaum mehr als Schrott erwarten." (Obwohl ich für das Seiler MEHR gezahlt hatte, als die meisten gebrauchten Klavier hier kosten...) Und dann noch:
"Ich hätte so einen Kunden, der alles anzweifelt, schon längst aus dem Laden geschmissen." (Obwohl ich genau erklärt hatte, woher meine Zweifel stammten.)

Nachzulesen ist das alles im Faden, "Katze im Sack gekauft?" - wer sich's wirklich antun will.

Meines Empfindens sind diese Kommentare auch nicht gerade viel hilfreicher als die Yamaha-Einwürfe vom Klavierbauermeister, aber vielleicht liegt das ja alles nur an meinem schlechten Schlaf.

Das neue Yamaha wäre wohl tatsächlich besser gewesen - da hätte ich es nämlich gar nicht nötig gehabt, mich hier anzumelden, und die versammelten Fachkräfte hätten von meinen ach-so-unzähligen Beiträgen ihre Ruhe gehabt.

In diesem Sinne "halblange" Grüße.
Mark
 
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So, damit die "unzähligen Beiträge" endlich ein Ende haben, und ich endlich mal Klavier spielen kann, anstatt bei Clavio eine "online-Klavierbauerausbildung" zu machen, hier die Ultrakurzform:

Das Ibach ist gekauft, nachdem ich (nach Einkalkulation der notwendigen Reparaturen) ein 25% niedrigeres Angebot gemacht habe, welches auch angenommen wurde.

Für die besagten Reparaturen werde ich einen Fachmann vor Ort anstellen bzw. offline fachlichen Rat einziehen. Die forenansässigen Experten werde ich damit nicht weiter belästigen.

Nichtsdestotrotz meinen Dank an Tastenscherge für seinen guten Rat. (Stichwort "ausbaufähig".)

Ciao,
Mark
 
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Hallo Tastenscherge und andere Fachkräfte,

Was sich möglicherweise nicht ändern wird, ist das hohe Niedergewicht. Ich hab ein 111 cm Ibach von 1978 im Laden, das hat das auch.
Ich habe mir gestern mal genauer angeschaut, warum das Klavier so einen schweren Anschlag hat, bzw. habe das Nieder- und Aufgewicht nochmal mit Münzen (je 4 g) gemessen. Neulich hatte ich nicht darauf geachtet, bei der Messung die Dämpfer abzuheben. Nun, mit getretenem rechten Pedal ist der Anschlag viel leichter (Niedergewicht ist mit 52 bis 56 g eigentlich ganz normal, auch Aufgewicht mit 20 bis 24 g).

Die Dämpfung macht den Anschlag so schwer. Darauf habe ich mal den Dämpfer eines überdurchschnittlich schwergängigen Tons ausgebaut und untersucht. Die Feder und die Filznut, in der sie läuft, waren beide etwas verklebt und verharzt. (Die Platierung (Nickel?) des Federdrahtes war im Übrigen schon bis auf's Kupfer durchgeschliffen.) Der klebrige Schmutz ließ sich mit ein, zwei Tropfen Lösemittel gut reinigen, was schon etwas Abhilfe brachte. Auch die Achse des Dämpfers ist etwas schwergängig. Der Filz, auf den der Löffel drückt, ist nicht sehr tief eingedrückt, und war auch sauber.

Entsprechende Bilder gibt es hier:
http://picasaweb.google.com/lh/photo/QzTV7SxomryLqzLNPsd5_Q?feat=directlink
... und folgende 4 Bilder.

Aber was mir besonders auffiel: die Dämpferfeder ist wirklich sehr stark. Das rechte Pedal drückt sich auch viel schwerer als das linke.

Kann es sein, dass Ibach einfach sehr starke Dämpferfedern verbaut hat und der Anschlag deswegen so schwer ist? Mich würde interessieren, ob es Richtlinien gibt, wie stark der Dämpfer auf die Saiten drücken soll.

Ciao,
Mark
 
Tastenscherge

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56 g Niedergewicht ist eher viel, aber bei Ibach nicht ungewöhnlich. Reinigen der Feder und anschließend fetten bzw. Protec MLP applizieren kann nicht schaden, dient aber eher der Beseitigung von Nebengeräuschen wie quietschen. Obwohl natürlich von der Theorie her weniger Reibung an der Stelle auch weniger Spielgewicht bedeuten müsste.

Dass das rechte Pedal schwerer geht als das linke ist völlig egal. Und dass dir die Feder sehr stark vorkommt, kann schon sein. Kommt darauf an, wo du die Feder her hast: aus dem Bass oder Diskant? Normalerweise nimmt die Federkraft zum Diskant hin ab. Ob es dazu Richtlinien gibt, kann ich dir nicht mal sagen, ich mach das immer nach Gefühl: so wenig Federkraft wie möglich, aber so viel wie nötig. Soll heißen: gute Dämpfungswirkung erzielt man u.a. mit hoher Federkraft, aber zu dem Preis einer schwergängigen Spielart. Man kann natürlich auch die Masse des Dämpfers erhöhen. Auch das hat Ibach gemacht. Würde mich nicht wundern, wenn die Dämpferpuppen im Bass aus Messing sind! Mein Ibach hat das jedenfalls. Aber bevor du da rumfummelst sollte da ein Fachmann ran. Denn die Dämpfer müssen schon passend auf die Saiten gekröpft sein um eine gute Wirkung zu haben. Wenn das nicht der Fall ist und du jetzt an den Federn rumfummelst wird das wahrscheinlich nicht besser, nur träger. Außerdem muss auch der Halbgang stimmen. Wenn die Dämpfer zu früh abheben wird das auch träge.

Interessant wäre mal ein Statement von Kollegen, die in einer Fabrik gelernt haben wie dort die Dämpferfedern ausgewogen werden. Oft sieht man in alten Klavieren einen Bleistiftstrich auf den Dämpferarmen diagonal über ein ganzes Dämpferfeld, das hat irgendwas mit Auswiegen zu tun. Aber absolute Zahlen in Gramm dürften von Klavier zu Klavier unterschiedlich sein, je nach Marke, Höhe....
 
Klimperer

Klimperer

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Hallo TS,

Der ausgebaute Dämpfer war vom g', also neben dem Konzertton.

Die Dämpferpuppen sind alle aus Holz.

Der Halbgang ist nicht konsequent eingestellt. Einige Töne sind gut, andere heben eher zu spät (nicht zu früh!) ab.

Ciao,
Mark
 
 

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