Lindholm Spinett - Besaitung und Umbau auf Delrin

Rheinberger
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Hallo,

ich habe vor kurzen ein Lindholm Spinett zum überholen bekommen. Gerne möchte ich es als Übeinstrument nutzen (dafür reicht es allemal). Ich bin auch soweit fertig (habe durch ein Lindholm Cembalo - bis auf die Besaitung - schon Erfahrung sammeln können). Nun fehlt nur noch die Besaitung. Derzeit sind höchst wahrscheinlich die Originalsaiten von ca. 1970 drauf. Vier sind allerdings gerissen (h1, d2, g2, as2). Die meisten auch leicht angerostet. Da habe ich aber schon deutlich schlimmeres gesehen. Es hält sich im Rahmen. Vom Klang kann ich auch nichts Schlechtes berichten, wobei besser natürlich immer geht.
Aus diesem Grund hatte ich vor alle Saiten zu wechseln. Ein Klavier- und Cembalostimmer hatte mir in einer freien Minute mal geraten, Messing aufzuziehen. Ein eher warmer Klang wäre mir auch am liebsten, allzu viel Geld möchte ich (erst einmal) noch nicht reinstecken. Daher wird eine komplette Neubesaitung wohl nichts werden. Trotzdem die Frage: In welchem preislichen Rahmen würden wir uns dabei bewegen?
Vorerst habe ich versucht, die 4 Saiten mit Rösslau Saiten zu ersetzen. Warum Rösslau? Über einen Saiten Rechner (https://musiksaitenrechner.de/universal-saitenrechner.htm) ergab sich, dass Messing zu weich wäre. Rösslau würde halten. Ich glaube allerdings, ich habe mich irgendwo verrechnet. Die bestellte Saite hat einen Durchmesser von 0,2mm.
Nach dem aufziehen der ersten Saite (h1), sank die Tonhöhe sehr schnell, was ich durch Nachstimmen zu verhindern versuchte. Entweder die Saite musste sich ersteinmal "setzen lassen" oder sie war der Zugkraft nicht gewachsen und dehnte sich immer weiter. Je mehr Nachgestimmt wurde, desto schneller verstimmte sie sich.
Ich habe die Saite gleich wieder entfernt und heute alle 4 Saiten neu aufgezogen, allerdings erst mal ein, zwei Halbtöne tiefer belassen. Dennoch sinkt die Tonhöhe (allerdings langsamer als beim ersten Versuch) ab.
Nun die Frage: Liegts an dem Saitendurchmesser? Wird dieser zu klein sein?
Hat eventuell jemand ein Lindholm Spinett mit einem Besaitungsplan? Oder kann mir bei der Berechnung der neuen Saiten (inkl. Materialwahl) helfen?

Eine weitere Frage: Die Kiele und Zungen der Springer sind aus einem Guss gefertigt. Ich würde allerdings trotzdem gerne auf Delrin umsteigen. Kann man die Kiele von den Zungen abschleifen und anschließend durch die Zungen ein Loch bohren, welcher für die Delrin Kiele gedacht ist? Ähnlich wie man es bei Zungen mit Leder Kielen machen kann. Das Material der Zunge ist ja durchaus sehr weich. Ich könnte mir vorstellen, dass dies schlechte Auswirkungen auf den Klang haben kann.

Vielen Dank schon im Voraus!
 

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agraffentoni
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das ist bei neuen Saiten normal.
Ein neues Klavier z.B. braucht mindestens ein halbes Jahr bis es stimmstabil wird.
Könntest du die alten Kiele evtl. mit einem Skalpell abschneiden?
Durch Schleifen wird der Kunststoff warm/heiß und schmilzt/schmiert.
Die gebohrten Löcher in den Zungen evtl. mit einer passend gemachten Lötkolbenspitze (nicht zu heiß, Dimmer verwenden!)
länglich schmelzen.
 
Rheinberger
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Danke dir! Ja von Klavieren kenne ich das auch, bei Cembali war mir dies aber neu. Bisher waren die gewechselten Saiten, vor einem Konzert bspw. schnell stimmstabil.
Danke für die Idee mit dem Skalpell. Das müsste klappen.
 
Rheinberger
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Von Vogel-Scheer. Das h1 ist jetzt schon stimmstabil. g2 und gis2 scheinen auch zu halten. Nur d2 macht mir noch Probleme. Habe ich jetzt nochmal neu probiert. Ich glaube es liegt aber wirklich an der fehlenden Erfahrung beim besaiten. Die Schlinge muss ich selber wickeln. Ich habe gleich eine Spule bestellt gehabt.
Hinter dem Steg vom d2 war die Saite relativ schlaff (vom Ton her) Ich glaube daran lag das Problem.
Wenn jemand seine Tipps zum korrekten besaiten mit mir teilen möchte, bin ich gerne offen. Für mich ist das noch ne ganz schöne friemelei. Bisher hab ich gerissene Saiten immer professionell aufziehen lassen.
 
 

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