Leim - welchen verwendet man wozu?

Klimperer

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Hallo,

Ich habe auf diversen Videos und auch in Arthur Reblitz's Buch einiges zu Leim gesehen / gelesen, und würde gern mal fragen, welchen Leim man wann gebraucht.

Dass man Knochenleim verwenden sollte bei allen Verbindungen, die später ggf. einmal gelöst werden sollen, ist mir klar - ebenso, dass Weißleim sich schlecht schmirgeln lässt und etwas flexibel bleibt.

Aber z.B. in Michaels Videos vom Steingraeber sah ich, dass er für den Hinterdruckfilz, die Pilotenfilze, den Klappleistenfilz, den Hammerleistenstoff und vermutlich auch für die Fängerfilze Weißleim verwendete, während er für die Stoßzungenpolster Knochenleim benutzt hat.

Meine Frage ist natürlich nicht rein akademischer Natur. ;)

Ich will an meinem Zimmermann die Fängerfilze und -leder ersetzen, und überlege nun, welcher Leim dabei am besten benutzt werden sollte.

Ciao,
Mark
 
klaviermacher

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Das ist ein klein wenig vertracktes Thema ;)

Zum gegeben Fall - die Gegenfängerleder mit Knochenleim und die Fängerfilze wahlweise auch mit Knochenleim oder aber mit Kunstharzleim

Zur allgemeinen Verwendung der Leime habe ich schon mal eine Antwort geschrieben...
https://www.clavio.de/forum/151828-post177.html

LG
Michael
 
Klimperer

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Ah, Michael, dacht ich doch, dass ich dich irgendwo schon mal was dazu gefragt hatte und eine Antwort gelesen hatte... Bei der Suche vorhin ist mir der Luner-Faden irgendwie entgangen. Dabei ist es kaum drei Monate her - ich glaube, ich werde alt (im Januar ganze 40 Lenze :p ) - peinlich... Aber um so mehr: danke!

Knochenleim scheint es in Südafrika nicht zu geben - habe schon Baumärkte, Hobbyshops, Schreiner, Klebstoffhersteller usw. angerufen. Da muss ich wohl importieren oder bei einem Geigenbauer anklopfen.

Ciao,
Mark
 
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Hallo nochmal,

Michael, hast du die Temperatur an deinem Leimtopf mal gemessen? Ich habe bisher gelesen, man solle den Leim kalt einweichen, bei 40°C lösen bei ca. 65°C (max. 70) arbeitsbereit halten.

Kurzer Zwischenbericht, wen's interessiert:

Ich habe nach einigen weiteren Anrufen über einen Klebstoffhersteller in Kapstadt eine Firma hier in Johannesburg gefunden, die nebst allerhand Gelatineprodukten u.a. Knochen- bzw. genauer: Hautleim macht. Die wollten die Anwendung wissen, um mir zu sagen, welcher "Grad" (Anspruchsklasse) vom Leim am besten sei - ich sagte dann: Holz auf Holz, Leder auf Holz, Filz auf Holz. Sie haben z.B. eine Sorte für Tischler- und Schreinerarbeit. Ich denke mal, die dürfte in Ordnung sein. Einen Halbzentnersack brechen sie nur ungern an :D , aber die 250 - 500g, die ich gern hätte, geben sie mir als Muster gratis. Der technische Berater wohnt sogar in Pretoria und kann's mir mitbringen. :klavier:

Erfreuten Gruß,
Mark
 
klaviermacher

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Michael, hast du die Temperatur an deinem Leimtopf mal gemessen? Ich habe bisher gelesen, man solle den Leim kalt einweichen, bei 40°C lösen bei ca. 65°C (max. 70) arbeitsbereit halten.
Hallo Mark,

Das hier ist mein Leimkocher .
Kocher ist ja eigentlich das falsche Wort, denn gekocht wird nichts - es müsste heißen Leimwärmer.
Er ist stufenlos regelbar und wärmt bis 90 Grad. Wenn ich Leim ansetze, muss das nicht über Nacht geschehen. Ich kann ihn gleich mit warmen Wasser ansetzen und wärmen nur dauert es etwas länger, bis er voll aufgelöst und Einsatzbereit ist.

Während der Arbeit ist der "Kocher" auf Höchststufe, außer ich arbeite länger, dann drehe ich zurück. In Arbeitspausen (auch mehrere Stunden) drehe ich auf kleinste Stufe und habe hinterher innerhalb von Minuten wieder gut erwärmten Leim. Die Temperatur habe ich noch nie gemessen - auch brauche ich kein Leim/Wasser Verhältnis zu wissen, denn Wasser wird während der Arbeit immer wieder hinzugefügt.

Ist mal zuviel Wasser drinnen und der Leim zu dünn, muss ich nur warten, bis das Wasser wieder verdunstet ist und rühre zwischendurch etwas um, damit dies schneller geschieht. Im Kocher bildet der Leim eine Haut. Die Geschwindigkeit der Hautbildung zeigt mir schon, ob der Leim ideal ist zur Verarbeitung. Alles Gefühlssache.... :cool:

LG
Michael
 
E

eff06

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Als Leimkocher eigenet sich übrigens auch ein Babyflaschenwärmer richtig gut. Der lässt sich auch stufenlos einstellen.
 
Klimperer

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Echt? Ich hätte gedacht, der Flaschenwärmer geht bis max. 45°C - und das reicht, nach meinen Informationsquellen, bei weitem nicht aus. Aber ich werde mal im Bambinoladen :) nachschauen.
 
Fips7

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Ich glaube, das war umgekehrt gemeint. Du sollst nicht den Babyflaschenwärmer als Leimkocher verwenden, sondern den Leimkocher als Babyflaschenwärmer!

(:D Bitte diese Bemerkung nicht allzu ernst nehmen!)
 
Klimperer

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Hallo,

Von gekochten Babyflaschen und anderen Grausamkeiten mal abgesehen:

Ich habe heute abend zum ersten Mal eine Leimnaht mit Haut(Knochen)leim hergestellt. Das war faszinierend. Wie das Zeug sich auflöst und beim Verstreichen am vorgewärmten Holz erst zerfließt und wenig später anfängt zu greifen... Und morgen kommt der Brechtest! Wenn die Naht bricht, anstelle des umliegenden Holzes, dann bricht auch Klimperer.

Klebrige Grüße,
Mark
 
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Hat gefunzt! :klavier: Ich hätte nicht gedacht, dass das Zeug so stark ist.

Bilder mit Kommentaren zum Bruchtest findet der geneigte Leser hier.

Ciao,
Mark
 
E

eff06

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Echt? Ich hätte gedacht, der Flaschenwärmer geht bis max. 45°C - und das reicht, nach meinen Informationsquellen, bei weitem nicht aus. Aber ich werde mal im Bambinoladen :) nachschauen.
Hier muss ich doch mal revidierend eingreifen. Also MEIN Flaschenwärmer lässt sich so lange stufenlos einstellen, bis der Inhalt zu kochen beginnt. Das bedeutet immer noch, dass hierbei Temperaturen von mindestens 100° C erreicht werden.
 

Klimperer

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Ich vermute fast, bei deinem Flaschenwärmer handelt es sich um ein Modell, das auch die Flaschen sterilisieren kann. Das ist m.W. nicht bei allen Modellen so.

Ich werde mich wiegesagt mal hier umschauen, ob es solch ein Modell gibt. Das wäre ja ideal.

Ciao,
Mark
 
 

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