Ich könnte mir vorstellen, dass Steinway NY Hamburg eher stillegen würde, als es in die Hände eines ohnehin übermächtigen Konkurrenten zu geben. Man bedient sich dann eben der üblichen beschwichtigenden Prosa - "werden die Instrumente zukünftig in NY in einer eigenen Produktlinie unter streng germanischer Aufsicht gefertigt" o.ä. Mehr geflunkert als im Falle anderer ehedem deutscher und nach China abgewanderter Produktion wäre das ohnehin nicht.
Das wird nicht passieren. Auch wenn es gerade mal nicht so gut läuft: Luxus geht ja irgendwie immer. Das gilt für
Steinway* wie für Rolex und was weiß ich noch sonst so. In ein, zwei Jahren dürfte das wieder besser aussehen. In Hamburg haben sie tatsächlich jetzt Kurzarbeit. Aber keine Entlassungen. Die gab es wohl in New York.
Zum Thema Qualitätsunterschiede zwischen New York und Hamburg. Natürlich hat
Steinway* den Anspruch, immer und überall super Instrumente zu bauen. Aber da scheinen sich die Geister zu scheiden. Manche bevorzugen den NY Sound, aber die meisten wohl den HH Sound. Und was man unter Kollegen so hört, scheinen in USA Instrumente zu kursieren, von denen sich die Kollegen fragen, wie es sein kann, dass
Steinway* dafür seinen Namen hergegeben hat. Anscheinend werden die nicht immer so toll ausgearbeitet ausgeliefert, so dass die davon ausgehen, dass der Händler dann noch mal alles checkt oder nacharbeitet. Wenn der das aber nicht macht, dann fällt das ja wieder auf
Steinway* zurück. Nicht so clever, finde ich. Ich bin zwar kein
Steinway* Händler, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die hier in Deutschland nur suboptimal ausgeliefert werden. Und selbst wenn, dann sind dank unseres Dualen Ausbildungssystems und der Steinway eigenen Fortbildungen die entsprechenden Leute auf Top Niveau. Das ist in den USA nicht selbstverständlich. Natürlich gibt es auch dort Spitzentechniker, aber in der Breite sind wir hier wesentlich besser aufgestellt.